Die neue Sau im Dorf: Mutterkorn am Schlickgras

Schlickgrashorst, im Hintergrund Brandenten, Dornumersiel/LK Aurich, Mai 2013

Das Leben an der Küste ist bekanntlich gefährlich: Orkane, Sturmfluten, Dünenabbrüche, Ebbe und Flut, gefräßige asiatische Gänse und nun auch noch das Schlickgras (Spartina spec.), das im weichen Wattensediment wächst, verursachen immer wieder Schlagzeilen. Das Schlickgras mit Migrationshintergrund, eine sog. „invasive Art“, kam vermutlich schon vor über hundert Jahren mit Ballastwasser der Schiffe aus Nordamerika oder England ins Wattenmeer, wurzelte und mutierte hier und wurde zeitweilig auch gezielt als Sedimentfänger für den Küstenschutz im Wattenmeer angepflanzt. Das funktionierte aber nicht so gut, weil Schlickgras überwiegend isolierte Horste im Watt bildet. Nun wuchs es jahrzehntelang weiter völlig ungestört und kaum beachtet vor sich hin, bis Botaniker der Leibniz Universität in Hannover am Jadebusen pilzbefallenes Schlickgras entdeckten. weiter »

BSH: Windkraftbaustellen auf See gefährlich für Schifffahrt

Emden: Offshore-Windkraftfundamente im Bau

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg meldet Bedenken gegen die Windpark-Baustellen in der Nordsee an, „halbfertige Windräder bedrohen die Nordseeschifffahrt“ ließ die Bundesbehörde verlauten. Das BSH ist die Genehmigungsbehörde für die Offshore-Wind”parks” in der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ). Die Bedenken der Behörde sind zweifellos begründet, aber äußerst kurzsichtig und nicht gerade von Logik geprägt:

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Hurrikan “Sandy”: alles relativ, kein “Klima”, nur Wetter

Andreas Achenbach (1815-1910): Sturm an der Mole

Hurrikan „Sandy“ suchte die Ostküste Nordamerikas heim-und die Katastrophenjournaille. Es las sich in vielen als „seriös“ geltenden Gazetten wie ein filmisches Roland-Emmerich-Endzeit-Szenario, übwerwiegend mit dem Fokus auf die USA und New York, obwohl auch andere Länder in Nordamerika betroffen sind: Ein Sturm „höchster Kategorie“ soll es gewesen sein, ein „Monstersturm“, „Tsunamiewellen“ wurden vorausgesagt. Wahr daran ist, dass der vermenschelte “Sandy” bisher über 170 Tote forderte und immense Schäden an Holzhäusern, Freileitungen und an der Infrastruktur anrichtete. Schäden dieses Umfangs sind in unseren Landen bei Stürmen der „Sandy“-Stärke eigentlich nicht zu erwarten. weiter »

Nachruf auf den „Rebellen“ Gerold Janssen

Gerold Janssen + 18. März 2012

Nachruf auf den „Rebellen“ Gerold Janssen

von Eilert Voß

Die Horner Kirche in Bremen war bis zur Empore auf den letzten Platz gefüllt.

Im Herzen traurig machten sich Bremer und einige Ostfriesen auf den Weg, eine Galionsfigur des Bremer Widerstandes gegen die geplante Landschaftszerstörung im Hollerland, zu Grabe zu tragen. Ein schlichter Sarg, beleuchtet von der Nachmittagssonne, daneben ein Bild aus Tagen des Kampfes um 400 Hektar Bremer Feuchtwiesen machte allen Trauergästen klar: Gerold Janssen ist tot. Gestorben am 18. März 2012 nach 40 erfolgreichen Jahren des Kleinkrieges um Schwanenblumen, Krebsscheren, Schlammpeizgern, Rotschenkeln und Kiebitzen. Seine Schlitzohrigkeit und vor Aktivität sprühende Lebensart, sein unbeharrliches Wirken für den Schutz der Natur gilt vielen Bremern und Ostfriesen als beispielhaft.

Menschen die ihn begleiteten, geht dieser plötzliche Tod des 88 jährigen  Mitstreiters an die Seele.

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Küstenschutz: “So wenig Sturmfluten wie nie in 100 Jahren”

Sturmflut November 2007, Bensersiel, Hafen

Das Meer vor unserer Haustür, die Nordsee, verhält sich mal wieder politisch nicht korrekt und macht den Klimaalarmismus nicht mit. Weder steigt der Meeresspiegel dramatisch an (die Pegel in Norderney und Cuxhaven lügen nicht), noch gibt es häufigere Sturmfluten, wie uns die Apokalyptiker über die geneigten Katastrophenmedien mit Dauerfeuer einzuhämmern versuchen. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Norden/Ostfriesland bestätigt in seiner aktuellen Pressemitteilung eigentlich das, was seit Jahrzehnten bekannt ist: Es gibt keinen Trend zu häufigeren Sturmfluten, im Gegenteil, derzeit gibt es eine geringe Sturmfluthäufigkeit.

