“Kadavermesse”: Kritik am Hubertus-Gottesdienst in Emden-Borssum

Hubertusgottesdienst in der ev.-ref. Kirche in Emden-Borssum, 26. Oktober 2014

Wie findet ein Heiliger der katholischen Kirche in einen Gottesdienst der evangelisch-reformierten Kirche in Emden-Borssum? Der Heilige Hubertus wird in jedem Jahr von der Zunft der Freizeitjäger fürs gute Gewissen und die öffentliche fromme Selbstdarstellung instrumentalisiert. Am 3. November ist Hubertustag, und vorher zelebriert die Kirche vielerorts Hubertus-Gottesdienste oder -Messen. Das gefällt nicht jedem: Mitglieder mehrerer ostfriesischer Umwelt-und Naturschutzinitiativen, darunter der Wattenrat Ostfriesland, die Gänsewacht und die Dyklopers, beteiligten sich am 26. Oktober 2014 als “Zaungäste” an einem Hubertusgottesdienst der Emder Jägerschaft vor der evangelisch-reformierten Kirche in Emden- Borssum. weiter »

Tote Zonen und Krabben in Benzoesäure

Tote Meereszonen in der Deutschen Bucht (C) google earth

„Tote Zonen“ werden bei Google-Earth u.a. im niedersächsischen Wattenmeer angezeigt, das Symbol ist ein Fischskelett. Dazu muss unten links in der “Primären Datenbank”  das Kästchen “Ozean” und “Tote Zonen” angeklickt werden. Das hat was: Das Wattenmeer ist als Nationalpark und „Weltnaturerbe“ ausgewiesen, ein schöner Schein. Hier wird intensiv gefischt, mit den malerischen Kuttern, die auch in einigen Küstenbadeorten die touristischen Hingucker sind und zur umsatzfördernden Hafenkulisse gehören. Nur wissen die Touristen in der Regel nichts davon, was sich unter Wasser abspielt. Die Fanggeschirre der Kutter mit den Kufen und Rollen der Fangnetze radieren über den Wattenboden, ins Netz gelangen nicht nur die begehrten Speisekrabben, sondern im Verhältnis 1:7 auch der Beifang von Jungfischen und anderen Krebstieren. weiter »

Schweinswale und WKA-Rammarbeiten: Probleme mit den Dezibel

Wartung einer Offshore WKA; Windpark "Alpha Ventus" vor Borkum, (C) Pressefoto Alpha Ventus

Technische Analphabeten oder wieder nur ein X für ein U? Die Pressemitteilung des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg als Genehmigungsbehörde für Offshore-Wind”parks” bringt es an den Tag. „Der Grenzwert des BSH zum Schutz des Schweinswals konnte nahezu verlässlich eingehalten werden“, stellt BSH-Präsidentin Monika Breuch-Moritz erfreut fest. „Wir haben bei der Reduktion von Lärmwerten beim Bau von Offshore-Windparks spürbare Fortschritte zu verzeichnen. Es ist beeindruckend, was die Kreativität von Ingenieuren zu Wege gebracht hat und welche innovativen Lösungen zur Schallminderung in den letzten Jahren entwickelt werden konnten“ Der Wert liegt bei 160 Dezibel. Selbst Kim Detloff vom kritischen Naturschutzbund Nabu lobt: „Der technische Schallschutz hat eine positive Entwicklung genommen.“ (Pressemeldungen weiter unten):

Fakt ist: Direkt an den Rammstellen der Windkraft-Offshore-Rammstellen liegt der Lärmwert bei ca. 200 Dezibel.  weiter »

Ranger im Nationalpark: 11 statt 6 ab 2015

Mehr Aufsicht im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer ist dringend erforderlich: zu Fuß und mit Spaßmobilen durch die Brutgebiete, Foto (C): S. Bieler

Nach 28 Jahren des Bestehens des Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer tut sich endlich etwas für die bessere Betreuung und Überwachung im Großschutzgebiet und “Weltnaturerbe”. Ab 2015 sollen 11 Ranger im Nationalpark tätig sein, bisher waren es 6, die aber auch gleichzeitig Dünenwärter des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) auf den Ostfriesischen Inseln sind. Die Aufstockung des Aufsichtspersonals ist daher begrüßenswert. Der Wattenrat weist seit Jahren auf die unzureichende Aufsicht und Betreuung auf der 3.500 qkm großen Nationalparkfläche hin. Die Ankündigungen des Umweltministers sagen jedoch nichts zur Ausstattung der zukünftigen Ranger mit Fahrzeugen und Booten aus und darüber, ob sie auch mit hoheitlichen Befugnissen versehen werden. Nur so können Personalien festgestellt und ggf. auch Platzverweise bei Verstößen gegen das Nationalparkgesetz ausgesprochen werden. weiter »

Gänse in Ostfriesland: dreiste Lügenbauern

Nicht die Gänse, sondern die Intensivlandwirtschaft sorgt für die Überdüngung, Vernichtung der Gelege der Bodenbrüter und die Bodenverdichtung. Hier (Ems, Terborg) wird Gülle sogar verbotenerweise beim strengem Frost ausgebracht!

