Urteil: Abschaltung von Windkraftanlagen zum Schutz von Wiesenweihen rechtens

Greifvögel leben gefährlich: Wiesenweihenweibchen vertreibt ein Rohrweihenmännchen aus ihrem Brutrevier

Die Windenergienutzung in Deutschland ist entgegen weit verbreiteter Meinung nicht „ökologisch“. In Deutschland drehen sich derzeit ca. 25.000 Windkraftanlagen, in allen Landschaftsräumen von der Hochsee bis an die Alpen. Die Anlagen werden vorwiegend in bisher unbebauten Landschaftsteilen im „Außenbereich“ errichtet. Dadurch werden Lebensräume von Tieren, vor allem Vögel und Fledermäuse, z.T. erheblich beeinträchtigt. Nähmen die Verantwortlichen das Bundesnaturschutzgesetz oder die Umweltschadenhaftung ernster, wären viele Belastungen für Tiere (und Menschen als Anlieger) vermeidbar.

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Die staatlichen Vogelschützer und die Windenergie: politischer Anpassungsdruck

Windkraftanlagen an Limikolenrastplätzen

Die Windenergie und der Vogelschutz vertragen sich nicht, vor allem bei bestimmten Arten, die durch Scheucheffekte weiträumig vertrieben werden oder durch Anflug oder mit zerfetzten inneren Organen durch das Barotrauma zu Tode kommen. Umso mehr sind fachliche Beurteilungen von Abstandsregelungen zu Vogellebensräumen wichtig, auch vor Gericht. Die Länder-Arbeitsgemeinschaft der (staatlichen) Vogelschutzwarten hat dazu bereits 2007 als Empfehlung Abstandsregelungen für bestimmte Arten und Flächen festgelegt, die bemerkenswerter Weise nun wieder geändert wurden, zum Nachteil von vielen Greifvogelarten im Allgemeinen und Milanen, Weihen, Schwarzstörchen (Windenergie im Wald!) und Uhus im Speziellen. Die Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen (EGE) hat sich dieser Merkwürdigkeiten angenommen. Mit freundlicher Genehmigung der Eulenfreunde übernehmen wird deren Beitrag hier ungekürzt. Nur die Bilder sind von Eilert Voß/Wattenrat. weiter »

Windenergie: Mit Hightech gegen Greifvogelfallensteller

Screenshot: Ostfriesischer Kurier, Norden, S.11, 01. September 2012

Wie berichtet, wurden im Landkreis Aurich mehrfach fängisch gestellte Schlagfallen gefunden, die allem Anschein nach gegen Greifvögel eingesetzt wurden. Geschützte Tieraten können Windparkplanungen verhindern oder aus Artenschutzgründen zum zeitlich begrenzten Betrieb von Windkraftanlagen  führen. Die Betreiber müssen dann erhebliche Einnahmeeinbußen hinnehmen. Der Landkreis Aurich als Untere Naturschutzbehörde setzt aus Effizienzgründen sog. „Octocopter“, kleine Fluggeräte mit acht Rotoren und einer angebauten Digitalkamera, zur Luftaufklärung ein. In kurzer Zeit und mit wenig Personalaufwand können so große Flächen aus mehr als 200m Höhe überwacht werden. weiter »

Windenergie: Schlagfallen gegen störende Greifvögel

Seit Jahren wird von Naturschützern vermutet, dass Greifvögel vor den vorgeschriebenen Artenerfassungen bei Windparkplanungen „vorsorglich“ vertrieben oder getötet werden, um die Durchführung eines Windparkprojektes nicht zu gefährden.Wiesenweihen können, wie andere Arten auch, wegen ihrer Seltenheit aus artenschutzrechtlichen Gründen ein Ausschlusskriterium für die Genehmigung eines Windparks sein. Es gibt dazu bereits zahlreiche Gerichtsurteile. Greifvögel verunglücken häufig an den Rotoren oder sterben ohne Kollision durch die Druckunterschiede vor und hinter dem Rotor, was zu Organschäden führt: das Barotrauma.

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Der Bundesverband Windenergie und die Greifvögel: audiatur et altera pars

Rotierende "Kulturlandschaft" am Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, Brut- und Jagdgebiet von Weihen

Es ist immer wieder eine Freude, die WebSeiten der „Europäischen Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen“ (EGE) zu lesen. Sachkundig, nüchtern, manchmal beißend und witzig werden hier auch Naturschutzthemen vorgestellt, die sich nicht „nur“ um die Nachtgreife drehen. Diesmal haben die Eulenfreunde wieder die Windkraftindustrie in den Fängen. Es geht um Einkommensverluste der Windkraftbetreiber durch Greifvögel, die gar nicht so selten mit den Riesenpropellern kollidieren und so zu Tode kommen. Der „Bundesverband Windenergie“ (BWE), höchst aggressive Lobbyorganisation mit Weltklimarettungsanspruch mittels geflügelter Dynamos, will diese Tötungsdelikte nun am 17. November 2011 in Hannover  „interdisziplinär analysieren“. Es geht dem Verband immerhin um nichts Geringeres als das eigene Geld, wenn die Windkonverter für die geschützten, aber weitgehend unbekannten Greifvogelarten vorübergehend abgeschaltet werden müssen und der „Ertrag“,  die gesetzlich verfügte Zwangsabgabe aller Stromkunden aus dem Erneuerbaren Energien Gesetz, damit geringer ausfällt. Als Analyst und Referent ist wieder dabei Günter Ratzbor, gleichzeitig als Inhaber eines Planungsbüros Auftragnehmer der windigen Betreiberlobby und Kampagnenleiter des Deutschen Naturschutzringes (DNR) für mehr gesellschaftliche Akzeptanz  der Windenergienutzung, der auch schon auf den Wattenratseiten , wenn auch unfreiwillig, zu Wort kam (O-Ton beim eigentlich dem Naturschutz verpflichteten DNR: „In diesem Zusammenhang gilt es, unnötige Kosten in Form von Abschaltzeiten zu vermeiden“.)

Für die Nichtlateiner, oder die es inzwischen vergessen haben (auch der Autor musste nachschlagen): „audiatur et altera pars“ heiß nichts anderes als „man höre auch die andere Seite“ und ist ein Rechtsgrundsatz!

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