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Eisige Zeiten

Kalt ist es derzeit, nicht nur an der ostfriesischen Küste. Bei Temperaturen von bis zu minus 10 Grad Celsius weht ein eisiger und beißender Ostwind. Das Watt ist bereits vereist. Der Fährverkehr nach einigen Inseln wurde eingestellt, weil der Ostwind das Wasser aus den Fahrrinnen drückt und die Fähren nicht mehr genug Wasser unter dem Kiel haben. […]

Nach Starkregen: Sturzflut in Bensersiel – Stege und Boote beschädigt

Bensersiel, Hafen: beschädigte Steganlage und Sportboote, Foto: privat

In der Nacht vom 22. auf den 23. Juli 2017 kam es auch in Ostfriesland zu Starkregenfällen. Dabei liefen viele Keller voll und in tiefer liegende Häuser lief das Regenwasser durch die Türen. Eigentlich ist man in Ostfriesland auf Wasser „von oben“ durch das Netz der Entwässerungsgräben gut vorbereitet, wenn sie denn geräumt, nicht zugewachsen sind und rechtzeitig gesielt wird.

Das in Vorflutern, den „Tiefs“, und in kleineren Gräben gesammelte Oberflächenwasser wird über die Siele in die Nordsee geleitet. In dieser Nacht waren mannstiefe Entwässerungsgräben bereits bis an die Oberkante gefüllt, kleinere Gräben liefen hier und da über. Die Sieltore müssen zum richtigen Zeitpunkt geöffnet werden, damit es nicht zu Überschwemmungen kommt. Die Steuerung erfolgt in der Regel automatisch. Die zuständige Deich- und Sielacht Harlingerland in Esens hatte sich aber ausschließlich auf die automatische Steuerung der Hubtore verlassen. So öffneten diese bei ablaufenden Wasser mit dem Ebbstrom. Im Benser Tief, das das Wasser weiträumig aus den umliegenden Gräben aufnimmt, war der Pegelstand aber noch sehr hoch, wesentlich höher als auf der seeseitigen Seite der Hubtore. Beim Öffnen der Tore ergoss sich aus dem Benser Tief eine Sturzflut in den Hafen, die eine Steganlage und drei Sportboote beschädigte. Verletzt wurde dabei niemand.

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„Betreuungsjournalismus“: vom Westfernsehen zum Internet

Quelle: East Berlin childminders, with children and strollers, seated on a wall, 1984.jpg, Created: 1 August 1984,Wikipedia-CC BY-SA 3.0-File

Man kann ja durchaus anderer Meinung zu den geäußerten Ansichten im nachstehend vorgestellten Buch sein, aber die daraus zitierte Passage hat doch was:

„[…] Zu gut funktioniert eine Verschleierungsdynamik, bei der die Journalisten mehr Wert auf die Beachtung […]

Borkum: Polizei auf Elektro-Enduro unterwegs

Foto (C): Pressestelle Polizeidirektion Osnabrück

Auf Borkum fährt die Polizei jetzt mit einem Elektromotorrad, einer Enduro „Zero FX 6,5“. Das klingt zeitgeistig zwar gut, ist aber sehr teuer. Kosten der E-Enduro mit Zusatzladegerät: ca. 13.000 Euro, vom Steuerzahler bezahlt. Dafür bekommt man ca. drei schadstoffarme Verbrennungsmaschinen (Hubraum 250 ccm oder 125 ccm). Vorteil des Elektromotorrades: Es ist leise, es gibt keine Kette, kein Getriebe und keine Kupplung, der Antrieb erfolgt über einen Riemen. Immerhin gibt der Hersteller die Lebensdauer des Antriebs mit ca. 300.000 km an, das wäre beachtlich. Ob die Maschine diese Laufleistung in sandiger und salzhaltiger Umgebung – auch mit spezieller Abdichtung der Elektrik für den Inseleinsatz – jemals erreichen wird, bleibt abzuwarten.

Der Strom für den Elektromotor wird jedoch entgegen landläufig verbreiteter Meinung nicht schadstofffrei erzeugt, in der Regel von Wärmekraftwerken, die Kohle, Uran oder Gas verbrennen, der Anteil der Windenergie bei der Bruttostromerzeugung liegt bei ca. 14 Prozent; getrennte Stromleitungen für die Wind- oder Solarenergie gibt es nicht. weiter »

Nearshore-Windpark Nordergründe wächst am Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer

Blick von Wremen/LK Cuxhaven über den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmmer Richtung Windpark Nordergründe, Foto (C): Ingrid Marquardt/Wattenrat Ostfriesland

Blick von Wremen/LK Cuxhaven über den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer Richtung Windpark Nordergründe, im Vordergrund rechts das Nationalparkschild, Foto (C): Ingrid Marquardt/Wattenrat Ostfriesland