In jedem Jahr die die gleiche Leier der im Verein „Gänsemarsch“ organisierten ostfriesischen Bauern:

Zitat: “Weil die Gänse auf den Feldern ´Tabula rasa´ veranstalteten, können die Bodenbrüter nicht mehr brüten´. Zudem würden Hasen und Fasane verscheucht. [...] ´Wenn wir in jedem Dorf jemanden einstellen und ihn dafür bezahlen, die Gänse zu verjagen, haben wir keine Probleme.´ “ (siehe  .pdf, Ostfriesischer Kurier, Norden, vom 16. Oktober 2014, veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Redaktion) OK_Gaense_16. Okt. 2014

In diesem dümmlichen Stil geht die Bauernhetze gegen wildlebende Gänse in Ostfriesland weiter. Ziel: noch mehr Geld für tatsächliche (die niemand leugnet) oder vermeintliche Fraßschäden. Wer, mit Verlaub, so dämlich argumentiert, muss sich nicht wundern, nicht mehr ganz ernst genommen zu werden. weiter »

Wieder Seehundsterben in der Nordsee

Aktueller Seehund-Totfund aus Niedersachsen: Insel Neuwerk, 29. September 2014

Aus Schleswig-Holstein kommt die aktuelle Nachricht, dass an der Nordseeküste täglich tote und schwer kranke Seehunde aufgefunden werden. Seit Anfang Oktober sollen es bisher ca. 150 tote Tiere gewesen sein, zitiert die Tagespresse den Nationalparkamt-Sprecher Hendrik Brunckhorst am heutigen Dienstag in Husum. Totfunde gab es bisher auf den Nordseeinseln Helgoland, Amrum, Föhr und Sylt. Darunter waren auch viele ausgewachsene Tiere. weiter »

Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer: auch Propagandaveranstaltung

Nächtlicher Gänsezug

Am 11. Oktober 2014 begannen die 6.  Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Der Wattenrat Ostfriesland begrüßt die Informationsveranstaltungen und Exkursionen, die für ein besseres Verständnis der Lebensverhältnisse von Gänsen, Enten und Watvögeln werben sollen. Dabei sollte aber nicht verschwiegen werden, dass die Vögel gerade im und am Nationalpark und „Weltnaturerbe“ oft keine ungestörten Rast-, Nahrungs- und Schlafplätze mehr vorfinden. Die Hochwasserrastplätze im nationalparknahen Binnenland wurden in den letzten Jahren systematisch und auch unter Missachtung des Naturschutzrechts mit Windparks überbaut. Diese Flächen fallen durch den Scheucheffekt der Rotoren als Rückzugsgebiete für die Zugvögel aus. weiter »

Schwerölstinker, nicht nur ein Imageproblem

Meyer Werft-Neubau 2014(!) des Kreuzfahrtschiffes "Quantum of the Seas"

Dieselbetriebene Schiffe sind Stinker, man sieht es an den rußenden Abgasfahnen. In den riesigen Schiffsmotoren der großen Fracht- und Kreuzfahrtschiffe wird in der Regel Schweröl (HFO = Heavy Fuel Oil oder Handelsbezeichnung Bunker C) verbrannt, Rückstände aus der Erdölverarbeitung. Schweröle sind der nicht mehr verdampfbare Teil (der sog. „Sumpf“) aus erdölverarbeitenden Produktionsprozessen. Die dunklen Abgase haben es in sich: Sie enthalten unter anderem Schwefeloxide (SOx), Stickoxide (NOx), Rußpartikel und große Mengen Feinstaub. Dazu kommen Schwermetalle und Ascheanteile. Damit HFO überhaupt gepumpt und verbrannt werden kann, muss es vor der Einspritzung in die Zylinder auf 140 Grad Celsius erhitzt werden. Da die Nordsee nach dem Meeresschutzabkommen MARPOL eine Sonderzone ist, darf der Schwefelanteil des HFO max 1% betragen, ausserhalb solcher Gebiete 4,5%.

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Windenergie und Vogelschutz: “Wer schützt hier wen?”

Nonnenganseinflug am Dollart; Nationalpark Nds. Wattenmeer, "Weltnaturerbe ", EU-Vogelschutzgebiet- im Hintergrund der Windpark Wybelsumer Polder

In verschiedenen Beiträgen hat der Wattenrat auf die skandalöse Einflussnahme der Windenergiewirtschaft auf fachliche Empfehlungen der Landesvogelschutzwarten und die Länderpolitik auf die Abstandsempfehlungen von Windenergieanlagen zu Vogellebensräumen hingewiesen. Dabei haben wir auch die Beiträge der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen (EGE) berücksichtigt. Aktuell verweist die EGE auf einen Beitrag der Zeitschrift Naturschutz und Landschaftsplanung, Heft 46 (10), 2014. Prof. Eckard Jedicke ist der Schriftleiter dieser Zeitschrift und stellt in seinem Editorial die Frage “Wer schützt hier wen?”. Wir übernehmen den Beitrag der EGE mit freundlicher Genehmigung der Eulenfreunde: weiter »

Jagdzeitenverordnung Niedersachsen: “Die Grünen sind gestorben…”, ein Abgesang

Hubertus, hilf!

Viel ist auf den Wattenrat-Webseiten zum Unsinn und zur Überflüssigkeit der Jagd auf Wasservögel, vor allem in deren Schutzgebieten, geschrieben worden. Wir haben alles versucht, informiert und dokumentiert, häufige Jagdverstöße – Jagd bei Dunkelheit und Nebel, strafbare Fehlabschüsse -nachgewiesen und Anzeigen erstattet – die alle im Sande verliefen. Unterstützt wurden wir vor allem von Jägern, intern von denen, die Wasservogeljagd ebenfalls für überflüssig und sogar für verwerflich halten, und öffentlich von Jägern des Ökologischen Jagdverbandes (ÖJV), die sich deutlich gegen die Wasservogeljagd in Schutzgebieten positionieren. Kurzzeitig keimte Hoffung auf Besserung der Zustände auf, als die Partei der Bündnisgrünen in Niedersachsen ankündigte, diese widerlichen Zustände in den Vogelschutzgebieten zu ändern. Über Zugvogeljäger in Italien regen wir uns auf, deutsche Zugvogeljäger, sogar in Schutzgebieten, sind die von der Politik geschützten edlen Waidmänner? weiter »