29. Oktober 2017

Frachter vor Langeoog auf Grund, Rettungsversuche angelaufen

 

„Glory Amsterdam“ vor Langeoog, Foto: Havariekommando

Nachtrag 30.10.2017: Nach hier vorliegenden Meldungen inspizierte heute Nachmittag ein Boarding-Team das auf Grund liegende Schiff. Strukturelle Schäden wurden bisher nicht festgestellt, die Ruderanlage ist jedoch defekt. Hubschrauberüberwachungen stellten keine Ölaustritte fest. Die Besatzung ist wohlauf und noch an Bord.

Pressemitteilung Havariekommando Nr.2 Datum: 29.10.2017

Rettungsversuche für GLORY AMSTERDAM bislang fehlgeschlagen

Schüttgutfrachter von nordwestlichen Winden auf Grund getrieben

Alle bisherigen Versuche, die manövrierunfähige GLORY AMSTERDAM ins Fahrwasser zu schleppen, sind aufgrund der vor Ort noch immer sehr widrigen Wetterbedingungen fehlgeschlagen. Der Schüttgutfrachter (L 225m, B: 32,26m; Flagge: Panama) liegt seit etwa 18:45 Uhr vor Langeoog auf Grund. Ein Freischleppversuch wird vorbereitet. Der Hochseeschlepper NORDIC und das Mehrzweckschiff MELLUM sind weiterhin vor Ort. Weiterhin wird der Havarist regelmäßig vom Ölüberwachungsflugzeug Do 228 des Havariekommandos überflogen. Bisher konnte kein Schadstoffaustritt festgestellt werden.

„Glory Amsterdam“ vor Langeoog, Foto: Bundespolizei

Pressemitteilung Havariekommando

Datum: 29.10.2017

Schüttgutfrachter GLORY AMSTERDAM treibt in der Deutschen Bucht

Havariekommando hat die Gesamteinsatzleitung übernommen.

Der Schüttgutfrachter GLORY AMSTERDAM (L 225m, B: 32,26m; Flagge: Panama) treibt seit heute Morgen mit zwei ausgebrachten Ankern in der Deutschen Bucht vor Langeoog .

Er hat rund sieben Meter Tiefgang . Aufgrund des starken Seegangs konnten die Anker zunächst nicht gehievt werden. Der Hochseeschlepper NORDIC hat mehrfach eine Notschleppverbindung zum Havaristen hergestellt. Die Leinenverbindung en waren unter den widrigen Wetterverhältnissen immer wieder gebrochen . Das Havariekommando hat das Mehrzweckschiff MELLUM in das
Einsatzgebiet verlegt und ein Boardingteam * per Hubschrauber auf dem Havaristen abgesetzt. Im Seegebiet herrschen 8 bis 9 Windstärken mit einer Wellenhöhe von bis zu sieben Metern. Deshalb war es dem Boardingteam auf der NORDIC zunächst nicht möglich, auf den Havaristen überzusetzen. Der Havarist hält nun aus eigener Kraft die Position und ein weiterer Schleppversuch wird vorbereitet. Drei Schlepper sollen eine Leinenverbindung her stellen. Das Havariekommando hat die Gesamteinsatzleitung um 9:45 Uhr übernommen. Die GLORY AMSTERDAM ist nicht beladen und fährt unter Ballast. Nach bisherigen Erkenntnissen sind die 22 Personen an Bord unverletzt . Der Frachter hat gut 1800 Tonnen Schweröl und 140 Tonnen Marinediesel als Betriebsstoffe an Bord.

* Ein Boardingteam besteht in der Regel aus vier Seeleuten, die speziell für den Einsatz auf manövrierunfähigen und verlassenen Schiffen ausgebildet sind.

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