„Betreuungsjournalismus“: vom Westfernsehen zum Internet

Quelle: East Berlin childminders, with children and strollers, seated on a wall, 1984.jpg, Created: 1 August 1984,Wikipedia-CC BY-SA 3.0-File

Man kann ja durchaus anderer Meinung zu den geäußerten Ansichten im nachstehend vorgestellten Buch sein, aber die daraus zitierte Passage hat doch was:

„[…] Zu gut funktioniert eine Verschleierungsdynamik, bei der die Journalisten mehr Wert auf die Beachtung […]

Verkehrte Welt: Walter Theuerkauf (SPD), Wattenmeer-Naturschutzpreis für einen Tourismusförderer

„Lachender“ Seehund im Dolllart, Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, Foto (C): Eilert Voß

Verlinkt (pdf_26. Juni 2017) finden Sie den bemerkenswerten Zeitungsbericht über den „Förderverein Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer“ über „Personen, die sich in besonderem Maße für den Naturschutz im niedersächsischen Wattenmeer eingesetzt“ haben (Quelle: Jeversches Wochenblatt, Anzeiger für Harlingerland, S. 9., 26. Juni 2017). In diesem Falle ging der „Otto-Leege-Preis“ an den ehemaligen Auricher Oberkreisdirektor (Landrat) Walter Theuerkauf (SPD). Otto Leege war der „Vater“ der heutigen Vogelinsel Memmert bei Juist, die er schon vor über hundertzwanzig Jahren mit Beharrlichkeit und staatlicher Unterstützung von den Auswüchsen des schon damals abträglichen Fremdenverkehrs für Brut- oder Rastvögel befreite und zu einer echten Vogelschutzinsel entwickelte. Leege wurde dafür auf Juist angefeindet, heute wird er instrumentalisiert und von den Tourismusmachern vereinnahmt. Juist wollte zudem bei Einrichtung des Nationalparks niedersächsisches Wattenmeer 1986 aus diesem „austreten“.

Der ehemalige Oberkreisdirektor Theuerkauf sieht sich nun gar „wandelnd auf den Spuren Otto Leeges“, wogegen sich Otto Leege nicht mehr wehren kann. Aber Otto Leege würde sich vermutlich im Grabe umdrehen, könnte er den heutigen Massentourismus und Walter Theuerkaufs tatsächlichen „Einsatz für den Naturschutz“ näher betrachten. weiter »

Acht Jahre „Weltnaturerbe“ Wattenmeer – Kinderkram?

Hinweisschild an der A31 im Rheiderland/Ostfriesland, Foto (C): Eilert Voß

Das UNESCO-“Weltnaturerbe“ Wattenmeer wird acht Jahre alt. Die UNESCO verleiht den Titel Weltnaturerbe für Regionen, die aufgrund ihrer Einzigartigkeit weltweite Bedeutung haben. Der Vorschlag für diesen Titel wird bei der UNESCO von dem Staat eingereicht, in dem sich die besondere Region befindet. Gedanklicher Vater für die Wattenmeer- Titelverleihung in Deutschland war u.a. der ehemalige Bundestagsabgeordnete und niedersächsische Wirtschaftsminister Walter Hirche (FDP), der auch bis 2014 langjähriger Präsident der deutschen UNESCO-Kommission war. In Ostfriesland war es Walther Theuerkauf (SPD), der schon 2003 als damaliger Oberkreisdirektor des Landkreises Aurich die Ausweisung des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer als „Weltnaturerbe“ mit vorantrieb, aus touristischen Vermarktungsgründen. Unterstützt wurde er von der Industrie und Handelskammer (IHK) für Ostfriesland und Papenburg. Theuerkauf, der auch fünf Jahre dem Nationalparkbeirat angehörte, war nicht gerade als Unterstützer des Naturschutzes im Wattenmeer bekannt. In Deutschland wurden die Wattenmeer-Nationalparke in Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen mit dem neuen Etikett 2009 geadelt. Verfolgt man die Vorgeschichte bis zur Ausweisung des Wattenmeeres als „Weltnaturerbe“ und die Entwicklung danach wird eines deutlich: Das Etikett „Weltnaturerbe“ auf dem Wattenmeer dient ausschließlich der Tourismusindustrie und wurde dankbar auf alle möglichen Fremdenverkehrsorte oder Veranstaltungen geklebt. „Weltnaturerbe Wattenmeer“ führt bei Suchmaschinen häufig zu Tourismusanbietern. Auch die Nationalparkverwaltungen sind auf den Tourismuszug aufgesprungen. Besucht man deren Webseiten, fallen die vielen touristischen Angebote auf, Naturschutzmaßnahmen sind eher spärlich anzutreffen. Dabei ist der immer noch steigende Tourismusstrom an der Küste einer der Hauptbelastungsfaktoren für die freilebende Tierwelt, die ein Nationalpark eigentlich schützen sollte. weiter »

Umgehungsstraße Bensersiel endlich gesperrt: minimalistisch und wenig „nachhaltig“

Gesperrte Zufahrt (links im Bild) zur Umgehungsstraße in Bensersiel, wenig wirksam. Foto (C): Manfred Knake

Es ist soweit: Der „längste Schwarzbau der Republik“, die mehr als zwei Kilometer lange sog. „kommunale Entlastungsstraße“ Bensersiel/Stadt Esens wurde heute für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Damit kam die Stadt der Aufforderung des Landkreises Wittmund nach, die in einem europäischen Vogelschutzgebiet illegal gebaute Umgehungsstraße für Fahrzeuge aller Art, also auch für Fahrräder, zu sperren. Bereits im Februar 2017 hatte der neue Rechtsbeistand der Stadt Esens, Prof. Gellermann (Osnabrück),  Ausschussmitgliedern der Stadt nahegelegt, die Straße sperren zu lassen. Dem kam die Stadt nun nach vier Monaten nach, kurz vor dem Beginn der Sommerferien in Niedersachsen. Die Stadt Esens stellt sich in den Medien geschickt beim Beginn der Hauptsaison als Opfer dar: Man fürchte den Verkehrsinfarkt, von „Feinstaub und Stickoxyden“ in Bensersiel war die Rede. Dabei wird die Umgehungsstraße gar nicht stark frequentiert, auch nicht in der Saison. Die meisten Besucher wollen in den Ort, an den Strand und in den Hafen. weiter »