Meyer Werft: Masterplan Ems ohne Masterminds

Baggerschiff "Hegemann", Emsschlick wird ins Vogelschutzgebiet gepumpt, Foto (C) Eilert Voß

Baggern für die Meyer Werft: Baggerschiff “Hegemann”, Emsschlick wird ins Vogelschutzgebiet gepumpt, Foto (C) Eilert Voß

Mit großem Pressebrimborium wurde die vorgebliche Rettung der Ems vom Land Niedersachsen, der Meyer Werft in Papenburg, den Umweltverbänden NABU und BUND sowie der Stiftung WWF mit einem „Masterplan“ vorgestellt und verkündet. Ursache ist die Meyer Werft in Papenburg, die an einem kleinen Fluss immer größere, ja riesige Kreuzfahrtschiffe baut und diese dann zur Überführung an das seeschifftiefe Wasser durch die Ems zwängt. Dafür muss die Ems ständig auf die entsprechende Tiefe gebaggert werden. Der anfallende Schlick muss schließlich irgendwo deponiert werden. Durch die Baggerungen -vom Steuerzahler mit Millionensummen bezahlt – hat sich die Strömungsgeschwindigkeit des Flusses enorm erhöht, ständig werden von See gewaltige Schlickmengen in das Flusssystem eingetragen. Dadurch entstehen Trübungen mit Sauerstoffzehrungen, auch die Fischfauna des Flusses hat bereits erheblich gelitten. Die Deichvorländereien der Ems gehören zu einem EU-Vogelschutzgebiet, sind als Natura-2000-Schutzgebiete Brutgebiete zahlreicher Vogelarten, vom Schilfbrüter bis zum Bodenbrüter. Beim Emsstau für die Schiffsüberführung zur Brutzeit saufen die Nester ab. Die angedachten 700 Hektar Ausgleichsflächen, auch in Suchräumen weit außerhalb der Ems in den Nachbarlandkreisen, tragen nichts zur Sanierung des Flussökosystems bei, Landwirte haben schon jetzt Protest gegen eine etwaige Landnahme angekündigt. Diese Flächen sollen im Laufe von 35 Jahren (!), also bis 2050, aufgekauft werden. Bis dahin kann die Meyer Werft an diesem Standort längst Geschichte sein, alle Beteiligten werden diesen Ablauf entweder im Seniorenheim erleben oder bereits auf dem Friedhof liegen. Die Erfolgskontrolle ihres Pressegeschwurbels werden die Akteure kaum noch erleben. weiter »

Die ersten Heuler

Junge Kegelrobbe, abgelegt auf Juist

Junge Kegelrobbe, abgelegt auf Juist, Foto (C) privat/Wattenrat

Kegelrobben sind die größten in Deutschland lebenden Raubtiere, mit einem beeindruckenden Gebiss. Ihre Größe und Wehrhaftigkeit nützt ihnen nichts, wenn sie ihre Jungtiere im Spätherbst bis in den Winter hinein gebären und – anders als Seehunde– hoch und trocken an den Stränden ablegen; das Muttertier geht dann im Wasser auf die Jagd und kehrt gelegentlich zum Säugen des Jungtieres zurück. Gerade am Jahresende tummeln sich aber sehr viele Weihnachts- und Neujahrstouristen auf den Inseln, die alle zum Großschutzgebiet Nationalpark Wattenmeer und „Weltnaturerbe“ gehören. Finden sie eine junge Kegelrobbe am Strand, wird diese leicht durch neugierige „Belagerung“ und freilaufende Hunde von der Mutter getrennt. Unbedarfte und in der Regel völlig naturentwöhnte Touristen halten das Jungtier für verlassen. So gelangt manches Kegelrobbenbaby völlig unnötig in die Seehundaufzuchtstation nach Norddeich bei Norden. Aber auch Stürme können die Alttiere von den Jungtieren trennen. Gäbe es ausreichend Ranger mit entsprechenden Kompetenzen, könnten gefundene Kegelrobbenjunge schnell von den Touristen und ihren Hunden ferngehalten werden, damit das Muttertier zurückkommen kann. Die Deutsche Presseagentur dpa hat heute auf das Problem aufmerksam gemacht, es möge nützen! weiter »

Windpark Ochtersum im Landkreis Wittmund: “Bürger werden profitieren”

Protest in Ochtersum/LK Wittmund. Ein Spaßvogel der Gegenseite hatte das S überklebt und aus "Stopp" "Topp" gemacht.

