Neue Brennverordnung: Treibsel darf wieder verbrannt werden

Treibsel (Teek) nach einer Sturmflut bei Dornumersiel

Am 31. März 2014 trat die bisherige Brennverordnung außer Kraft. Bisher konnten Gartenbesitzer ihre Gartenabfälle an „Brenntagen“, die von den Kommunen festgesetzt wurden, verbrennen. Die Verordnung soll nun neu gefasst werden, der komplizierte und für Laien kaum nachvollziehbare Entwurf der neuen Brennverordnung mit den Ausnahmeregelungen liegt vor: MU_BrennVO. Der Baum- oder Strauchschnitt muss – abgesehen von Einzelfällen – zukünftig aufwändig geschreddert oder auf PKW-Anhängern zum nächsten kommunalen Sammelplatz gefahren werden. Das soll gegen den Feinstaub helfen. weiter »

Deichsicherheit und Klimaschutz: Beweidungsversuch mit Kamelen aus Kasachstan

Dornumersiel, Hafen Ost/LK Aurich: mit Kamelen für einen besseren Küsten- und Klimaschutz

Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) hat in Zusammenarbeit mit der Deichacht Esens-Harlingerland ein Pilotprojekt zur Verbesserung der Deich- und Vorlandbeweidung vorgestellt. Parallel zur Schafbeweidung, die zunächst nicht aufgegeben werden soll, werden einige Teilstücke des Deiches und des Deichvorlandes bei Dornumersiel und im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer probeweise mit Kamelen, die aus Kasachstan eingeführt wurden, beweidet. Die zweihöckrigen Trampeltiere gelten als sehr genügsam und anspruchslos und verfügen über einen großflächigen „sanften“ Tritt, der die Grasnarbe schont. weiter »

Salzwiesen Niederlande-Deutschland: der Kontrast aus der Luft

 

Die Staatsgrenze bei Neustaatensiel am Dollart bringt es an den Tag: wie mit dem Lineal gezogen: Niederlande links (naturnahe Salzwiese mit Brackröhricht), Deutschland rechts (stark entwässerte und degenerierte Salzwiese, aber "Nationalpark"!).

In Niedersachsen ist das Wattenmeer als Nationalpark ausgewiesen, und als „Weltnaturerbe“, in den Niederlanden ist das Wattenmeer kein Nationalpark, aber ebenfalls „Weltnaturerbe“. Zum Wattenmeer gehören die Salzwiesen vor den Deichen, heute nur Restflächen von ehemals riesigen Flächen, die nach und nach eingedeicht und der landwirtschaftlichen Nutzung zugeführt wurden, in den Niederlanden wie in Deutschland. Seit 1940 verschwanden von Dänemark bis in die Niederlande 216 qkm Salzwiesen hinter den Deichen, 1987 waren noch 329 qkm Salzwiesenflächen in diesen drei Ländern übriggeblieben (Quelle: The Waddensea, status and developments in an international perspective, Report to the Sixth Trilateral Governmental Conference on the Protection of the Wadden Sea, Esbjerg, November 13, 1991, p. 22). weiter »

Nach dem Orkan „Xaver“: „So viel Teek wie noch nie“, wirklich?

 

Screenshot-Bildzitat, aus: Anzeiger für Harlingerland, Wittmund, online, 26. Dez. 2013

Es war zu erwarten wie das Amen in der Kirche: Der Deichunterhaltungsverband „Deichacht Esens-Harlingerland“ in Esens/LK Wittmund beklagte nach dem Orkan „Xaver“ die Menge des Treibsels in der Lokalzeitung „Anzeiger für Harlingerland“ mit „so viel Teek wie noch nie“. Diese Aussage darf bezweifelt werden. Nach jedem Orkan an der Küste singen die Deichachten das Klagelied vom hohen Treibselanfall (genannt „Teek“ mit hohem Pflanzenanteil und Zivilisationsmüll vermischt) und den damit verbundenen Entsorgungskosten, das alles gehört zu einer Sturmflut wie die Nässe nach einem Regenguss. Im Januar 1976 z.B. türmte sich Treibsel (Teek) nach einer Sturmflut übermannshoch in Dornumersiel auf. Damals gab es noch keinen Nationalpark Wattenmeer und das Deichvorland wurde durch viel zu hohen Weideviehbesatz auf Golfrasenhöhe abgeweidet. weiter »

