Überführung der „Norwegian Bliss – keine Glückseligkeit für die Ems

Am 14. März 2018 ging die Glückseligkeit die Ems runter. Gemeint ist der neue Musikdampfer „Norwegian Bliss“ (übersetzt „Norwegische Glückseligkeit“), der auf der binnenländischen Meyer Werft in Papenburg gebaut wurde. Bereedert wird das Schiff von der Norwegian Cruise Line. Ab Sommer 2018 soll das Kreuzfahrtschiff zu „eindrucksvollen Kreuzfahrten nach Alaska und in die Karibik“ aufbrechen. Die Presse berichtet wieder nur sehr einseitig über das Spektakel und ließ den geschundenen Fluss außer acht. […]

Überführung der „Quantum of the Seas“: Dieselruß über der Ems

Die 91360 PS-Maschine stößt gewaltige Mengen an Schwerölruß aus

Sie soll das größte jemals gebaute Passagierschiff sein, zusammengeschweißt ausgerechnet im Binnenland an einem schmalen Fluss in Papenburg, der Ems. Die einzelnen großen Schiffssektionen für die „Quantum of the Seas“ wurden allerdings in Rostock auf der Neptun Werft vorgefertigt und dann über die Ostsee, den Nord-Ostsee-Kanal, die Nordsee und schließlich durch die Ems nach Papenburg geschleppt und dort zum fertigen Schiff zusammengesetzt. Sonst baut die Neptun Werft Fluss-Kreuzfahrtschiffe, an der Ostsee. Dafür baut die Meyer Werft Riesenkreuzfahrtschiffe, im Binnenland. Das maritime Schilda ist machbar! weiter »

Meyer Werft: Micky-Maus-Musikdampfer geht die Ems runter, Umweltverbände tun besorgt

Die "Disney Fantasy" verlässt Papenburg, 20. Jan. 2012, Pressefoto (C): Meyer Werft

Und wieder wurde ein Meyer Dampfer die enge Ems hinunter an die offene Nordsee gequält: Diesmal war es die „Disney Fantasy“, für die die Ems auch diesmal mit dem Stauwerk in Gandersum auf Höhe gebracht werden musste, damit das Schiff überhaupt in den Fluss passte.
Und ausgerechnet die „üblichen Verdächtigen“ BUND, NABU und WWF, die seit Jahren hinter verschlossenen Türen zusammen mit der Meyer Werft und der niedersächsischen Landesregierung um die Ems kungeln, einen „Generationenvertrag“ mit der Meyer Werft über dreißig Jahre Ems-Aufstau in einem EU-Vogelschutzgebiet geschlossen haben (dessen Inhalt niemals vollständig öffentlich gemacht wurde), einen „Ems-Kanal“ erfanden und diesen nach vielen Protesten wieder fallen ließen und nun sogar über Ems-Ausgleichsgelder eigene Stellen finanzieren, machen wieder in besorgt.

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Schwimmender Plattenbau, aufgehübscht

Kreuzfahreridylle

An den großen Papenburger Kreuzfahrtschiffen, im Binnenland gebaut und dann durch die viel zu enge Ems an die Nordsee gequält, scheiden sich die Geister. Nicht nur, dass die Zerstörung eines Flusssystems auf Kosten der Steuerzahler beklagt wird (zur Begradigung der Ems-Sohle anlässlich der Überführung der „Disney-Dream“ wurden allein 700.000 cmb Sediment weggebaggert!), nein, es geht auch um die Ästhetik eines Kreuzfahrtschiffes. Bei näherem Hinsehen erinnern diese Ungetüme wirklich von außen an einen Plattenbau, wenn auch mit luxuriösem Inhalt. Werner H. aus D. hat denn auch solch einen schwimmenden Plattenbau etwas aufgehübscht, damit er dem deutschen Gemüt optisch erträglicher wird. Der Wattenrat dankt für die Montage.

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Kreuzfahrtweg: Werbung für die Meyer Werft, Wut und Zerstörung

Abgeknicktes Kreuzfahrtschiff am "Kreuzfahrtweg", Coldam/Leer

Er hat zwar nichts mit den mittelalterlichen Kreuzfahrern zu tun, die mit religiösem Sendungsbewusstsein ins Morgenland einfielen, aber mit einem Marketing-Kreuzzug für die emsverhunzende Meyer Werft in Papenburg schon. Die Rede ist vom Kreuzfahrtweg an der Ems. Der Kreuzfahrtweg ist eins von zwei Projekten, die die „Region östlich der Ems“ umsetzen wollen. Zu dieser Region hatten sich 2008 Papenburg, Westoverledingen, Leer, Moormerland und Emden zusammengeschlossen, um Fördergeld für Projekte im ländlichen Raum zu bekommen. Der Weg wird auf einer Strecke von 42 Seemeilen ausgeschildert und folgt den bereits bekannten Rad-Wanderrouten zwischen Papenburg und Emden. Ziel ist es, Einheimische und Touristen die Überführung der Meyer-Schiffe auch dann nahe zubringen, wenn diese gerade mal nicht durch die viel zu enge die Ems runtergequält werden. Am vergangenen Sonntag wurde der Weg eröffnet. Den Kreuzfahrtweg säumen Stelen und stählerne Schiffssilhouetten der Schiffe, die bisher auf der Meyer Werft gebaut wurden; detailliert sind die jeweiligen Schiffsdaten auf den Stahlsilhouetten angebracht, nur ein Wert fehlt: der Tiefgang, der schamhaft verschwiegen wird. So wird mit öffentlichen Mitteln Werbung für die fehlplatzierte Werft, die eigentlich mit ihren riesigen Musikdampfern an die Küste gehört, gemacht.

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Meyer-Kreuzfahrtschiffe: Die „See-Schwäche“ des Norddeutschen Rundfunks

Der mediale Tanz um das Goldene Kalb der Meyer Werft: Kreuzfahrtschiffe

Was der Wattenrat seit Jahren beklagt, hat nun auch das FAZ-Blog im FAZ.net aufgegriffen:

Viele Medien, und hier im Norden der NDR, blenden Umweltprobleme durch die Meyer Werft und ihre riesigen Kreuzfahrtschiffe auf der viel zu engen Ems einfach weitgehend aus. Sie tanzen den medialen Tanz um das Goldene Kalb „Kreuzfahrtschiff“ und deren Schicki-Micki-Klientel intensiv mit. Seit Jahren beklagen die Natur- und Umweltgruppierungen an der Ems die völlig einseitige Jubelberichterstattung über die Meyer Werft und ihre Musikdampfer, deren Faszinosum vor allem der NDR erlegen ist. weiter »