Windenergie: der Flautenrekord

Uli Kulke denkt in seinem WebLog “Donner und Doria” erfrischend quer:

Wer Windkraft sät, kann auch Flauten ernten

Veröffentlicht am 18. Juli 2014

[...] In dieser Auseinandersetzung lohnt einmal die Betrachtung, was so eine Windanlage überhaupt bringt für die Stromerzeugung. Besonders dieser Tage, da – mal wieder – gehörige Flaute herrscht über Wald und Flur. Am 17. Juli meldete die EEX (European Energy Exchange, der “Marktplatz” für Energie) eine Einspeiseleistung aller deutschen Windanlagen von ganzen 24 Megawatt, grob gerechnet vielleicht 0,7 Promille der installierten Nennleistung von 34.896 Megawatt. Dieses Jahr hat es übrigens bereits zwei Flautenrekorde gegeben. Stell dir vor, ganz Deutschland ist voll- und zugestellt mit Windrädern, und alle stehen still. Das passiert gar nicht so selten. Wären sie nicht über das EEG hoch subventioniert, würde sich dabei nichts rechnen für die Betreiber. [...]” weiter »

Nationalparkwacht auf Norderney: Halbwahres von der Nationalparkverwaltung

Einer von abertausenden: Radler an den Salzwiesen von Norderney

“Nationalpark-Wacht Norderney ist gut aufgestellt 12 Haupt- und Ehrenamtliche behüten die Natur und ihre Besucher”, meldet die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer: Klingt gut, ist aber nur halbwahr, verbunden mit einer Absichtserklärung: “Unser Ziel bleibt es, die Zahl der hauptamtlichen Ranger zu erhöhen, also die entsprechenden Stellenzuweisungen beim Land Niedersachsen zu erwirken“, sagte Nationalpark-Leiter Peter Südbeck. Fakt ist jedoch, dass es immer noch lediglich sechs hauptamtliche Nationalparkwarte, die gleichzeitig auch als Dünenwärter arbeiten, im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer auf 3.500 qkm Fläche gibt, alle ohne Kompetenzen, Boote oder Fahrzeuge. weiter »

NABU-Job: ein unverschämtes Angebot

Screenshot, Bildzitat: NABU-Ostfriesland http://www.nabu-ostfriesland.de/32.html

40 Stunden Umweltmaloche in der Woche für gerade mal 1000 Euro im Monat (brutto!) oder umgerechnet 6,25 Euro in der Stunde? In Monaten mit mehr als vier Wochen noch weniger? Die NABU-Regionalgeschäftsstelle Ostfriesland macht´s möglich. Diese grün angestrichene Lohndumpingnummer nennt sich „Greenjobs“, dafür muss man oder frau als “Trainee” aber richtig ran. Erwartet wird für diesen Hungerlohn beim NABU der „Abschluss eines Studiums der Landschaftsökologie, Landschaftspflege, Biologie oder eines vergleichbaren Studienganges“. Erwartet werden auch Wochenend- und Abendarbeit. Die Mindestlohndiskussion ist beim NABU offensichtlich ungehört verhallt, deshalb auch “Trainee”, also Praktikant, mit denen kann man es ja machen. Mit dieser Qualifikation und dem geforderten Anforderungsprofil könnten Bewerberinnen und Bewerber im richtigen Leben ein gutes Gehalt erwarten. Ob die hauptamtlichen NABU-Mitarbeiter in ihren Geschäftsstellen in Berlin oder Hannover auch für 6,25 Euro brutto in der Stunde arbeiten? weiter »

32. Naturschutztag unter Strom: energiegewendet

Folgen der "Energiewende": Windpark Utgast/LK Wittmund/NDS: tote Fledermaus, eine von hundertausenden in Deutschland

Es ist mal wieder „Naturschutztag“  in Deutschland: Im September 2014 findet der 32. dieser Art statt, diesmal in Mainz. Die Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e.V. (EGE) hat dazu etwas zu sagen. Wir danken den Eulenfreunden für die Überlassung ihres Textes und haben nichts zu ergänzen:

