Gänsewacht im siebten Jahr aktiv

Gänsewacht im November 2015, Petkum an der Ems

Gänsewacht im November 2015, Petkum an der Ems, ganz rechts Eilert Voss

Im siebten Jahr steht unsere Mitstreiter Eilert Voss nun wieder vom 01. November bis zum 15. Januar – der Hauptjagdzeit der Hobbyjäger auf Wasservögel – auf der inzwischen bundesweit bekanntgewordenen „Gänsewacht“ in Petkum an der Ems. Von seinem Ausguck aus beobachtet er bei jedem Wetter die Jagdaktivitäten im Naturschutzgebiet „Petkumer Deichvorland“, Teil eines EU-Vogelschutzgebietes. Seine „Waffen“ sind ein Fernglas, ein weitreichendes Teleobjektiv und ein Notizbuch, mit dem er in den letzten Jahren bereits zahlreiche Jagdverstöße dokumentiert hat, z.B. die Jagd bei Nebel oder dichtem Schneetreiben, bei dem keine der Wasservogelarten auf jagdbar oder nicht jagdbar unterscheidbar ist. Das ist nach der Bundesjagdzeitenverordnung verboten! weiter »

Wasservogeljagd in Schutzgebieten: Gänsewachtbericht 2014/2015 und 2013/2014

Jagd an Gewässern mit verbotenem Bleischrot. Foto (C): Eilert Voß

Jagd an Gewässern mit verbotenem Bleischrot. Foto (C): Eilert Voß

Der landespolitische Berg kreiste und gebar eine Maus: Vollmundig hatte Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) eine Novellierung des Jagdgesetzes mit der Abschaffung der Jagd auf Zugvögel in den europäischen Vogelschutzgebieten angekündigt. Herausgekommen ist dabei wenig: Die Änderung des Jagdgesetzes wird auf den Sankt-Nimmerleinstag verschoben, die Abschaffung der Jagd in Schutzgebieten wurde zur Intervall-Jagd umdeklariert, nun wird nur noch im zweiwöchigen Turnus in den Schutzgebieten getötet. Erfreulich:  Die Verwendung von Bleischrot wurde völlig verboten, wer das kontrolliert, ist eine andere Frage. Und in Zukunft dürfen Jäger auch mit Schalldämpfern schießen, was allerdings für Spaziergänger nicht ungefährlich ist. Gescheitert ist Minister Meyer am Koalitionspartner SPD, die sich faktenblind an die Hobbyjäger angebiedert hat. Die Landtagsabgeordnete und SPD-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Johanne Modder, hat zusammen mit schießfreudigen Genossen eine tatsächliche Wende zum Besseren verhindert, sie stammt aus dem zugvogelreichen Rheiderland in Ostfriesland, dort, wo Bauern wegen tatsächlicher oder vermeintlichger Fraßschäden politischen Druck ausüben. Bauern, die am Vertragsnaturschutz teilnehmen, bekommen aber 250 Euro/ha/a Ausgleich, egal ob Fraßschäden aufgetreten sind oder nicht. weiter »

Gänsewachtprotokoll 2013/2014 im NSG „Petkumer Deichvorland“ an der Ems: der alljährliche Jagdskandal

Abendlicher Gänseeinflug in die Schlafplätze am Dollart/ Nationalpark Niedersächsiches Wattenmeer

Gänsewacht im NSG Petkumer Deichvorland, oder: „Alljährlicher Jagdskandal am Nonnengansschlafplatz“

von Eilert Voß, Widdelswehr

Jagdperiode: 01. November 2013 bis 15. Januar 2014

Vorwort und Dank

Im fünften Jahr organisierten Mitarbeiter ostfriesischer Initiativen und Umweltgruppen für den Schutz des Nonnengans-Schlafplatzes von Petkum die so genannte „Gänsewacht“. Anlass sind regelmäßige Beschießungen arktischer Gänsebestände, die in der Dämmerungszeit zwischen dem Dollart und den Äsungsgebieten der Unterems hin- und herpendeln. Ein jährlich sich wiederholender Freizeitspaß von Gänsejägern, die Vogelbestände der Nordhalbkugel am Weltnaturerbe „Dollart“ unter Schrotfeuer zu nehmen. Dass bei der unerträglichen Naturnutzung nicht nur jagdbare Vogelarten verscheucht, getötet oder schwer verletzt werden, ist Politikern, Behördenvertretern und Wissenschaftlern seit Jahren bekannt und wird im privaten Gespräch niemals bestritten.

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NDR-Reportage: „Gänsekrieg in Ostfriesland“- mehr Ente als Gans

Screenshot (Bildzitat), NDR-Gänsekrieg

NDR-Reportage: „Gänsekrieg in Ostfriesland“- mehr Ente als Gans, Schädlingsbekämpfer oder Jäger?

von Manfred Knake

Im November 2012 drehte der Regisseur und Autor Lutz Wetzel der Magnum Mediaproduktion für den NDR-Sendeplatz „N3 Reportage“ einen Fernsehfilm von 30 Minuten Länge. Titel der Reportage: Gänsekrieg in Ostfriesland, ausgestrahlt am 15. März 2013.