Protest in Ochtersum/LK Wittmund. Ein Spaßvogel der Gegenseite hatte das S überklebt und aus “Stopp” “Topp” gemacht.

Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz

§ 1
Selbstverwaltung
(1) Die Gemeinden, die Samtgemeinden, die Landkreise und die Region Hannover
(Kommunen) verwalten ihre Angelegenheiten im Rahmen der Gesetze in eigener
Verantwortung mit dem Ziel, das Wohl ihrer Einwohnerinnen und Einwohner zu fördern.

Die heftig kritisierten Windparkplanungen in der Gemeinde Ochtersum/LK Wittmund/NDS wurden nun auch weit über die Grenzen Ostfrieslands bekannt gemacht. Die auflagenstarke Internet-Zeitung „europaticker“ berichtete darüber am 19. Januar 2015. Der Rat der Samtgemeinde Holtriem/Westerholt wiegelte die zahlreichen Proteste in einer Pressemeldung ab und bemühte sogar das 9000 Kilometer entfernte Fukushima als Rechtfertigung  für seine Ausbaupläne mit über 180 Meter hohen Windkraftanlagen. Ein Teil des Landstriches der Samtgemeinde im Landkreis Wittmund wird für mehrere Jahrzehnte unbewohnbar sein, weil im Flächennutzungplan sogar einige Bereiche “für die Wohnnutzung aufgegeben” werden müssen. Es geht in Ochtersum und anderswo bei Windparkplanungen zweifellos nicht um “Fukushima”, das dortige Erdbeben mit dem anschließenden Tsunami, der zur Reaktorkatastrophe führte, sondern ausschließlich um den nackten Profit, der nur durch das Erneuerbare Energien Gesetz als Gelddruckmaschine den Betreibern  möglich gemacht wird. Für eine “Energiewende” sind diese nur unstet ins Stromnetz einspeisenden und nicht grundlastfähigen Anlagen nicht geeignet. Ochtersumer Insider behaupten, dass auch Ratsmitglieder oder deren Angehörige durch Grundstücksverkäufe oder -verpachtungen an den Windkraftplanungen mitverdienen. weiter »

“Felix” lässt die See kochen

Sturm_Felix_Rysumer-Nacken_Jan2015 Foto (C) Eilert Voß

Sturm “Felix” tobt am Rysumer Nacken an der Ems, Foto (C): Eilert Voß

Das Sturmtief “Felix” raste am Wochenende über Ostfriesland und brachte mit einigen Kettentiden deutlich höhere Wasserstände. Unseren sturmerprobten Mitarbeiter Eilert Voß hielt nichts in der warmen Stube, er fotografierte die scheinbar kochende See am Rysumer Nacken bei Emden. Die Nonnengänse verließen ihre Schlafplätze im Dollartwatt und suchten Zuflucht im Naturschutzgebiet “Petkumer Deichvorland”. weiter »

Windenergie in Ostfriesland: „Wohnnutzung wird aufgegeben“, Nachrichten aus dem kommunalen Sumpf

10. Änderung des Flächennutzungsplans, Gemeinde Ochtersum, LK Wittmund/NDS Maßstab 1:10.000 -“Wohnnutzung wird aufgegeben”

Das ist der aktuelle Flächennutzungsplan der Samtgemeinde Holtriem (Westerholt, /LK Wittmund in Ostfriesland) für den Gemeindebereich Ochtersum(pf). Hier sollen mindestens 14 riesige Windkraftanlagen von je über 180m Bauhöhe errichtet werden. Die Planungsfläche ist ca. 1,5 km lang und an der breitesten Stelle ca. 800m tief, sie grenzt bis zu 400m an die Wohnbebauung heran. Die Anlieger werden mit Sicherheit unter dem Lärm der Rotoren zu leiden haben, die Anlagen werden Tag und Nacht befeuert sein. Die Investoren der Windpark Norderland Verwaltungs- und Beteiligungs GmbH (Johann Eisenhauer und Heinz Böttcher), die schon mehrere Windparks in der Region betreiben, dürfen auf weitere üppige Rendite hoffen, die ihnen überwiegend von allen Stromkunden mit der Zwangsabgabe aus dem Erneuerbare Energiengesetz gezahlt wird. Gekauft wurden bisher von der Windpark Norderland stets Anlagen des Herstellers Enercon aus Aurich, dessen Produktionsleiter Klaus Peters in Westerholt wohnt. weiter »

Windenergie: Ratsmitglieder haften persönlich bei Gesundheitsschäden durch Windkraftanlagen

Roggenstede, LK Aurich. Der Ort wurde innerhalb weniger Monate von Windkraftanlagen eingekesselt, 12 Häuser stehen zum zum Verkauf.