Weitgehend unbemerkt von der Medienberichterstattung wird derzeit am Near-Shore Windpark Nordergründe nur ca. 560 Meter vom Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer (EU-Vogelschutzgebiet und „Weltnaturerbe“) gebaut. Hier entstehen 18 Windenergieanlagen vom Typ Senvion 6.2M126, mit einem Rotordurchmesser von 126 Metern, Gesamthöhe ca. 160 Meter und einer Nennleistung von jeweils 6,15 MW, in der Vogelzugroute und an einem stark befahrenen Schifffahrtsweg. Naturschutzfachliche Empfehlungen gehen von 1.200 Abständen von Windenergieanlagen zu Vogelschutzgebieten aus („Helgoländer Papier“ und „Arbeitshilfe Naturschutz und Windenergie“ des Niedersächsischen Landkreistages). Aber in den Hauptvogelzurouten ist auch das nicht sicher für die Vögel. Bei unsichtigem Wetter wie Nebel, Starkregen oder Schneetreiben werden mit Sicherheit ungezählte Zugvögel mit den Rotoren kollidieren und zu Tode kommen.  weiter »

Festtagspause…

…Es gäbe noch so viel zu berichten, aber wir machen Pause, schöpferisch natürlich.

Ruhige Festtage und ein gutes neues Jahr 2016 wünscht der Wattenrat Ostfriesland allen Leserinnen […]

Windenergie und Abstandsempfehlungen für Vögel: Neues vom „Helgoländer Papier“

Alpenstrandläufer im Weltnaturerbe und Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, Dollart Foto (C): Eilert Voß

Alpenstrandläufer im Weltnaturerbe und Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, Dollart Foto (C): Eilert Voß

Am 17. März 2015 veröffentlichten wir den Beitrag „Windenergie und Vogelschutz: ´Helgoländer Papier´ weiter unter Verschluss (mit Update: nun doch veröffentlicht!)“, der das sog. „Helgoländer Papier“ der Länder-Arbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten „Abstandsempfehlungen für Windenergieanlagen zu bedeutsamen Vogellebensräumen sowie Brutplätzen ausgewählter Vogelarten“ zum Inhalt hatte. Die „Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen“ (EGE) hat das Thema erneut aufgegriffen, mit überraschenden Anmerkungen. Ganz nebenbei, mit der Insel Helgoland hat das Papier nur wenig zu tun, dass wusste noch nicht einmal der Windkraftafficionado und grüner NRW-Umweltminister Johannes Remmel, der sich damit im WDR-Fernsehen am 05. Oktober 2014 blamierte und sich uninformiert gab.

Einflüsterer für den für die Windenergiewirtschaft vorteilhaften „Windenergieerlass“ in Nordrhein-Westfalen war übrigens der damalige NRW-Umweltstaatssekretär Udo Paschedag (Grüne). weiter »

Rotorguillotine: tote Bussarde im Windpark Üssinghausen, LK Diepholz/NDS

Bussardkopf, enthauptet durch eine Windkraftanlage im Windpark Üssinghausen/LK Diepholz/NDS, 25. März 2015

Bussardkopf, enthauptet durch eine Windkraftanlage im Windpark Üssinghausen/LK Diepholz/NDS, 25. März 2015

Zwei Bussarde, ca. 3 Jahre alt, wurden im Windpark Üssinghausen im LK Diepholz/NDS tot gefunden. Die Verletzungen deuten eindeutig auf eine Rotorkollision hin. Man kann Bussarde – und andere Greifvögel – häufig dabei beobachten, wie sie gezielt die Rotoren anfliegen. Es hat den Anschein, dass sie mit den Rotoren „spielen“, also diese immer wieder an- und darum herumfliegen. Da sich die Rotoren aber mit der Geschwindigkeit von Hubschrauberrotoren bewegen – was durch den enormen Durchmesser der Windkraftrotoren aber eher langsam erscheint – registrieren die Vögel nicht schnell genug, dass ständig ein Rotorblatt auf- oder absteigt und werden schließlich erschlagen. weiter »

Schwerölstinker, nicht nur ein Imageproblem

Meyer Werft-Neubau 2014(!) des Kreuzfahrtschiffes "Quantum of the Seas"

Dieselbetriebene Schiffe sind Stinker, man sieht es an den rußenden Abgasfahnen. In den riesigen Schiffsmotoren der großen Fracht- und Kreuzfahrtschiffe wird in der Regel Schweröl (HFO = Heavy Fuel Oil oder Handelsbezeichnung Bunker C) verbrannt, Rückstände aus der Erdölverarbeitung. Schweröle sind der nicht mehr verdampfbare Teil (der sog. „Sumpf“) aus erdölverarbeitenden Produktionsprozessen. Die dunklen Abgase haben es in sich: Sie enthalten unter anderem Schwefeloxide (SOx), Stickoxide (NOx), Rußpartikel und große Mengen Feinstaub. Dazu kommen Schwermetalle und Ascheanteile. Damit HFO überhaupt gepumpt und verbrannt werden kann, muss es vor der Einspritzung in die Zylinder auf 140 Grad Celsius erhitzt werden. Da die Nordsee nach dem Meeresschutzabkommen MARPOL eine Sonderzone ist, darf der Schwefelanteil des HFO max 1% betragen, ausserhalb solcher Gebiete 4,5%.

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