17. Juni 2011

Küstenschutz: „So wenig Sturmfluten wie nie in 100 Jahren“

Sturmflut November 2007, Bensersiel, Hafen

Das Meer vor unserer Haustür, die Nordsee, verhält sich mal wieder politisch nicht korrekt und macht den Klimaalarmismus nicht mit. Weder steigt der Meeresspiegel dramatisch an (die Pegel in Norderney und Cuxhaven lügen nicht), noch gibt es häufigere Sturmfluten, wie uns die Apokalyptiker über die geneigten Katastrophenmedien mit Dauerfeuer einzuhämmern versuchen. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Norden/Ostfriesland bestätigt in seiner aktuellen Pressemitteilung eigentlich das, was seit Jahrzehnten bekannt ist: Es gibt keinen Trend zu häufigeren Sturmfluten, im Gegenteil, derzeit gibt es eine geringe Sturmfluthäufigkeit.

Sturmfluten treten zyklisch auf, darauf machte der Staatssekretär im niedersächsischen Umweltministerium aufmerksam: 2009 lag mit nur drei Sturmfluten deutlich unter dem Durchschnitt von zehn Sturmfluten pro Jahr. So wenige Sturmfluten habe es in zwei aufeinander folgenden Jahren seit der etwa 100 Jahre währenden Aufzeichnungen am Pegel Norderney noch nie gegeben. Allerdings: „Das Jahr 2008 gehört mit 18 Sturmfluten zu den zehn sturmflutaktivsten Jahren der vergangenen 100 Jahre“. Das sei aber durchaus nicht ungewöhnlich: „Auch aus den vergangenen Jahren sind Sturmflutzyklen bekannt. Registriert wurden langjährig geringe Aktivitäten wie in den 1950er und 1960er Jahren und hohe Aktivitäten wie in den 1970er bis 1990er Jahren und eben in den Jahren 2006 bis 2008 so Birkner bei der Vorstellung des Jahresberichtes des NLWKN. Selbstverständlich ist das keine Garantie für die Küste, nach wie vor müssen die Deiche im Auge behalten und ggf. verstärkt werden, Sturmflutereignisse sind unberechenbar. Aber wären die Renten in Deutschland so sicher wie die Seedeiche, hätte die Republik ein Problem weniger.

Link: Klima: Kein steigender Trend bei Sturmfluten in Nord- und Ostsee

Link: Viel Wind um nichts_Puls_2010 (Quelle: „Die prognostizierte Zunahme von Stürmen bleibt aus“, August 2009 in der Zeitung „Laufpass„/Bremerhaven)

NLWKN: So wenig Sturmfluten wie nie in 100 Jahren


Presseinformation vom 16. Juni 2011 // Küstenschutz: Land
Niedersachsen investiert 65 Millionen Euro
Eine Sturmflut im Frühjahr und zwei im Herbst – für das Team vom
überregionalen Sturmflutwarndienst des NLWKN war 2010 erneut ein
ruhiges Sturmflutjahr. Und der Trend setzt sich 2011 fort: Die bisher
einzige leichte Sturmflut in diesem Jahr war am 5. Februar 2011. Diese
Bilanz präsentierte Umwelt-Staatssekretär Dr. Stefan Birkner am
Donnerstag in Norden. Schon 2009 lag mit nur drei Sturmfluten deutlich
unter dem Durchschnitt von zehn Sturmfluten pro Jahr. So wenige
Sturmfluten habe es in zwei aufeinander folgenden Jahren seit der etwa
100 Jahre währenden Aufzeichnungen am Pegel Norderney noch nie gegeben.
Doch man kennt es auch anders, erinnerte Birkner: „Das Jahr 2008
gehört mit 18 Sturmfluten zu den zehn sturmflutaktivsten Jahren der
vergangenen 100 Jahre“. Ungewöhnlich sei das nicht: „Auch aus den
vergangenen Jahren sind Sturmflutzyklen bekannt. Registriert wurden
langjährig geringe Aktivitäten wie in den 1950er und 1960er Jahren und
hohe Aktivitäten wie in den 1970er bis 1990er Jahren und eben in den
Jahren 2006 bis 2008″, erläuterte Birkner, als er den Jahresbericht
des NLWKN vorstellte.

Die Sturmflutzyklen machen deutlich, dass Niedersachsen jederzeit mit
Sturmfluten rechnen müsse: „Deshalb stellt das Land rund 66 Millionen
Euro für den Küstenschutz zur Verfügung“, betonte Birkner. Davon
stammen knapp 62 Millionen Euro aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe
„Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ und rund vier
Millionen Euro aus Förderprogrammen der Europäischen Union. Der
Großteil der Fördergelder (48 Millionen Euro) geht an die 22
Hauptdeichverbände. Für landeseigene Maßnahmen wurden 18 Millionen
Euro bereit gestellt, davon für den Schutz der Inseln rund zehn
Millionen Euro. Insgesamt werden 82 Projekte für den Küstenschutz
verwirklicht.

Für die Umsetzung von Küstenschutzprojekten sind 2010 genau 73,7
Millionen Euro von der Direktion des NLWKN bewilligt worden, nämlich
69 Millionen Euro aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung
der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ und 4,6 Millionen Euro aus
EU-Förderprogrammen. „Dank der Fördergelder der Europäischen Union
können einzelne Projekte deutlich schneller realisiert werden“,
betonte Birkner, der auch darauf hinwies, dass die Liste der Wünsche
für Küstenschutzprojekte lang und die Fördermittel von Bund, Land
Niedersachsen und EU begrenzt seien. Vorrang hätten deshalb immer
bereits im Bau befindliche Projekte wie der Deichbau am südöstlichen
Jadebusen oder die Erhöhung des Deiches am Elisabethgroden im
Landkreis Friesland oder die Verstärkung der rechten Weserdeiche. Im
Fokus seien darüber hinaus Defizite in der vorhandenen Hauptdeichlinie
und der Schutzdeichlinie inklusive Siele und Schöpfwerke. „Je mehr
Unterbestick, desto schneller fließen die Gelder“, so brachte es der
Staatssekretär auf den Punkt. […]

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