Badeverbote an der Küste: Wo liegen die Ursachen?

Badestrand Bensersiel/Stadt Esens, Teilansicht, Foto (C): Manfred Knake

Campingplatz und Badestrand Bensersiel/Stadt Esens, Teilansicht, Foto (C): Manfred Knake

Die Badefreuden in Bensersiel/Stadt Esens (Landkreis Wittmund), Dornumersiel (Landkreis Aurich) und am Hafen in Horumersiel (Landkreis Friesland) sind derzeit getrübt: Für diese Küstenbereiche wurde ein behördliches Badeverbot verhängt. Bei den regelmäßigen Wasseruntersuchungen wurden durch die Gesundheitsämter hohe Escherichia coli- und erhöhte Enterokokken-Werte gemessen. Beide Werte sind als Indikatoren für eine Fäkalbelastung bekannt, die zu Darmkrankheiten führen können. Die Badeverbote sollen bis zum Wochenende gelten, berichten die Lokalzeitungen. Die Frage ist, warum nur bis zum Wochenende, weiß man denn schon jetzt, das voraussichtlich pünktlich am Wochenende die Belastung vorüber sei wird? Am Wochenende „brummt“ der Tourismus an der Küste, und dann sind Badeverbote schlecht fürs Geschäft! weiter »

Ausgeböllert im Nationalpark, aber nur auf dem Papier

Nationalpark und "Weltnaturerbe": Strand von Dornumersiel/LK Aurich, 01. Januar 2015

Naturschutz findet nicht im rechtsfreien Raum statt: Eine gleichlautende Mail des Wattenrates an die Staatsanwaltschaft in Aurich und den Landkreis Aurich zur geplanten Silvestersause am Strand von Dornumersiel/LK Aurich im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer sowie ein sehr hartnäckiges Telefongespräch mit einem im Naturschutzrecht wenig bewanderten Polizeibeamten in Aurich brachten ein bisschen Bewegung in die sonst naturschutzignoranten Dornumersieler Tourismusköpfe. Die Dornumer Tourismus GmbH entwickelte am 29. Dezember 2014 eine spürbare hektische Betriebsamkeit, sie wandelte sich innerhalb weniger Stunden vom Saulus zum Paulus. Statt, wie noch bis zum 28.12. nachmittags auf der Webseite zum Böllern am Strand im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer aufzurufen, wurde der Web-Seiten-Text abgeändert  und auch in der Presse bat die Gemeinde Dornum nun darum, „auf das Zünden von Silvester-Feuerwerk am Strand von Dornumersiel zu verzichten und so dazu beizutragen, den einzigartigen Lebensraum für Millionen von Rast- und Zugvögeln zu erhalten“. Am 31.12. berichtetet der Weser-Kurier aus Bremen über diese Posse „man habe versehentlich einen Text aus dem Jahre 2012 veröffentlicht“, so die Touristiker, obwohl das Böllern auch da schon verboten war.  Diese ausführliche Berichterstattung hätte sich der Wattenrat auch  durch die Lokalzeitungen vom Ort des Geschehens gewünscht…. weiter »

Dornumersiel/LK Aurich lädt zum Silvesterböllern im Nationalpark Wattenmeer ein

Feuerwerk in Dornumersiel/LK Aurich (Nationalpark nds. Wattenmeer) Silvester 2012

Update 29. Dez. 2014: „Dem Vernehmen nach“ wurde der Geschäftsführer der Dornumer Tourismus GmbH, Ralf Kopper,  inzwischen vom Landkreis Aurich angewiesen, auf das angekündigte Silvesterfeuerwerk am Strand von Dornumersiel (Erholungszone des Nationalparks) aus naturschutzrechtlichen Gründen zu verzichten. Die Tourismus GmbH hat den Einladungstext auf ihrer WebSeite inzwischen am heutigen 29. Dezember komplett geändert (s.u.). Es bleibt abzuwarten, wie dieses Verbot überwacht wird. Trotz des Verbotes  werden in vielen Tourismusorten an der Küste auch in diesem Jahr wieder Feuerwerke im oder am Nationalpark Wattenmeer abgebrannt werden.

