 Spaßdampfer AIDAmar, ohne Umweltplakette durch die Ems
Die Papenburger Meyer Werft dockte erneut einen riesigen Luxusdampfer aus, die AIDAmar. Das gigantische Kreuzfahrtschiff wird voraussichtlich in der Nacht am 13. April 2012 durch die viel zu kleine Ems an die Küste überführt werden. Damit das Schiff überhaupt in das Flussbett passt, muss die Ems nicht nur ständig ausgebaggert, sondern wieder mit dem Stauwerk in Gandersum bei Emden aufgestaut werden. Im April hat aber bereits die Brutzeit begonnen. Die Außendeichsbereiche der Ems werden also wieder absaufen, mit Ihnen ungezählte Bruten von geschützten Vogelarten, unter ihnen Blaukehlchen, Kiebitze, Uferschnepfen oder Weißwangengänse. Die so gefluteten Uferbereiche gehören zu einem EU-Vogelschutzgebiet. weiter »
Das ist DONG: „DONG Energy ist einer der führenden Energiekonzerne in Nordeuropa mit Hauptsitz in Dänemark. Unsere Geschäftstätigkeit gründet sich auf Beschaffung, Produktion sowie Distribution von und Handel mit Energie und energienahen Produkten in Nordeuropa.“[…] „Wir sind auf dem Weg, die CO2-Emissionen aus unserer Strom- und Wärmeproduktion bis 2020
 Pressefoto, (C) Alpha Ventus, 2009
im Vergleich zu 2006 um 50 % pro produzierter kWh zu senken. Die Umsetzung erfolgt unter anderem, indem wir unsere Kraftwerkskapazitäten auf Erdgas und Biogas umstellen, sowie kontinuierlich den Ausbau unserer Windkraftkapazitäten auf voraussichtliche 3.000 MW bis 2020 vorantreiben. In Deutschland planen wir z.B. 2013 mit dem Bau des Windparks Borkum Riffgrund 1 zu beginnen, der eine Kapazität von 277 MW haben wird. […] Es ist nicht zu spät, den Prozess des Klimawandels zu verlangsamen. Wir möchten Teil einer Entwicklung zum Besseren sein.“
DONGs “besseres” Geschäftsmodell basiert aber keinesfalls auf der Reduzierung von „CO2-Emissionen“, sondern auf den Vorgaben des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG), dass eine garantierte üppige Einspeisesubventionen von 18 Cent je Kilowattstunde vorsieht; ohne dass EEG würde sich der Bau und Betrieb von Offshore-Wind“parks“ nicht lohnen; der umweltbelastende Boom, der Meeressäuger vertreibt und Zugvögel gefährdet, fände nicht statt. Und der „Klimawandel“ lässt sich auch mit Windkraftwerken nicht „verlangsamen“, das ist zeitgeistiges hohles PR-Geschwätz, verfängt aber bei schlagzeilenlesenden Gutmenschen. Der Klimawandel findet unbeeindruckt von Kraftwerken jeglicher Art seit Äonen statt; „Klima“ ist das statistische Ergebnis von 30 Jahren Wetteraufzeichnung für eine bestimmte Region. Windkraftwerke sind wetterabhängig, vom Wind, und beeinflussen diesen nicht. Auch mit DONGs Windkraftwerken in der Nordsee entscheidet sich der weitere Klimaverlauf in Europa nicht. DONG will nichts anderes, als sich ein großes Stück vom Kuchen des EEGs abschneiden, alle Stromkunden bezahlen dies mit höheren Stromrechnungen.
