8. Mai 2014

Zappelstrom: anschauliche Ganglinien der „Erneuerbaren Energie“

Ohne Wärmekraftwerke läuft nichts: Kohle- und Gaskraftwerk im Industriegebiet Eemshaven/NL, Mai 2014

Wilfried Heck ist Diplomingenieur, Fachgebiet Elektrotechnik. Er hat zum wiederholten Male sog. „Ganglinien“ der „Erneuerbaren Energien“ veröffentlicht, die schlagend beweisen, wie ineffzient, unstet und „zappelig“ dieser teure „Öko-Strom“ ins Netz eingespeist wird. Allein im Jahr 2013 mussten alle Stromkunden in Deutschland 23 Milliarden Euro für Solar-, Windstrom und Strom aus Biomasse zusätzlich zu ihren Stromkosten zahlen. Ein Vierpersonenhaushalt zahlt derzeit durch die Zwangsabgabe des Erneuerbare Energiengesetz (EEG) bei 5000 kWh Stromverbrauch/a ca. 370 €/a zusätzlich zum regulären Strompreis dazu, die produzierende Industrie legt ihre hohen Stromkosten auf die Verbraucher um, die Verbraucherpreise steigen. Kohle- oder Gaskraftwerke werden dadurch nicht überflüssig, weil diese die Grund- und Spitzenlast bereitstellen und nur sie die notwendige Netzfrequenz von 50 Hertz sicherstellen können.

In der öffentlichen Wahrnehmung, befeuert von den Mainstreammedien,  ersetzen die „Erneuerbaren“ vorgeblich die Wärmekraftwerke, was aber physikalisch durch die unstete Einspeisung und mangelnden Speichermöglichkeiten unmöglich ist.

Mit freundlicher Genehmigung von Dipl.Ing. Wilfried Heck, http://wilfriedheck.tripod.com/ :

08.05.2014 Armes Deutschland: An der Qualität der Stromversorgung wird sich die Qualität eines produktiven und industriell wirtschaftenden Landes ermessen. Mit der spekulativ und ideologisch getriebenen EEG-Vollversorgung gehen Umwelt, Natur und Lebensqualtitäten kaputt. Eine für alle Bedürfnisse ausreichende elektrische Energiegewinnung aus Sonne, Wind und Bio von den Oberflächen unserer Erde lässt keinen kein Raum mehr für lebenswerte menschliche und tierische Existenzen übrig. Goldgräbermentalität hat bisher nie eine intakte Landschaft hinterlassen. Und mit der EEG-Stromerzeugung schaffen sich Naturschutzverbände sogar selber ab. Die werden ja im EEG-Paradies auch nicht mehr benötigt.

April 2014: Einspeisung von Windenergie in Deutschland – Einzeldarstellung der Sonne-, Wind- und Bioenergien

April 2014: Einspeisung von Windenergie in Deutschland – Summendarstellung der Sonnen-, Wind- und Bioenergien.

Zum Zeitpunkt der höchsten April-Netzlast mit 69.155 MW am 15.04.2014 um 11:00 – 12:00 Uhr schwankte die max. EEG-Einspeisung zwischen 27.933 MW und 27.189,3 MW. Die Differenz von über 41.000 MW musste von herkömmlichen Kraftwerken produziert werden. Wie viele Pumpspeicherkraftwerke benötigt man, um mangelnde EEG- Leistungen aufzufangen? Die maximale Differenz Netzlast minus EEG-Einspeisung = 55.671,80 MW stellte sich am 10.04.2014 um 19:30 Uhr ein. Das leistungsstärkste deutsche Pumpspeicherkraftwerk ist Goldisthal im thüringischen Schiefergebirge mit 1.060 MW. Die geringste Differenz zwischen Netzlast und EEG-Einspeisung aus Sonne, Wind und Bio gab es mit 10.895 MW am Sonntag, den 20.04.2014 um 14:00 Uhr. Auch nicht gerade ein Pappenstiel. Der Mittelwert aller Fehlbeträge beträgt 38.411,45 MW. Das Integral aller viertelstündlichen EEG-Fehlbeträge über den Monat April (die fehlenden Strommengen) beträgt anhand der Daten im obigen Beispiel 27.541.010,83 MWh. Das entspricht rein rechnerisch 25.982 Voll-Laststunden für Goldisthal. Dies nur, um die Dimensionen einmal aufzuzeigen.

07.04.2014: Zu den ineffizientesten Stromerzeugern zählt die Photovoltaik, welche aber bisher die höchsten Vergütungen pro Kilowattstunde Strom erhalten hat. Begonnen hatte es dereinst mit Einspeisevergütungen von ca. 50 ct/kWh. Das 100.000-Dächer-Programm vor 20 Jahren hat bisher zu über 1 Million PV-Anlagen in Größenordnungen bis zur Ausdehnung von vielen Fußballfeldern geführt. Doch auch hier gilt immer noch der alte Vergleich über die Leistungsfähigkeit eines indischen Arbeitselefanten mit derjenigen von einer Millionen Ameisen und der gleichen Kraft. Der Elefant schleppt einen tonnenschweren Baum zum Holzladeplatz – ob eine Million ungesteuerte Ameisen mit in der Summe gleicher Kraft das in der gleichen Zeit auch können? Genau so wenig können eine Million ungesteuerte PV-Anlagen auch nur ein einziges herkömmliches Kraftwerk ersetzen. Die für die photovolatische Stromerzeugung aufgewendeten viele Milliarden Euro haben nur für deren Betreiber einen finanziellen Nutzen erwirkt, aber keinen Nutzen für die Masse Stromverbraucher – für die gab es nur stetig gestiegene Strompreise.