Orkan „Xaver“: der Heftige, aber nicht der Stärkste

Im Orkan "Xaver" havarierte Windkraftanlage in Vlatten/Eifel am 05. Dez. 2013 , Abriss des Generatorgehäuses (Foto); am 06. Dez. 2013 havarierte auch eine Enercon-40 in Döhlen/LK Oldenburg ebenfalls durch Abriss des Generators

Am 05. und 06. Dezember 2013 fegte der Orkan „Xaver“, nur wenige Wochen nach dem Sturmtief „Christian“, über weite Teile Europas hinweg. Von vielen Medien wurde „Xaver“ als bevorstehende Apokalypse angekündigt, in seinen Auswirkungen blieb er aber hinter der Gewalt von „Christian“ zurück. Allerdings führte das Sturmtief „Xaver“ durch die Windrichtung und die Springtide nach Neumond zu drei schweren Sturmfluten nacheinander (Kettentiden) an der Nordseeküste. In Emden lief das Hochwasser mit einer Abweichung von 3,52 m über dem mittleren Hochwasser auf. In Hamburg waren es durch den Trichter der Elbe fast 4 m: In Sankt Pauli erreichte das Hochwasser einen Wert von 3,98 m über dem mittleren Hochwasser. Einzelne Böen erreichten Spitzenwerte zwischen 150 und 160 km/h, also Orkanstärke von 12 Beaufort. Auf Norderney wurde am 05. Dezember eine Spitzenböe von 121,7 km/h gemessen. Link: BSH_Xaver_Sturmflut_5-6_12_2013                                                            weiter »

Wie Natur an der Ems gezielt kaputt gemacht wird: von Rebhühnern, Behörden und lästigem Emsschlick

NSG "Petkumer Deichvorland" (untere Bildmitte) und nördlich angrenzende Pufferzone

Statt eines Vorwortes: Man glaubt es kaum, aber es ist traurige Wirklichkeit: Trotz internationaler Abkommen zum Schutz von Feuchtbiotopen, trotz „Biodiversitäts“-Kampagnen, trotz Naturschutzverordnungen, trotz Naturschutzbehörden, trotz vieler Naturschutzverbände – in Niedersachsen zur Zeit 15 an der Zahl: Die Naturvernichtung in Ostfriesland geht ungebrochen weiter, oft völlig unbemerkt von einer größtenteils desinteressierten Politik, die noch nicht einmal mehr in Sonntagsreden den Naturschutz entdeckt, und einer ebenso weitgehend gleichgültigen Öffentlichkeit. Unser Mitarbeiter Eilert Voß hat eine anklagende Zusammenfassung über ein kleines überschaubares Gebiet an der Ems zusammengestellt, in dem ganz aktuell eine ausgewiesene Pufferzone, angrenzend an das Naturschutzgebiet „Petkumer Deichvorland“, nicht nur unter die Räder von Lastwagen und Ketten von Baggern, sondern auch unter den eingespülten Schlick aus der Ems geraten ist. weiter »

Norderney: gelungene Salzwiesenrenaturierung

Norderney-Ostheller, Renaturierungsfläche im gelben Bereich

Na, geht doch, möchte man sagen. „Aufgrund radikaler Maßnahmen nehmen die Salzwiesen im Inselosten [der Insel Norderney] wieder zu„, schreibt die Lokalpresse. Nein, umgekehrt, „dank“ früherer radikaler Vorlandunterhaltung mit schwerem Gerät ohne Rücksicht auf die natürliche Entwicklung wurden diese Salzwiesen auf Norderney zunächst jahrelang systematisch entwässert, durch  das Bauamt für Küstenschutz und später das Staatliche Amt für Insel und Küstenschutz in Norden, heute Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) am selben Ort. weiter »

