Deichbau bei Campen, LK Aurich: Wie man aus der Not eine Tugend machte

Gemähter Bereich im Vorland Campen, Februar 2015. Foto: NLWKN

Gemähter Bereich im Vorland Campen, Februar 2015. Foto: NLWKN

Die Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven preist die Renaturierung eines ehemaligen Spülfeldes in der strengsten Schutzzone bei Campen im Landkreis Aurich. Renaturierung klingt gut, ist es eigentlich auch. Nur wäre es dazu wohl nie gekommen, hätte man nicht Sand, jawohl Sand!, für die Deichverstärkung im nahen Upleward gebraucht. Der Sand wird als Kern für Deiche eingebracht, der dann mit einer Schicht aus elastischem, weitgehend wasserresistenten Kleiboden abgedeckt wird, damit der Deich nicht wie ein Kartenhaus zusammenbricht. Vor ca. dreißig Jahren wurden in das Deichvorland bei Campen große Mengen Spülgut gepumpt, illegal soll das gewesen sein, durch das Wasserschifffahrtssamt, nichts Seltenes im Lande, wenn sich Behörden Rechte herausnehmen, die sich gar nicht haben. weiter »

Leuchtturm: Campen will Paris werden

Leuchtturm Campen, Gem. Krummhörn, LK Aurich

Im Dorf Campen, Gemeinde Krummhörn, LK Aurich, will man mit Paris gleichziehen, wegen des Fremdenverkehrs. In Campen steht ein Leuchtturm, der höchste Deutschlands, direkt am „Weltnaturerbe“ Wattenmeer. Er dient als weithin sichtbare Tagesmarkierung an der Ems und wird nachts als Leitfeuer zur Fahrt durch das Randzelgat in der Westerems vor Borkum befeuert. Und er steht und nicht weit von einer herausragenden Brut- und Rastfläche in der strengsten Schutzzone des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer, der auch „Weltnaturerbe“ ist. Der Leuchtturm soll nun für den Tourismus aufgemotzt und zusätzlich auch noch angestrahlt werden, man will einen „Eiffelturm“ im Dorfe, so ein Campener Bürger. Nur ist Campen nicht Paris und wird es auch nicht werden. In Paris werden durch den Eiffelturm keine Brut- oder Rastvögel in einem Schutzgebiet gestört. In Campen wäre das der Fall, denn hell erleuchtete Objekte an Zugrouten von Zugvögeln werden leicht zu Todesfallen. Ohnehin verunglücken schon viele geblendete Tiere leicht an den Leuchtfeuern, die der Schiffssicherheit dienen. Die zusätzliche Spaßbeleuchtung wird das Problem für die Tiere verschärfen. Die Tourismusmacher der Gemeinde Krummhörn haben sich schon andere „Späße“ an diesem Ort ausgedacht und mit Hilfe der Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven umgesetzt: Kitesurfer, auch ungeübte Kiteschüler, dürfen in unmittelbarer Nähe der Rast- und Brutfläche, eine natürlich gewachsene Muschelschillbank, in Upleward ihren Sport ausüben und vertreiben auch so die geschützten Vögel von ihren geschützten Flächen. Alles ist möglich im Tourismus-Spielplatz „Weltnaturerbe“, nur kein ordentlicher und fachlicher Naturschutz.

 

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Sandregenpfeifer: NABU und Nationalparkverwaltung: „Erfolgsmeldung“ von der Gelegefront

Der NABU feiert zusammen mit der Nationalparkverwaltung den Bruterfolg des hochgradig gefährdeten Sandregenpfeifers mittels Drahtkäfigen auf der Muschelschillbank bei Campen/Upleward in der Krummhörn, LK Aurich. Diese „Erfolgsmeldung“ verschleiert aber in  Wirklichkeit das jährliche Desaster für diese Watvogelart nicht nur an dieser Stelle. Sandregenpfeifer, genau wie Seeregenpfeifer und Zwergseeschwalben,  finden kaum noch ungestörte Brutplätze am Watt. Der Brutbestand des Sandregenpfeifers ist innerhalb weniger Jahre auf weniger als 100 Brutpaare in Niedersachsen abgesunken, aber nicht wegen Hochwasser an den Brutplätzen oder Fressfeinden, damit lebt die Art seit ihrer Entstehung.

Von den Stränden vertrieben: Sandregenpfeifer

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