Politiker und Wölfe

Märchen sollten Märchen bleiben: Rotkäppchen und der Wolf – Foto: Pixabay

Glaubt man einigen Politikern, stehen uns außerordentlich gefährliche Zeiten durch die Wiederausbreitung des Wolfes in Deutschland bevor. Da geht es oft um Angstmache statt um nüchterne Information. Auch in Ostfriesland wurden in den letzten Jahren hin und wieder Wölfe gesehen, immer als Einzeltiere. Und auch hier machen Politiker und vor allem Landwirtschaftsfunktionäre in Panik und fordern bereits eine Bestandsregulierung. Es gibt also vermutlich mehr „Problempolitiker und -funktionäre“ als „Problemwölfe“. Stattdessen sollten gerade jetzt vorausschauend Herdenschutzmaßnahmen wie z.B. wolfssichere Einzäunungen, die zudem finanziell von Land gefördert werden, initiiert werden. Ob es überhaupt zur Ansiedlung von Wolfsrudeln an der Küste kommen wird, bleibt abzuwarten.

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Enoch Freiherr zu Guttenberg verstorben

© Superbass / CC-BY-SA-3.0 (via Wikimedia Commons)

Enoch Freiherr zu Guttenberg – Foto: Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Gestern, am 15. Juni 2018, verstarb im Alter von 71 Jahren Enoch Freiherr zu Guttenberg nach kurzer und schwerer Krankheit in München. Er hatte sich nicht nur als Musiker und Dirigent einen Namen gemacht. Den im Naturschutz Tätigen wurde er als Mitbegründer des Naturschutzverbandes BUND bekannt. Er verließ den Verband „mit Pauken und Trompeten“ nach jahrzehntelanger Mitgliedschaft im Mai 2012 und erläuterte seinen Schritt anlässlich eines Protestkonzertes in Kulmbach.

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Langeooger Ehepaar klagt wegen "Klima" gegen die EU

Langeoog: Strandaufspülungen vor dem Pirolatal zur Dünensicherung,  Juli 2017 – Foto: privat

Die jahrelang politisch befeuerte und verbreitete Klimahysterie treibt schon seltsame Blüten: Nun will das Langeooger Gastronomen-Ehepaar Recktenwald zusammen mit zehn Familien aus fünf EU-Staaten, Kenia und Fidschi sowie einer Jugendorganisation aus Schweden gegen den Europäischen Rat und das EU-Parlament klagen. In der Klage werfen sie der EU vor, dass die Klimaziele bis 2030 unzureichend und sie damit in ihren Grundrechte verletzt seien, weil die „Klimaziele“ nicht eingehalten würden, man befürchtet offenbar den Ertrinkungstod durch den steigenden Meeresspiegel.

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Offener Brief: Kritik aus Bayern an Prof. Hubert Weiger (BUND) – „die großen deutschen Umweltverbände, inhaltlich und moralisch entkernt“

Blick vom Hindenburgdamm (Sylt) auf das Festland, Mai 2018, Foto (C): Syltpicture

Nicht nur beim Wattenrat stehen die „großen“ Umweltverbände wegen ihrer Nähe zur Ökostrombranche unter Dauerkritik. Der nachfolgende „Offene Brief“ vom April 2018 von Dr. Nikolai Ziegler, 1 . Vorsitzender Bundesinitiative Vernunftkraft e.V., Enoch Freiherr zu Guttenberg, Dirigent und Umweltschützer, Johannes Bradtka, 1 . Vorsitzender Verein für Landschaftspflege & Artenschutz in Bayern e.V., an Prof. Dr. Hubert Weiger, Bundesvorsitzender des BUND, hat es in sich: Klartext gegen „die großen deutschen Umweltverbände, inhaltlich und moralisch entkernt“.

Übrigens: Der Bundesverband Windenergie (BWE) überträgt im Falle seiner Auflösung sein Restvermögen an den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)…

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Algenblüte im Wattenmeer: nicht ungefährlich für Jungvögel

 
Archivbild: Phaeoystisschaum auf Borkum, 05. Juni 1986 - Foto (C): Eilert Voß

Archivbild: Phaeoystisschaum auf Borkum, 05. Juni 1986 – Foto (C): Eilert Voß

Aktuell im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und „Weltnaturerbe“: Der hohe Nährstoffeintrag in das Großschutzgebiet Wattenmeer lässt die Alge Phaeocystis globosa üppig wachsen. Durch die mechanische Wellenbewegung wird die Alge zu Schaum zerschlagen und bildet breite Schaumteppiche im Watt und an den Stränden. Der Algenschaum kann für Jungvögel z.B. der Brand- oder Eiderenten, die am Wattenmeer erbrütet wurden und von den Elterntieren ins freie Wasser geführt werden, durch Verklebungen des Jugendgefieders zum Tode führen. Die Ursache beschreibt der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) so: „Die Ursache für das vermehrte Auftreten von Algenblüten liegt nach Auskunft des NLWKN im Zusammenwirken von dafür günstigen Witterungsverhältnissen und vom Menschen verursachten erhöhten Nährstoffeinträgen in die niedersächsischen Übergangs- und Küstengewässer.“ weiter »

Strandbrüter: Ignoranz vs. Naturschutz

13. Mai 2018, Borkum, Südstrand, strengste Schutzzone im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer (Ruhezone, Zone I): Ignoranz trifft Strandbrüterschutz, zwei Brutpaare Zwergseeschwalben“erfolgreich“ vertrieben.  Foto (C): Eilert Voß (Bild zum Vergrößern anklicken)