Roggenstede, LK Aurich.
Der Ort wurde innerhalb von wenigen Monaten von Windkraftanlagen umstellt, 12 Häuser stehen derzeit zum Verkauf. Foto (C): Manfred Knake

Kommunale Ratsitzungen sollten eigentlich Pflichtveranstaltungen für den “mündigen” Wahlbürger sein: Man glaubt es kaum, wie schnell z.B. Genehmigungen über riesige und millionenschwere Windenergieprojekte auf der grünen Wiese am Dorfrand im kleinen Kreis von Gerd, Heiner, Kurt, Hans und Enno – oder wie die gewählten Ratsmitglieder sonst noch heißen mögen – über die politische Bühne gehen. Ratzfatz wird abgestimmt, ein neuer Flächennutzungsplan für Windkraftanlagen ist entstanden, dessen Ausdehnung vorher schon im stillen Kämmerlein unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit den potenziellen Investoren – die vorher über Jahre still und leise Land und Zuwegungsrechte erworben hatten-  nach deren Wünschen ausgekungelt wurde. Die Kungelei wird ungemein durch enge verwandschaftliche oder bekanntschaftliche Verflechtungen oder durch die dörflichen Vereinssoziotope erleichert. Sieht man sich Handelregisterauszüge an, werden schwer zu durchschauende Wind-Geflechte wie in Pilzkulturen sichtbar. Man muss als staunender Zuschauer den Eindruck gewinnen, dass Gerd und Co. als gewählte kommunale Selbstverwalter sich der Tragweite ihrer Entscheidungen gar nicht bewusst, bei solchen Abstimmungen einfach nur überfordert sind und nur als Marionetten der Investoren die Hand heben. weiter »

Ausgeböllert im Nationalpark, aber nur auf dem Papier

Nationalpark und "Weltnaturerbe": Strand von Dornumersiel/LK Aurich, 01. Januar 2015

Naturschutz findet nicht im rechtsfreien Raum statt: Eine gleichlautende Mail des Wattenrates an die Staatsanwaltschaft in Aurich und den Landkreis Aurich zur geplanten Silvestersause am Strand von Dornumersiel/LK Aurich im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer sowie ein sehr hartnäckiges Telefongespräch mit einem im Naturschutzrecht wenig bewanderten Polizeibeamten in Aurich brachten ein bisschen Bewegung in die sonst naturschutzignoranten Dornumersieler Tourismusköpfe. Die Dornumer Tourismus GmbH entwickelte am 29. Dezember 2014 eine spürbare hektische Betriebsamkeit, sie wandelte sich innerhalb weniger Stunden vom Saulus zum Paulus. Statt, wie noch bis zum 28.12. nachmittags auf der Webseite zum Böllern am Strand im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer aufzurufen, wurde der Web-Seiten-Text abgeändert  und auch in der Presse bat die Gemeinde Dornum nun darum, “auf das Zünden von Silvester-Feuerwerk am Strand von Dornumersiel zu verzichten und so dazu beizutragen, den einzigartigen Lebensraum für Millionen von Rast- und Zugvögeln zu erhalten“. Am 31.12. berichtetet der Weser-Kurier aus Bremen über diese Posse „man habe versehentlich einen Text aus dem Jahre 2012 veröffentlicht“, so die Touristiker, obwohl das Böllern auch da schon verboten war.  Diese ausführliche Berichterstattung hätte sich der Wattenrat auch  durch die Lokalzeitungen vom Ort des Geschehens gewünscht…. weiter »

Dornumersiel/LK Aurich lädt zum Silvesterböllern im Nationalpark Wattenmeer ein

Feuerwerk in Dornumersiel/LK Aurich (Nationalpark nds. Wattenmeer) Silvester 2012

Update 29. Dez. 2014: “Dem Vernehmen nach” wurde der Geschäftsführer der Dornumer Tourismus GmbH, Ralf Kopper,  inzwischen vom Landkreis Aurich angewiesen, auf das angekündigte Silvesterfeuerwerk am Strand von Dornumersiel (Erholungszone des Nationalparks) aus naturschutzrechtlichen Gründen zu verzichten. Die Tourismus GmbH hat den Einladungstext auf ihrer WebSeite inzwischen am heutigen 29. Dezember komplett geändert (s.u.). Es bleibt abzuwarten, wie dieses Verbot überwacht wird. Trotz des Verbotes  werden in vielen Tourismusorten an der Küste auch in diesem Jahr wieder Feuerwerke im oder am Nationalpark Wattenmeer abgebrannt werden.