NLWKN, die Teflon-Küstenschutzbehörde

Grüppenfräse auf den Salzwiesen von Norderney, Screenshot-Bildzitat: Anzeiger für Harlingerland, Wittmund, online und print, 16./17. Sept. 2013 (Archivfoto)

 Ein Kommentar von Manfred Knake, der sich seit 1975 über eine teflonbeschichtete Küstenschutzbehörde wundert

Herma Heyken vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) ist eine gute Pressesprecherin ihrer Behörde, in der das letzte Kürzel tatsächlich „Naturschutz“ bedeutet, und das Letzte im NLWKN ist auch der Naturschutz. Das letzte „N“ wurde dem früheren NLWK nach der Landtagswahl 2003 angehängt, als das damalige Niedersächsische Landesamt für Ökologie (NLÖ) von Ministerepräsident Christian Wulff (CDU) aufgelöst  und ausgerechnet in die Küstenschutzbehörde eingegliedert wurde. Frau Heyken als ehemalige Pressesprecherin der ebenfalls aufgelösten Bezirksregierung Weser-Ems in Oldenburg versteht die Kunst, so wie es sich für eine Pressesprecherin gehört – mit Verlaub – auch aus Scheiße Bonbon zu machen, wie es so anschaulich-griffig heißt. Das ist ihr am Beispiel eines Kettenfahrzeugs ihrer Behörde, das vor wenigen Tagen großflächig eigentlich geschützte Salzwiesen zerwalzte, wieder einmal gelungen. weiter »

Wieder mit einem Kettenfahrzeug durch die Salzwiese

Alles platt: Grüppenfräse in der strengsten Schutzzone des Nationalparks Wattenmeer ("Weltnaturerbe") bei Dornumersiel, LK Aurich, September 2013

 Ein Dauerbrenner, der heute mal wieder so richtig aufgeflammt ist: In der Salzwiese zwischen Dornumersiel und Bensersiel fräst sich ein schweres Kettenfahrzeug (Grüppenfräse) durch das geschützte Deichvorland. Hier werden Grüppen (Entwässerungsgräben) gezogen, im Bereich des Fotos alle zehn Meter eine Grüppe. Das soll den Deichfuß des angrenzenden Hauptdeiches entwässern und vor Schäden schützen. Nur: Die Salzwiesen sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz und der Flora- Fauna- Habitatrichtlinie (FFH) der Europäischen Union geschützt und gehören zur strengsten Schutzzone im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, der auch als „Weltnaturerbe“ touristisch vermarktet wird, zudem sind sie im staatlichen Besitz. Da darf man nicht so einfach mit schwerem Gerät alles platt machen, noch nicht einmal Fußgänger dürfen hier laufen. weiter »

Salzwiesen: Strandquecke auf dem Vormarsch

Aug. 2013: Salzwiese mit Entwässerungsgräben zwischen Dornumersiel und Bensersiel: links vom Zaun Quecke, rechts vom Zaun überwiegend Quecke

Nun haben wir zwar nicht den Salat, dafür aber wieder die Strandquecke. Gemeint ist die Salzwiese im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer zwischen Dornumersiel und Bensersiel an der ostfriesischen Küste, strengste Schutzzone im Nationalpark und Teil des „Weltnaturerbes“. „Dank“ Trockenlegung durch die Küstenschutz- und Naturschutzbehörde (!) „Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtshaft, Küsten- und Naturschutz“ (NLWKN) überwuchert die Strandquecke diesen geschützten Bereich und verdrängt die hier eigentlich vorkommenden Salzwiesenpflanzen.

Vor fast genau zwei Jahren berichtete der Wattenrat über die prächtige Entwicklung dieses früher zu stark beweideten Außendeichbereiches mit den typischen Blütenpflanzen einer regelmäßig vom Salzwasser des Meeres überfluteten Wiese (Salzwiese zwischen Dornumersiel und Bensersiel hat sich erholt, aber wie lange?). weiter »