25. Januar 2014

Ehrenamtliche Landschaftswarte werden Nationalparkwarte

Die ehrenamtliche Landschaftswacht der Landkreise Friesland und Aurich hat umfirmiert: Die Landschaftswarte wurden Nationalparkwarte der Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven und sollen die sechs hauptamtlichen Nationalparkwarte unterstützen. Im Landkreis Friesland fand die Umgliederung der Kreis-Landschaftswacht bereits 2012 statt, die ehrenamtlichen Nationalparkwächter sind dort fast alle über siebzig Jahre alt. Im Landkreis Wittmund wurde die Landschaftswacht schon vor Jahren ersatzlos aufgelöst. Im Landkreis Aurich fand die Übernahme der Ehrenamtlichen jetzt, Ende Januar 2014, während einer kleinen Feierstunde in Norddeich statt. Viele dieser neuen Nationalparkwarte der Nationalparkverwaltung sind schon seit Jahrzehnten als Landschaftswarte im Landkreis Aurich unterwegs gewesen, die Altersstruktur ist entsprechend. Auch bei den Nationalparkwarten im Landkreis Aurich sind viele um die siebzig Jahre alt oder älter.

Alle Schutzgebietsbetreuer, ob haupt- oder ehrenamtlich, haben keine hoheitlichen Befugnisse und dürfen z.B. bei Verstößen gegen das Nationalparkgesetz keine Platzverweise erteilen. Sie haben, bis auf die Fahrräder der Hauptamtlichen, keine Dienstfahrzeuge oder Boote in dem 3.500 qkm großen Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und „Weltnaturerbe“, über die man in einem marinen Schutzgebiet eigentlich verfügen müsste. Ehrenamtliche Landschaftswarte können aber durchaus zur Aufklärung der Touristen oder der einheimischen Bevölkerung in der Fläche beitragen, wenn sie denn regelmäßig an den touristischen Brennpunkten präsent sind. Sie können aber keine hauptamtlichen Ranger mit hoheitlichen Befugnissen und entsprechender Ausstattung, wie sie eigentlich Standard in echten Nationalparks sind, ersetzen. Es gibt langjährige Landschaftswarte, die nie in den Tourismuszentren an der Küste zur Hochsaison gesehen wurden. Die Nationalparkwarte bekommen für ihre Tätigkeit eine Aufwandsentschädigung von 500 Euro im Jahr, als Landschaftswarte waren sie „für Gottes Lohn“ unterwegs. Die Pressemitteilung der Nationalparkverwaltung können Sie hier nachlesen.

Auch langjährige Jäger,  Reusensteller und kommerzielle Wattführer sind Mitglieder der neuen Nationalparkwacht. Auch wieder dabei ist der Hausleiter des BUND-Nationalparkhauses Dornumersiel, der 2003 vom damaligen Landrat Theuerkauf als Landschaftswart nicht wieder benannt wurde, weil er mit diesem „nicht auf einer Linie“ war. Wie es zwei Landschaftwarten damals erging,  die ihre Aufgabe jahrelang ernst nahmen und  ihre Meinung zum Konstrukt Nationalpark und „Weltnaturerbe“ öffentlich äußerten, können Sie hier nachlesen.

Unser Mitarbeiter Reiner Schopf, der mehr als 30 Jahre lang  Vogelwart und Inselvogt auf der Insel Memmert bei Juist war, war auch lange hauptamtlicher Nationalparkwart auf „seiner“ Insel. Im Beitrag „Die achte Insel“ schilderte er bereits 2006 seine Erfahrungen und Missempfindungen im Umgang mit der Nationalparkverwaltung, wenn es um die Abstellung von Verstößen im Nationalpark ging, es passierte in der Regel gar nichts! Seinen Beitrag können Sie hier nachlesen.

 Es ist also nicht abwegig, von einer Placebo-Betreuung im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer zu sprechen; es kann nur und muss besser und vor allem professioneller werden!

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