Spendenaufruf

Liebe Leserinnen und Leser,

vor zwei Jahren erfolgte auf der Wattenrat-Seite der letzte Spendenaufruf. Damals konnte mit dem eingegangenen Geld defekte Computer-Hardware ersetzt werden; ein Datensicherungssystem, eine aktuelle Fotobearbeitungssoftware und notwendiges Büromaterial wurden beschafft. Viele Handelsregisterauszüge, die Verflechtungen von Politikern und Verwaltungsbeamtung mit der Windkraftnutzung belegen, wurden kostenpflichtig angefordert. Der Name „Wattenpresse“ wurde kostenpflichtig beim […]

Nearshore-Windpark Nordergründe wächst am Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer

Blick von Wremen/LK Cuxhaven über den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmmer Richtung Windpark Nordergründe, Foto (C): Ingrid Marquardt/Wattenrat Ostfriesland

Blick von Wremen/LK Cuxhaven über den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer Richtung Windpark Nordergründe, im Vordergrund rechts das Nationalparkschild, Foto (C): Ingrid Marquardt/Wattenrat Ostfriesland

Weitgehend unbemerkt von der Medienberichterstattung wird derzeit am Near-Shore Windpark Nordergründe nur ca. 560 Meter vom Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer (EU-Vogelschutzgebiet und „Weltnaturerbe“) gebaut. Hier entstehen 18 Windenergieanlagen vom Typ Senvion 6.2M126, mit einem Rotordurchmesser von 126 Metern, Gesamthöhe ca. 160 Meter und einer Nennleistung von jeweils 6,15 MW, in der Vogelzugroute und an einem stark befahrenen Schifffahrtsweg. Naturschutzfachliche Empfehlungen gehen von 1.200 Abständen von Windenergieanlagen zu Vogelschutzgebieten aus („Helgoländer Papier“ und „Arbeitshilfe Naturschutz und Windenergie“ des Niedersächsischen Landkreistages). Aber in den Hauptvogelzurouten ist auch das nicht sicher für die Vögel. Bei unsichtigem Wetter wie Nebel, Starkregen oder Schneetreiben werden mit Sicherheit ungezählte Zugvögel mit den Rotoren kollidieren und zu Tode kommen.  weiter »

Festtagspause…

…Es gäbe noch so viel zu berichten, aber wir machen Pause, schöpferisch natürlich.

Ruhige Festtage und ein gutes neues Jahr 2016 wünscht der Wattenrat Ostfriesland allen Leserinnen […]

Windenergie und Abstandsempfehlungen für Vögel: Neues vom „Helgoländer Papier“

Alpenstrandläufer im Weltnaturerbe und Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, Dollart Foto (C): Eilert Voß

Alpenstrandläufer im Weltnaturerbe und Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, Dollart Foto (C): Eilert Voß

Am 17. März 2015 veröffentlichten wir den Beitrag „Windenergie und Vogelschutz: ´Helgoländer Papier´ weiter unter Verschluss (mit Update: nun doch veröffentlicht!)“, der das sog. „Helgoländer Papier“ der Länder-Arbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten „Abstandsempfehlungen für Windenergieanlagen zu bedeutsamen Vogellebensräumen sowie Brutplätzen ausgewählter Vogelarten“ zum Inhalt hatte. Die „Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen“ (EGE) hat das Thema erneut aufgegriffen, mit überraschenden Anmerkungen. Ganz nebenbei, mit der Insel Helgoland hat das Papier nur wenig zu tun, dass wusste noch nicht einmal der Windkraftafficionado und grüner NRW-Umweltminister Johannes Remmel, der sich damit im WDR-Fernsehen am 05. Oktober 2014 blamierte und sich uninformiert gab.

Einflüsterer für den für die Windenergiewirtschaft vorteilhaften „Windenergieerlass“ in Nordrhein-Westfalen war übrigens der damalige NRW-Umweltstaatssekretär Udo Paschedag (Grüne). weiter »

Rotorguillotine: tote Bussarde im Windpark Üssinghausen, LK Diepholz/NDS

Bussardkopf, enthauptet durch eine Windkraftanlage im Windpark Üssinghausen/LK Diepholz/NDS, 25. März 2015

Bussardkopf, enthauptet durch eine Windkraftanlage im Windpark Üssinghausen/LK Diepholz/NDS, 25. März 2015

Zwei Bussarde, ca. 3 Jahre alt, wurden im Windpark Üssinghausen im LK Diepholz/NDS tot gefunden. Die Verletzungen deuten eindeutig auf eine Rotorkollision hin. Man kann Bussarde – und andere Greifvögel – häufig dabei beobachten, wie sie gezielt die Rotoren anfliegen. Es hat den Anschein, dass sie mit den Rotoren „spielen“, also diese immer wieder an- und darum herumfliegen. Da sich die Rotoren aber mit der Geschwindigkeit von Hubschrauberrotoren bewegen – was durch den enormen Durchmesser der Windkraftrotoren aber eher langsam erscheint – registrieren die Vögel nicht schnell genug, dass ständig ein Rotorblatt auf- oder absteigt und werden schließlich erschlagen. weiter »

Schwerölstinker, nicht nur ein Imageproblem

Meyer Werft-Neubau 2014(!) des Kreuzfahrtschiffes "Quantum of the Seas"

