Wasservogeljagd in Schutzgebieten: Gänsewachtbericht 2014/2015 und 2013/2014

Jagd an Gewässern mit verbotenem Bleischrot. Foto (C): Eilert Voß

Jagd an Gewässern mit verbotenem Bleischrot. Foto (C): Eilert Voß

Der landespolitische Berg kreiste und gebar eine Maus: Vollmundig hatte Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) eine Novellierung des Jagdgesetzes mit der Abschaffung der Jagd auf Zugvögel in den europäischen Vogelschutzgebieten angekündigt. Herausgekommen ist dabei wenig: Die Änderung des Jagdgesetzes wird auf den Sankt-Nimmerleinstag verschoben, die Abschaffung der Jagd in Schutzgebieten wurde zur Intervall-Jagd umdeklariert, nun wird nur noch im zweiwöchigen Turnus in den Schutzgebieten getötet. Erfreulich:  Die Verwendung von Bleischrot wurde völlig verboten, wer das kontrolliert, ist eine andere Frage. Und in Zukunft dürfen Jäger auch mit Schalldämpfern schießen, was allerdings für Spaziergänger nicht ungefährlich ist. Gescheitert ist Minister Meyer am Koalitionspartner SPD, die sich faktenblind an die Hobbyjäger angebiedert hat. Die Landtagsabgeordnete und SPD-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Johanne Modder, hat zusammen mit schießfreudigen Genossen eine tatsächliche Wende zum Besseren verhindert, sie stammt aus dem zugvogelreichen Rheiderland in Ostfriesland, dort, wo Bauern wegen tatsächlicher oder vermeintlichger Fraßschäden politischen Druck ausüben. Bauern, die am Vertragsnaturschutz teilnehmen, bekommen aber 250 Euro/ha/a Ausgleich, egal ob Fraßschäden aufgetreten sind oder nicht. weiter »

Nachrichten aus dem ostfriesischen Sommerloch 2013

von Manfred Knake

Wer in diesen Tagen die Lokalzeitungen an der ostfriesischen Küste liest, kann den Eindruck bekommen, in Ostfriesland ist Dauerjahrmarkt angesagt, man feiert sich einen Wolf: Schützenfest in Esens, Weinfest in Aurich, Bürgermarkt in Wittmund, Spiel ohne Grenzen in Spetzerfehn, Hafenfest in Emden, Stadtfest in Leer, um nur ein paar der zahlreichen Bespaßungsaktionen mit Massenauftrieben zu nennen.  Die Lokalpresse zelebriert derzeit überwiegend Brot und Spiele. Ist das schon eine Variante der „spätrömischen Dekadenz“ zur Sedierung des Volkes, die nun auch die ostfriesische Halbinsel erreicht hat?

Aber das Sommerloch bot bisher weitaus mehr, vor allem Politisches und Windiges: weiter »

Die Jagd und der Landwirtschaftsminister: Zitatfälscherei als Nachrichtengeschäft, eine Richtigstellung

Umweltpädagogik? Vater mit Tochter auf Zugvogeljagd in einem Vogelschutzgebiet an der Ems, Dez. 2012

Die Pressemitteilung der Gänsewacht und des Wattenrates zum Besuch des neuen Agrarministers der Bündnisgrünen in Niedersachsen bei den Celler Freizeitjägern am 02. März schlug heftige mediale und interne Wellen im Lande, die bis zum Wattenrat zurückfluteten. Ins Boot gehen sollte jetzt der Redakteur für Politik bei der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, Klaus von der Brelie, der für seine Zeitung am 03. März u.a. so berichtete:

HAZ, online, 03. März 2013

Agrarminister Christian Meyer reicht Jägern die Hand

Von Klaus von der Brelie

[…] „Manchmal, etwa in Naturschutzgebieten, sei sogar mehr Jagd erforderlich […]“

weiter »

Landwirtschaftsminister Meyer (Grüne) und die Jagd: Kehrtwendung nach der Wahl?

Pressetermin zur Wasservogeljagd in Schutzgebieten, Januar 2012: Eilert Voß (Bildmitte) im Gespräch mit Christian Meyer (rechts am Tisch)

Vor etwas mehr als einem Jahr luden die Grünen der Stadt Emden den damaligen landwirtschaftlichen Sprecher der niedersächsischen Landtagsfraktion der Grünen zu einer Informationsveranstaltung zur Wasservogeljagd in Schutzgebieten an der Ems ein. Der Wattenrat berichtet seit Jahren über die Jagd auf Zugvögel in Natur- und EU-Vogelschutzgebieten an Ems, wo auch bei Nacht, Nebel und Schneetreiben mit an Gewässern verbotener Bleischrotmunition geschossen wird. Damals, bei dem Pressetermin in Petkum an der Ems, hatten alle Beteiligten den Eindruck, Christian Meyer würde sich für die Abschaffung der Jagd in Naturschutzgebieten einsetzen. Nun ist Christian Meyer Landwirtschaftsminister in Niedersachsen. Umso überraschender war daher die Nachricht in der Hannoverschen Allgemeinden Zeitung, Meyer sei kein Gegner der Jagd in Naturschutzgebieten. Diese Äußerungen fielen bei seinem Antrittsbesuch bei der Niedersächsischen Landesjägerschaft am 03. März 2013 in Bergen bei Celle. weiter »