9. Juni 2013

Offshore-Windenergie: „Alternative Einkommensquelle für Küstenfischer“ durch Überwachungsaufgaben

Energiegewendete Küstenfischer: Offshore-Euros statt Fisch?

Die Küstenfischerei hat bisher nur Nachteile durch den Bau von Offshore—Wind“parks“ und die damit verbundenen Anbindungen mit Kabeltrassen. Während der Bau- und Wartungsarbeiten müssen ehemalige Fanggebiete weiträumig umfahren werden, mit den daraus resultierenden Fangeinbußen. Nun will man die Fischer mit der „Energiewende“ und zusätzlichen Einkommenquellen ködern.

Der Vorsitzende der AG Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Franz-Josef Holzenkamp, und die zuständige Berichterstatterin Gitta Connemann, fischereipolitische Sprecherin der CDU-Bundestagsfraktion, haben sich beim Bundesverkehrsministerium für eine Änderung der Ausbildungsverordnung für Küstenfischer eingesetzt. Wenn das durchgeht, dürfen auch Schiffsführer mit dem B-Kü-Patent in Zukunft Sicherungs- und Überwachungsaufgaben um die Windturbinenfelder ausführen. Dafür müsste Ausbildungsverordnung allerdings so geändert werden, dass sie mit diesem Patent auch die Überwachungseinsätze fahren dürften. Derzeit überwachen etwa 25 Sicherungsschiffe, die ausschließlich ausländischen Unternehmen gehören, die Offshore-Arbeiten in der Nordsee. Durch das lukrative Überwachungs-„Zubrot“ könnten die Fischer zunächst ruhig gestellt werden und im wahrsten Sinne des Wortes gegen Bares mit ins Boot der unbeliebten Industrialisierung der Nordsee und der Fanggründe mit Windturbinen geholt werden.

Landesfischereipräsident Dirk Sander

Das Honorar für die bisherigen Sicherungsschiffe, die u.a. darauf achten, dass die Baustellen nicht von anderen Schiffen befahren oder gar Anker geworfen werden, beträgt je Schiffseinheit ca. 5000 Euro pro 24 Stunden. Dirk Sander, Landesfischereipräsident, will es günstiger machen. Er rechnet mit 3000 Euro pro Tagessatz, wenn denn die Ausbildungsverordnung entsprechend geändert wird. Sander tat sich schon einmal beim Bau der Statoil-Europipe durch den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer laut tönend hervor. Damals, Mitte der Neunziger, drohte er auf öffentlichen Informationsveranstaltungen dem norwegischen Energiemulti mit „Hafenblockaden“, wenn die Europipe durch das Wattenmeer gebaut werde. Sie wurde gebaut, schließlich sogar mit Sanders Hilfe. Sander heuerte bei Statoil an und übernahm Aufträge für das Unternehmen.

Dem Vernehmen nach will das Bundesverkehrsministerium schon Ende Juli 2013 die Ausbildungsverordnung für die Fischer ändern, die „Energiewende“ macht auch dieses möglich.

Link: FAZ, 02. Juni 2013, Krabbenfischer auf Krabbenpatrouille

 

CDU/CSU Fraktion im Deutschen Bundestag

Pressemitteilung 15.April 2013

Deutsche Fischer können künftig Off-Shore-Kabel sichern

Alternative Einkommensquellen erschließen

Gitta Connemann, Franz-Josef Holzenkamp

Bislang konnten deutsche Fischer, denen ein Schiffsoffizier-Patent fehlt, nicht in die Sicherung von Off-Shore-Kabeln auf See eingebunden werden. Mit der Anpassung der Schiffsoffizier-Ausbildungsverordnung ändert sich dies nun. Dazu erklären der Vorsitzende der AG Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Franz-Josef Holzenkamp, und die zuständige Berichterstatterin Gitta Connemann:

Endlich können auch unsere Fischer für die Sicherung von Off-Shore-Kabeln auf See eingesetzt werden. Bislang wurden die Aufträge – sehr zum Ärger der deutschen Fischer – ausschließlich an ausländische Unternehmen vergeben. Begründung der Behörden: Den meisten deutschen Fischern fehlt ein für diese Aufgabe notwendiges Patent nach der Schiffsoffiziersausbildungs-Verord­nung. Auf unser Drängen hin ändert das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung noch vor Ende der Legislaturperiode die Verordnung. Dann können Sicherungsaufträge auch an Fischer vergeben werden, die nur das Patent für die Küstenfischerei besitzen.

Dies ist auch deshalb notwendig, weil es gerade die deutschen Fischer sind, die infolge der Fischerei-Beschränkungen der EU herbe finanzielle Verluste zu verkraften haben. Gleichzeitig werden sie durch bürokratische Vorschriften im eigenen Land gehindert, sich alternative Einkommensquellen zu erschließen.

Die Sicherungsmaßnahme war notwendig geworden, da die Einspülung des Kabels, welches die Offshore-Windparks Borwin 1 und alphaventus vor Borkum mit dem Festland verbindet, nicht in der geforderten Tiefe von 1,50 Meter gelungen war. Es ist geplant, das Kabel nun durch Steinaufschüttungen zu schützen bzw. eine erneute Einspülung zu versuchen.

Auch zukünftig wird es deshalb erforderlich bleiben, die Kabelstrecke rund um die Uhr durch Boote zu schützen, da sich Fischnetze an den Steinen verfangen und damit Netze und Kabel beschädigt werden können.“

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