Politiker und Wölfe

Glaubt man einigen Politikern, stehen uns außerordentlich gefährliche Zeiten durch die Wiederausbreitung des Wolfes in Deutschland bevor. Da geht es oft um Angstmache statt nüchterner Information. Auch in Ostfriesland wurden in den letzten Jahren hin und wieder Wölfe gesehen, immer als Einzeltiere. Und auch hier machen Politiker und vor allem Landwirtschaftsfunktionäre in Panik und fordern schon jetzt eine Bestandsregulierung. Stattdessen sollten gerade jetzt vorausschauend Herdenschutzmaßnahmen wie z.B. wolfssichere Einzäunungen, die zudem finanziell von Land gefördert werden, initiiert werden. Ob es überhaupt zur Ansiedlung von Wolfsrudeln an der Küste kommen wird, bleibt abzuwarten. […]

Algenblüte im Wattenmeer: nicht ungefährlich für Jungvögel

Archivbild: Phaeoystisschaum auf Borkum, 05. Juni 1986 - Foto (C): Eilert Voß

Aktuell im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und „Weltnaturerbe“: Der hohe Nährstoffeintrag in das Großschutzgebiet Wattenmeer lässt die Alge Phaeocystis globosa üppig wachsen. Durch die mechanische Wellenbewegung wird die Alge zu Schaum geschlagen und bildet breite Schaumteppiche im Watt. Der Algenschaum kann bei Jungvögeln, z.B. Brandenten, die am Wattenmeer brüten und ins freie Wasser gelangen wollen, durch Verklebungen des Jugendgefieders zum Tode führen. Die Ursache beschreibt der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) so: „Die Ursache für das vermehrte Auftreten von Algenblüten liegt nach Auskunft des NLWKN im Zusammenwirken von dafür günstigen Witterungsverhältnissen und vom Menschen verursachten erhöhten Nährstoffeinträgen in die niedersächsischen Übergangs- und […]

Rheiderland: Gänsefraß und Wiesenvögel – Bauernlamento auf hohem Niveau

Landwirt Amos Venema aus Jemgum im Rheiderland/LK Leer/NDS (Venema GbR) beklagt sich über den angeblich hohen Gänsefraß auf Grünland (siehe Facebook-Eintrag ganz unten). Gänsefachleute dagegen halten fest, dass es keine großen Unterschiede zwischen den „Exclosures“ (für Gänse eingerichtete unzugängliche Flächen zu Forschungszwecken) und den Äsungsflächen gäbe. Das Rheiderland ist Überwinterungsgebiet für arktische Gänse und gehört zum Jahreslebensraum der arktischen Zugvögel. Große Teile des Rheiderlandes sind als EU-Vogelschutzgebiet ausgewiesen und unterliegen dem Artenschutzregime der Europäischen Union. Zudem unterliegen Zugvögel wie die arktischen Gänse dem Schutz der Bonner Konvention für wandernde Tierarten. Zahlen- und flächenmäßig gehört also das Rheiderland zu den wichtigsten Gänserastgebieten in Deutschland, und fressen müssen […]

Oberdeichrichter: „Gänse gefährden Schafe und Küstenschutz“

Die arktischen Wildgänse, die an Ostfrieslands Küste überwintern und sich hier ihren „Treibstoff“ für den Rückflug in die nordeuropäischen oder asiatischen Brutgebiete anfressen, werden seit Jahren von Bauern mit Hilfe der Lokalpresse dämonisiert. Sie fräßen Rindern oder Schafen das Futter weg, machten das Gras durch die Verkotung unbrauchbar oder verursachten Fraßschäden. Die Landwirtschaftslobby mit der stets offenen Hand macht inzwischen auch den Grasfraß zu Geld. Jeder Landwirt, der am Vertragsnaturschutz teilnimmt, erhält Geld pro Jahr und Hektar, egal ob Fraßschäden durch Gänse aufgetreten sind oder nicht.
Die neueste Horrornummer verbreiteten der Oberdeichrichter und Landwirt Heiko Albers von der Deichacht Moormerland im Landkreis Leer und sein Kolllege Alwin Brinkmann, ehemaliger SPD-Oberbürgermeister der Stadt Emden, der nun als Oberdeichrichter für die Krummhörn im Küstenschutz […]

Vortrag: „Reicht das Naturschutzrecht zur Sicherung der biologischen Vielfalt aus?“

Der Natur- und Artenschutz ist immer noch das Stiefkind der Politik, nachfolgend schlagend vorgetragen von Dipl.Ing. Wilhelm Breuer am 16. März 2018 in der Hochschule Osnabrück:
Reicht das Naturschutzrecht zur Sicherung der biologischen Vielfalt […]

Güllesauereien: Geht endlich in die Luft und bestraft sie!

