1. April 2015

Ende eines Rechtsstreites: illegal gebaute Umgehungsstraße Bensersiel wird Boßelstrecke

Ende eines Rechtsstreites: Die illegal gebaute Umgehungsstraße Bensersiel/Stadt Esens durch ein Vogelschutzgebiet wird nun eine Sportstätte: eine autofreie Strecke für den Friesensport Boßeln

Die unendliche Geschichte um die Umgehungsstraße Bensersiel ist beendet: Der Kläger, die Stadt Esens und der Deutsche Sportbund (DSB) einigten sich auf eine Widmung der Straße als autofreie und gefahrlose Boßelstrecke. Beim friesischen Boßelsport wird von mehreren Mannschaften wettkampfmäßig eine Holz- oder Kunststoffkugel geworfen, dafür werden öffentliche Straßen benutzt. Der Kläger und Grundstückseigentümer, auf dessen Grundbesitz die Straße rechtswidrig auch mit öffentlichen Mitteln gebaut wurde, hatte zunächst die Sperrung der Straße und den Rückbau auf Kosten der Stadt Esens angestrebt. Nach zähen Verhandlungen, an dem auch das Umweltministerium beteiligt war, wurde nun eine Lösung erreicht. Der Kläger wird aus Sportfördermitteln der EU entschädigt, die Straße geht in das Eigentum des Landkreises über und die Stadt Esens verpflichtet sich im Gegenzug, für die Unterhaltung der Straße zu sorgen. Angedacht ist auch der Bau einer Indoor-Boßelhalle mit einem Restaurationsbetrieb auf der Fläche zwischen der Umgehungstrasse und dem südlichen Ortsrand von Bensersiel, um den Boßelnachwuchs zu fördern und das touristische Angebot zu verbessern. Die Umweltverbände signalisierten ihre Zustimmung, wenn ein Feuchtbiotop an der Straße angelegt werde.

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Nicht alle haben es gemerkt und es sogar für bare Münze genommen, aber dies war natürlich ein Aprilscherz! Nichts ist bisher mit der Umgehungsstraße Bensersiel geregelt. Das Niedersächsische Umweltministerium will mit einer Neuabgrenzung des Vogelschutzgebietes die Straße legalisieren, was aber nach den diversen Gerichtsurteilen gar nicht möglich ist, politische Tricksereien eben.

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