Leitfaden Windenergie Niedersachsen: grüner Umweltminister Wenzel als Windkraftlobbyist

Der Tod der Kulturlandschaft: Mühlenmonster um Roggenstede/LK Aurich

Ein Kommentar von Manfred Knake

Es ist kein Geheimnis: Der grüne niedersächsische Umweltminister Wenzel ist geneigt, den Forderungen der Windenergiewirtschaft nach einer faktischen Verdoppelung der Fläche für den Ausbau der Windenergiewirtschaft zu entsprechen und dazu Hürden des Naturschutzes und des Artenschutzes niederzureißen. So soll der dubiose Leitfaden des grünen nordrhein-westfälischen Umweltministeriums zu ” Naturschutz und Windenergie” durch die Hintertür auch in Niedersachsen Platz greifen. Der Leitfaden soll die Blaupause für einen entsprechenden niedersächsischen Leitfaden sein. Der Leitfaden tritt das Artenschutzrecht mit Füßen, er ist ein grünes Machwerk, vor dem Fachleute des Naturschutzes ausdrücklich warnen und zentrale Aussagen darin als rechtswidrig kennzeichnen. weiter »

Windenergieerlass Niedersachsen: Schluss mit Heimlichkeiten? Spagat des BUND

Vermaist und verspargelt: Windpark Utgast/LK Wittmund/NDS, 50 Anlagen auf 2 qkm Fläche, 10 km schwerlastfähige Wartungsstraßen, inmitten eines EU-Vogelschutzgebietes, 1,4 km vom Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Beitrag zu einer "Energiewende": nicht messbar. Naturschutz in Niedersachsen!

Am 22. Juli 2014 berichteten wir über die Absicht des Landes Niedersachsen, einen Windenergieerlass und eine neue Leitlinie dazu zu erarbeiten, unter überwiegender Beteiligung der Windenergiewirtschaft wie der Herstellerfirma Enercon und des Projektierers „Windwärts“, insgesamt 14 Vertreter der Windlobby und zwei Vertreter der Naturschutzverbände NABU und BUND. Der Erlass und die Leitlinie soll die für die Windenenergiewirtschaft planungshemmende Arbeitshilfe “Windenergie und Naturschutz” des Niedersächsischen Landkreistages ersetzen, deren aktueller Entwurf vom Juli 2014 hier nachzulesen ist: NLT_Windenergie_Entwurf_Juli2014 . Die Nachrichtenagentur dpa berichtete dazu ausführlich.

Die dpa-Berichterstattung über die Akteure und Zielsetzungen des “Windenergieerlasses” in Niedersachsen hat das Niedersächsische Umweltministerium aufgeschreckt. Nun soll die “Debatte versachlicht” werden, die aber ohne die dpa-Berichterstattung gar nicht ans Licht der Öffentlichkeit gelangt wäre. Plötzlich, nachdem die Decke der Heimlichkeit weggezogen wurde, entdeckt das Umweltministerium die “offene Dialogkultur”, welche Heuchelei! weiter »

BUND-Spitzen im Dornumer Sommerloch: Ausgerechnet Dornum will Biosphärenreservat-Gemeinde des Nationalparks werden

Werbe-Seezeichen am Ortseingang von Dornumersiel- Bedeutung: allgemeine Gefahrenstelle, östlich umfahren

Politiker tun es, und Naturschutzverbandsfunktionäre tun es inzwischen auch: das pressebegleitete Reisen durch das Sommerloch. In diesem Falle bereisten BUND-Spitzenfunktionäre die ostfriesische Küste und gaben so allerlei von sich.

Nachfolgend (ganz unten) also die kostenlose Sommerloch-PR für den BUND und das BUND-Nationalparkhaus Dornumersiel/LK Aurich, eine unglaubliche Nebeltopf-Nummer. Ein Schwerpunkt der neuen Ausstellung im Haus sind die “erneuerbaren” Energien an der Küste, auf Grundschulniveau. Der Umbau des Nationalparkhauses wurde mit erheblichen Mitteln auch aus der Statoil-Wattenmeerstiftung finanziert. 1994 und 1995 gehörte der BUND noch zu den stärksten Kritikern der Statoil-Erdgasleitung „Europipe“ durch den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, heute erhält der BUND Fördermittel aus der Wattenmeerstiftung. Der niedersächsische BUND-Landesgeschäftsführer und Multifunktionär Bodenstein-Dresler ist auch Mitglied im Beirat der Stiftung, die vom niedersächsischen Umweltministerium verwaltet wird, er arbeitet also sehr regierungsnah. weiter »