Am 13. März 2018 berichtet der Ostfriesische Kurier aus Norden/LK Aurich über ein „rätselhaftes Fischsterben“ in Wirdum im Landkreis Aurich. Das Rätsel ist aber schnell gelöst, wenn man die Berichterstattung liest: „Es wurden hohe Nährstoffeinträge an einem Zufluss in das Hafenbecken festgestellt. Diese stammen von diversen Einleitungsstellen.“ Und dann kam man schnell auf die Gülle – wer hätte das gedacht – die im Februar bei gefrorenen und wassergesättigten Böden verbotenerweise in ganz Ostfriesland und „umzu“ ausgebracht und anschließen nach dem Regen der letzten Tage in die Oberflächengewässer abgeschwemmt wurde. […]

Gülle: und wieder Abfallbeseitigung bei Frost

Nach monatelangem Dauerregen schien endlich Anfang Februar wieder die Sonne und es fror tagelang bis zu minus 8 Grad Celsius. Die wassergesättigten und aufgeweichten Böden wurden so steinhart. Viele Bauern nutzten den nun hartgefrorenen Boden, um ihre im Winter angesammelte Güllefracht loszuwerden, bei Tag und in der Dunkelheit. Sogar große Tankfahrzeuge aus den Nachbarregionen waren unterwegs, um die „geballte Gülleladung“ auf kleinere Fahrzeuge zur Verteilung […]

Wasservogeljagd in Schutzgebieten: Niedersachsen kassiert Regelung der „Intervalljagd“

Die Bauern- und Jagdlobby als Staat im Staate hat sich mal wieder durchgesetzt, ihr CDU-Arm im niedersächsischen Landtag hat den mühsam ausgehandelten „Kompromiss“ (der ohnehin umstritten war) der rot-grünen Vorgängerregierung zur sog. „Intervalljagd“ im 14-tägigen Turnus auf Gänse in EU-Vogelschutzgebieten (!) wieder kassiert und zu einer „Kann-Bestimmung“ gemacht. Verantwortlich ist die neue Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) in der SPD-CDU-Koalition. Damit können arktische Gänse (Zugvögel!) wieder stärker bejagt werden, in ihren Schutzgebieten. Nicht jagdbare Arten wie streng geschützte Watvögel werden dadurch von ihren Nahrungsflächen vertrieben; es kommt auch zu – strafbaren – Fehlabschüssen nicht jagdbarer […]

Naturschutz in Ostfriesland „hat fertig“

Nichts dokumentiert den Tiefstand des Naturschutzschutzes in Ostfriesland so treffend, wie es auf einer Zusammenkunft zu einem möglichen Biosphärenreservat in der Krummhörn/LK Aurich deutlich wurde. Die Lokalzeitung „Ostfriesischer Kurier“ aus Norden im Landkreis Aurich berichtete über das Treffen am 20. Mai 2017. Aus dem Bericht „Kaum Interesse an Erweiterung des Biosphärenreservats- […]

„Steht das Schwein auf einem Bein, ist der Schweinestall zu klein“

Nein, dieser leicht verunglückte Text ist kein Vers aus der PR-Aktion des Bundesumweltministeriums….(2015, Ortseingang Esens/Ostfriesland, Foto: privat)

„Hetze, Verhöhnung, Verleumdung, Schmutzkampagne“ tönte aus es aus den Kampfblättern der Bauernlobby. Anlass war die 1,6 Millionen teure Plakataktion „Neue Bauernregeln“, mit dem das Bundesumweltministerium unter der Leitung von Ministerin Barbara Hendricks (SPD) mit lockeren Versen – das […]