Upleward: Halli Galli im Schlick des “Weltnaturerbes” mit SPD-MdB

Schlickschlittenrennen ("Kreier") im Watt bei Upleward vor der Kulisse des Kohlekraftwerkes Eemshaven/NL

Upleward in der Gemeinde Krummhörn (Greetsiel) im Landkreis Aurich ist ein besonderer Ort: Hier stoßen sich Naturschutz und die Spaßgesellschaft hart im Raum des „Weltnaturerbes“ Wattenmeer. Direkt südlich von Upleward schließt die strengste Schutzzone des Nationalparks, die Ruhezone, mit einer natürlich gewachsenen Muschelschillbank an, die Brut- und Rastplatz zahlreicher Vögel des Wattenmeeres ist. Upleward verfügt über einen – nein, kein Ostfriesewitz -  „Trockenstrand“ binnendeichs, zum Baden geht man über den Deich ins Watt. Auch Kitesurfer nutzen das Wattenmeer vor Upleward und können sich hier in einer Surfschule ausbilden lassen. Ab und zu verliert ein Kiteschüler die Kontrolle über sein Zugsegel und findet sich dann an der Muschelschillbank wieder, was die dortigen Vögel zur Flucht veranlasst. Und etwas weiter nördlich von Upleward bei Hamswehrum wird derzeit vom Watt aus gebohrt, horizontal, mit Deich- und Vorlandquerung für die Offshore Netzanbindungen des Windparks BorWin 3 und 4, im Auftrag der TenneT. Die Arbeiten erfolgen wattseitig in der Zwischenzone des Nationalparks. weiter »

Bitte unterzeichnen! Petition gegen die Einleitung von K+S- Kaliabwässern in die Nordsee

Pressefoto (C): K+S: K+S-Kalibergwerke-Lader-Sigmundshall

Wir berichteten im Juni 2014 über die Absicht der K+S AG, Kaliabwässer aus Werra und Weser über eine Pipeline in die Nordsee bei Wilhelmshaven zu entsorgen. Gegen dieses Vorhaben läuft derzeit eine Online-Petition, auf die wir an dieser Stelle hinweisen. Die Petition, deren Wortlaut wir nachfolgend veröffentlichen, können Sie hier unterzeichnen: Petition gegen Kaliabwässer der K+S in die Nordsee

Keine Einleitung von Abwässern der K+S aus Hessen über eine Pipeline in die Nordsee, Werra & Weser!

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Windenergieerlass in Niedersachsen: die grüne Spur des Geldes

Am 21. Juli berichtete die Deutsche Presseagentur dpa ausführlich über die Absicht des niedersächsischen Umweltministers Stefan Wenzel (B90/Die Grünen), einen Erlass zur Windenergie herauszubringen. Bei näherem Hinsehen entpuppt sich diese Minister-Nummer als der Versuch, zusammen mit der Windenergiewirtschaft die Zulassung von noch mehr Windkraftanlagen unter Vernachlässigung von hemmenden Naturschutzauflagen im Lande durchzudrücken. Der Erlass soll mit einem neuen „Leitfaden“ zur Windenergie verbunden werden. Der Wattenrat berichtete darüber bereits hier: Erlass Windenergie und Naturschutz in Niedersachsen: Böcke zu Gärtnern

Eine fachliche Arbeitshilfe für die genehmigenden Landkreise gibt es aber längst, die fortlaufend fortgeschrieben wird: Niedersächsischer Landkreistag – “Arbeitshilfe Naturschutz und Windenergie – Hinweise zur Berücksichtigung des Naturschutzes und der Landschaftspflege sowie zur Durchführung der Umweltprüfung und Umweltverträglichkeitsprüfung bei Standortplanung und Zulassung von Windenergieanlagen (Stand: Oktober 2011)”, das sog. NLT-Papier. weiter »

Windenergie: der Flautenrekord

Uli Kulke denkt in seinem WebLog “Donner und Doria” erfrischend quer:

