Oberdeichrichter: „Gänse gefährden Schafe und Küstenschutz“

Die arktischen Wildgänse, die an Ostfrieslands Küste überwintern und sich hier ihren „Treibstoff“ für den Rückflug in die nordeuropäischen oder asiatischen Brutgebiete anfressen, werden seit Jahren von Bauern mit Hilfe der Lokalpresse dämonisiert. Sie fräßen Rindern oder Schafen das Futter weg, machten das Gras durch die Verkotung unbrauchbar oder verursachten Fraßschäden. Die Landwirtschaftslobby mit der stets offenen Hand macht inzwischen auch den Grasfraß zu Geld. Jeder Landwirt, der am Vertragsnaturschutz teilnimmt, erhält Geld pro Jahr und Hektar, egal ob Fraßschäden durch Gänse aufgetreten sind oder nicht.
Die neueste Horrornummer verbreiteten der Oberdeichrichter und Landwirt Heiko Albers von der Deichacht Moormerland im Landkreis Leer und sein Kolllege Alwin Brinkmann, ehemaliger SPD-Oberbürgermeister der Stadt Emden, der nun als Oberdeichrichter für die Krummhörn im Küstenschutz umgeht. […]

Vortrag: „Reicht das Naturschutzrecht zur Sicherung der biologischen Vielfalt aus?“

Der Natur- und Artenschutz ist immer noch das Stiefkind der Politik, nachfolgend schlagend vorgetragen von Dipl.Ing. Wilhelm Breuer am 16. März 2018 in der Hochschule Osnabrück:
Reicht das Naturschutzrecht zur Sicherung der biologischen Vielfalt aus? […]

Landkreis Wittmund: Strafbefehl gegen „Windbaron“

Die Staatsanwaltschaft Aurich stellte Antrag auf Strafbefehl beim Amtsgericht Wittmund gegen den „Windbaron“ Johann Eisenhauer (Norderland-Gruppe) wegen unerlaubter Ablagerung von Bodenaushub auf Grünland und Böschungen von Gräben beim Bau einer Windkraftanlage in Utarp/LK Wittmund. Mögliche artenschutzrechtliche Verstöße blieben unberücksichtigt. Gegen den Beschuldigten Johann Eisenhauer wurde schon einmal von der Staatsanwaltschaft wegen Verstößen beim Bau von WEA ermittelt. Er musste eine Strafe zahlen. […]

Schneeammern, auf dem Weg nach Hause

Der Frühling ist da, zumindest auf dem Kalender. Diese Schneeammern befinden sich auf dem Nachhauseweg in ihre Brutgebiete nach Nordeuropa. Die Vögel wurden am Deich bei Bensersiel von Jutta Funda aus Holtgast fotografiert, als sie im Treibsel (Teek), das die Nordsee an die Deiche gespült hat, in ständiger Bewegung nach Nahrung suchten. Jutta leitete zusammen mit ihrem Mann Hans-Georg von 1991 bis 2011 das „Naturkundehaus“ in Bensersiel (das heutige „Wattenhus“) und führte ungezählte Touristen in die Geheimnisse des Wattenmeeres ein. […]

Überführung der „Norwegian Bliss – keine Glückseligkeit für die Ems

Am 14. März 2018 ging die Glückseligkeit die Ems runter. Gemeint ist der neue Musikdampfer „Norwegian Bliss“ (übersetzt „Norwegische Glückseligkeit“), der auf der binnenländischen Meyer Werft in Papenburg gebaut wurde. Bereedert wird das Schiff von der Norwegian Cruise Line. Ab Sommer 2018 soll das Kreuzfahrtschiff zu „eindrucksvollen Kreuzfahrten nach Alaska und in die Karibik“ aufbrechen. Die Presse berichtet wieder nur sehr einseitig über das Spektakel und ließ den geschundenen Fluss außer acht. […]