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 Kitersurfer mit angelockten robusten Silbermöwen
Die Pressestelle der Verwaltung des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer kündigte einen besonderen Leckerbissen für die umworbene Zielgruppe der Kitesurfer im Nationalpark an: Ab April 2012 sollen geführte Kitesurfexkursionen von Juist zur Insel Memmert veranstaltet werden, um den Kitern auch diese Insel mit dem Surfbrett nahe zu bringen. weiter »
 Verletzte flügellahme Blässgänse, nicht jagdbare Art in EU-Vogelschutzgebieten, hier NSG "Petkumer Deichvorland"/Ems, 25. Januar 2009
„Strafvereitelung im Amt“ war die vorsichtige Vermutung ausgerechnet eines Jägers zu den ständigen Jagdverstößen im Naturschutzgebiet „Petkumer Deichvorland“ an der Ems, hier auf den Wattenratseiten oft mit Bildern von Eilert Voß dokumentiert. Auf Antrag der Grünen wurde der Vorsitzende des Ökologischen Jagdverbandes Niedersachsen/Bremen (ÖJV), Jürgen Oppermann (Forstdirektor i.R), als Experte zum Thema Jagdaufsicht im Emder Ratsausschuss „für öffentliche Sicherheit, Ordnung und Bürgerservice“ am 21. März angehört. Nicht so sehr die fachlich begründete vorgetragenen Bedenken von Oppermann gegen die Jagd auf Wasservögel in einem Schutzgebiet, sondern der gute Eindruck beschäftigte die Stadtoberen und veranlasste sie zu Drohungen: „Ich fand das unverschämt”, wird der Erste Stadtrat von Emden von der Emder Zeitung zitiert. weiter »
 Kegelrobbe mit Netzrest, Wunde am Hals
In den Weltmeeren treiben riesige Mengen Müll, vor allem Plastikabfälle, die Tieren von Walen über Vögel bis zu Seehunden zum Verhängnis werden können. Auch vor unserer Haustür in der Nordsee werden jedes Jahr schätzungsweise 20.000 t nicht verrottende Abfälle eingebracht. Sehr gefährlich für Delfine oder Seehunde sind feine bis feinste Kunststoffnetze der Fischerei, wenn sie sich losreißen oder gekappt werden. Die nachfolgenden Bilder zeigen Kegelrobben, die sich in diesen Netzresten verfangen haben. Kegelrobben wandern von der Nordsee und in den angrenzenden Atlantik. Wattenrat-Mitarbeiter John de Boer, Kapitän und ehemaliger Umweltpolizist des niederländischen Landbauministeriums, der jetzt im Ruhestand in Frankreich lebt, schickte uns seine Bilder aus dem Wattenästuar der Somme am Ärmelkanal. weiter »
 Hochsubventionierte Energielandschaft im LK Wittmund/Ostfriesland
Die europäische Agrarpolitik stellt Dauergrünland unter ihren besonderen Schutz, zumindest auf dem Papier. Die EU-Vorgaben untersagen bzw. stellen weitere Grünlandumbrüche unter Genehmigungsvorbehalt, wenn der Rückgang der Dauergrünlandflächen auf Mitgliedsländerebene 5 % gegenüber dem Referenzjahr 2003 übersteigt. 2009 überstieg der Grünlandumbruch in Niedersachsen die vorgegebene 5 %-Grenze. In der Folge erließ die niedersächsische Landesregierung die Verordnung zur Erhaltung von Dauergrünland. Diese Verordnung verhinderte allerdings nicht den weiteren Verlust von artenreichem Dauergrünland: Seit 2010 wurden in Niedersachsen weitere 5.500 Hektar (55 Quadratkilometer!) Grünland in Ackerland umgebrochen, der vorgeschriebene qualitative Flächenausgleich ist in der Umsetzung fragwürdig. Die Verordnung verlangt von den Landwirtschaftskammern die Prüfung der Anträge auch nach den Maßstäben der gesetzlich vorgeschriebenen Eingriffsregelung und des Artenschutzrechts. Nur diese Rechtsvorschriften können die ausreichende Qualität des Dauergrünlands sicherstellen.
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 Quelle: Screenshot: BUND-LV Niedersachsen,17 März 2012
Der Umweltverband BUND (“Freunde der Erde”) reagiert unglaublich dreist auf die Panorama-Berichterstattung vom 15. März 2012 „Geld statt Widerstand-Wie sich Umweltverbände kaufen lassen“ und zündet Nebeltöpfe. In der Sendung wurde vom Wattenrat und von der BI „Rettet die Ems“ moniert, dass der BUND Stiftungsgeld gegen Bares bei der Planung des Wattenmeer-Wind“parks“ Nordergründe bei Wangerooge gegen die Zurückziehung einer Klage beim Verwaltungsgericht Oldenburg kassierte oder an der Ems gegen millionenschwere Ems-Fonds-Mittel mit dem Land Niedersachsen gekungelt wird, der dem desolaten Zustand der Ems bisher nichts genützt hat.
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 Screenshot: Panorama_Geld-statt-Widerstand_15Maerz2012
Ein Kommentar von Manfred Knake zur Fernsehsendung Panorama: „Geld statt Widerstand – wie sich Umweltverbände kaufen lassen“, Das Erste, 15. März 2012, 21:45h. So die Ankündigung:
“Umweltverbände: Das sind die Anwälte der Natur, sie kämpfen gegen
Verschmutzung und Zerstörung, treten ein für das Gute! Niemals würden
sie gegen Geld ihren Protest zurückziehen. Doch die Realität sieht
ziemlich anders aus: Immer wieder zahlen Firmen für geplante
Großprojekte Geld in eine Umweltstiftung und die Verbände verzichten
im Gegenzug auf eine Klage. Ein Prinzip, das hervorragend funktioniert
- zum Beispiel beim gigantischen Off-Shore-Windpark “Nordergründe”,
der im Wattenmeer vor Wangerooge geplant ist, bei der Emsvertiefung
für die Überführung riesiger Kreuzfahrtschiffe oder beim Ausbau des
Lübecker Flughafens.Ablasshandel statt Protest“Kuhhandel” – so nennen das aktive Naturschützer wie Manfred Knake,
der sich seit Jahrzehnten für den Vogelschutz in der Nordsee einsetzt:
“Die Funktionäre der Naturschutzverbände agieren derzeit völlig
abgehoben. Sie haben ihre Ziele aus den Augen verloren. Haben ihre
Anstrengungen verdoppelt, aber nicht Richtung Naturschutz, sondern in
Richtung Geld.”
