Windkraft: unzureichende Entfernung der Altfundamente – Panorama3 berichtet- Landkreise Aurich und Wittmund kreativ mit der Wahrheit

Windpark Utgast, LK Wittmund/NDS: Bagger mit Betonmeißel entfernt Fundament einer Tacke-TW 600-Altanlage, Oktober 207 – Foto (C:) Manfred Knake

Am Dienstag, 23. Januar 2018, berichtete das NDR-Fernsehen auf dem Programmplatz Panorama3 über die nur unzureichende und damit eigentlich gesetzwidrige Entfernung von Betonfundamenten von Windkraft-Altanlagen: „Rückbau bei Windrädern oft mangelhaft“
Der ursprünglich darin auch vorgesehene Beitrag aus dem gerade repowerten Windpark Utgast und der „Zeiger“-Mühle im Landkreis Wittmund/NDS wurde allerdings „aus redaktionellen Gründen“, so die Mail eines Mitarbeiters der Panorama3 – Redaktion (Zeitgeschehen / Abt. Innenpolitik) vom 19. Januar, gestrichen. Gedreht wurde in Utgast und am Altfundament der „Zeiger“-Mühle in Oldendorf/Bensersiel mit Wattenrat-Mitarbeiter Manfred Knake im November 2017. weiter »

Rückbau von Windkraftanlagen: Wer entsorgt die Fundamente?

Stedesdorf, LK Wittmund/NDS: Fundament einer Enercon E-101, 2012

Stedesdorf, LK Wittmund/NDS: unfertiges Fundament einer Enercon E-101, 2012 – Eisengeflecht, das mit Beton ausgegossen wird, Foto (C): Manfred Knake

Betreiber von Windkraftanlagen verlieren nach spätestens 20 Jahren ihren Förderanspruch aus dem Erneuerbaren Energien Gesetz, Altanlagen sind dann abgängig und werden entsorgt oder ins Ausland verkauft. Um weiterhin von dem EEG-Geschäfts- und Subventionsmodell profitieren zu können, beantragen die Betreiber neue Anlagen mit wesentlich mehr Leistung auf alten oder neuen Standorten , deutlich mehr Auswirkungen auf die Natur- und Landschaft, mehr Beeinträchtigungen für die betroffenen Anwohner, aber dafür auch mit wesentlich höheren Renditen. Das nennt sich „Repowering“, aber nicht selten wird nicht leistungsbezogen repowert, also mehrere leistungsschwache Anlagen gegen eine leistungsstarke ersetzt, sondern aus Profitgründen 1:1.
Im Windpark Utgast/Gemeinde Holtgast/NDS wurden bereits vor fünf Jahren AN-Bonus-Altanlagen abgebaut und gegen neue Enercon-Anlagen ersetzt, die Fundamente der Altanlagen wurden jedoch nur bis unterhalb von ca. 1 m unter der Erdoberfläche entfernt. Auch für einige abgebaute Altanlagen des Typs Tacke TW-600 (Nennleistung 600k kW) , die mit weitaus leistungsstärkeren Enercon-70-Anlagen (Nennleistung 3,5 MW) ersetzt wurden, verblieben die Altfundamente, nur oberflächlich abgekratzt, im Boden. weiter »

Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie: „höhere Artenvielfalt durch Offshore-Windparks“

Der Windpark "Alpha Ventus", 45 km nordwestlich Borkum, "höhere Artenvielfalt"! Pressefoto (C): Alpha Ventus

Wieder einmal sendet Radio Eriwan Beruhigendes, wenn es um die Windkraft geht: Ausgerechnet die Genehmigungsbehörde des Bundes für Offshore-Windkraftanlagen, das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie (BSH), stellt mit eigener Untersuchung fest, dass „Offshore-Windparks die Artenvielfalt erhöhen“.

Pressemitteilung des BSH vom 30. Okt. 2013: „[…] „Wir freuen uns, dass es hier keine negativen Auswirkungen auf die Meeresumwelt gegeben hat. Das ist eine gute Nachricht für die weitere Entwicklung,“ betonte Monika Breuch-Moritz, Präsidentin des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie, das die ökologische Begleitforschung geleitet und koordiniert hat. […] Das Forschungsprojekt zeigt, dass befürchtete Entwicklungen zu den Auswirkungen wie Verödung der Fauna oder Massenschlag bei Vögeln nicht eingetreten sind. Die Fundamente der Offshore-Windenergieanlagen bilden künstliche Riffs, an denen sich Muscheln, Seeanemonen und Seelilien sowie Seesterne ansiedeln. Forscherinnen und Forscher haben eine höhere Artenvielfalt festgestellt. […] Bei normalen Wetterlagen zeichneten die Geräte keine Kollisionen auf. Ungeklärt ist noch die Kollisionsgefahr bei schweren Wetterlagen, die für die Vögel unerwartet auftreten. […]“

Die „höhere Artenvielfalt“ mag für die Hartsubstrate der Anlagen unter Wasser, also die Beton- und Stahlfundamente, „im Prinzip“ sogar stimmen. Hier siedeln sich z.B. Krebse oder Muscheln an. Muscheln, Krebse oder Seeanemonen besiedeln aber auch jedes Schiffswrack unter Wasser. Also fördert auch jedes Schiffsunglück durch neue künstliche „Riffe“ die Artenvielfalt auf dem Meeresgrund. Jede Öl- oder Gasbohrplattform im Meer wird im Unterwasser- und Spritzwasserbereich von Krebstieren oder Muscheln besiedelt. weiter »

BSH: Windkraftbaustellen auf See gefährlich für Schifffahrt

Emden: Offshore-Windkraftfundamente im Bau

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg meldet Bedenken gegen die Windpark-Baustellen in der Nordsee an, „halbfertige Windräder bedrohen die Nordseeschifffahrt“ ließ die Bundesbehörde verlauten. Das BSH ist die Genehmigungsbehörde für die Offshore-Wind“parks“ in der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ). Die Bedenken der Behörde sind zweifellos begründet, aber äußerst kurzsichtig und nicht gerade von Logik geprägt:

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Die „Zeiger“ Mühle in Bensersiel: Wer entsorgt das Fundament?

Das alte Fundament der versetzten Mühle (Hintergrund) rottet seit 1998 immer noch vor sich hin

Diese Mail erhielt heute der Wattenrat:

… am Mittwoch war ich bei Hermann Zeiger, um das Fundament der alten „Zeiger-Mühle“ zu fotografieren. Das Fundament ist auch jetzt (ca. 10 Jahre nach Versetzen der Anlage) immer noch da. Wenn jemand von Rückbau-Verpflichtung spricht, zeige ich immer gern auf dieses Fundament. Beim Bauamt der Stadt Esens sagte man mir, daß Esens nicht zuständig sei der Kreis sei Genehmigungsbehörde. Beim Kreis Wittmund (Bauamt Herr Janßen) ist man der Meinung, daß auch der Kreis keine Handhabe hat, das Fundament beseitigen zu lassen. Genehmigt worden sei diese „Altanlage“ durch das Gewerbeaufsichtsamt. Also – keiner zuständig. […]

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