Krabbenfischerei: ostfriesische Bundestagsabgeordnete gegen Verbot in Schutzgebieten

Krabbenkutter: Möwen stürezne sich auf den Beifang, der tot oder verletzt über Bord ging, Foto (C): Eilert Voß

Krabbenkutter: Möwen stürzen sich auf den Beifang, der tot oder verletzt über Bord ging, Foto (C): Eilert Voß

Naturschutz hört bekanntlich unter Wasser nicht auf. Das haben die ostfriesichen Bundestagsabgeordneten Johann Saathoff (SPD, den hatten wir hier schon öfter auf dem Schirm, bitte scrollen) und Gitta Connemann (CDU) noch nicht verinnerlicht. Die Logik dieser ostfriesischen Bundestagsabgeordneten ist einfach umwerfend: Weil das Wattenmeer als UNESCO-Weltnaturerbe mit der Fischerei ausgewiesen wurde, gehe von dieser auch „keine große Gefahr“ aus. Das Weltnaturerbe ist aber nur ein Etikett auf dem Großschutzgebiet Nationalpark (Natura-2000-Gebiet) von Emden bis an die dänische Grenze und wird nur zur Vermarktung benutzt. Ohne Zweifel pflügt die Krabbenfischerei mit ihren Fanggeschirren (Kufen und Rollen) über den Wattenboden und richtet dort Schäden an, zudem wird mit jedem Fang im Verhältnis 1 (Krabben) zu 7 (Beifang) erheblicher Schaden an der Jungfischfauna und an (z.B.) Seesternen angerichtet, für 1 kg Krabben werden also 7 kg Beifang vernichtet; eine Beschränkung der Fischerei in den Nationalparks ist daher dringend geboten. weiter »

„Killerrobben“ fressen Schweinswale: Kegelrobben sollen Schweinswalbestände gefährden

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Kegelrobben sind in Verruf geraten: Sie sollen gezielt Jagd auf Schweinswale oder Kleine Tümmler machen. Am 26. November 2014 berichtete Spiegel-online über bemerkenswerte Nahrungsgewohnheiten des größten Raubtieres an der Küste der Nordsee, die von niederländischen Forschern untersucht wurden: „Nahrhaftes Fett: Jagdfieber der Kegelrobben bedroht Schweinswale“[…] Damit wären Kegelrobben-Angriffe eine der Haupttodesursachen für Schweinswale in der Nordsee – neben dem Tod in Fischereinetzen als Beifang (20 Prozent), Infektionskrankheiten (18 Prozent) und Auszehrung (14 Prozent). […]“.

Ob Kegelrobbenattacken tatsächlich die „Hauptursache“ für den Tod der Schweinswale ist, wie der Spiegel berichtet, ist allerdings fragwürdig. Fakt ist, dass die noch im Mittelalter sehr häufigen Kegelrobben am Anfang des 20. Jahrhunderts an den europäischen Küsten als Nahrungskonkurrenten der Fischer fast ausgerottet waren und sich die Bestände im Wattenmeer erst seit den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts langsam wieder erholen. Die Unterart der Ostsee-Kegelrobbe  (Halichoerus grypus balticus) ist sehr viel seltener. Schweinswale ertrinken nach wie vor häufig in den Netzen der Fischer. weiter »

Tote Zonen und Krabben in Benzoesäure

Tote Meereszonen in der Deutschen Bucht (C) google earth

„Tote Zonen“ werden bei Google-Earth u.a. im niedersächsischen Wattenmeer angezeigt, das Symbol ist ein Fischskelett. Dazu muss unten links in der „Primären Datenbank“  das Kästchen „Ozean“ und „Tote Zonen“ angeklickt werden. Das hat was: Das Wattenmeer ist als Nationalpark und „Weltnaturerbe“ ausgewiesen, ein schöner Schein. Hier wird intensiv gefischt, mit Muschelkuttern, die mit schweren Ketten Miesmuschelbänke abrasieren oder mit den malerischen Krabbenkuttern, die auch in einigen Küstenbadeorten die touristischen Hingucker sind und zur umsatzfördernden Hafenkulisse gehören. Nur wissen die Touristen in der Regel nichts davon, was sich unter Wasser abspielt. Die Fanggeschirre der Krabbenkutter mit den Kufen und Rollen der Fangnetze radieren über den Wattenboden, ins Netz gelangen nicht nur die begehrten Speisekrabben, sondern im Verhältnis 1:7 auch der Beifang von Jungfischen und anderen Krebstieren. weiter »

Gesucht: die richtige Maschenweite für den Krabbenfang

Crannet-Projekt: Foto (C): Thünen-Institut

Die Küstenfischerei auf Krabben (Garnelen) ist nicht „umweltfreundlich“ oder gar „nachhaltig“, wie oft behauptet wird. Auch im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und „Weltnaturerbe“ werden jährlich tonnenweise Garnelen (Crangon crangon) gefischt. Allein im Jahr 2005 wurden in  Deutschland 35.000 Tonnen Nordseekrabben vermarktet, ungefähr die gleiche Menge kleiner – nicht marktfähiger- Krabben wurde beim Fang oder bei der Verarbeitung getötet und so zu Möwenfutter, ebenso werden tonnenweise Kleinfische, Seesterne oder andere Meerestiere als unerwünschter Beifang verletzt oder getötet. Ursache ist die Maschenweite der Netze. Vor allem auf den „Steert“ kommt es an, das Ende des Netzes, in dem sich der Fang sammelt. Diesen „Steert“ kann man hinsichtlich der Maschenweite und der Maschenform optimieren. weiter »

Salongrüne bei den Krabbenfischern: keine fischereifreie Zonen im Nationalpark Wattenmeer

Bildzitat: Ostfriesen Zeitung, online, 02. April 2014- Die grün vermummten Landtagsabgeordneten arbeiten nicht in ihrer Anstaltskleidung, hier geht es um die Hygiene beim Krabbenpulen.

Die Grünen waren auch schon mal wesentlich überzeugender, als es vor fast dreißig Jahren um die Verbesserung der Naturschutzinhalte im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer – jetzt sogar „Weltnaturerbe“- ging. Aktuell waren die Salongrünen aus dem Niedersächsischen Landtag Meta Janssen-Kucz, Volker Bajus, Hans-Joachim Janßen, Ina Korter und Susanne Menge zu Besuch in der Krabben-Siebstelle in Neuharlingersiel. Nein, um Naturschutz im Nationalpark ging es überhaupt nicht, im Gegenteil: weiter »

Seehunde sind schuld am Verfall der Krabbenpreise, sagen die Küstenfischer

Der Seehund ist wieder mal an allem schuld

Dirk Sander, Präsident des Landesfischereiverbandes Weser Ems und Vorsitzender der Erzeugergemeinschaft der Küstenfischer Weser-Ems e.V., hat den Verursacher des Preisverfalls bei Krabben ausgemacht: Es ist der Seehund, oder bezeichnender Weise auch der „Gemeine Seehund“ genannt, der sich nicht an die Marktregeln hält. Sanders simple Fischerlogik, vor CDU- Politikern unwidersprochen am 05. September 2011 in Neuharlingersiel im LK Wittmund geäußert, lautet so (der anwesende Europaabgeordnete Hans- Gerd Pöttering, CDU, soll fleißig mitgeschrieben haben):

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