Rheiderland: Bauern wollen Gänse vertreiben

Gänsescheuchen an der Ems, Fot (C): Eilert Voß

Gänsescheuchen an der Ems, Foto (C): Eilert Voß

Bauern aus dem Rheiderland (Landkreis Leer) haben angekündigt, die hier überwinternden Gänse zu verscheuchen. Die Bauern geben vor, dass die Gänse das Gras wegfressen oder die Ländereien verkoten („schwattmaken“) und dadurch erhebliche Fraßschäden auftreten. In der Tat können gerade bei nasser Witterung Fraß-oder Trittschäden am Wintergetreide vorkommen, aber diese Schäden müssen fachlich begutachtet werden. Es kam auch schon vor, dass Frostschäden den Gänsen als Fraßschäden in die Schnäbel geschoben wurden.

Ostfriesen Zeitung, Rheiderland, 22.03.2016
Wildgänse sollen „den Abflug machen“ […] Für sie ist jetzt Schluss mit lustig: 20 Landwirte aus dem Rheiderland wollen die Initiative ergreifen und Wildgänse ab dem 1. April von ihren Ländereien vertreiben. Die nordischen Gastvögel haben die Gastfreundschaft der Landwirte überstrapaziert. […]

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Gänse in Ostfriesland: dreiste Lügenbauern

Nicht die Gänse, sondern die Intensivlandwirtschaft sorgt für die Überdüngung, Vernichtung der Gelege der Bodenbrüter und die Bodenverdichtung. Hier (Ems, Terborg) wird Gülle sogar verbotenerweise beim strengem Frost ausgebracht!

In jedem Jahr die die gleiche Leier der im Verein „Gänsemarsch“ organisierten ostfriesischen Bauern:

Zitat: „Weil die Gänse auf den Feldern ´Tabula rasa´ veranstalteten, können die Bodenbrüter nicht mehr brüten´. Zudem würden Hasen und Fasane verscheucht. […] ´Wenn wir in jedem Dorf jemanden einstellen und ihn dafür bezahlen, die Gänse zu verjagen, haben wir keine Probleme.´ „ (siehe  .pdf, Ostfriesischer Kurier, Norden, vom 16. Oktober 2014, veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Redaktion) OK_Gaense_16. Okt. 2014

In diesem dümmlichen Stil geht die Bauernhetze gegen wildlebende Gänse in Ostfriesland weiter. Ziel: noch mehr Geld für tatsächliche (die niemand leugnet) oder vermeintliche Fraßschäden. Wer, mit Verlaub, so dämlich argumentiert, muss sich nicht wundern, nicht mehr ganz ernst genommen zu werden. weiter »

Gänse: wegknallen und totschießen – Bauern wollen Jagdausweitung – Grüne zeigen Verständnis

An Ärger gewöhnt: Graugänse im LK Aurich neben scharf gestelltem Knallapparat (links im Bild)

Man lässt es knallen auf dem Lande, aus den gasbetriebenen Knallapparaten und den Flinten: Artikel 5 der EU-Vogelschutzrichtlinie, Teil der für alle Mitgliedsstaaten verbindlichen Natura-2000-Richtlinien, verbietet das absichtliche Stören von wildlebenden Vögeln, insbesondere während der Brut- und Aufzuchtzeit. “Insbesonders“ heißt aber nicht „nur“, die Richtlinie gilt also auch während der Zugzeit. Es gibt Bauern, die das mit Hilfe des Landes Niedersachsen ignorieren, obwohl sie Direktzahlungsempfänger, vulgo Subventionsempfänger der EU sind. Vor allem Gänse und Tauben werden mit gasbetriebenen „Knallapparaten“ von den Ländereien verscheucht und von Freizeitjägern bejagt, auch in EU-Vogelschutzgebieten. weiter »

Gänse im Rheiderland: Botulismus und „Bullshit“

Nonnengänse auf Grünland, mittendrin eine Blässgans, Foto (C): Knake

Der jährliche Gänsezug und abertausende überwinternde nordische Gänse aus Russland und Skandinavien im Rheiderland/LK Leer sind ein beeindruckendes Erlebnis für jeden Naturfreund. Für Gerd Koch von der „Allgemeinen Wählergemeinschaft“ (AWG) im Kreistag von Leer sind diese Tiere wohl eher Ungeziefer: Er warnte in der Ostfriesen Zeitung vor einem „erheblichen Gesundheitsrisiko für die Bevölkerung“ durch „massenhaft überwinternde Gänse“.

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