4. September 2010

Was „leistet“ die Offshore-Windkraft wirklich?

Wind"park" "Alpha Ventus" vor Borkum, (C) Archiv Alpha Ventus

Der nachfolgende Beitrag wurde von der WebSeite „Naturstromeuphorie“ des Dipl-Ing- Wilfried Heck übernommen. Die Grafik erstellte Wilfried Heck. Damit wird deutlich, dass auch die vielgepriesenen Offshore-Windkraftanlagen Standriesen und Leistungszwerge sind. Die mittlere Auslastung liegt bei nur bei 27 Prozent Volllaststunden von möglichen 8760 Jahresstunden. Bei Windstille erhellen auch die Offshore-Anlagen nicht eine einzige Glühlampe. Diese hochsubventionierten  Wind“parks“ verändern weder das Wetter noch das Klima und machen Regelkraftwerke zur Netzstabilisierung nicht überflüssig, im Gegenteil, neue Wärmekraftwerke und neue Höchstspannungsleitungstrassen müssen gebaut werden. Windenergie ist eine Geschäftsmodell für Hersteller und Betreiber, allesamt Profiteure der Subventionen aus dem haushaltsneutralen Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) zu Lasten aller Stromkunde , nur spricht sich das nur sehr langsam in der Republik herum. Gegen diese Front der EEG-Profiteure, die über üppige Anzeigenaufträge auch die Presse und die öffentliche Meinung fest im Griff haben, kommt man kaum noch mit nüchternen Kostenrechnungen und Argumenten an. Die Subventionen haben inzwischen die zweistellige Milliardensumme erreicht! Die EEG-Profiteure haben sich den Staat mit seinen willfährigen Politikern und naiv-durchideologisierten Umweltverbänden zur Beute gemacht. Und das gerade Offshore-Anlagen verheerenden Einfluss auf ziehende Meeresvögel haben, deren Arten den meisten Menschen kaum bekannt sind, erscheint da nur noch als Marginalie und lässt sich einer weitgehend naturentfremdeten Öffentlichkeit kaum vermitteln.

Wilfried Heck: Beitrag vom 11. August 2010: Die maximal funktionierende Leistung der 12 gegenwärtig in Offshore installierten Windkraftanlagen á 5 MW beträgt derzeit 50 MW. Zwei Stück sind defekt. Technische Defekte sind nicht ungewöhnlich und gehören bei Ingenieuren zum Tagesgeschäft. Aber was taugen die Riesenpropeller für eine verläßliche Stromversorgung? Angesichts der folgenden Grafik herrschte im Juli 2010 in ca. 45 Kilometer vor der Küste der Insel Borkum an mehreren Tagen totale Windstille. Ersichtlich an den Leerstellen entlang der Null-Linie. Nach Datenlage kommen dafür insgesamt 158,75 Stunden zusammen = 21,34% des Monats ohne Strom! Und wie ist das mit dem sogenannten Ökomix, demgemäß bei Windstille die Sonne einspringen soll. Von den 158,75 Stunden Flaute liegen 91 Stunden in den Phasen zwischen 18:00 abends und 06:00 morgens – wenn die Sonne nicht scheint oder noch viel zu schwach ist, um einen Ausgleich schaffen zu können. Kein Wind und keine Sonne – über Stunden, Tage und Nächte. Und der Mittelwert beträgt armselige 14 MW, die Auslastung 27%. Die Spitzenleistung von 50 MW gab es insgesamt nur 3,25 Stunden. Woher und wann soll da noch Strom zum Laden von Pumpspeicherkraftwerken in Norwegen oder sonst wo kommen?

Offshore-Windleistung, Juli 2010

Mit der Windkraft von Offshore will unsere Regierung einen Pfeiler für die Brücke ins regenerative Zeitalter bauen. Dazu kam dieser Tage die Meldung aus dem Bundesumweltministerium, daß die Bundesregierung ihre Prognose zum Ausbau der erneuerbaren Energien nach oben korrigiert hätte. Denn der Nationale Aktionsplan für die EU, den das Bundeskabinett vergangenen Mittwoch billigte, ginge davon aus, dass der Anteil von Strom aus regenerativen Energien von derzeit 16 Prozent bis 2020 auf knapp 30 Prozent steigt. 30 Prozent wovon? Na ja, immer ‚feste druff‘. Wieviel Prozent Kern- oder Kohlekraftwerke bis dahin per EEG-Kraftwerke substituiert werden sollen, das erfährt man leider nie.

Nun wissen wir längst, daß uns neben dem regenerativen Zeitalter auch das elektromobile Zeitalter bevorsteht. Da erstaunt es doch sehr, daß unsere Regierung, ohne zu wissen, wie sich der Stromverbrauch anhand von vielen Millionen zwei- und vierrädrigen eMobilen entwickelt, schon mal einen Prozentsatz für den EE-Anteil festlegen will. Sofern sich nämlich der hinzukommende Verbrauch für die E-Mobilität schneller als der Ausbau der Stromerzeugung aus EE-Kraftwerken entwickelt und damit der allgemeine Stromverbrauch steigt, dann dürfte der Anteil des EE-Stromes – relativ gesehen – erst mal deutlich nach unten gehen. Prozentuale EE-Anteile an der Stromerzeugung werden in Ökostudien immer unter der Voraussetzung hoch gerechnet, daß ein allgemein sinkender Verbrauch aufgrund von suggerierten Einspar- und Effizienzpotentialen auch wirklich erfolgt. Darüber gibt es bisher aber noch keine Erfolgsgeschichten. Laut PM von AG Energiebilanzen 3/2010 macht der Energieverbrauch einen kräftigen Sprung nach oben, wonach der Verbrauch stärker als die Konjunktur wachse und die Steinkohle mit größtem Zuwachs verzeichne.

Der anstehende Stromverbrauch für die auch von den Grünen erwünschte E-Mobilität ist der ‚Renner‘ für den Fortbestand der konventionellen Grundlast-Wärmekraftwerke. Nur sie sind in der Lage, zu jeder Tages- und Nachtzeit den benötigten Ladestrom für den nächsten Tagesbedarf zu liefern. Wer kauft sich schon ein eAuto und wartet der Umwelt zuliebe solange, bis die Sonne wieder ausreichend stark scheint, um den Akku laden zu können? Wenn Elektrospeicher überhaupt einen wirtschaftlichen Sinn machen sollen, dann müssen sie regelmäßig geladen und entladen werden – nicht anders wie ein Auto, das aus ökonomischen Gründen auch regelmäßig genutzt werden sollte. Jede Ware – auch die Kilowattstunde – sollte nach ihrer Speicherung bzw. Lagerung auch möglichst schnell wieder in den Verbrauch gebracht werden. Denn jede Speicherung schafft Ineffizienzen. Um diese zu minimieren, wurde ja dereinst die ‚just-in-time-Lieferung‘ geschaffen. Und das können eben nur die konventionellen Wärmekraftwerke.

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