15. Februar 2018

„Windenergie = Klimaschutz = Artenschutz“ Fragezeichen

Eine von abertausenden toten Fledermäusen durch Windkraftanlagen in Deutschland:  Windpark Utgast, LK Wittmund/NDS, 2014, Foto (C): Manfred Knake

Der Glaubenssatz „Windenergie = Klimaschutz = Artenschutz“ war Teil des Eingangsstatements einer Mitarbeiterin des Bundesverbandes Windenergie (BWE) auf der Fachtagung der Alfred Toepfer Akademie für Naturschutz (Norddeutsche Naturschutzakademie, NNA) mit dem Titel „Artenschutz und Windenergie“, die am 30. Januar 2018 stattfand. Vor etwa 200 Teilnehmern aus Naturschutzverbänden, der Windenergiewirtschaft, aus Planungsbüros und Behörden referierte auch Dipl. Ing. Wilhelm Breuer, Mitarbeiter des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).

Breuer ist ein bundesweit bekannter Sachverständiger für Naturschutzfragen. Sein Thema: „Bundesweiter Katalog von Vermeidungsmaßnahmen bei der Planung und Genehmigung von Windenergieanlagen“, Auszug:

„Die für das Tötungsverbot bei Eingriffen entscheidende Schwelle des signifikant erhöhten Tötungsrisikos ist so hart umkämpft wie keine andere Grenze im Naturschutzrecht. Dazu gehören die Bestrebungen der Windenergiewirtschaft, die Deutungshoheit über artenschutzrechtliche Begriffe zu erlangen. In diesem Zusammenhang stehen Gleichsetzungen wie „Windenergie = Klimaschutz = Artenschutz“ oder die Forderung nach Preisgabe von Teilen der Biosphäre zugunsten des Schutzes der Atmosphäre, diene diese Preisgabe – so die Behauptung – doch letztlich dem Artenschutz. […]“

Sein Statement auf der Fachtagung können Sie hier vollständig in der .pdf-Datei nachlesen: Breuer_NNA_30Jan2018

Anmerkung des Wattenrates: Die vom Bundesverband Windenergie erfundenen Gleichung Windenergie = Klimaschutz = Artenschutz ist, mit Verlaub, hirnrissig. Windenergieanlagen funktionieren nur wetterabhängig, bei ausreichendem Wind, deshalb heißen die Anlagen so. „Klima“ wird von der World Meteorological Organization (WMO) so definiert:

Klima ist der mittlere Zustand der Atmosphäre an einem bestimmten Ort oder in einem bestimmten Gebiet über einen längeren Zeitraum. Als Zeitspanne empfiehlt die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) – World Meteorological Organization) mindestens 30 Jahre, aber auch Betrachtungen über längere Zeiträume wie Jahrhunderte und Jahrtausende sind bei der Erforschung des Klimas gebräuchlich. Das Klima wird durch statistische Eigenschaften der Atmosphäre charakterisiert, wie Mittelwerte, Häufigkeiten, Andauerverhalten und Extremwerte meteorologischer Größen.“ […] Wetter ist der physikalische Zustand der Atmosphäre an einem bestimmten Ort oder in einem Gebiet zu einem bestimmten Zeitpunkt oder in einem kurzen Zeitraum von Stunden bis hin zu wenigen Tagen. Dieser Zustand wird durch meteorologische Größen beschrieben, die an den meteorologischen Beobachtungsstationen regelmäßig gemessen und aufgezeichnet werden. Dazu zählen unter anderem Lufttemperatur, Luftdruck, Windgeschwindigkeit und Windrichtung, Luftfeuchte, Bewölkung und Niederschlag.“ (Quelle:Umweltbundesamt)

Zunächst kommt also „Wetter“ und ergibt nach einer Aufzeichnung von 30 Jahren den statistischen (!) Wert des „Klimas“. Und Wetter ist zudem ein nicht-lineares chaotisch-dynamisches System, nur für wenige Tage einigermaßen verlässlich vorhersagbar. Daher kann man das Klima nicht ansatzweise mit Windkraftanlagen oder politischen Absichtserklärungen „schützen“. Das Klima kann man überhaupt nicht schützen, weil man vorher das Wetter „schützen“ müsste. Auf den Unsinn des „Klimaschutzes“ fällt aber ein großer Teil der Bevölkerung herein, weil er fast jeden Tag durch die Medien gejagt wird; eine ständige Gehirnwäsche auch durch ausgebildete Journalisten, die sogar schon in den Unterricht an den Schulen hineinwirkt. Und den „Artenschutz“ in Verbindung mit der Windenergie und dem Klima zu nennen ist schon dreist. Alle Tier- und Pflanzenarten müsen sich ständig an den Klimawandel, den es seit Bestehen des Wetters auf der Erde gibt, anpassen. Das gelingt sogar den Eisbären, die angeblich durch den Klimawandel aussterben müssen, was aber nicht der Fall ist. Eisbären, nahe verwandt mit Braunbären, haben schon wesentlich wärmere Klimaphasen der Vergangenheit überstanden.

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