Dieselbetriebene Schiffe sind Stinker, man sieht es an den rußenden Abgasfahnen. In den riesigen Schiffsmotoren der großen Fracht- und Kreuzfahrtschiffe wird in der Regel Schweröl (HFO = Heavy Fuel Oil oder Handelsbezeichnung Bunker C) verbrannt, Rückstände aus der Erdölverarbeitung. Schweröle sind der nicht mehr verdampfbare Teil (der sog. „Sumpf“) aus erdölverarbeitenden Produktionsprozessen. Die dunklen Abgase haben es in sich: Sie enthalten unter anderem Schwefeloxide (SOx), Stickoxide (NOx), Rußpartikel und große Mengen Feinstaub. Dazu kommen Schwermetalle und Ascheanteile. Damit HFO überhaupt gepumpt und verbrannt werden kann, muss es vor der Einspritzung in die Zylinder auf 140 Grad Celsius erhitzt werden. Da die Nordsee nach dem Meeresschutzabkommen MARPOL eine Sonderzone ist, darf der Schwefelanteil des HFO max 1% betragen, ausserhalb solcher Gebiete 4,5%.

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Wikipedia, der Wattenrat und die „Black List“

In eigener Sache: Der Wattenrat steht auf der „Schwarzen Liste“ eines Spamfilters bei Wikipedia. Auf die Liste kommt man, „um massenhafte (oder wiederholte) Verlinkungen einzudämmen, die von mehreren Usern ausgehen, ohne dass Konsens bzgl. der Aufnahme der Links besteht und ohne dass eine Ansprache der User Erfolg hatte…“ Beim Versuch, in die „Diskussion“ beim Wikipedia-Artikel über das Meyer-Schiff „Quantum of the Seas“ einen Beitrag zur Wattenrat-Seite zu verlinken, kam es an den Tag. Weder ist der Wattenrat bei Wikipedia „massenhaft“ verlinkt noch erfolgte irgendeine „Ansprache“. Wer also hat ein Interesse, den Wattenrat auf die Black List zu setzen? weiter »

Gequirlte Scheiße bei roter Flagge: Wilhelmshaven an der Kot de l´Or

Eigentlich olle Kamellen, aber der besonderen Art: Bereits im November 2006 berichteten wir über „Goldbolzen“, also Fäkalien, die am Wilhelmshavener Südstrand jährlich bis zu 60 mal ungeklärt in den Jadebusen und so auch in den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer gelangten. Ursache ist die unzureichende Kapazität der Kläranlage der Stadt, die gerne einmal überläuft. Das Problem: Am Südstrand wird auch gebadet, in brauner Soße, garniert mit Slipeinlagen und anderen festen Igitt-Hinterlassenschaften. Wird eingeleitet, geht zur Warnung der Badenden die rote Flagge hoch. Was uns verborgen blieb: Auch das Fernsehen, in diesem Falle der NDR, griff bereits 2007 in der Satiresendung „extra 3“ diese unappetitliche Angelegenheit auf und interviewte den Umweltdezernenten der Stadt, Dr. Jens Graul. Das muss man gesehen haben! Auf der WebSeite von „Gegenwind“  in Wilhelmshaven kann man das bemerkenswerte Interview nachlesen, und auf YouTube auch in Gänze hier ansehen, wohl bekomm´s. Die taz griff das Thema vor einem Jahr noch einmal auf. weiter »

Reimar Campen verstorben: ein Nachruf

Reimar Campen, 2008 auf einer Bootstour auf der Ems

Erst jetzt erreichte den Wattenrat die Nachricht vom Tode von Reimar Campen aus Norden, der bereits am 12. Mai 2012 im Alter von fast 84 Jahren starb. Er wurde am 27. Juni 1928 auf Norderney geboren. Reimar Campen war ein „Urgestein“ im ostfriesischen Natur- und Umweltschutz. Als gelernter Bootsbauer fuhr er als Schiffzimmermann zur See. Später übernahm er den elterlichen gastronomischen Betrieb auf Norderney und übte diese Tätigkeit von 1960 bis 1981 aus. Durch unklare Rechts- und Besitzverhälnisse musste er diese Tätigkeit zwangsweise aufgeben und wurde dadurch erwerbslos. Er zog aufs Festland nach Norden und lebte hier zusammen mit seiner Ehefrau. weiter »

Landtagswahlen 2013 in Niedersachsen: kein Grund zum Jubeln, Nichtwähler relativieren das Ergebnis

Die Niedersachsenwahl in absoluten Zahlen: Wer repräsentiert hier eigentlich wen?

Gefunden bei der „Nachrichtenpolizei“ am 21. Januar 2013, und mit deren Erlaubnis kopiert und hier veröffentlicht: http://www.nachrichtenpolizei.de/
Jan 21, 2013

Nichtwähler größte Fraktion bei Wahl in Niedersachsen

Was für eine Wahl, betretene Gesichter auf der einen, und jubelnde Sieger auf der anderen Seite. Schwarz-Gelb wird abgelöst, Rot-Grün triumphiert. Breites Grinsen bei den Wahlsiegern. Sogar die FDP freute sich ob ihrer “9,9 Prozent”. Das sah in Umfragen kürzlich noch ganz anders aus. Doch das gestrige Wahlergebnis ist für die Politik alles andere als ein Grund zur Freude. Satte 40,6 Prozent hielten es nämlich nicht für nötig, überhaupt eine Stimme abzugeben. Sei es nun aus Frust oder Gleichgültigkeit. Solange die stärkste Fraktion immer noch die Nichtwähler sind, sollte sich manch ein Politiker und mach eine Politikerin fragen, wie es wirklich um “Volkes Wille” steht. Dabei hilft diese leicht angepasste Grafik des gestrigen Wahlergebnisses. weiter »