Dazu lud er Eilert Voß und mich schriftlich ein, in dem Beitrag mitzumachen und unsere Sicht der Dinge der Zugvogeljagd in die Kamera zu sprechen. Dieses Angebot nahmen wir gerne an, versprachen wir uns doch eine detaillierte Berichterstattung zu den unglaublichen Vorgängen bei der Wasservogel- und Zugvogeljagd im Naturschutzgebiet „Petkumer Deichvorland“, Teil eines EU-Vogelschutzgebietes. Lutz Wetzel ist selber Jäger, im Mailwechsel versicherte er aber: „Ich stehe der Jagd in vielen Bereichen kritisch gegenüber, vor allem auch den Auswüchsen der Vogeljagd, die mich immer wieder mit Empörung erfüllt.“ weiter »

Wasservogeljagd in Schutzgebieten: Gänsewachtbericht 2009-2013 liegt vor

Eilert Voß hat wieder einmal in der vergangenen Wasservogeljagdsaison jeden Schuss im und am Naturschutzgebiet „Petkumer Deichvorland“ an der Ems, Teil eines EU-Vogelschutzgebietes, dokumentiert. Sein aktuelles Protokoll 2012-2013 und die älteren Protokolle seit 2009 sind auf der WebSeite der Gänsewacht als .pdf-Datei abgelegt. weiter »

Die Jagd und der Landwirtschaftsminister: Zitatfälscherei als Nachrichtengeschäft, eine Richtigstellung

Umweltpädagogik? Vater mit Tochter auf Zugvogeljagd in einem Vogelschutzgebiet an der Ems, Dez. 2012

Die Pressemitteilung der Gänsewacht und des Wattenrates zum Besuch des neuen Agrarministers der Bündnisgrünen in Niedersachsen bei den Celler Freizeitjägern am 02. März schlug heftige mediale und interne Wellen im Lande, die bis zum Wattenrat zurückfluteten. Ins Boot gehen sollte jetzt der Redakteur für Politik bei der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, Klaus von der Brelie, der für seine Zeitung am 03. März u.a. so berichtete:

HAZ, online, 03. März 2013

Agrarminister Christian Meyer reicht Jägern die Hand

Von Klaus von der Brelie

[…] „Manchmal, etwa in Naturschutzgebieten, sei sogar mehr Jagd erforderlich […]“

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Wasservogeljagd an der Ems: Aufreger wegen Aufkleber

Die Jagd auf Zugvögel in Schutzgebieten, in diesem Falle die Gänsejagd in den EU-Vogelschutzgebieten an der Ems, sorgte sofort nach Beginn am 01. November für Aufregung.

Unbekannte Gänsejagdgegner hatten einen Aufkleber auf ein Informationsschild, das für die Gänse als Zugvögel wirbt, angebracht. Titel: „Vogelmord ist ihr Hobby“. Im angrenzenden Naturschutzgebiet „Petkumer Deichvorland“ wird seit Jahrzehnten von einer Handvoll Wasservogeljäger Jagd auf diese Zugvögel gemacht. Dabei wurden auch in diesem Gebiet nicht jagdbare Wasservögel getötet oder angeschossen. Durch einen einzigen Jäger werden in diesem Schutzgebiet zudem streng geschützte rastende Watvögel, die keine Jagdzeiten haben, großräumig von ihren Rast und Futterplätzen vertrieben.

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Ems: Zugvogeljagd in Schutzgebieten: „Die Jagd – Nicht das Problem, sondern Teil der Lösung“

Kollateralschaden: Blessgans, keine Jagdzeit in EU-Vogelschutzgebieten, geschossen mit verbotenem Bleischrot, Ems bei Petkum, Nov. 2011

Viel wurde auf den Seiten des Wattenrates zu den Missständen bei der Wasservogeljagd in den Revieren der Außendeichbereiche der Ems geschrieben, in Naturschutz- und EU-Vogelschutzgebieten!

Die Verstöße ergaben sich aus der Verletzung des §1 der Bundesjagdzeiteinverordnung, weil häufig schon vor Sonnenaufgang, bei Nebel oder Schneetreiben auf Gänse geschossen wurde, die man bei diesem Licht nicht sicher ansprechen konnte. So wurden auch nicht jagdbare Arten getötet. Diese Verstöße wurden regelmäßig von unserem Mitarbeiter Eilert Voß in Detail dokumentiert und auch den Aufsichtsbehörden mitgeteilt oder bei strafbaren Handlungen, etwa dem Abschuss von geschützten Arten, auch bei der Staatsanwaltschaft in Aurich zur Anzeige gebracht. Konsequenzen hatte das für die namentlich bekannten Jäger nicht, alles verlief wie gewohnt im Sande. Stattdessen wurde Eilert Voß, als er wieder einmal alleine am Emsdeich unterwegs war, von mehreren Jägern wegen „Jagdstörung“ angezeigt und schließlich zur einer Geldbuße verurteilt, weil er mit einem Nebelhorn bei einer Wasservogeljagd auf sich aufmerksam machen wollte. weiter »

Wasservogeljagd in EU-Vogelschutzgebieten: Pressetermin der Grünen in Petkum an der Ems

Pressekonferenz der Grünen im Sielwärtergebäude von Petkum

Wasservogeljagd in EU-Vogelschutzgebieten: Pressetermin der Grünen in Petkum an der Ems

Mit Naturschutzthemen tut sich die Lokalpresse oft schwer, wie der Pressetermin am 06. Januar 2012 in Petkum bei Emden an der Ems zum Thema Gänsejagd in EU-Vogelschutzgebieten wieder einmal beweist. Eingeladen hatten die Grünen aus Emden, die den stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der niedersächsischen Landtagsfraktion und naturschutzpolitischen Sprecher der Grünen, Christian Meyer, nach Petkum geholt hatten, um sich ein Bild vom Ort des Geschehens zu machen.

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Gänsewacht an der Ems: Protokoll November 2011

Das ausführliche und aktuelle Gänsewacht-Protokoll der Jagdbeobachtungen im und am Naturschutzgebiet „Petkumer Deichvorland“ an der Ems  ist optisch ansprechend aufbereitet und abgelegt auf der WebSeite der Gänsewacht, die von Werner Hupperich […]