Wer Windkraft sät, kann auch Flauten ernten

Veröffentlicht am 18. Juli 2014

[...] In dieser Auseinandersetzung lohnt einmal die Betrachtung, was so eine Windanlage überhaupt bringt für die Stromerzeugung. Besonders dieser Tage, da – mal wieder – gehörige Flaute herrscht über Wald und Flur. Am 17. Juli meldete die EEX (European Energy Exchange, der “Marktplatz” für Energie) eine Einspeiseleistung aller deutschen Windanlagen von ganzen 24 Megawatt, grob gerechnet vielleicht 0,7 Promille der installierten Nennleistung von 34.896 Megawatt. Dieses Jahr hat es übrigens bereits zwei Flautenrekorde gegeben. Stell dir vor, ganz Deutschland ist voll- und zugestellt mit Windrädern, und alle stehen still. Das passiert gar nicht so selten. Wären sie nicht über das EEG hoch subventioniert, würde sich dabei nichts rechnen für die Betreiber. [...]” weiter »

Nationalparkwacht auf Norderney: Halbwahres von der Nationalparkverwaltung

Einer von abertausenden: Radler an den Salzwiesen von Norderney

“Nationalpark-Wacht Norderney ist gut aufgestellt 12 Haupt- und Ehrenamtliche behüten die Natur und ihre Besucher”, meldet die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer: Klingt gut, ist aber nur halbwahr, verbunden mit einer Absichtserklärung: “Unser Ziel bleibt es, die Zahl der hauptamtlichen Ranger zu erhöhen, also die entsprechenden Stellenzuweisungen beim Land Niedersachsen zu erwirken“, sagte Nationalpark-Leiter Peter Südbeck. Fakt ist jedoch, dass es immer noch lediglich sechs hauptamtliche Nationalparkwarte, die gleichzeitig auch als Dünenwärter arbeiten, im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer auf 3.500 qkm Fläche gibt, alle ohne Kompetenzen, Boote oder Fahrzeuge. weiter »

NABU-Job: ein unverschämtes Angebot

Screenshot, Bildzitat: NABU-Ostfriesland http://www.nabu-ostfriesland.de/32.html

40 Stunden Umweltmaloche in der Woche für gerade mal 1000 Euro im Monat (brutto!) oder umgerechnet 6,25 Euro in der Stunde? In Monaten mit mehr als vier Wochen noch weniger? Die NABU-Regionalgeschäftsstelle Ostfriesland macht´s möglich. Diese grün angestrichene Lohndumpingnummer nennt sich „Greenjobs“, dafür muss man oder frau als “Trainee” aber richtig ran. Erwartet wird für diesen Hungerlohn beim NABU der „Abschluss eines Studiums der Landschaftsökologie, Landschaftspflege, Biologie oder eines vergleichbaren Studienganges“. Erwartet werden auch Wochenend- und Abendarbeit. Die Mindestlohndiskussion ist beim NABU offensichtlich ungehört verhallt, deshalb auch “Trainee”, also Praktikant, mit denen kann man es ja machen. Mit dieser Qualifikation und dem geforderten Anforderungsprofil könnten Bewerberinnen und Bewerber im richtigen Leben ein gutes Gehalt erwarten. Ob die hauptamtlichen NABU-Mitarbeiter in ihren Geschäftsstellen in Berlin oder Hannover auch für 6,25 Euro brutto in der Stunde arbeiten? weiter »

32. Naturschutztag unter Strom: energiegewendet

Folgen der "Energiewende": Windpark Utgast/LK Wittmund/NDS: tote Fledermaus, eine von hundertausenden in Deutschland

Es ist mal wieder „Naturschutztag“  in Deutschland: Im September 2014 findet der 32. dieser Art statt, diesmal in Mainz. Die Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e.V. (EGE) hat dazu etwas zu sagen. Wir danken den Eulenfreunden für die Überlassung ihres Textes und haben nichts zu ergänzen:

Mainzer Hofsänger – Juli 2014

Der 32. Deutsche Naturschutztag findet vom 08. bis zum 12.09.2014 in Mainz statt. Das Treffen steht unter dem viel- wie nichts sagenden Leitwort “Verantwortung für die Zukunft”, mit dem heutzutage auch Parteitage überschrieben sind. Veranstalter sind der Bundesverband Beruflicher Naturschutz, das Bundesamt für Naturschutz, der Deutsche Naturschutzring und das Umweltministerium des Gastlandes Rheinland-Pfalz. weiter »