Windenergie: Fakten statt Energieromantik

http://wilfriedheck.tripod.com - 06. Aug. 2014, Datenquelle: transparency.eex.com und entsoe.net

                                                                                  
Diese aktuelle Grafik zeigt die tatsächliche “Leistung” der Windenergie im Netz vom 01. Januar 2014 bis zum 01. August 2014, erarbeitet von Dipl.Ing. Wilfried Heck mit Daten der Leipziger Strombörse und des Übertragungsnetzbetreibers entsoe. Es muss unterschieden werden zwischen der installierten Leistung (violette Linie) -also das, was auf der Windkraftanlage als theoretisches Leistungmaximum draufsteht – und der Arbeitsleistung (die grünen Zappelspitzen), also das, was die Windkraftanlage bei unterschiedlichen Windverhältnissen völlig unregelmäßig tatsächlich ins Netz einspeist. Und dazwischen klaffen erhebliche Lücken. Die Netzlast (blau) gibt die momentane Auslastung, also das, was momentan nachgefragt und verbraucht wird, an. weiter »

Upleward: Halli Galli im Schlick des “Weltnaturerbes” mit SPD-MdB

Schlickschlittenrennen ("Kreier") im Watt bei Upleward vor der Kulisse des Kohlekraftwerkes Eemshaven/NL

Upleward in der Gemeinde Krummhörn (Greetsiel) im Landkreis Aurich ist ein besonderer Ort: Hier stoßen sich Naturschutz und die Spaßgesellschaft hart im Raum des „Weltnaturerbes“ Wattenmeer. Direkt südlich von Upleward schließt die strengste Schutzzone des Nationalparks, die Ruhezone, mit einer natürlich gewachsenen Muschelschillbank an, die Brut- und Rastplatz zahlreicher Vögel des Wattenmeeres ist. Upleward verfügt über einen – nein, kein Ostfriesewitz -  „Trockenstrand“ binnendeichs, zum Baden geht man über den Deich ins Watt. Auch Kitesurfer nutzen das Wattenmeer vor Upleward und können sich hier in einer Surfschule ausbilden lassen. Ab und zu verliert ein Kiteschüler die Kontrolle über sein Zugsegel und findet sich dann an der Muschelschillbank wieder, was die dortigen Vögel zur Flucht veranlasst. Und etwas weiter nördlich von Upleward bei Hamswehrum wird derzeit vom Watt aus gebohrt, horizontal, mit Deich- und Vorlandquerung für die Offshore Netzanbindungen des Windparks BorWin 3 und 4, im Auftrag der TenneT. Die Arbeiten erfolgen wattseitig in der Zwischenzone des Nationalparks. weiter »

Bitte unterzeichnen! Petition gegen die Einleitung von K+S- Kaliabwässern in die Nordsee

Pressefoto (C): K+S: K+S-Kalibergwerke-Lader-Sigmundshall

Wir berichteten im Juni 2014 über die Absicht der K+S AG, Kaliabwässer aus Werra und Weser über eine Pipeline in die Nordsee bei Wilhelmshaven zu entsorgen. Gegen dieses Vorhaben läuft derzeit eine Online-Petition, auf die wir an dieser Stelle hinweisen. Die Petition, deren Wortlaut wir nachfolgend veröffentlichen, können Sie hier unterzeichnen: Petition gegen Kaliabwässer der K+S in die Nordsee

Keine Einleitung von Abwässern der K+S aus Hessen über eine Pipeline in die Nordsee, Werra & Weser!

