23. März 2012

Schäden am Wintergetreide: Fraß oder Frost?

Fraß oder Frost, das ist hier die Frage. Zwei Zeitungsberichte mit zwei fast gleichen Bildern aus zwei verschiedenen Landstrichen, Ostfriesland und Verden/Aller, aber zum gleichen Thema machen deutlich, worum es in der Landwirtschaft häufig geht: um mehr Geld, und meistens um das Geld der Anderen. Bekanntlich erlebten wir trotz der ständigen Warnungen vor der Klimakatastrophe schon wieder einen sehr kalten Winter mit wochenlangem Dauerfrost, der auch das ausgesäte Wintergetreide schädigte. Auch in Ostfriesland war es sehr kalt, genau wie in Verden. Während in Ostfriesland die Schäden am Getreide fast ausschließlich den hier überwinternden arktischenGänsen in die Schnäbel geschoben werden, hat man sich in Verden an der Aller beim gleichen Schadensbild nachvollziehbar auf den Frost als Verursacher geeinigt.

Für die Bauern im ostfriesischen Rheiderland sind die frostigen Tage ein willkommener Anlass, „auf kaltem Wege“ noch mehr Geld für den sog. „Vertragsnaturschutz“ zu fordern. Man kann es ja mal versuchen, sollte sich aber nicht erwischen lassen, siehe Landkreis Verden.

Fraßschäden in der Ostfriesen Zeitung, 16. März 2012

Ostfriesen Zeitung, Teil Leer, 16. März 2012

Landwirte klagen über hohe Fraßschäden

UMWELT Wildgänse sorgten für Ernte-Totalausfall auf 200 Hektar Ackerfläche im Rheiderland

Mit der pauschalen Prä­mie im Rahmen des Ver­tragsnaturschutzes sei es nicht getan, hieß es ges­tern. Eine Entschädigung in extremen Jahren müs­se schnell her. VON STEPHAN SCHMIDT

RHEIDERLAND – Die Wild­gänse haben in diesem Jahr während ihrer Winterrast im Rheiderland deutlich stärke­re Schäden auf den Ackerflä­chen hinterlassen als sonst. Das sagte Arno Freesemann, Vorsitzer des Landwirtschaft­lichen Zweigvereins Rheiderländer Marsch, gestern bei einem Pressegespräch mit betroffenen Landwirten in Heinitzpolder. Wir sind im Rheiderland voll erwischt worden“, sagte er. Etwa 200 Hektar Ackerflä­che sei betroffen, so Freese­mann. „Dort gibt es ist einen Totalausfall.“ Die Auswirkun­gen des Winters hätten das Problem verstärkt. Die Schä­den an den Pflanzen seien nicht mehr abzugleichen gewesen. Rund 15 Betriebe hätten finanzielle Einbußen erlitten – insgesamt geschätzte 400000 Euro.

Landwirte im Landschafts­schutzgebiet, die sich ver­traglich zum Schutz der Gän­se verpflichtet haben, erhal­ten jährlich eine Pauschale -als Ausgleich für die Schäden an den Ackerpflanzen, die beim Äsen entstehen. Pro Hektar sind das zwischen 210 und 250 Euro. Doch diese Summen seien an gewöhnlichen Jahren be­messen, sagte Dieter Emke von der Landwirtschaftskam­mer. […]

Frostschäden in den Verdener Nachrichten, 12. März 2012

Verdener Zeitung, 12. März 2012

Zweite Aussaat erforderlich

Frostschäden vor allem beim Winterweizen im Landkreis/ Landvolk: rund zwei Millionen Euro Ertragsausfälle

Die Landwirte im Landkreis Verden haben mit starken Auswinterungsgsschäden zu kämpfen. Hintergrund ist der strenge Frost Anfang Februar. Am stärksten betroffen ist der besonders anfällige Winterweizen, informierte Jörn Ehlers, Vorsitzender des Landvolk-Kreisverbandes Verden-Rothenburg. Bei der Frühjahrsbestellung ist eine zweite Aussaat erforderlich. […]

Zu ergänzen ist, dass ausschließlich in Ostfriesland die Gänse als Schadenverursacher herangezogen werden, im Rest der Republik war es einfach nur der Frost, wie die folgenden Links beweisen. Merke: Hier in Ostfriesland gibt es eben ganz besonderes gewitzte Bauern, die aber vom Rest der Welt wenig zur Kenntnis nehmen

http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=3018177

http://www.fnp.de/fnp/region/hessen/expertin-frostsch-den-bei-getreide-nicht-so-schlimm-wie-befuerchtet_rmn01.c.9705256.de.html

http://www.proplanta.de/Agrar-Nachrichten/Pflanze/Frostschaeden-bei-Wintergerste-und-Winterweizen_article1332487029.html

 

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