Geisternetze im Meer: gemeinsames Projekt vom WWF und der Firma Tönsmeier

Nicht selten werden auch Meeressäuger Opfer der Fischerei: Kegelrobbe mit Netzresten und erheblichen Halsverletzungen

Über die Plastikvermüllung im Meer durch Netzreste aus der Fischerei und die Folgen für Vögel und Meeressäuger wurde hier beim Wattenrat schon öfter berichtet. Wir übernehmen daher eine Meldung des europtatickers zu diesem Thema.

Übernahme vom europaticker, 06. August 2017:

Tönsmeier und der WWF Deutschland ziehen nach den ersten Tests eine positive Bilanz
Geisternetz-Recycling: Forschung für die Umwelt

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Nagelrochen im Wattenmeer als PR-Objekt

Nagelrochen

„Da staunte Meeresforscher Andreas Dänhardt nicht schlecht: Im Rahmen des Fisch-Monitorings im Jadebusen ging ihm, südlich des Wilhelmshavener Südstrandes, ein fast ausgewachsener Nagelrochen ins Netz. […] Durch gezielte Schutzmaßnahmen im Nationalpark muss die Rückkehr der Nagelrochen ins Wattenmeer gefördert werden.“ Screenshot, Bildzitat: Pressemitteilung der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer vom 24. Februar 2016

Im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer vor Wilhelmshaven wurde ein Fisch gefangen, einer der früher häufig in der Nordsee vorkam und nun, durch die Überfischung, nur noch sehr selten in die Netze geht. Es war ein Nagelrochen (Raja clavata), der das Schicksal der gezielten Ausrottung mit anderen Fischarten teilt. Um die Jahrhundertwende 1900 sollen in Ost­fries­land noch jähr­lich bis zu 18.000 Glattrochen, die bis zu 2,80m lang werden können und die kleineren Na­gel­ro­chen abge­fischt worden sein. Vor der Insel Föhr sollen es pro Tag bis zu 300 Ro­chen gewesen sein, die in die Netze gingen! Die kleineren Exemplare wurden getrocknet und als bizarre Souvenirs an Touristen verkauft. weiter »

Fischerei: Teufel oder Beelzebub, Baumkurre oder Elektrofischerei?

No_Pulse_FishingEine etwas bizarre Diskussion um die für den Meeresgrund schädlichen Baumkurren oder die ersatzweise Elektrofischerei (Pulse Fishing), bei der mit Elektroimpulsen die Fische vom Meeresgrund aufgescheucht werden, dabei aber starke Verbrennungen erleiden können, wird in einem gut recherierten Beitrag im „Ostfriesischen Kurier“ aus Norden geführt.

Eine echte Kontrolle der „verträglichen“ Stromstärken fehlt. Kern der Diskussion ist die Einsparung von Treibstoff durch die Elektrofischerei mit leichteren Netzen, die auch noch die letzten Fische ins Netz „kitzeln“ sollen. Leicht irre erscheint das damit verbundene Argument der positiven Auswirkungen auf den „Klimawandel“; die mediale Gehirnwäsche wirkt bis hinein in die Fischereiwissenschaft: weiter »

Krabbenfischerei: ostfriesische Bundestagsabgeordnete gegen Verbot in Schutzgebieten

Krabbenkutter: Möwen stürezne sich auf den Beifang, der tot oder verletzt über Bord ging, Foto (C): Eilert Voß

Krabbenkutter: Möwen stürzen sich auf den Beifang, der tot oder verletzt über Bord ging, Foto (C): Eilert Voß

Naturschutz hört bekanntlich unter Wasser nicht auf. Das haben die ostfriesichen Bundestagsabgeordneten Johann Saathoff (SPD, den hatten wir hier schon öfter auf dem Schirm, bitte scrollen) und Gitta Connemann (CDU) noch nicht verinnerlicht. Die Logik dieser ostfriesischen Bundestagsabgeordneten ist einfach umwerfend: Weil das Wattenmeer als UNESCO-Weltnaturerbe mit der Fischerei ausgewiesen wurde, gehe von dieser auch „keine große Gefahr“ aus. Das Weltnaturerbe ist aber nur ein Etikett auf dem Großschutzgebiet Nationalpark (Natura-2000-Gebiet) von Emden bis an die dänische Grenze und wird nur zur Vermarktung benutzt. Ohne Zweifel pflügt die Krabbenfischerei mit ihren Fanggeschirren (Kufen und Rollen) über den Wattenboden und richtet dort Schäden an, zudem wird mit jedem Fang im Verhältnis 1 (Krabben) zu 7 (Beifang) erheblicher Schaden an der Jungfischfauna und an (z.B.) Seesternen angerichtet, für 1 kg Krabben werden also 7 kg Beifang vernichtet; eine Beschränkung der Fischerei in den Nationalparks ist daher dringend geboten. weiter »