„De Ranger“: halbnackte Tatsachen

"Tittenbüx" am Nationalpark-Schild (Symbolfoto: spätere und unvollständige Rekonstruktion)

„De Ranger“: halbnackte Tatsachen, die späte Rache up platt

von Manfred Knake

Im “Anzeiger für Harlingerland”, Lokalzeitung im Landkreis Wittmund, erschien am 04. Juli 2014 ein Plattdeutsch-Döntje über einen “Ranger”, der “vor gut dreißig Jahren” drei Badenden im Watt die Kleider weggenommen und angeblich hinterher wegen einer polizeilichen Anzeige “den Schwanz eingezogen” haben soll. Den Beitrag können Sie ganz unten nachlesen. Böser „gröner Naturschützer“, und dazu noch ein „Zugereister“! Die Geschichte liest sich flott, wenn man plattdeutsch lesen kann, nur scheint die Vergangenheit doch den Schleier der geschönten Erinnerungstrübungen über das Erlebte gelegt haben, Wesentliches wird verschwiegen. Der erwähnte „Ranger“, der hier öffentlich verbraten wird, bin -natürlich- ich. Mein Name wird wohlweislich nicht erwähnt, nur sollte sich der  mir völlig unbekannte Autor Johann Hohlen aus Negenmeerten im Landkreis Wittmund in Zukunft aus Fairnessgründen sorgfältiger überlegen, was er da zur allgemeinen Volksbelustigung von sich gibt. Der tatsächliche Verlauf der im wohlmeinenden Sinne für „Gertrud, Frieda und Karla” aufgeschriebenen Geschichte (die in Wirklichkeit ganz anders heißen) unterscheidet sich denn auch nicht unerheblich von dem, was zur Belustigung, Herabwürdigung und späten Empörung der geneigten Leserschaft nach einem Vierteljahrhundert weitererzählt wird. weiter »

Verbrennung von Plastikabfall in Emden: alles Öko, oder was?

Biomasse-Kraftwerk "Statkraft" in Emden

Am 22. Juni 2014 befuhr der Wattenrat-Mitarbeiter und Fotograf Eilert Voß den Emder Hafen und machte eine bemerkenswerte Entdeckung: Am Emder Biomasse-Kraftwerk „Statkraft“ lag an der Löscheinrichtung (Entladestation) ein niederländisches Binnenschiff mit geschnitzelten Holzresten. Im Gegenlicht der Sonne glitzerte die gesamte Fracht des Schiffes, wie mit Spinnenfäden überzogen. Aus der Nähe stellte er fest, dass sich in dem Holzabfall große Mengen Videobänder befanden, die sich im starken Wind bewegten. Ebenfalls waren in der gesamten Fracht zerschnipselte Plastiktüten und anderes Kunststoffmaterial verteilt. Auf ihrer Internetseite wirbt die Firma mit dem Slogan: „Nachhaltigkeit bei Statkraft – Statkraft kann zwar die Klimaprobleme nicht allein lösen, doch wir zeigen auf, dass es auch anders geht. So sind wir ein Teil der Lösung. Die Zeit ist reif für saubere Energie.“ weiter »

Wasserrahmenrichtlinie: schlechte Qualität der Küstengewässer durch Überdüngung

Gülleausbringung an der Ems, Buschplatz/Terborg

Die für alle Mitgliedstaaten verbindlichen EU-Richtlinien geben Standards vor, z.B. im Naturschutz mit den Natura-2000-Richtlinien (Flora-Fauna-Habitat- und Vogelschutzrichtlinie) oder der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL). Die Richtlinien sind keine „Richtschnüre“, an denen sich die EU-Mitgliedstaaten orientieren können, es sind verbindliche Regelwerke mit Gesetzeskraft, die die Staaten verpflichten, die Richtlinien in nationales Rechts umzusetzen und vor allem auch einzuhalten. Und daran hapert es, Papier ist bekanntlich geduldig. Bei den Natura-2000-Richtlinien hat die EU häufig Druck unter Androhung von Strafzahlungen auf die Bundesrepublik ausgeübt, noch immer haben einzelne Bundesländer diese Richtlinie nicht vollständig umgesetzt, obwohl die Vogelschutzrichtlinie seit 1979 und die FFH-Richtlinie seit 1992 gilt. Das gilt auch für Niedersachsen. weiter »