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Windenergieerlass in Niedersachsen: die grüne Spur des Geldes

Am 21. Juli berichtete die Deutsche Presseagentur dpa ausführlich über die Absicht des niedersächsischen Umweltministers Stefan Wenzel (B90/Die Grünen), einen Erlass zur Windenergie herauszubringen. Bei näherem Hinsehen entpuppt sich diese Minister-Nummer als der Versuch, zusammen mit der Windenergiewirtschaft die Zulassung von noch mehr Windkraftanlagen unter Vernachlässigung von hemmenden Naturschutzauflagen im Lande durchzudrücken. Der Erlass soll mit einem neuen „Leitfaden“ zur Windenergie verbunden werden. Der Wattenrat berichtete darüber bereits hier: Erlass Windenergie und Naturschutz in Niedersachsen: Böcke zu Gärtnern

Eine fachliche Arbeitshilfe für die genehmigenden Landkreise gibt es aber längst, die fortlaufend fortgeschrieben wird: Niedersächsischer Landkreistag – “Arbeitshilfe Naturschutz und Windenergie – Hinweise zur Berücksichtigung des Naturschutzes und der Landschaftspflege sowie zur Durchführung der Umweltprüfung und Umweltverträglichkeitsprüfung bei Standortplanung und Zulassung von Windenergieanlagen (Stand: Oktober 2011)”, das sog. NLT-Papier. weiter »

Windenergie: der Flautenrekord

Uli Kulke denkt in seinem WebLog “Donner und Doria” erfrischend quer:

Wer Windkraft sät, kann auch Flauten ernten

Veröffentlicht am 18. Juli 2014

[...] In dieser Auseinandersetzung lohnt einmal die Betrachtung, was so eine Windanlage überhaupt bringt für die Stromerzeugung. Besonders dieser Tage, da – mal wieder – gehörige Flaute herrscht über Wald und Flur. Am 17. Juli meldete die EEX (European Energy Exchange, der “Marktplatz” für Energie) eine Einspeiseleistung aller deutschen Windanlagen von ganzen 24 Megawatt, grob gerechnet vielleicht 0,7 Promille der installierten Nennleistung von 34.896 Megawatt. Dieses Jahr hat es übrigens bereits zwei Flautenrekorde gegeben. Stell dir vor, ganz Deutschland ist voll- und zugestellt mit Windrädern, und alle stehen still. Das passiert gar nicht so selten. Wären sie nicht über das EEG hoch subventioniert, würde sich dabei nichts rechnen für die Betreiber. [...]” weiter »

Nationalparkwacht auf Norderney: Halbwahres von der Nationalparkverwaltung

Einer von abertausenden: Radler an den Salzwiesen von Norderney

“Nationalpark-Wacht Norderney ist gut aufgestellt 12 Haupt- und Ehrenamtliche behüten die Natur und ihre Besucher”, meldet die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer: Klingt gut, ist aber nur halbwahr, verbunden mit einer Absichtserklärung: “Unser Ziel bleibt es, die Zahl der hauptamtlichen Ranger zu erhöhen, also die entsprechenden Stellenzuweisungen beim Land Niedersachsen zu erwirken“, sagte Nationalpark-Leiter Peter Südbeck. Fakt ist jedoch, dass es immer noch lediglich sechs hauptamtliche Nationalparkwarte, die gleichzeitig auch als Dünenwärter arbeiten, im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer auf 3.500 qkm Fläche gibt, alle ohne Kompetenzen, Boote oder Fahrzeuge. weiter »

NABU-Job: ein unverschämtes Angebot

Screenshot, Bildzitat: NABU-Ostfriesland http://www.nabu-ostfriesland.de/32.html

40 Stunden Umweltmaloche in der Woche für gerade mal 1000 Euro im Monat (brutto!) oder umgerechnet 6,25 Euro in der Stunde? In Monaten mit mehr als vier Wochen noch weniger? Die NABU-Regionalgeschäftsstelle Ostfriesland macht´s möglich. Diese grün angestrichene Lohndumpingnummer nennt sich „Greenjobs“, dafür muss man oder frau als “Trainee” aber richtig ran. Erwartet wird für diesen Hungerlohn beim NABU der „Abschluss eines Studiums der Landschaftsökologie, Landschaftspflege, Biologie oder eines vergleichbaren Studienganges“. Erwartet werden auch Wochenend- und Abendarbeit. Die Mindestlohndiskussion ist beim NABU offensichtlich ungehört verhallt, deshalb auch “Trainee”, also Praktikant, mit denen kann man es ja machen. Mit dieser Qualifikation und dem geforderten Anforderungsprofil könnten Bewerberinnen und Bewerber im richtigen Leben ein gutes Gehalt erwarten. Ob die hauptamtlichen NABU-Mitarbeiter in ihren Geschäftsstellen in Berlin oder Hannover auch für 6,25 Euro brutto in der Stunde arbeiten? weiter »