 Bei starkem Wind und Regen, 01. Januar 2013: Silvesterfeuerwerk am Strand von Dornumersiel/LK Aurich
Böllern ist im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer nicht erlaubt. Raketen, Lärm und Lichtblitze vertreiben weiträumig auch die streng geschützten, jedoch kaum bekannten Vogelarten von ihren Nahrungs- und Rastplätzen im Großschutzgebiet und „Weltnaturerbe“. Seit Jahren weist der Wattenrat Ostfriesland darauf hin. Gestern war es wieder soweit, in der Silvesternacht krachte und blitzte es an vielen Orten im und am Nationalpark. Die Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven hatte bereits am 21. Dezember in einer Pressemitteilung auf das Böllerverbot aufmerksam gemacht: weiter »
 Screeenshot: Quelle: Ostfriesen Zeitung, online, 05. Mai 2012
In der finanziell klammen Gemeinde Dornum/LK Aurich hat man Großes vor. Teile des vorgelagerten Küstenbadeortes Dornumersiel sollen unter Glas verschwinden, mit ihm ein Hafen, so jedenfalls ein Konzept der Hamburger Agenturen GBP Projekt und Profund Consult, das am 03. Mai im Reethaus in Dornumersiel vorgestellt wurde. Lockere 35 Millionen soll die Disneyland-Treibhausnummer kosten, von denen Dornum 5 Millionen an Fördergeldern einwerben will; 30 Millionen sollen von Investoren kommen, die noch niemand kennt. Vielleicht darf es gleich ein neuer Name für Dornumersiel sein: Kängurusiel , weil man wieder einmal große Sprünge machen will, ohne etwas im Beutel zu haben! weiter »
 Tourismus GmbH Dornum/LK Aurich: Beantragte Fläche für Kitesurfer in der Zwischenzone des Nationalparks
Nägel mit Köpfen und völlig unberührt von der geltenden Rechtslage schaffte die „Tourismus GmbH“ in Dornum im Landkreis Aurich mit ihrem Geschäftsführer Rolf Kopper schon mal Fakten für die Zielgruppe der Kitesurfer im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Auf der WebSeite des Fremdenverkehrsortes Dornum wird das Kitesurfen im Watt vor dem Badestrand seit langer Zeit beworben. [#edit 10. Dez. 2011: Die WebSeite wurde inziwschen abgeändert, der Beitrag wurde entfernt.]
 Quelle: Sreenshot Dornum, November 2011, inzwischen von der WebSeite entfernt
Surfen
Freizeitsportler lieben die Herausforderung und kommen auf der Nordsee voll und ganz auf Ihre Kosten. Auch vor den Stränden in Dornumersiel und Neßmersiel ist surfen möglich. Vom Strand aus geht es dann direkt in die Fluten. Die Nordseewellen lassen das Surferherz höher schlagen und sind für viele Windsportarten ideal. So tummeln sich in Dornumersiel und Neßmersiel nicht nur Windsurfer, sondern auch Kitesurfer oder auch an Land die Kitelandboarder.
Den Antrag auf eine Kiterfläche stellte die Kommune bei der Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven bereits 2009, entschieden wurde bis heute noch nichts. Seit Jahren wird in Dornumersiel illegal im Wattenmeer in den dafür verbotenen Zwischen- und Ruhezonen gesurft. Auf Anfrage des Wattenrates bestätigte der Geschäftsführer der Tourismus GmbH, dass es derzeit lediglich einen “Dialog um die Kitesurf-Situation” mit der Nationalparkverwaltung gäbe. Und als diese Dreistigkeit in der Presse publik gemacht wurde (unter schonendster Berichterstattung für die Gemeinde Dornum!), wurde auch die Nationalparkverwaltung wieder aktiv. Dabei wurden von der Tourismus GmbH längst inzwischen weitere Fakten geschaffen:
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Seehund mit Farbanomalie
Dieser junge Seehund lag nachmittags am 05. November 2011 an der Fahrrinne weit vor dem Hafen von Dornumersiel. Auffällig war sein weißes Gesicht, wie ein Maske. Es handelt sich um Genstörung, die zu dieser Farbanomalie führte. Völlig weiße Tiere können Albinos sein, wie bei den bekannten weißen Mäusen mit den roten Augen. Bei [...]