Mainzer Hofsänger – Juli 2014

Der 32. Deutsche Naturschutztag findet vom 08. bis zum 12.09.2014 in Mainz statt. Das Treffen steht unter dem viel- wie nichts sagenden Leitwort “Verantwortung für die Zukunft”, mit dem heutzutage auch Parteitage überschrieben sind. Veranstalter sind der Bundesverband Beruflicher Naturschutz, das Bundesamt für Naturschutz, der Deutsche Naturschutzring und das Umweltministerium des Gastlandes Rheinland-Pfalz. weiter »

„De Ranger“: halbnackte Tatsachen

"Tittenbüx" am Nationalpark-Schild (Symbolfoto: spätere und unvollständige Rekonstruktion)

„De Ranger“: halbnackte Tatsachen, die späte Rache up platt

von Manfred Knake

Im “Anzeiger für Harlingerland”, Lokalzeitung im Landkreis Wittmund, erschien am 04. Juli 2014 ein Plattdeutsch-Döntje über einen “Ranger”, der “vor gut dreißig Jahren” drei Badenden im Watt die Kleider weggenommen und angeblich hinterher wegen einer polizeilichen Anzeige “den Schwanz eingezogen” haben soll. Den Beitrag können Sie ganz unten nachlesen. Böser „gröner Naturschützer“, und dazu noch ein „Zugereister“! Die Geschichte liest sich flott, wenn man plattdeutsch lesen kann, nur scheint die Vergangenheit doch den Schleier der geschönten Erinnerungstrübungen über das Erlebte gelegt haben, Wesentliches wird verschwiegen. Der erwähnte „Ranger“, der hier öffentlich verbraten wird, bin -natürlich- ich. Mein Name wird wohlweislich nicht erwähnt, nur sollte sich der  mir völlig unbekannte Autor Johann Hohlen aus Negenmeerten im Landkreis Wittmund in Zukunft aus Fairnessgründen sorgfältiger überlegen, was er da zur allgemeinen Volksbelustigung von sich gibt. Der tatsächliche Verlauf der im wohlmeinenden Sinne für „Gertrud, Frieda und Karla” aufgeschriebenen Geschichte (die in Wirklichkeit ganz anders heißen) unterscheidet sich denn auch nicht unerheblich von dem, was zur Belustigung, Herabwürdigung und späten Empörung der geneigten Leserschaft nach einem Vierteljahrhundert weitererzählt wird. weiter »

Verbrennung von Plastikabfall in Emden: alles Öko, oder was?

Biomasse-Kraftwerk "Statkraft" in Emden

Am 22. Juni 2014 befuhr der Wattenrat-Mitarbeiter und Fotograf Eilert Voß den Emder Hafen und machte eine bemerkenswerte Entdeckung: Am Emder Biomasse-Kraftwerk „Statkraft“ lag an der Löscheinrichtung (Entladestation) ein niederländisches Binnenschiff mit geschnitzelten Holzresten. Im Gegenlicht der Sonne glitzerte die gesamte Fracht des Schiffes, wie mit Spinnenfäden überzogen. Aus der Nähe stellte er fest, dass sich in dem Holzabfall große Mengen Videobänder befanden, die sich im starken Wind bewegten. Ebenfalls waren in der gesamten Fracht zerschnipselte Plastiktüten und anderes Kunststoffmaterial verteilt. Auf ihrer Internetseite wirbt die Firma mit dem Slogan: „Nachhaltigkeit bei Statkraft – Statkraft kann zwar die Klimaprobleme nicht allein lösen, doch wir zeigen auf, dass es auch anders geht. So sind wir ein Teil der Lösung. Die Zeit ist reif für saubere Energie.“ weiter »

Wasserrahmenrichtlinie: schlechte Qualität der Küstengewässer durch Überdüngung

Gülleausbringung an der Ems, Buschplatz/Terborg

Die für alle Mitgliedstaaten verbindlichen EU-Richtlinien geben Standards vor, z.B. im Naturschutz mit den Natura-2000-Richtlinien (Flora-Fauna-Habitat- und Vogelschutzrichtlinie) oder der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL). Die Richtlinien sind keine „Richtschnüre“, an denen sich die EU-Mitgliedstaaten orientieren können, es sind verbindliche Regelwerke mit Gesetzeskraft, die die Staaten verpflichten, die Richtlinien in nationales Rechts umzusetzen und vor allem auch einzuhalten. Und daran hapert es, Papier ist bekanntlich geduldig. Bei den Natura-2000-Richtlinien hat die EU häufig Druck unter Androhung von Strafzahlungen auf die Bundesrepublik ausgeübt, noch immer haben einzelne Bundesländer diese Richtlinie nicht vollständig umgesetzt, obwohl die Vogelschutzrichtlinie seit 1979 und die FFH-Richtlinie seit 1992 gilt. Das gilt auch für Niedersachsen. weiter »

K+S-Salzabwässer mit einer Pipeline in das Wattenmeer?

