5. April 2013

Fledermäuse und Windkraftanlagen: Sterben für den Klimaschutz

Windpark Utgast, Gem. Holtgast, LK Wittmund/NDS: nicht identifizierte Fledermausart unter einer Windkraftanlage

Es gibt ca. 23.000 Windkraftanlagen in Deutschland, Tendenz weiter rasant steigend. An den Windkonvertern sterben nicht nur abertausende Vögel, sondern auch Fledermäuse, entweder durch direkten Anflug oder das Barotrauma. Beim Barotrauma geraten Vögel oder Fledermäuse in die Luftdruckunterschiede vor und hinter dem Rotor, dadurch werden die inneren Organe zerfetzt. Ein Großteil der Kadaver wird wegen der geringen Größe der Fledermäuse gar nicht gefunden, die Fundrate entspricht nicht annähernd der tatsächlichen Todesrate.

Im Rahmen des Forschungsvorhabens „Entwicklung von Methoden zur Untersuchung und Reduktion von Kollisionsrisiken für Fledermäuse an Onshore-Windenergieanlagen“ wurden in den letzten Jahren an 84 Windenergieanlagen (von ca. 23.000 Anlagen !) tote Fledermäuse gefunden. Diese 84 Anlagen wurden zufällig ausgewählt, die Standorte sind in der Öffentlichkeit nicht bekannt.

Projektdaten:

Gesamtfördersumme: 1.100.341,00 €

Projektträger: Projektträger Jülich, Erneuerbare Energien (PtJ-EEN)

Projektkoordination:
Leibniz Universität Hannover, Institut für Umweltplanung: Dr. Robert Brinkmann

Kooperationspartner:
Universität Erlangen – Institut für Zoologie, Lehrstuhl II: Prof. Dr. Otto von Helversen +, Dr. Oliver Behr

Forschungsinstitut für Optronik und Mustererkennung – Forschungsgesellschaft für Angewandte Naturwissenschaften e.V. (FOM), Ettlingen, Dr. Ebert

ENERCON GmbH, Aurich, Dipl.-Ing. Boris de Wolf

Auszug:

„Hintergrund und Ziel des Vorhabens:
Angesichts der globalen Erwärmung ist schon vor Jahren das politische Ziel formuliert worden, den weiteren Ausstoß von klimaschädlichen Gasen zu begrenzen. In Deutschland wurde daher schon 1991 eine gesetzlich gesicherte Einspeise­vergütungen geführt, mit der Elektrizitäts­versorgungs­unternehmen verpflichten werden elektrische Energie aus regenerativen Quellen abzunehmen. Das hieraus resultierende günstige Investitionsklima hat dazu geführt, dass Deutschland heute das Land mit der größten installierten Windenergie­leistung weltweit ist. Trotzdem sind weitere Anstrengungen im Klimaschutz notwendig um die bislang formulierten Ziele zu erreichen. In der Folge wird die Bedeutung der regenerativen Energien – auch der Windenergie – weiter zunehmen und ihr Ausbau weiter voranschreiten. Seit einigen Jahren ist jedoch bekannt, dass Fledermäuse auch in Deutschland an bestimmten Standorten an Windkraftanlagen verunglücken. […]“

Der Betrieb von Windkraftanlagen wirkt sich überhaupt nicht auf das Wetter oder in der Folge auf das statistisch erfasste Klima aus, Windkraftanlageg arbeiten wetterabhängig, daher der Name; wer das Gegenteil behauptet, macht sich als Wissenschaftler lächerlich! Die Zahl der Kollisionsopfer im Namen des „Klimaschutzes“ ist an vielen der untersuchten Anlagen so groß, dass dort von einem signifikant erhöhten Tötungsrisiko gesprochen werden muss. Das Tötungsverbot nach § 44 Abs. 1 des Bundesnaturschutzgesetzes wird also dauernd verletzt, ohne dass entsprechende Maßnahmen getroffen werden, um das Kollisionsrisiko zu vermindern. Das Desaster ist also bekannt, es geschieht bisher nichts, um diesen Artenverlust aufzuhalten. Das wäre aber die Pflicht der zuständigen Behörden, nähme man die gesetzlichen Grundlagen das Artenschutzes ernst.

Zwergfledermaus

Die Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen hat sich dieses Problems angenommen und den Bundesumweltminister Altmaier am 25. März 2013 angeschrieben, um zumindest Abschaltzeiten bei gewissen Wetterlagen, bei denen Fledermäuse fliegen, zu veranlassen. Die Zeit drängt, in wenigen Tagen werden die Fledermäuse wieder fliegen. Den Brief können Sie hier im Wortlaut nachlesen: EGE_an_BMU_Fledermause_WKA_3-2013

Von den „anerkannten“ Naturschutzverbänden wie BUND oder NABU hat man bisher keine Forderungen zu den Ergebnissen des Forschungsvorhabens gehört.

Link: FAZ.net: Fledermaus-Studie Platzgefahr in der Nähe von Windrädern :

09.08.2012 ·  Mindestens 200.000 Fledermäuse aus Nordosteuropa lassen jedes Jahr an deutschen Windrädern ihr Leben. Der starke Luftdruck hinter den Rotorblättern zerreißt die Organe, wenn die Tiere nur in die Nähe kommen. […]

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