Nach Starkregen: Sturzflut in Bensersiel – Stege und Boote beschädigt

Bensersiel, Hafen: beschädigte Steganlage und Sportboote, Foto: privat

In der Nacht vom 22. auf den 23. Juli 2017 kam es auch in Ostfriesland zu Starkregenfällen. Dabei liefen viele Keller voll und in tiefer liegende Häuser lief das Regenwasser durch die Türen. Eigentlich ist man in Ostfriesland auf Wasser „von oben“ durch das Netz der Entwässerungsgräben gut vorbereitet, wenn sie denn geräumt, nicht zugewachsen sind und rechtzeitig gesielt wird.

Das in Vorflutern, den „Tiefs“, und in kleineren Gräben gesammelte Oberflächenwasser wird über die Siele in die Nordsee geleitet. In dieser Nacht waren mannstiefe Entwässerungsgräben bereits bis an die Oberkante gefüllt, kleinere Gräben liefen hier und da über. Die Sieltore müssen zum richtigen Zeitpunkt geöffnet werden, damit es nicht zu Überschwemmungen kommt. Die Steuerung erfolgt in der Regel automatisch. Die zuständige Deich- und Sielacht Harlingerland in Esens hatte sich aber ausschließlich auf die automatische Steuerung der Hubtore verlassen. So öffneten diese bei ablaufenden Wasser mit dem Ebbstrom. Im Benser Tief, das das Wasser weiträumig aus den umliegenden Gräben aufnimmt, war der Pegelstand aber noch sehr hoch, wesentlich höher als auf der seeseitigen Seite der Hubtore. Beim Öffnen der Tore ergoss sich aus dem Benser Tief eine Sturzflut in den Hafen, die eine Steganlage und drei Sportboote beschädigte. Verletzt wurde dabei niemand.

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Salzwiesen: Strandquecke auf dem Vormarsch

Aug. 2013: Salzwiese mit Entwässerungsgräben zwischen Dornumersiel und Bensersiel: links vom Zaun Quecke, rechts vom Zaun überwiegend Quecke

Nun haben wir zwar nicht den Salat, dafür aber wieder die Strandquecke. Gemeint ist die Salzwiese im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer zwischen Dornumersiel und Bensersiel an der ostfriesischen Küste, strengste Schutzzone im Nationalpark und Teil des „Weltnaturerbes“. „Dank“ Trockenlegung durch die Küstenschutz- und Naturschutzbehörde (!) „Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtshaft, Küsten- und Naturschutz“ (NLWKN) überwuchert die Strandquecke diesen geschützten Bereich und verdrängt die hier eigentlich vorkommenden Salzwiesenpflanzen.

Vor fast genau zwei Jahren berichtete der Wattenrat über die prächtige Entwicklung dieses früher zu stark beweideten Außendeichbereiches mit den typischen Blütenpflanzen einer regelmäßig vom Salzwasser des Meeres überfluteten Wiese (Salzwiese zwischen Dornumersiel und Bensersiel hat sich erholt, aber wie lange?). weiter »

Salzwiese zwischen Dornumersiel und Bensersiel hat sich erholt, aber wie lange?

Salzwiese bei Dornumersiel (LK Aurich): links Quecke, rechts Strandaster

Diese Salzwiese vor dem Seedeich östlich von Dornumersiel im LK Aurich hat sich  innerhalb nur eines Jahres prächtig entwickelt, auf einem Teilbereich.  Große Flächen des oberen Teils der Salzwiese waren und sind nach wie vor mit der Strandquecke ((Agropyron litorale) überwachsen und verdienen den Namen „Salzwiese“ gar nicht mehr, weil die typischen Pflanzen der Salzwiese weitgehend fehlen. Ursache ist die starke Entwässerung durch senkrecht zum Seedeich in Richtung  Watt verlaufende Gräben („Grüppen“) und die fehlende extensive Beweidung als „Pflegeschnitt“.

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