Tote Zonen und Krabben in Benzoesäure

Tote Meereszonen in der Deutschen Bucht (C) google earth

„Tote Zonen“ werden bei Google-Earth u.a. im niedersächsischen Wattenmeer angezeigt, das Symbol ist ein Fischskelett. Dazu muss unten links in der „Primären Datenbank“  das Kästchen „Ozean“ und „Tote Zonen“ angeklickt werden. Das hat was: Das Wattenmeer ist als Nationalpark und „Weltnaturerbe“ ausgewiesen, ein schöner Schein. Hier wird intensiv gefischt, mit Muschelkuttern, die mit schweren Ketten Miesmuschelbänke abrasieren oder mit den malerischen Krabbenkuttern, die auch in einigen Küstenbadeorten die touristischen Hingucker sind und zur umsatzfördernden Hafenkulisse gehören. Nur wissen die Touristen in der Regel nichts davon, was sich unter Wasser abspielt. Die Fanggeschirre der Krabbenkutter mit den Kufen und Rollen der Fangnetze radieren über den Wattenboden, ins Netz gelangen nicht nur die begehrten Speisekrabben, sondern im Verhältnis 1:7 auch der Beifang von Jungfischen und anderen Krebstieren. weiter »

Gesucht: die richtige Maschenweite für den Krabbenfang

Crannet-Projekt: Foto (C): Thünen-Institut

Die Küstenfischerei auf Krabben (Garnelen) ist nicht „umweltfreundlich“ oder gar „nachhaltig“, wie oft behauptet wird. Auch im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und „Weltnaturerbe“ werden jährlich tonnenweise Garnelen (Crangon crangon) gefischt. Allein im Jahr 2005 wurden in  Deutschland 35.000 Tonnen Nordseekrabben vermarktet, ungefähr die gleiche Menge kleiner – nicht marktfähiger- Krabben wurde beim Fang oder bei der Verarbeitung getötet und so zu Möwenfutter, ebenso werden tonnenweise Kleinfische, Seesterne oder andere Meerestiere als unerwünschter Beifang verletzt oder getötet. Ursache ist die Maschenweite der Netze. Vor allem auf den „Steert“ kommt es an, das Ende des Netzes, in dem sich der Fang sammelt. Diesen „Steert“ kann man hinsichtlich der Maschenweite und der Maschenform optimieren. weiter »

Salongrüne bei den Krabbenfischern: keine fischereifreie Zonen im Nationalpark Wattenmeer

Bildzitat: Ostfriesen Zeitung, online, 02. April 2014- Die grün vermummten Landtagsabgeordneten arbeiten nicht in ihrer Anstaltskleidung, hier geht es um die Hygiene beim Krabbenpulen.

Die Grünen waren auch schon mal wesentlich überzeugender, als es vor fast dreißig Jahren um die Verbesserung der Naturschutzinhalte im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer – jetzt sogar „Weltnaturerbe“- ging. Aktuell waren die Salongrünen aus dem Niedersächsischen Landtag Meta Janssen-Kucz, Volker Bajus, Hans-Joachim Janßen, Ina Korter und Susanne Menge zu Besuch in der Krabben-Siebstelle in Neuharlingersiel. Nein, um Naturschutz im Nationalpark ging es überhaupt nicht, im Gegenteil: weiter »

Die Nordsee-Saubermänner: Propagandamüll

Kegelrobbe mit Netzrest

Im Februar 2013 berichteten wir von der NABU-Aktion „Fishing for Litter“, mit der angeblich das Problem der Nordseevermüllung mit Plastik angegangen werden kann. Mit Hilfe der Kutterfischer soll die Nordsee nun „sauber gemacht“ werden (plattdeutsch: schoon moken). Mit ganzen 60 Kuttern mit sehr begrenzter Ladekapazität – Fische oder Krabben sollen ja auch noch an Bord geholt werden – will man tatsächlich der Öffentlichkeit einreden, man könne so wirksam gegen die unglaublich hohe Plastikvermüllung im Meer vorgehen. Auf den Inseln und an den Badestränden des Festlandes wird der angespülte Plastikmüll ohnehin schon regelmäßig seit Jahrzehnten aufgesammelt und entsorgt. weiter »

Offshore-Windenergie: „Alternative Einkommensquelle für Küstenfischer“ durch Überwachungsaufgaben

Energiegewendete Küstenfischer: Offshore-Euros statt Fisch?

Die Küstenfischerei hat bisher nur Nachteile durch den Bau von Offshore—Wind“parks“ und die damit verbundenen Anbindungen mit Kabeltrassen. Während der Bau- und Wartungsarbeiten müssen ehemalige Fanggebiete weiträumig umfahren werden, mit den daraus resultierenden Fangeinbußen. Nun will man die Fischer mit der „Energiewende“ und zusätzlichen Einkommenquellen ködern. weiter »

Müll im Meer verletzt und tötet

Kegelrobbe mit Netzrest, Wunde am Hals

In den Weltmeeren treiben riesige Mengen Müll, vor allem Plastikabfälle, die Tieren von Walen über Vögel bis zu Seehunden zum Verhängnis werden können. Auch vor unserer Haustür in der Nordsee werden jedes Jahr schätzungsweise 20.000 t nicht verrottende Abfälle eingebracht. Sehr gefährlich für Delfine oder Seehunde sind feine bis feinste Kunststoffnetze der Fischerei, wenn sie sich losreißen oder gekappt werden. Die nachfolgenden Bilder zeigen Kegelrobben, die sich in diesen Netzresten verfangen haben. Kegelrobben wandern von der Nordsee und in den angrenzenden Atlantik. Wattenrat-Mitarbeiter John de Boer, Kapitän und ehemaliger Umweltpolizist des niederländischen Landbauministeriums, der jetzt im Ruhestand in Frankreich lebt, schickte uns seine Bilder aus dem Wattenästuar der Somme am Ärmelkanal. weiter »