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Es ist zwar verboten, aber das kümmert die dreisten Tourismusmacher in Dornumersiel im Landkreis Aurich nicht: Zum Jahreswechsel wird wieder zu einer „rustikalen Veranstaltung“ eingeladen, im Internet und in der Lokalpresse. Gemeint ist das Silvester-Feuerwerk am Strand von Dornumersiel, Teil des Großschutzgebiets Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und „Weltnaturerbe“. Das Nationalparkgesetz und das Bundesnaturschutzgesetz verbieten Störungen von wildlebenden Tieren, in diesem Falle von abertausenden arktischen Gastvögeln, die jetzt im Wattenmeer in ihren Nahrungsgebieten rasten. Böller und Raketen lassen die Vögel panikartig ihre Schutzgebiete verlassen. Dabei verbrauchen sie unnötigerweise die Fettreserven, die sie sich für den Weiterzug in die Überwinterungsgebiete angefressen haben. Die gewerbsmäßig Störung und Vertreibung kann unter Umständen als Straftat geahndet werden, sonst ist es eine Ordnungswidrigkeit. weiter »

BUND-Spitzen im Dornumer Sommerloch: Ausgerechnet Dornum will Biosphärenreservat-Gemeinde des Nationalparks werden

Werbe-Seezeichen am Ortseingang von Dornumersiel- Bedeutung: allgemeine Gefahrenstelle, östlich umfahren

Politiker tun es, und Naturschutzverbandsfunktionäre tun es inzwischen auch: das pressebegleitete Reisen durch das Sommerloch. In diesem Falle bereisten BUND-Spitzenfunktionäre die ostfriesische Küste und gaben so allerlei von sich.

Nachfolgend (ganz unten) also die kostenlose Sommerloch-PR für den BUND und das BUND-Nationalparkhaus Dornumersiel/LK Aurich, eine unglaubliche Nebeltopf-Nummer. Ein Schwerpunkt der neuen Ausstellung im Haus sind die „erneuerbaren“ Energien an der Küste, auf Grundschulniveau. Der Umbau des Nationalparkhauses wurde mit erheblichen Mitteln auch aus der Statoil-Wattenmeerstiftung finanziert. 1994 und 1995 gehörte der BUND noch zu den stärksten Kritikern der Statoil-Erdgasleitung „Europipe“ durch den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, heute erhält der BUND Fördermittel aus der Wattenmeerstiftung. Der niedersächsische BUND-Landesgeschäftsführer und Multifunktionär Bodenstein-Dresler ist auch Mitglied im Beirat der Stiftung, die vom niedersächsischen Umweltministerium verwaltet wird, er arbeitet also sehr regierungsnah. weiter »

Silvesterböllern im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer: Naturschutz ist Schall und Rauch

Bei starkem Wind und Regen, 01. Januar 2013: Silvesterfeuerwerk am Strand von Dornumersiel/LK Aurich

Bitte edit  ganz unten beachten!

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Böllern ist im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer nicht erlaubt. Raketen, Lärm und Lichtblitze vertreiben weiträumig auch die streng geschützten, jedoch kaum bekannten Vogelarten von ihren Nahrungs- und Rastplätzen im Großschutzgebiet und „Weltnaturerbe“. Seit Jahren weist der Wattenrat Ostfriesland darauf hin. Gestern war es wieder soweit, in der Silvesternacht krachte und blitzte es an vielen Orten im und am Nationalpark. Die Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven hatte bereits am 21. Dezember in einer Pressemitteilung auf das Böllerverbot aufmerksam gemacht: weiter »

Willkommen in Kängurusiel!

Screeenshot: Quelle: Ostfriesen Zeitung, online, 05. Mai 2012

In der finanziell klammen Gemeinde Dornum/LK Aurich hat man Großes vor. Teile des vorgelagerten Küstenbadeortes Dornumersiel sollen unter Glas verschwinden, mit ihm ein Hafen, so jedenfalls ein Konzept der Hamburger Agenturen GBP Projekt und Profund Consult, das am 03. Mai im Reethaus in Dornumersiel vorgestellt wurde. Lockere 35 Millionen soll die Disneyland-Treibhausnummer kosten, von denen Dornum 5 Millionen an Fördergeldern einwerben will; 30 Millionen sollen von Investoren kommen, die noch niemand kennt. Vielleicht darf es gleich ein neuer Name für Dornumersiel sein: Kängurusiel , weil man wieder einmal große Sprünge machen will, ohne etwas im Beutel zu haben! weiter »

Kitesurfen Dornumersiel: Freistil im Weltnaturerbe Wattenmeer: „touristische Bedeutung und Wertschöpfung“