Alltag im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und „Weltnaturerbe“: Hinweisschilder werden nicht beachtet, vermutlich auch deswegen, weil die Texte viel zu lang sind. Kurze, aussagekräftige Piktogramme mit dem Hinweis auf das BetretungsVERBOT sind wirksamer, eine „einfache Sprache“ mit wenig Text ist vermutlich leichter zu verstehen (siehe Beispiele aus den Niederlanden ganz unten). Die Beschriftung (unten rechts) auf dem blauen Hinweisschild  auf Borkum ist zudem fehlerhaft: Ein „Niedersächsischer Landesbetrieb für Insel- und Küstenschutz“ ist ein Fehldruck (nimmt die Schilder vor dem Aufstellen niemand ab?). Korrekt muss es heißen: „Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz“ (NLWKN), wobei der Naturschutz, wer hätte das gedacht, an letzter Stelle steht…

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Rheiderland: Gänsefraß und Wiesenvögel – Bauernlamento auf hohem Niveau

Dieser Blechfuchs stiehlt keine Gänse, er soll sie nur vertreiben. Die Gänse stört er aber nicht: Emsdeich bei Jarßum. 25. April 2018 – Foto (C): Eilert Voß

Bitte den Nachtrag vom 10. Mai 2018 beachten (ganz unten).

Landwirt Amos Venema aus Jemgum im Rheiderland/LK Leer/NDS (Venema GbR) beklagt sich über den angeblich hohen Gänsefraß auf Grünland (siehe Facebook-Eintrag ganz unten). Gänsefachleute dagegen halten fest, dass es keine großen Unterschiede zwischen den „Exclosures“ (für Gänse eingerichtete unzugängliche Flächen zu Forschungszwecken) und den Äsungsflächen gäbe. Das Rheiderland ist Überwinterungsgebiet für arktische Gänse und gehört zum Jahreslebensraum der arktischen Zugvögel. Große Teile des Rheiderlandes sind als EU-Vogelschutzgebiet ausgewiesen und unterliegen dem Artenschutzregime der Europäischen Union. Zudem unterliegen Zugvögel wie die arktischen Gänse dem Schutz der Bonner Konvention für wandernde Tierarten. Zahlen- und flächenmäßig gehört also das Rheiderland zu den wichtigsten Gänserastgebieten in Deutschland, und fressen müssen sie. Und dabei entstehen auch Fraßschäden.

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NABU fordert zu Höchstleistungen heraus: „Vatertag bis Muttertag mit Vögeln verbringen“

Screenshot-Bildzitat, NABU-Webseite am 05. Mai 2018, 13:05h: https://www.nabu.de/news/2018/05/24382.html

Wer noch nichts Konkretes vorhat – das ist doch mal ein Vorschlag für die Ausdauernden:

Vatertag bis Muttertag mit Vögeln verbringen – „Stunde der Gartenvögel“ vom 10. bis 13. Mai

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Strandbrüter – Opfer des Massentourismus

Er ist dann mal weg: ein Sandregenpfeifer am Strand. Foto (C): Archiv Wattenrat

Strandbrütende Vogelarten waren nicht immer vom Aussterben bedroht. Natürliche Feinde der Bodenbrüter sind Springfluten oder Möwen, die die entdeckten Nester plündern können, aber damit konnten die Arten überleben. Dazu kommt nun der Mensch in Massen. Der Massentourismus an der Ostfriesischen Küste im „Weltnaturerbe“ und Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, zum größten Teil auch EU-Vogelschutzgebiet, fordert seine Opfer. Die kleinen, unscheinbaren und kaum bekannten Seeregenpfeifer, Sandregenpfeifer und Zwergseeschwalben sind die Leidtragenden der millionenfachen Tourismusübernachtungen vor allem auf den Inseln. Nicht nur ahnungslose Spaziergänger, auch freilaufende Hunde, Lenkdrachen,  Strandsportarten, Geocacher oder anlandende Kitesurfer oder Seekajakfahrer (diese auch mit Zelten) tun das Übrige, um diese Vogelarten von ihren Nestern zu vertreiben. Und alle „lieben“ vermutlich „die Natur“…

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Oberdeichrichter: „Gänse gefährden Schafe und Küstenschutz“

Gefährdete Deiche? Gänseköttel nach einer Nacht am Schlafplatz – Foto: privat/Wattenrat Ostfriesland

Die arktischen Wildgänse, die an Ostfrieslands Küste überwintern und sich hier ihren „Treibstoff“ für den Rückflug in die nordeuropäischen oder asiatischen Brutgebiete anfressen, werden seit Jahren von Bauern mit Hilfe der Lokalpresse dämonisiert. Sie fräßen Rindern oder Schafen das Futter weg, machten das Gras durch die Verkotung unbrauchbar oder verursachten Fraßschäden. Die Landwirtschaftslobby mit der stets offenen Hand macht inzwischen auch den Gänsefraß zu Geld. Jeder Landwirt, der am Vertragsnaturschutz teilnimmt, erhält Ausgleichzahlungen pro Jahr und Hektar, egal ob tatsächlich Fraßschäden durch Gänse aufgetreten sind oder nicht. Die neueste Horrornummer verbreiteten der Oberdeichrichter und Landwirt Heiko Albers von der Deichacht Moormerland im Landkreis Leer und sein Kolllege Alwin Brinkmann, ehemaliger SPD-Oberbürgermeister der Stadt Emden, der nun als Oberdeichrichter für die Krummhörn im Küstenschutz umgeht.

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