23. Mai 2014

Bundesverband Windenergie: Blasphemie im Dienste des Profits

Windpark Utgast/LK Wittmund/NDS: Ganz profan von einer Windkraftanlage (Enercon-70) halbierter Mäusebussard. Fundzeit: 18. Mai 2014. Wenn der Bussard Brutvogel war (und darauf deutet einiges hin), ist die Brut verloren.

Wer es noch nicht gemerkt haben sollte: Die Nutzung der Windenergie wird zur Religion erhoben. Als deren Priester geriert sich Weltenretter Hermann Albers, Präsident des Bundesverbandes Windenergie (BWE), der mit seiner profitablen Branche sogar um nichts weniger als den „Erhalt der Erde“ kämpft. Die „Erneuerbaren“- Akt- und Profiteure des BWE fühlen sich derzeit, so Hermann Albers, wie weiland die von den Römern verfolgten Juden. Ursache dieser Anmaßung ist die aktuelle Politik der Bundesregierung – die „Römer“ – zur Eindämmung der horrenden Kosten der „Energiewende“ und des „Erneuerbare Energien Gesetzes“ (EEG). Das EEG ist die Grundlage des windigen Profits – die Akteure fühlen sich von der aktuellen Politik verfolgt und wähnen sich gar auf dem Weg „in Richtung Golgatha“, wo die Energiewende „gekreuzigt“ werden soll. Geht´s auch ein paar Nummern kleiner, Herr Albers? Man muss nicht einmal Christ sein, um Hermann Albers Wortwahl als grotesk zu empfinden. Wer das alles nicht glauben mag, lese doch einfach das Editorial des besagten Herrn aus Schleswig-Holstein in der Verkündigungsschrift „neue energie“, Ausgabe Mai 2014.

Hier eine Leseprobe:

[…] Vor über 2000 Jahren wurde Christus über die Via Dolorosa getrieben, von den Römern und seinem eigenen Volk mit Spott überhäuft. Ich möchte nicht so weit gehen und den Sohn Gottes mit den erneuerbaren Energien vergleichen. Doch Christus ist durch die biblische Überlieferung zum Sinbild geworden – für all jene, die verspottet und verachtet werden. Genau das geschieht derzeit mit uns Energiewende-Akteuren, die vor Jahrzehnten mit viel Idealismus angetreten sind, um für eine nachhaltige Energieerzeugung und damit den Erhalt der Erde zu kämpfen.

Getrieben von Feinden, mit Spott überhäuft: Den Platz der Römer nimmt mehr und mehr die Bundesregierung ein. Ihr Spott ist, die Erneuerbaren für zu teuer zu erklären, für nicht marktfähig, ja sogar für unsozial. Also unchristlich!? So schleppt sich die Branche in Richtung Golgatha. Kann die deutsche Politik das wollen? Die Nägel, mit denen die Energiewende „gekreuzigt“ wird, hat die Politik geschmiedet. Es sind fatale Fehler gemacht worden. Aber es ist nicht zu spät, diese Fehler zu korrigieren. […] Noch ist Golgatha, der Berg der Kreuzigung, nicht erreicht. Die Volksvertretung, das Parlament, hat nun die Aufgabe der politischen Gestaltung. Beseitigen Sie, liebe Abgeordnete, die Nägel einer unsäglichen Kreuzigung.[…]

Das vollständige Editorial aus der „neuen energie“ (5/2014, S.2) können Sie hier nachlesen: bwe_albers_neue_energie-

Hermann Albers versteht diese schon blasphemischen Äußerungen als Aufruf für seine Jünger zur Teilnahme an der Energiewende-Demo, die am 10. Mai in Berlin stattfand. Die Windenergiebranche sieht sich inzwischen gottähnlich, entpuppt sich bei näherer Betrachtung aber nur als profitorientierte Sekte.  Alle Stromkunden wurden allein im Jahr 2013 mit dreiundzwanzig Milliarden Euro Zwangsbeiträgen aus dem Erneuerbare Energie Gesetz zusätzlich zur Stromrechnung zur Kasse gebeten – bei einem tatsächlichen Marktwert des Stroms aus „Erneuerbaren“ von 2 Milliarden Euro.

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