Die ersten Heuler

Junge Kegelrobbe, abgelegt auf Juist

Junge Kegelrobbe, abgelegt auf Juist, Foto (C) privat/Wattenrat

Kegelrobben sind die größten in Deutschland lebenden Raubtiere, mit einem beeindruckenden Gebiss. Ihre Größe und Wehrhaftigkeit nützt ihnen nichts, wenn sie ihre Jungtiere im Spätherbst bis in den Winter hinein gebären und – anders als Seehunde– hoch und trocken an den Stränden ablegen; das Muttertier geht dann im Wasser auf die Jagd und kehrt gelegentlich zum Säugen des Jungtieres zurück. Gerade am Jahresende tummeln sich aber sehr viele Weihnachts- und Neujahrstouristen auf den Inseln, die alle zum Großschutzgebiet Nationalpark Wattenmeer und „Weltnaturerbe“ gehören. Finden sie eine junge Kegelrobbe am Strand, wird diese leicht durch neugierige „Belagerung“ und freilaufende Hunde von der Mutter getrennt. Unbedarfte und in der Regel völlig naturentwöhnte Touristen halten das Jungtier für verlassen. So gelangt manches Kegelrobbenbaby völlig unnötig in die Seehundaufzuchtstation nach Norddeich bei Norden. Aber auch Stürme können die Alttiere von den Jungtieren trennen. Gäbe es ausreichend Ranger mit entsprechenden Kompetenzen, könnten gefundene Kegelrobbenjunge schnell von den Touristen und ihren Hunden ferngehalten werden, damit das Muttertier zurückkommen kann. Die Deutsche Presseagentur dpa hat heute auf das Problem aufmerksam gemacht, es möge nützen! weiter »

„Killerrobben“ fressen Schweinswale: Kegelrobben sollen Schweinswalbestände gefährden

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Kegelrobben sind in Verruf geraten: Sie sollen gezielt Jagd auf Schweinswale oder Kleine Tümmler machen. Am 26. November 2014 berichtete Spiegel-online über bemerkenswerte Nahrungsgewohnheiten des größten Raubtieres an der Küste der Nordsee, die von niederländischen Forschern untersucht wurden: „Nahrhaftes Fett: Jagdfieber der Kegelrobben bedroht Schweinswale“[…] Damit wären Kegelrobben-Angriffe eine der Haupttodesursachen für Schweinswale in der Nordsee – neben dem Tod in Fischereinetzen als Beifang (20 Prozent), Infektionskrankheiten (18 Prozent) und Auszehrung (14 Prozent). […]“.

Ob Kegelrobbenattacken tatsächlich die „Hauptursache“ für den Tod der Schweinswale ist, wie der Spiegel berichtet, ist allerdings fragwürdig. Fakt ist, dass die noch im Mittelalter sehr häufigen Kegelrobben am Anfang des 20. Jahrhunderts an den europäischen Küsten als Nahrungskonkurrenten der Fischer fast ausgerottet waren und sich die Bestände im Wattenmeer erst seit den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts langsam wieder erholen. Die Unterart der Ostsee-Kegelrobbe  (Halichoerus grypus balticus) ist sehr viel seltener. Schweinswale ertrinken nach wie vor häufig in den Netzen der Fischer. weiter »

Müll im Meer verletzt und tötet

Kegelrobbe mit Netzrest, Wunde am Hals

In den Weltmeeren treiben riesige Mengen Müll, vor allem Plastikabfälle, die Tieren von Walen über Vögel bis zu Seehunden zum Verhängnis werden können. Auch vor unserer Haustür in der Nordsee werden jedes Jahr schätzungsweise 20.000 t nicht verrottende Abfälle eingebracht. Sehr gefährlich für Delfine oder Seehunde sind feine bis feinste Kunststoffnetze der Fischerei, wenn sie sich losreißen oder gekappt werden. Die nachfolgenden Bilder zeigen Kegelrobben, die sich in diesen Netzresten verfangen haben. Kegelrobben wandern von der Nordsee und in den angrenzenden Atlantik. Wattenrat-Mitarbeiter John de Boer, Kapitän und ehemaliger Umweltpolizist des niederländischen Landbauministeriums, der jetzt im Ruhestand in Frankreich lebt, schickte uns seine Bilder aus dem Wattenästuar der Somme am Ärmelkanal. weiter »

Mehr Kegelrobben im niedersächsischen Wattenmeer gezählt

Junge Kegelrobbe

Zur Abwechslung mal wieder eine gute Nachricht aus dem Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer: Der Bestand der Kegelrobben entwickelt sich gut. Die aktuellen Zählflüge ergaben 258 Tiere im niedersächsischen Wattenmeer, auf ungestörten Sandbänken, darauf kommt es an. Anders als der Gemeine Seehund, der seine Jungen auch auf Sandbänken wirft und die dann sofort ins Wasser gehen können, werden Kegelrobbenjunge auf hochwasserfreien Sandbänken geworfen.

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Seehundzählung in Niedersachsen: So viele Tiere wie noch nie?

Seehund im Dollart

Heute wird in der Tagespresse verkündet, dass es „noch nie so viele Seehunde im Wattenmeer“ gab, mit der Einschränkung „seit dem Beginn der Seehundzählungen 1958“. Die niedersächsische Jägerschaft, die die Erfassung finanziert,  zählt seit Jahren aus Flugzeugen synchron mit Schleswig-Holstein, den Niederlanden und Dänemark den Seehundbestand im Wattenmeer. Koordiniert wird die Seehundzählung vom Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES). Im niedersächsischen Wattenmeer wurden in diesem Jahr 6623 Seehunde, davon 1648 Jungtiere gezählt. In den Meldungen wird nicht zwischen Seehunden und Kegelrobben unterschieden. Ein Grund zum Jubeln? Vergleicht man die Bestandszahlen über einen längeren Zeitraum, ist diese Zahl gar nicht so groß.

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