Tourismusbörse Berlin: „Weltnaturerbe“ Wattenmeer wird beworben und verhökert

Paradigmenwechsel seit vielen Jahren: Die Wattenmeer-Vermarktung statt Wattenmeer-Naturschutz auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin läuft auf Hochtouren (siehe Pressemitteilung des trilateralen Wattenmeersekretariats ganz unten). Seit der Einrichtung des „Weltnaturerbes“ für das Wattenmeer im Jahr 2009 mit Hilfe des ehemaligen niedersächsischen Wirtschaftsministers und langjährigen Präsidenten der Deutschen UNESCO-Kommission (2002 bis 2014) Walter Hirche (FDP) wird der Massentourismus zum Schaden des Großschutzgebietes Nationalpark weiter angeheizt und dreist als „nachhaltige Tourismusstrategie“ verhökert. In und an diesem Naturraum Nationalpark Wattenmeer gibt es bereits millionenfache Tourismusübernachtungen im Jahr, am Festland und auf den Inseln, auf die das Welterbeetikett nachträglich umsatzfördernd aufgeklebt wurde. […]

Güllesauereien: Geht endlich in die Luft und bestraft sie!

Am 13. März 2018 berichtet der Ostfriesische Kurier aus Norden/LK Aurich über ein „rätselhaftes Fischsterben“ in Wirdum im Landkreis Aurich. Das Rätsel ist aber schnell gelöst, wenn man die Berichterstattung liest: „Es wurden hohe Nährstoffeinträge an einem Zufluss in das Hafenbecken festgestellt. Diese stammen von diversen Einleitungsstellen.“ Und dann kam man schnell auf die Gülle – wer hätte das gedacht – die im Februar bei gefrorenen und wassergesättigten Böden verbotenerweise in ganz Ostfriesland und „umzu“ ausgebracht und anschließen nach dem Regen der letzten Tage in die Oberflächengewässer abgeschwemmt wurde. […]

Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven jetzt Partnerbörse?

Was hat das nachfolgende „Netzwerk“-Geschwurbel (Seilschaften?) von Tourismusorganisationen und Gastronomen („Nationalparkpartner“) noch mit dem Naturschutz im Großschutzgebiet Nationalpark Wattenmeer zu tun? Es geht wieder einmal nur um die Vermarktung des Schutzgebietes mit Hilfe des geschmeidigen Nationalparkleiters Südbeck. Das „Biosphärenreservat“ (was für ein Unwort!) ist nach dem „Weltnaturerbe“ noch ein Etikett auf dem Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Biosphärenreservate haben eigentlich eine ganze andere Aufgabe als ein Nationalpark: Im Biosphärenreservat geht es nicht um den Naturschutz im engeren Sinn, sondern darum, insbesondere den Menschen als Bestandteil der Biosphäre in den Vordergrund zu stellen. Dazu gehören gesellschaftliche und ökonomische Fragen, wie die Schaffung von neuen Einkommen. Dafür gibt es Fördermittel. […]

Die GroKo-Verhandlungen und der Naturschutz: politische Plattitüden

Man sollte den Koalitionsvertrag der evtl. Großen Koalition aus CDU und SPD (der „drohenden“, wie Kritiker sagen) akribisch durchlesen, 177 Seiten, nicht selten eine Zumutung. Zum Naturschutz liest man Plattitüden, wer hätte anderes erwartet. „Dem Vernehmen nach“ soll der Naturschutzpart die Handschrift des neuen niedersächsischen Umweltministers, ex-Wirtschaftsminister, Olaf Lies (SPD) tragen, der bei den GroKo-Verhandlungen mitverhandelt hat. Olaf Lies hatten wir auf den Wattenrat-Seiten schon häufiger auf dem Schirm, zuletzt als Laufburschen der Windenergiewirtschaft. Fazit: Wer nichts erwartet, wird nicht enttäuscht. […]

Ohne Windkraft kein Wind

Wolkenkuckucksheim

Mit 240 Teilnehmern war die Tagung der Region Hannover und ihrer Klimaschutzagentur am 14. Februar 2018 gut besucht. Der Tagungsgegenstand: „Technische Systeme zur Vogelerkennung und -vergrämung in Kopplung mit bedarfsgerechter Anlagenabschaltung für Windenergieanlagen“. Auf solche Systeme setzen Politik und Wirtschaft, um Windenergieanlagen dort leichter durchzusetzen, wo sie derzeit an den Schranken des Artenschutzrechts scheitern oder mit generellen Abschaltauflagen konfrontiert sind. […]