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Es ist zwar verboten, aber das kümmert die dreisten Tourismusmacher in Dornumersiel im Landkreis Aurich nicht: Zum Jahreswechsel wird wieder zu einer „rustikalen Veranstaltung” eingeladen, im Internet und in der Lokalpresse. Gemeint ist das Silvester-Feuerwerk am Strand von Dornumersiel, Teil des Großschutzgebiets Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und „Weltnaturerbe“. Das Nationalparkgesetz und das Bundesnaturschutzgesetz verbieten Störungen von wildlebenden Tieren, in diesem Falle von abertausenden arktischen Gastvögeln, die jetzt im Wattenmeer in ihren Nahrungsgebieten rasten. Böller und Raketen lassen die Vögel panikartig ihre Schutzgebiete verlassen. Dabei verbrauchen sie unnötigerweise die Fettreserven, die sie sich für den Weiterzug in die Überwinterungsgebiete angefressen haben. Die gewerbsmäßig Störung und Vertreibung kann unter Umständen als Straftat geahndet werden, sonst ist es eine Ordnungswidrigkeit. weiter »

Zur Nachahmung empfohlen: Feuerwerksverbot auf Spiekeroog

Feuerwerk über dem Nationalpark Wattenmeer und "Weltnaturerbe", hier Insel Juist, 2010

Es bewegt sich was im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und „Weltnaturerbe“. Nach 29 Jahren des Bestehens des Nationalparks und nach 5 Jahren „Weltnaturerbe“ soll auf der Insel Spiekeroog mit einer Lärmschutzverordnung das Böllern zu Silvester verboten werden. Das Nationalparkgesetz und das Bundesnaturschutzgesetz untersagen zwar ebenfalls die Störungen und Beunruhigungen von wildlebenden Tieren, und die Nationalparkverwaltung weist in jedem Jahr mit mit hilf- und wirkungslosen Appellen auf das Feuerwerksverbot hin, aber nun ist das auch endlich in der Kommunalpolitik angekommen. Auf anderen Inseln und den Küstenbadeorten am Festland werden sogar im Sommer zur Touristenbespaßungen Höhenfeuerwerke am Nationalpark gezündet, die weit in das Großschutzgebiet hineinwirken, auch diese Feuerwerke müssten abgestellt werden. Der nachstehende Bericht der Lokalzeitung enthält eine unrichtige Meldung: Es mag ja sein, dass den “Natur- und Umweltschutzverbänden” die Feuerwerke “ein Dorn im Auge” sind, die großen Verbände wie BUND oder NABU oder alle weiteren 13 “anerkannten” Verbände in Niedersachsen haben sich aber bisher nicht öffentlich zu den Feuerwerken im Nationalpark geäußert. Es ist der Wattenrat Ostfriesland, der seit Jahren – auch mit im Sande verlaufenden Strafanzeigen- auf diesen Missstand hingewiesen hat. Wattenrat wirkt! weiter »

“Vogelgrippe”: Jagd auf Virus H5N8?

Gänsejäger im Naturschutzgebiet “Petkumer Deichvorland” an der Ems, EU-Vogelschutzgebiet: Kadaverwäsche in einer Viehtränke

Der agrarpolitische Sprecher der niedersächsischen CDU-Landtagsfraktion, Helmut Dammann-Tamke, ist gleichzeitig Präsident der Landesjägerschaft in Niedersachsen. Er äußerte sich in der Presse u.a. so zur „Vogelgrippe“, die in einem Cloppenburger Putenmastbetrieb nachgewiesen wurde: […] Es wäre deshalb wichtig gewesen, die Jäger für diese Thematik zu sensibilisieren und sie aufzufordern, gezielt Wildvögel zu erlegen, um Untersuchungen durchführen zu können. Auf diese Weise hätte man die von Zugvögeln ausgehende Infektionsgefahr deutlich realistischer einschätzen können […]“.

Der erste Vogelgrippefall in Niedersachsen wird von einem Jagdfunktionär sofort mit wildlebenden Vögeln in Verbindung gebracht. weiter »