 Dornumersiel: Nationalparkplatz mit Ringelgänsen
So langsam nähert sich die Tourismussaison dem Ende, es wird ruhiger im und am Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, bis Weihnachten, wenn der Ansturm erneut einsetzt. Die Massen, die jährlich die Küste besuchen, machen auch da Urlaub, wo es oft schon „besetzt“ ist, und zwar von denen, für die der Nationalpark eigentlich eingerichtet wurde, z.B. für rastende Zugvögel wie diese Ringelgänse aus Sibirien, die hier seit Anfang September durchziehen oder verweilen, bis das Nahrungsangebot erschöpft ist. Die Qualität der Rastgebiete hat vielerorts trotz des Status „Nationalpark“ oder „Weltnaturerbe“ abgenommen. weiter »
 Salzwiese bei Dornumersiel (LK Aurich): links Quecke, rechts Strandaster
Diese Salzwiese vor dem Seedeich östlich von Dornumersiel im LK Aurich hat sich innerhalb nur eines Jahres prächtig entwickelt, auf einem Teilbereich. Große Flächen des oberen Teils der Salzwiese waren und sind nach wie vor mit der Strandquecke ((Agropyron litorale) überwachsen und verdienen den Namen „Salzwiese“ gar nicht mehr, weil die typischen Pflanzen der Salzwiese weitgehend fehlen. Ursache ist die starke Entwässerung durch senkrecht zum Seedeich in Richtung Watt verlaufende Gräben („Grüppen“) und die fehlende extensive Beweidung als „Pflegeschnitt“.
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 Der Mastenwald im Yachthafen Dornumersiel
Immer wenn Umweltminister Sander irgendwelche Nutzergruppen an der Küste besucht, geht es auch ums Geld. Anfang Mai war Hans-Heinrich Sander („H2S“) in Dornumersiel am „Weltnaturerbe“ Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer zu Gast. Dort nutzte man sofort die Gunst der Stunde und des Ministers, um ihn um Geld anzugehen. Mit bekannt bauernschlauer Kumpanei statt sachorientierter Politik kam Sander auch gleich zur Sache. Er “dachte laut nach”, ob man die Instandsetzungskosten für den privaten Dornumersieler Yachthafen teilweise aus Mitteln für den Küstenschutz, also aus Steuergeldern, finanzieren könnte. Dafür sind die Mittel aber zweifellos nicht gedacht, auch wenn man die Maßnahme trickreich als “Küstenschutz” verkauft, das würde bei anderen Sportboothäfen Schule machen und die “Gemeinschaftsaufgabe Küstenschutz” ad absurdum führen. Die gesetzliche geforderten “ökologischen Erfordernisse” bei der Mittelvergabe werden durch die Instandsetzung eines Yachthafens mit Küstenschutzmitteln mit Sicherheit nicht erfüllt. Weniger Sportboote im Wattenmeer wären zudem mehr für den Nationalpark und das “Weltnaturerbe”. Es ist bemerkenswert, wie Sander sich als Umweltminister für Sportbootfahrer, Fischer oder die Tourismusvermarktung einsetzt. Nur der Naturschutz im “Weltnaturerbe” Wattenmeer merkt nichts davon.
Das Gesetz über die Gemeinschaftsaufgabe “Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes” sieht das so:
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 BUND-Nationalparkhaus Dornumersiel: Der Naturschutz schaut in die Statoil-Röhre
Wie sich die Zeiten ändern: In Dornumersiel im LK Aurich wurde im letzten Jahr das BUND-Nationalparkhaus für insgesamt 830.000 Euro aufwändig umgebaut und neu gestaltet, auch mit Finanzhilfe des norwegischen Energiemultis Statoil und dem Energieriesen E.ON. Seit 1994 gibt es die vom Land Niedersachsen verwaltete Wattenmeerstiftung dieser Energieanbieter als Ablassstiftung für den gewaltigen Eingriff durch den Bau der Erdgasleitung „Europipe“ durch den Nationalpark Wattenmeer. Die Gasleitung aus dem norwegischen Troll-Sleipner-Feld wurde 1994 im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer verlegt und in Dornumersiel angelandet, gegen den öffentlichen heftigen Widerstand von BUND, NABU, WWF und regionalen Naturschutzgruppen.
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 Böller und Raketen über dem "Weltnaturerbe"
Man glaubt es kaum: Allein am Strand von Dornumersiel im Landkreis Aurich wurden 130 kg Böller- und Raketenreste aus der Silvesternacht als touristische Unterhaltungsaktion von Urlaubern eingesammelt. Das sind ja schon fast militärische Gewichtsdimensionen auf dieser überschaubaren Fläche! Das Besondere: Der Strand von Dornumersiel, an dem sich die silvestertrunkenen Besucher mit ihren Böllern und Raketen austobten, liegt im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, einem Großschutzgebiet für Tiere und Pflanzen. Nach dem Nationalparkgesetz ist das Stören und Vertreiben von wildlebenden Tieren verboten und kann als Ordnungswidrigkeit und unter gewissen Umständen auch als Straftat geahndet werden.
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 Peter Südbeck, Leiter des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer, bei der Festrede
Das BUND-Nationalparkhaus in Dornumersiel/LK Aurich wurde nach monatelangen Umbauarbeiten mit einer neuen Ausstellung im Beisein von Landtagspräsident Hermann Dinkla (CDU) neu eröffnet. Der Leser der Nationalpark- Pressemitteilung zur Neueröffnung des Nationalparkhauses (ganz unten) erfährt , dass nun sogar die Umweltbildung “klimaschonend” betrieben wird; zeitgeistige semantische Blähungen machen eben auch vor der Bildung nicht halt.
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