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Das Wattenmeer wächst weiter

Watt im Dollart

Entgegen vieler alarmistischer Meldungen, das Wattenmeer würde wegen des „dramatisch“ steigenden Meeresspiegels durch den „Klimawandel“ verschwinden, gibt es eine beruhigende Nachricht: Das Wattenmeer wächst weiter, trotz des säkularen nacheiszeitlichen Meeresspiegelanstiegs! Gerade hat der Naturschutzbund Deutschland in einer aktuellen Wattenmeerbroschüre diesen Faden wieder aufgegriffen und warnt: „Der ansteigende Meeresspiegel und andere klimabedingte Auswirkungen gefährden des Wattenmeer unmittelbar“. Der NABU und alle anderen Alarmisten aus den Naturschutzverbänden und  anderswo können beruhigt werden.

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Umweltminister Sander: Küstenschutzmittel für Freizeitkapitäne

Yachthafen Dornumersiel, Foto (C): Knake

Der Mastenwald im Yachthafen Dornumersiel

Immer wenn Umweltminister Sander irgendwelche Nutzergruppen an der Küste besucht, geht es auch ums Geld. Anfang Mai war Hans-Heinrich Sander („H2S“) in Dornumersiel am „Weltnaturerbe“ Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer zu Gast. Dort nutzte man sofort die Gunst der Stunde und des Ministers, um ihn um Geld anzugehen. Mit bekannt  bauernschlauer Kumpanei statt sachorientierter Politik  kam Sander auch gleich zur Sache. Er “dachte laut nach”, ob man die Instandsetzungskosten für den privaten Dornumersieler Yachthafen teilweise aus Mitteln für den Küstenschutz, also aus Steuergeldern, finanzieren könnte. Dafür sind die Mittel aber zweifellos nicht gedacht, auch wenn man die Maßnahme trickreich als “Küstenschutz” verkauft, das würde bei anderen Sportboothäfen Schule machen und die “Gemeinschaftsaufgabe Küstenschutz” ad absurdum führen. Die gesetzliche geforderten “ökologischen Erfordernisse” bei der Mittelvergabe werden durch die Instandsetzung eines Yachthafens mit Küstenschutzmitteln mit Sicherheit nicht erfüllt. Weniger Sportboote im Wattenmeer wären zudem mehr für den Nationalpark und das “Weltnaturerbe”. Es ist bemerkenswert, wie Sander sich als Umweltminister für Sportbootfahrer, Fischer oder die Tourismusvermarktung einsetzt. Nur der Naturschutz im “Weltnaturerbe” Wattenmeer merkt nichts davon.
Das Gesetz über die Gemeinschaftsaufgabe “Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes” sieht das so:

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25 Jahre Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer: Bausteine für ein Qualitätsmanagement

Kein Grund zum Feiern: 25 Jahre Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer

Am 10. Februar 2011 veröffentlichten wir diesen Beitrag:

Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer: Qualität soll “unabhängig” überprüft werden, frisches MakeUp nach 25 Jahren

Anlass ist eine bundesweite Initiative zur Überprüfung der Managementqualität in Großschutzgebieten. Die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer nimmt daran freiwillig teil.  Dazu hatte ein Fachkomitee aus Vertretern von Land und Bund, von Universitäten und Naturschutzverbänden, aus Nationalparks sowie vom Dachverband der Nationalen Naturlandschaften (Europarc) den Nationalpark bereist. Wir hatten Zweifel daran geäußert, ob hier wirklich „unabhängig“ geprüft wird, zumal die Akteure z.T. direkt Abhängig von politischen Entscheidungsträgern wie dem Bundesumweltminister sind. Und von dort bekam der Naturschutz selten Gutes, sieht man von bedrucktem Papier ab.

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Küstenschutz vs. Naturschutz: Langwarder Groden: Deichgrafen wiegeln Bevölkerung auf

Sommerdeich mit Ringelgänsen, Foto (C): Knake

Immer, wenn an der Küste ein Sommerdeich für den Naturschutz geöffnet werden soll, gibt es inszenierte Proteste des Küstenschutzes: Der Untergang der Küste und der Ertrinkungstod wird theatralisch beschworen, Schmierenstücke der besonderen Art. So auch wieder im Dezember 2010, als in Iggewarden in Butjadingen/LK Wesermarsch im bekannten Stil die Öffnung eines Sommerdeiches für die Wiedervernässsung des 63 Hektar großen Langwarder Grodens auf einer „Informationsveranstaltung“ abgelehnt wurde, obwohl die Schleifung des Deichleins planfestgestellt ist.

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Küstenschutz: Kleientnahme aus geschützten Salzwiesen

Degenerierte Salzwiese bei Dornumersiel, strengste Schutzzone, aber verqueckt

Nun bohren sie wieder, die Küstenschützer, und wollen im Deichvorland in den geschützten Salzwiesen des Nationalparks Wattenmeer und des vielgepriesenen “Weltnaturerbe” Kleiboden abgraben „wie es früher üblich war“, um Deiche zu verstärken. Begründet wird dies damit, dass sich die so entstandenen Löcher wieder von selber füllen, was auch zutrifft. „Kreislaufwirtschaft“ nennen das die Küstenschützer. weiter »