21. Juni 2016

Windenergie: Umweltausschuss des Niedersächsischen Landtages in Arle – FDP-Nachhall im Landtag

Zuletzt bearbeitet am 22. Juni 2016
Am 03. Juni 2016 trafen sich vier Mitglieder des Umweltausschusses des Niedersächsischen Landtages auf Einladung von windkraftkritischen Bürgerinitiativen in Arle im Landkreis Aurich/NDS, um sich ein Bild von der realen Situation der Anlagendichte „vor Ort“ zu machen. Die Nordwest Zeitung in Oldenburg/NDS und der Wattenrat Ostfriesland als Teilnehmer berichteten ausführlich.
Blick von Arle in die Gemeinde Dornum/LK Aurich, Foto (C): Manfred Knake

Blick von Arle in die Gemeinde Dornum/LK Aurich, Foto (C): Manfred Knake

Dr. Gero Hocker (FDP, MdL/NDS) nutzte den Besuch für eine spätere Rede im Niedersächsischen Landtag am 08. Juni 2016, in der er auf die unglaublich verfilzte Genehmigungspraxis im LK Aurich und das verfehlte Erneuerbare Energien Gesetz hinwies sowie die Rücknahme des Windenergieerlasses in Niedersachsen forderte. Darüber gibt es ein YouTube-Video. Man beachte darin die Gleichgültigkeit seiner Landtagskollegen, abgesehen von der FDP-Fraktion!

der (schon wieder unvollständige) Kartenauschnitt (Betonung auf Ausschnitt!) der WEA rund um Dornum. Ganz oben der Ort Dornum mit dem Ortsteil Schwittersum. Im Osten, nicht auf der Karte, schließen die ca. 50 Anlagen Utgast/LK Wittmund an, im Westen weitere zahlreiche Anlagen im Bereich Norden/Hage. Und dazwischen müssen Menschen wohnen....

Der (schon wieder unvollständige) Kartenauschnitt (Betonung auf Ausschnitt!) der WEA rund um Dornum im LK Aurich. Ganz oben der Ort Dornum mit dem Ortsteil Schwittersum. Im Osten, nicht auf der Karte, schließen die ca. 50 Anlagen Utgast/LK Wittmund an, im Westen weitere zahlreiche Anlagen im Bereich Norden/Hage. Alle neueren Anlagen wurden vom Hersteller Enercon in Aurich errichtet. Diese gigantische Landschaftszerstörung wird nur ermöglicht durch die parasitären Subventionsprofite aus dem EEG für wenige Projektierer und Investoren, die sich das Subventionsabgreifen zum Beruf gemacht haben, zu Lasten aller Stromkunden. Nachts blinken diese Anlagen aus Flugsicherheitsgründen mit einer roten Befeuerung und lassen Ostfriesland in einem irrealen Licht erscheinen. Und ganz „nebenbei“ wohnen hier auch noch Menschen…

Screenshot: Energieatlas Niedersachsen, diese offizielle Karte des Landes Niedersachsen ist nicht vollständig, es sind noch mehrere Dutzend weitere WEA geplant

Screenshot: Energieatlas Niedersachsen, diese offizielle Karte des Landes Niedersachsen ist nicht vollständig, es sind noch mehrere Dutzend weitere WEA in diesem dargestellten Bereich geplant. Man beachte die unmittelbare Nähe zum EU-Vogelschutzgebiet an der Festlandsküste (Vogelschutzgebiet V63 „Ostfriesische Seemarschen von Norden bis Esens“) und die Nähe zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer („Weltnaturerbe“ und ebenfalls EU-Vogelschutzgebiet). Zugebaut wurden wesentliche Rastplätze von arktischen Zugvögeln, die nun nicht mehr wegen des Scheucheffektes der WEA angenommen werden. Der Naturschutz geriet dadurch völlig unter die Windräder. Das Klima oder der Meeresspiegel lassen sich durch diese ausschließlich renditebasierte Ansammlung von WEA mit Sicherheit nicht beeinflussen!

Ergänzend dazu ein immer noch aktueller Artikel (2015) aus der Nordwest Zeitung von Marco Seng: Widerstand gegen Windkraft wächst

Nachsatz:  Gero Hockers Landtagskollege Holger Heymann (SPD) aus dem Landkreis Witmund hat sich bisher nicht annähernd so deutlich zur Windenergie geäußert. Heymann ist auch Kreistagsmitglied in Wittmund, Ortsbürgermeister in Neuschoo und stellvertretender Samtgemeindebürgermeister in der Samtgemeinde Holtriem (Westerholt). Das ist die Samtgemeinde, in der mindestens zwölf Ratsmitglieder aus den Mitgliedsgemeinden selbst als Kommanditisten von Betreibergesellschaften von der Windenergie-Rendite profitieren. Fünf davon haben ein Mandat im Samtgemeinderat und stimmten in der Vergangenheit über die Flächennutzungspläne für die Windenergienutzung im Gemeindegebiet mit ab. Heymann hat stets mit dafür gestimmt, zuletz vor wenigen Wochen noch für zusätzliche Anlagen in seiner Heimatgemeinde Neuschoo, gegen die erheblichen Proteste aus der Bevölkerung. Eine von mehreren BIs vorgeschlagene Bürgerbefragung zur weiteren Windenergienutzung lehnte er zusammen mit seinen Ratskollegen ebenfalls vor kurzem ab. Derzeit kandidiert Holger Heyman für das Amts des Landrats in Wittmund. Von Beruf ist er Banker, kein Jurist.

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