K+S, Diesellader im Grubenbetrieb, Rohsalzförderung für Düngemittel und andere Industrieprodukte, Foto (C): K+S, Presse

Die K+S AG, früher Kali und Salz AG, mit Sitz in Kassel ist ein börsennotiertes Bergbauunternehmen mit den Schwerpunkten Kali- und Salzförderung u.a. zur Düngemittelherstellung für die Landwirtschaft und Streusalzgewinnung für die winterlichen Straßen. Motto auf der WebSeite: “Wir holen das Beste für Sie aus der Erde”. Die salzhaltigen Produktionsabfälle von K+S müssen aber entsorgt werden. Bisher wurden Werra und Weser mit einer enormen Salzfracht durch diese Abwässer belastet, das soll sich ändern. Nun ist eine Pipeline, die die Salzfracht direkt in die Nordsee entleeren soll, im Gespräch. Möglicher Einleitungsort: bei Wilhelmshaven. Genauer: südlich vom Küstenbadeort Hooksiel, haarscharf an der Grenze zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, nur wenige Kilometer entfernt vom Jadebusen. Diese Meeresbucht  gehört größtenteils zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, ist FFH-Gebiet und UNESCO-”Weltnaturerbe”. Das zusätzliche Salz wird aber durch Ebbe und Flut an der Nationalparkgrenze nicht haltmachen. weiter »

Weltnaturerbe Wattenmeer: Flächen erweitert, Etikettennaturschutz

Willkommen im Weltnaturerbe: Norderney

Das UNESCO-”Weltnaturerbe Wattenmeer” in Deutschland wird erweitert. Die Entscheidung fiel am 23. Juni 2014 durch das Welterbe-Komitee im Wüstenstaat Katar. Das Weltnaturerbe wird auch an die Grenzen des Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer mit den Wasserflächen vor den Ostfriesischen Inseln angepasst. Der Nationalpark wurde 2010 von 2800 Quadratkilometern auf ca. 3500 Quadratkilometer erweitert, es handelt sich aber überwiegend um große Wasserflächen vor den Ostfriesischen Inseln. weiter »

“Masterplan 2050″ für die Ems: Luftbuchungen auf die Zukunft

Der "Gelbe Fluss": Die Ems bei Gandersum mit Ems-Stauwerk. Der starke Schlickeintrag ist die Ursache der Trübung

An der Ems bewegt sich wieder etwas, zumindest auf dem Papier: Ein „Masterplan“ soll bis 2050 (!) die Ems sanieren. Hintergrund ist die seit 2000 geltende Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Union, die Qualitätsziele für Oberflächengewässer wie Flüsse und Flusseinzugsgebiete vorgibt. Diese Ziele werden für die Ems nicht erreicht: Die Ems verschlickt, der Sauerstoffgehalt ist in bestimmten Bereichen zu niedrig, der Salzgehalt zu hoch, die ökologische Qualität ist im Oberlauf katastrophal. Ursache sind die ständigen Unterhaltungsbaggerungen und das Emsstauwerk für die großen Kreuzfahrtschiff der Meyer Werft im binnenländischen Papenburg, deren Schiffe nur mit technischen Hilfsmitteln in den Fluss zur Überführung an das seeschifftiefe Wasser der Nordsee passen. Die Politik hat es versäumt, die Wasserrahmenrichtlinie an der Ems umzusetzen, die EU droht nun mit Strafzahlungen. Nur diese Strafandrohungen haben Bewegung in den politischen Apparat gebracht, als erstes Ergebnis wurde eine am 16. Juni 2014 unterzeichnete „Absichtserklärung“ auf den Weg gebracht. weiter »