31. Dezember 2010

Auf ein Neues, ohne Böller und Raketen im Nationalpark

Feuerwerk über Juist, Foto (C): Voß

Bevor sich der Wattenrat aus diesem Jahr verabschiedet und allen Leserinnen und Lesern ein „gutes Neues“ wünscht, seien einige Worte zum Jahresabschlussknalleffekt erlaubt: Heute in der Silvesternacht wird wieder der Teufel im Nationalpark und „Weltnaturerbe“ los sein, Böller und Silvesterraketen der Einheimischen und zahlreich angereisten Touristen werden die ohnehin kälte- und eisgestressten Wat- und Wasservögel des Wattenmeeres weiträumig von ihren Futter- und Rastplätzen vertreiben. Das Lärmen, Stören und Vertreiben von Tieren ist  nach dem Nationalparkgesetz nicht erlaubt, das Böllern schon, wenn es in den unmittelbar angrenzenden nationalparkfreien Ortslagen oder an den Deichen geschieht; Feuerwerke und Böller aus den Ortslagen und Deichen wirken aber weit in die Schutzzonen hinein. Es wird aber auch niemand da sein, um die Störungen zu unterbinden. Es gibt hier nur sechs hauptamtliche Nationalparkwärter auf einer Gesamtfläche von 3.500 qkm, ohne Boote, Fahrzeuge und Kompetenzen. Im Nationalpark Harz ist das anders geregelt, dort sind Böller und Feuerwerke ganzjährig verboten, die dortigen Ranger sollen das Verbot überwachen. Im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer ist das bisher kein Thema. Nicht nur zu Silvester, zu vielen kleinen Festlichkeiten werden schon Feuerwerke abgebrannt, zuletzt im Sommer auf Juist und in Bensersiel direkt am Nationalpark. Vielleicht kommt man auf Juist von selbst auf ein Böller- und Raktenverbot: Die Insel will erklärtermaßen „klimaneutral“ werden und sich eine „CO2-Diät“ verordnen!  Man sieht daran, wie wenig eigentlich der tatsächliche Nationalparkgedanke zum Schutz der Tiere und Pflanzen in den hiesigen Köpfen angekommen und verankert ist, der auch mit Rücksichtnahme verbunden sein sollte. Wenn es um die Vermarktung dieses Großschutzgebiets geht, sind alle dabei, dafür haben wir ja nun auch ein „Weltnaturerbe“, von dem die Tiere und Pflanzen allerdings nichts gemerkt haben. Dass sich dieses zum Positiven ändern möge, wünscht sich der Wattenrat.  Allen Leserinnen und Lesern wünschen wir ein gutes neues Jahr 2011!

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