17. Oktober 2014

Gänse in Ostfriesland: dreiste Lügenbauern

Nicht die Gänse, sondern die Intensivlandwirtschaft sorgt für die Überdüngung, Vernichtung der Gelege der Bodenbrüter und die Bodenverdichtung. Hier (Ems, Terborg) wird Gülle sogar verbotenerweise beim strengem Frost ausgebracht!

In jedem Jahr die die gleiche Leier der im Verein „Gänsemarsch“ organisierten ostfriesischen Bauern:

Zitat: „Weil die Gänse auf den Feldern ´Tabula rasa´ veranstalteten, können die Bodenbrüter nicht mehr brüten´. Zudem würden Hasen und Fasane verscheucht. […] ´Wenn wir in jedem Dorf jemanden einstellen und ihn dafür bezahlen, die Gänse zu verjagen, haben wir keine Probleme.´ „ (siehe  .pdf, Ostfriesischer Kurier, Norden, vom 16. Oktober 2014, veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Redaktion) OK_Gaense_16. Okt. 2014

In diesem dümmlichen Stil geht die Bauernhetze gegen wildlebende Gänse in Ostfriesland weiter. Ziel: noch mehr Geld für tatsächliche (die niemand leugnet) oder vermeintliche Fraßschäden. Wer, mit Verlaub, so dämlich argumentiert, muss sich nicht wundern, nicht mehr ganz ernst genommen zu werden. Ostfriesland ist seit Jahrtausenden Durchzugs- oder Überwinterungsgebiet für arktische Gänse aus Nordeuropa oder Asien, das verpflichtet, auch die Bauern.

Landwirte bekommen üppigste EU-Subventionen als Direktzahlungsempfänger, sind damit aber gleichzeitig verpflichtet, als Auflage im sog. „Cross-Compliance“ („anderweitige Verpflichtungen“, Verknüpfung von Prämienzahlungen mit der Einhaltung von Umweltstandards) z.B. auch Gänse zu dulden. Bei Nichteinhaltung drohen Subventionskürzungen! Landwirte bekommen zusätzlich, wenn sie am Vertragsnaturschutz teilnehmen, auch noch 250 Euro/ha/a Entschädigung, egal ob Fraßschäden aufgetreten sind oder nicht und dürfen die Gänse – nach dem Jagdrecht zulässige Arten – sogar noch schießen. Das kostet den Steuerzahler in Niedersachsen jährlich 5,7 Millionen Euro! Dabei wird gegüllt bis zur Abfallbeseitigung, und ganz nebenbei wird in Ostfriesland 4 bis 5x im Jahr die Grasernte eingefahren, trotz des angeblichen Gänsefraßes und dabei gleich die Gelege der bodenbrütenden Wiesenvögel mit plattgemacht, die von den Gänsen überhaupt nicht beeinträchtigt werden. Hasen und Fasane leiden ebenfalls unter der Intensivstlandwirtschaft und der starken Bejagung, aber nicht ansatzweise unter den Gänsen. Sogar Frostschäden werden den Gänsen in Erwartung von Ersatzzahlungen den Gänsen in die Schnäbel gelogen!

Suchbild: sehr seltene Rothalsgans mit Nonnengänsen an der Ems

Würde man zudem die Salzwiesen im angrenzenden Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer besser pflegen, den starken Queckenbewuchs (Ursache zu viele Entwässerungsgräben, Austrocknung) zurückdrängen und extensiv beweiden, fräßen auch die Gänse wieder auf diesen Flächen. Wie sagte mal ein bekannter Gänseforscher vom Niederrhein: „Die Gänse fressen Euch nicht arm, die kacken Euch reich.“

Das soll der Ruin der Bauern sein? Kothaufen und Schlafkuhlen von drei Nonnengänsen nach 12-stündiger Ruhe

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