Die Naturschutzverbände argumentieren, mit den Millionen aus der
Industrie könne man die Natur vor allem an anderer Stelle fördern -
mit Hilfe der Stiftungen. Ob das die Naturzerstörungen tatsächlich
ausgleichen kann, ist jedoch äußerst fraglich. Panorama über den
Ablasshandel der Umweltverbände.
Stand: 15.03.2012 09:41 weiter »
Windkraft aller Orten, als vorgeblich „umweltfreundliche Alternativenergie“ oder gar „saubere Energie“. Dieser Satz verdient ein dickes Fragezeichen. In den vergangenen zwanzig Jahren gerieten zunächst die küstennahen Landstriche von Nord- bis Ostfriesland unter die Windräder, mit ihnen verloren riesige Vogellebensräume an den Wattenmeernationalparks an Attraktivität für rastende Wat- und Schwimmvögel an der Küste; dann folgte die Erschließung der Binnenlandbereiche, bis in Landschaftsschutzgebiete hinein. Seit wenigen Jahren boomt die Offshore-Windenergienutzung, mit der Gefährdung von Meeressäugern und Zugvögeln und nicht zuletzt der Schiffsicherheit. Motor des Booms ist das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG), das den Betreibern satte Gewinne zu Lasten aller Stromkunden einfährt, eine gigantische haushaltsneutrale Subvention, die mit der Stromrechnung zusätzlich von den Stromkunden einbehalten wird, eine „Lizenz zum Gelddrucken“ für die Investoren. Wärmekraftwerke wie Gas- oder Kohlekraftwerke werden durch windabhängige Generatoren nicht überflüssig, im Gegenteil, je mehr Windkraftwerke ihren Strom unregelmäßig und vor allem nicht bedarfsgerecht ins Stromnetz einspeisen, umso mehr müssen Gas- oder Kohlekraftwerke ans Netz, um die notwendige Regelenergie zur Netzstabilität bereitzustellen; das sind Binsenwahrheiten, die sich allerdings und leider bisher nicht in jeden Haushalt herumgesprochen haben.
Aktuell werden die Wälder in Deutschland für die nimmersatte Windlobby geöffnet, da die Stellflächen in den bebauten Gebieten knapp werden und immer mehr Anliegerproteste, Naturschutzkonflikte und Gerichtsverfahren zu Genehmigungsverzögerungen oder -verhinderungen führen. weiter »
 "Abenteuer Weltnaturerbe": für wen?
Es nannte sich „Kooperationsgespräch“ und es ging wieder einmal nur ums Geld und die weitere Vermarktung des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer. In Cuxhaven wurde ein „Zuwendungsvertrag“ zwischen der Nationalparkverwaltung und der Stadt Cuxhaven geschlossen, es fließt Geld in das dortige Nationalparkhaus: Über fünf Jahre wird ein jährlicher Zuschuss von 145.000 Euro zugesichert. „Hierdurch können wir auch in Zukunft verstärkt und weiter verbessert über das Wattenmeer als Weltnaturerbegebiet und Nationalpark informieren und viele Menschen begeistern. Cuxhaven wird dadurch im großen Welterbegebiet eine zentrale Stellung einnehmen“, wird der Oberbürgermeister Dr. Getsch in der Pressemitteilung der Nationalparkverwaltung (s.u.) zitiert.
Cuxhaven ist, platt gesagt, pleite. Die Stadt hat ein “strukturelles” Haushaltsdezift von mehr als 30 Millionen Euro; ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor ist der Fremdenverkehr, die Vermarktung des “Weltnaturerbes” als Instrument der Sanierung der Stadtfinanzen liegt also nahe. Die Verbesserung der Naturschutzsituation in diesem Großschutzgebiet kann damit kaum gemeint sein.
Gemeint mit der „zentralen Stellung“ im „Weltnaturerbe“ sind auch die Ausweisung von Flächen für Kitesurfer in eigentlich dafür verbotenen Zonen des Nationalparks mit Hilfe von rechtlich fragwürdigen „Befreiungen“ und ein Schild an der Autobahn, das für das „Weltnaturerbe“ werben soll.
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