Nebeljagd in Schutzgebieten an der Ems: Protokoll der Zugvogelhatz

Naturschutzgebiet "Petkumer Deichvorland" an der Ems, Wasservogeljagd im Nebel, Foto: Voß

Die Wasservogeljagd im Natur-und EU-Vogelschutzgebiet „Petkumer Deichvorland“ (und in anderen Schutzgebieten an der Ems!) bei Emden geht unverdrossen weiter, die dortigen Schießer stören sich nicht an moralischen oder jagdethischen Bedenken, die viel zitierte “Waidgerechtigkeit” ist eine leere Worthülse. Es  jagt sich wohl viel leichter ohne diesen Ballast auf die Zugvögel, man beruft sich darauf, dass die Jagd ja “legal” sei, obwohl man die Arten bei diesem Licht nicht unterscheiden kann. Eilert Voß war wieder auf „Gänsewacht” und hat das Treiben in der Dunkelheit und im dichten Nebel dokumentiert.

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Winterliche Wasservogeljagd an der Ems: “Wattenrat ist Terror”

NSG "Petkumer Deichvorland": Betreten verboten, aber nicht für Jäger!

Ungeachtet des strengen Frostes und der flächendeckenden geschlossenen Schneedecke geht die Wasservogeljagd an der Ems gnadenlos weiter, ausgeübt von Jägern, die sich auf Grund ihrer Mitgliedschaft in der Landesjägerschaft Niedersachsen „anerkannte“ Naturschützer nennen dürfen. Das Landesjagdgesetz sieht in § 32 vor, dass in Notzeiten des Wildes eine Jagdruhe verordnet werden kann, zusätzlich soll das Wild dann gefüttert werden, was aber bei Gänsen und Enten nicht notwendig ist. An der Ems ist die Notzeit für Wasservogeljäger ein Fremdwort.

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Ems: integrierter Bewirtschaftungsplan: keine Jagd in Schutzgebieten!

Graugans (Anser anser), jagdbares Wasserwild, auch in Vogelschutzgebieten, Foto (C): Knake

Heute findet in Leer/Ostfriesland die „Auftaktveranstaltung für die Erstellung eines integrierten Bewirtschaftungsplanes Emsästuar (IBP Ems)“ statt, durchgeführt vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).

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Wasservogeljagd in Schutzgebieten an der Ems, sogar im Dunkeln – Gänsewacht wieder aktiv

Geschossene Gans im Schutzgebiet, der Zaun ist kein Hindernis, Foto (C): Voß

Bitte das Edit vom 03. Dez. 2010 ganz unten beachten: Jagd ohne Hund ist Schund!

Nun schießen sie wieder, die “grünen Abiturienten” und “anerkannten Naturschützer”. Im Naturschutzgebiet und EU-Vogelschutzgebiet “Petkumer Deichvorland” sorgt eine handvoll Beutemacher mit ihren Hunden für ständige Unruhe im Schutzgebiet, vom Morgengrauen bis nach Sonnenuntergang, bei Nebel und Schneefall.

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Dr. Hoffmann (“Wild und Hund”) zur Gänsejagd: “fragwürdige Beweise”

Gänsezug an der Ems: Auch bei diesem Licht wird auf Gänse geschossen, in einem EU-Vogelschutzgebiet! Da die Arten bei diesem Licht nicht sicher angesprochen werden können, ist die Bejagung nach der Bundesjagdzeitenverordnung nicht zulässig (§1 Abs.3)! Foto (C): Voß

Dr. Daniel Hoffmann,  Wildbiologe, schießt sich in der Jagdzeitung “Wild und Hund” auf die Gegner der Gänsejagd ein. Während auch in Vogelschutzgebieten, wie z.B. an der Ems, in der Dunkelheit und bei Nebel auf Gänse und Enten geschossen wird, deren Artzugehörigkeit auch Kenner bei diesem Licht nur schwer oder gar nicht bestimmen können, lässt sich Dr. Hoffmann im Jägerblatt über wissenschaftlich ausgebildete Ornithologen aus. Werner Hupperich hat seinerseits die Äußerungen von Dr. Hoffmann aufs Korn genommen. Wir danken für seinen Beitrag.

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Gänsejagd: angeschossene Graugans “T16″, eine von vielen

Angeschossene Graugans "T16"

Auf der WebSeite der Gänsewacht ist eine angeschossene Graugans zu sehen, die augenscheinlich einen Schrot-Treffer in den Schnabel bekommen hat, und damit leben muss. Ob die Verletzung durch einen Jagdausübungsberechtigten verursacht wurde, lässt sich derzeit nicht nachweisen. Die Gans mit der Halsmarkierung “T16″ wurde von Mitarbeitern der TU München für ein Forschungsprojekt markiert, am 19. November 2009 wurde sie noch unverletzt beobachtet. Gänse werden in  Deutschland stark bejagt, diese Jagd wird zu Recht mit der geächteten Zugvogeljagd in Italien verglichen.  Graugänse, auch wenn sie in Deutschland brüten, sind Zugvögel.

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Forum “Jagdbeobachtungen” entsteht: Schaut den Jägern auf die Abzugsfinger!

In den vergangenen Jahren machte die “Gänsewacht” von sich reden. Auch Mitarbeiter des Wattenrates sahen den vorgeblich “edlen” Waidmännern bei der Wasservogeljagd bei jedem Wetter auf die Finger, und hielt Jagdpraktiken fest, die eigentlich vor einen Richter gehören. Dies wurde ausführlich dokumentiert. Nun, da die Jagdsaison und das Leiden der Zugvögel wieder in eine neue Runde geht, hat Werner Hupperich schon mal an einem Forum gebastelt, in dem bundesweit Jagdbeobachtunghen der besonderen Art gemeldet und diskutiert werden können: https://www.jagdbeobachtungen.gaensewacht.de/

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