Photovoltaische Stromimpulse immer nur zur Mittagszeit, mehr nicht. Das soll ein weiteres Standbein der Energiewende sein?

Datenquelle: Strombörse EEX Leipzig und Verband europäischer Netzbetreiber ENTSO-E Brüssel

Einige Daten zu der Abbildung:

Max. Netzlast = 69.155 MW am 15.04.2014 11:00 Uhr – Mittelwert der Netzlast (Bedarf) = 52.175,14 MW – geringste Netzlast = 33.827 MW am 21.04.2014 um 03:00 Uhr.

Maximale solare Einspeisung: 24.233,90 MW am 17.04.2014 um 12:00 Uhr – Mittelwert der solaren Einspeisung = 5.098,15 MW – Minimalwert der solaren Einspeisung = 0 MW, jede Nacht. April-Ertrag = 3.671.940,75 MWh. Auslastung = 13,84 %. Nachfrage im Netz = 37.409.573 MWh. Mengenmäßiger Versorgungsanteil = 9,82 %.

05.05.2014: Wie lange werden die Politik und ihre EEG-Propagandisten noch benötigen, um zu begreifen, dass Windenergie für eine Stromversorgung nicht geeignet ist. Und immer mehr finanzielle ‚Anschubhilfen‘ und sonstige Förderungen machen auch nicht mehr Wind, als die jeweilige Großwetterlage hergibt.

Datenquelle: Strombörse EEX Leipzig und Verband europäischer Netzbetreiber ENTSO-E Brüssel

Einige Daten zu der Abbildung:

Max. Netzlast = 69.155 MW am 15.04.2014 11:00 Uhr – Mittelwert der Netzlast (Bedarf) = 52.175,14 MW – geringste Netzlast = 33.827 MW am 21.04.2014 um 03:00 Uhr.

Maximale Windleistung = 23.897,5 MW am 14.04.2014 um 14:45 Uhr – Mittelwert der Windleistung = 4.929,89 MW – geringste Windleistung = 103,50 MW am 30.04.2014 um 09:45 Uhr. Windeinspeisung = 3.549.519,78 MWh, Nachfrage im Netz = 37.409.573 MWh. Mengenmäßiger Versorgungsanteil am Bedarf = 9,45 %. Also deutlich geringer als vielfach mit über 20 % suggeriert. Auslastung aller Windkraftanlagen = 14,21 %.

Weil die jeweiligen Einspeisewerte, Höchstwerte / Minimalwerte (stündlich, täglich, wöchentlich, monatlich) mit denen der Nachfrage zeitlich nicht übereinstimmen, hat der mengenmäßige Anteil der Windenergie an der Versorgung keinen praktischen versorgungstechnischen Wert – lediglich eine pekuniäre bzw. fiskalische Bedeutung. Im Klartext: EEG-Betreiber beziehen ihre Vergütung anhand der eingespeisten Kilowattstunden und nicht anhand der real eingebrachten Leistungsanteile – ohne sich um die Nützlichkeit des von ihnen eingespeisten Stromes kümmern zu müssen. Dafür haben wir ja die sonst so sehr geächteten, schmutzigen und giftsprühenden Kohlekraftwerke, welche von der Bundesnetzagentur aus Gründen der Versorgungssicherheit mit dem Prädikat „systemrelevant“ geadelt wurden und deshalb nicht abgeschaltet werden dürfen.

Windenergie wäre dann ideal, wenn alle ihre Einspeisewerte mit denen des Bedarfs auch zeitlich harmonieren würden. Die zeitliche Disharmonie ist am obigen Diagramm ersichtlich. Die notwendige Harmonie gibt es nicht und wird es niemals geben. Diesen Kenntnismangel nutzen oder ignorieren Politik und EEG-Lobbyisten und richten ihre Ideologie und Geschäfte darauf aus, um die Allgemeinheit auszubeuten. Weil es die Harmonie der eingespeisten Windleistung mit der Nachfrage niemals geben wird, ist die Energiewende mit ihrem Rückgrat „Windenergie“ nicht durchführbar – und daher zum Scheitern bestimmt. Alle bisherigen Lösungsversuche und Lösungsspekulationen á la Stromspeicher und Netzausbau schaffen weitere Probleme, aber keine wirkliche Lösung. Nur Stromerzeugungsmethoden, bei denen das viertelstündliche Integral der erzeugten Leistung über die Zeit mit dem Integral des Bedarfs über die selbe Zeit übereinstimmt, sind für eine allgemeine und verlässliche Stromversorgung geeignet. Andere, nicht mit dem Bedarf phasengleiche Einspeisungen dienen entweder dem Überschuss oder dem Mangel (bei Flaute). Damit dürfte klar sein, woher überschüssige Leistungen (Einspeisungen) stammen, welche aus dem nationalen Netz entweder mittels Abregelung entfernt oder ins erweiterte Netz des europäischen Auslands transferiert werden müssen – dort hin, wo illegalerweise noch Platz ist. Sie stammen von EEG-Einspeisungen und nicht von den netz- und frequenzstützenden Kraftwerken. Für die EEG-Lobbyisten eine sorgfältig ignorierte oder auch öffentlich heftig bekämpfte Tatsache. Obwohl die hoch subventionierte EEG-Industrie noch keinen geeigneten Ersatz gefunden hat, sollen unsere energetischen Leistungsträger – steuerbare und dem Bedarf folgende, fossil und/oder nuklear betriebene Kraftwerke – einfach abgeschaltet werden. Deutschland = das Land der Bekloppten!

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