Tourismus GmbH Dornum/LK Aurich: Beantragte Fläche für Kitesurfer in der Zwischenzone des Nationalparks

Nägel mit Köpfen und völlig unberührt von der geltenden Rechtslage schaffte die „Tourismus GmbH“ in Dornum im Landkreis Aurich mit ihrem Geschäftsführer Rolf Kopper schon mal Fakten für die Zielgruppe der Kitesurfer im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Auf der WebSeite des Fremdenverkehrsortes Dornum wird das Kitesurfen im Watt vor dem Badestrand seit langer Zeit beworben. [#edit 10. Dez. 2011: Die WebSeite wurde inziwschen abgeändert, der Beitrag wurde entfernt.]

Quelle: Sreenshot Dornum, November 2011, inzwischen von der WebSeite entfernt

Surfen

Freizeitsportler lieben die Herausforderung und kommen auf der Nordsee voll und ganz auf Ihre Kosten. Auch vor den Stränden in Dornumersiel und Neßmersiel ist surfen möglich. Vom Strand aus geht es dann direkt in die Fluten. Die Nordseewellen lassen das Surferherz höher schlagen und sind für viele Windsportarten ideal. So tummeln sich in Dornumersiel und Neßmersiel nicht nur Windsurfer, sondern auch Kitesurfer oder auch an Land die Kitelandboarder.

Den Antrag auf eine Kiterfläche stellte die Kommune bei der Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven bereits 2009, entschieden wurde bis heute noch nichts. Seit Jahren wird in Dornumersiel illegal im Wattenmeer in den dafür verbotenen Zwischen- und Ruhezonen gesurft. Auf Anfrage des Wattenrates bestätigte der Geschäftsführer der Tourismus GmbH, dass es derzeit lediglich einen „Dialog um die Kitesurf-Situation“ mit der Nationalparkverwaltung gäbe. Und als diese Dreistigkeit in der Presse publik gemacht wurde (unter schonendster Berichterstattung für die Gemeinde Dornum!), wurde auch die Nationalparkverwaltung wieder aktiv. Dabei wurden von der Tourismus GmbH längst inzwischen weitere Fakten geschaffen:

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Dornumersiel: Seehund mit Maske

Seehund mit Farbanomalie

Dieser junge Seehund lag nachmittags am 05. November 2011 an der Fahrrinne weit vor dem Hafen von Dornumersiel. Auffällig war sein weißes Gesicht, wie ein Maske. Es handelt sich  um Genstörung, die zu dieser Farbanomalie führte. Völlig weiße Tiere können Albinos sein, wie bei den bekannten weißen Mäusen mit den roten Augen. Bei […]

Dornumersiel: Nationalparkplatz

Dornumersiel: Nationalparkplatz mit Ringelgänsen

So langsam nähert sich die Tourismussaison dem Ende, es wird ruhiger im und am Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, bis Weihnachten, wenn der Ansturm erneut einsetzt. Die Massen, die jährlich die Küste besuchen, machen auch da Urlaub, wo es oft schon „besetzt“ ist, und zwar von denen, für die der Nationalpark eigentlich eingerichtet wurde, z.B. für rastende Zugvögel wie diese Ringelgänse aus Sibirien, die hier seit Anfang September durchziehen oder verweilen, bis das Nahrungsangebot erschöpft ist. Die Qualität der Rastgebiete hat vielerorts trotz des Status „Nationalpark“ oder „Weltnaturerbe“ abgenommen. weiter »

Salzwiese zwischen Dornumersiel und Bensersiel hat sich erholt, aber wie lange?

Salzwiese bei Dornumersiel (LK Aurich): links Quecke, rechts Strandaster

Diese Salzwiese vor dem Seedeich östlich von Dornumersiel im LK Aurich hat sich  innerhalb nur eines Jahres prächtig entwickelt, auf einem Teilbereich.  Große Flächen des oberen Teils der Salzwiese waren und sind nach wie vor mit der Strandquecke ((Agropyron litorale) überwachsen und verdienen den Namen „Salzwiese“ gar nicht mehr, weil die typischen Pflanzen der Salzwiese weitgehend fehlen. Ursache ist die starke Entwässerung durch senkrecht zum Seedeich in Richtung  Watt verlaufende Gräben („Grüppen“) und die fehlende extensive Beweidung als „Pflegeschnitt“.

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