Sommerdeichsöffnung im Langwarder Groden/Butjadingen

Brandenten und Säbelschnäbler im Wattenmeer, Foto (C): Eilert Voß

Brandenten und Säbelschnäbler im Wattenmeer, Foto (C): Eilert Voß

Hier mal etwas Erfreuliches aus dem Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, mit Einschränkungen:
In Butjadingen (Landkreis Wesermarsch) wurde der vorher durch einen niedrigen Sommerdeich abgetrennte Langwarder Groden auf ca. 70 Hektar Fläche wieder geöffnet und dem Tideeinfluss ausgesetzt, auch als Ersatzmaßnahme für den wenig ausgelasteten Jade-Weser-Port im nahen Wilhelmshaven, bei dessen Bau wertvollste Biotope zerstört wurden. Die Tourismuswirtschaft hat sofort Zugriff auf den neu geöffneten Sommerpolder bekommen. In Butjadingen wird diese Maßnahme nun mit einem Naturerlebnispfad, möbliert mit Informationstafeln, als „Naturspektakel“ vermarktet: weiter »

Langeoog: Weltnaturerbe nur Schall und Rauch

Man feiert sich derzeit einen Wolf in Ostfriesland. Die Lokalzeitungen berichten täglich ausführlich und großbebildert über jede Dorf- und Vereinsfeier. Auch die Urlaubsinsel Langeoog macht keine Ausnahme: „Herzlich Willkommen im Weltnaturerbe auf Langeoog“ heißt es auf der WebSeite der Online-Zeitung „Langeoog News“ , die über eine „rauschende Strandparty„, genau wie  Lokalzeitung „Anzeiger für Harlingerland“, auf der Insel berichteten.

Aber das vielzitierte „Weltnaturerbe“ Wattenmeer ist nur für die Tourismuswerbung gut und nicht selten Schall und Rauch für die Natur, wenn es um die Bespaßung der Urlauber geht; auch auf Langeoog wurde dafür jetzt wieder ein Höhenfeuerwerk – zum dritten Mal in diesem Jahr-  abgebrannt. „Am Ende eine tolle Party mit einem farbenprächtigen Höhenfeuerwerk“ ließ man es von der Sandbank vor dem Strand im Großschutzgebiet „Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer“ am 30. August krachen, am Strand dröhnten die Boxen. „Gemeinsam mit Antenne Niedersachsen hatten die Kurverwaltung und das Team der Strandhalle wieder keine Kosten und Mühen gescheut, um mit großem Einsatz alle Zutaten für eine rauschende Strandparty für Klein und Groß zusammen zu tragen“, schreiben die Zeitungen. weiter »

Umweltminister Wenzel (Grüne) und die nasse Salzwiese auf Langeoog

Screenshot-Bildzitat: Anzeiger für Harlingerland, Wittmund, online, 23. April 2014, Foto: Kremer - Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (mitte) und Bürgermeister Uwe Garrels (rechts daneben) vor der Rundtour um Langeoog, ganz rechts Uilke van der Meer (BUND), dritter von links Frank Thorenz (NLWKN), verdeckt hinter Minister Wenzel Carl-Wilhelm Bodenstein-Dresler, Landesgeschäftsführer des nds. BUND. Nicht auf dem Bild: Peter Südbeck, Nationalparkleiter

Der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel (Bündnis 90/Die Grünen) bereiste die Küste und setze auch nach Langeoog über. Solche Veranstaltungen sind oft Anlass für Gespräche auf dem „kurzen“  Dienstweg,  angenehm abseits vom politischen Alltagsgeschäft und – fürs Volk- begleitet von einem größeren oder kleinen Pressetross. Man will ja gut rüberkommen. Aber das Positive vorweg: Es ist schon etwas Besonderes, wenn der Ortsbürgermeister einer Ferieninsel den Minister daran erinnert, „die personelle Ausstattung der Nationalparkranger zu verbessern“, das gab es bisher noch nicht. In der Tat: Im ganzen Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer gibt es auf 3.500 qkm Fläche nur sechs (!) hauptamtliche Dünenwärter als Nationalparkwarte, alle ohne Boote, Fahrzeuge und vor allem ohne jede Befugnisse, bei derzeit ca. 37 Millionen Tourismusübernachtungen von Cuxhaven bis Emden. Allein auf Langeoog beträgt die offizielle Übernachtungsrate mehr als 1,5 Millionen jährlich. Tatsächlich ist die Zahl aber höher: Erfasst werden nur die Beherbergungsbetriebe ab zehn Betten, dazu kommen hunderte Betten in Schwarzbauten.

Bei der Naturschutzvorzeigenummer der Salzwiesenvernässung im Osten der Insel wurde der radelnde Minister schamlos hinters Licht geführt. Mit dem grünen Umweltminister Wenzel aus dem fernen Hannover kann man es ja machen. Die Historie des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer ist ihm offensichtlich noch fremd. Dafür wiederholte er brav die häufig gebrauchten, aber abgedroschenen Sprechblasen des -verfehlten – Wattenmeervergleichs mit dem Yellowstone Nationalpark in den USA oder dem Great Barrier Reef in Australien. weiter »

Aus dem Archiv: Zwergwal bei Langeoog geborgen

Zwergwal, 1989 im Fahrwasser zwischen Langeoog und Bensersiel geborgen

Beim Aufräumen fiel aus einer alten Fototüte dieses Bild heraus, es wollte wohl ins digitale Zeitalter herübergerettet werden: Am 24. Juli 1989 trieb der Kadaver eines Zwergwals im Fahrwasser zwischen Langeoog und Bensersiel. Die Mannschaft eines Transportschiffes, das die Insel Langeoog vom Festland aus versorgt, barg den Wal mit der Bugklappe des Schiffes. weiter »

Langeoog: Petition zur Legalisierung von Schwarzbauten

Fähranleger Bensersiel - auf nach Langeoog: einer geht noch rein, noch mehr Umsatz mit "schwarzen" Betten

In mehr als 660 Fällen sollen in den letzten Jahren auf der Urlaubsinsel Langeoog illegale Um- oder Anbauten entstanden sein – zu Vermietungszwecken, für noch mehr Inseltouristen. Dabei wurden auch Brandschutzvorschriften umgangen. Der Landkreis Wittmund ermittelt derzeit mit zusätzlich eingestellten Mitarbeitern gegen die Schwarzbauten. Langeoog hat eine registrierte Wohnbevölkerung von ca. 1731 Einwohnern (Statistisches Bundesamt, 31. Dez. 2011, andere Angaben gehen von über 2000 Einwohnern aus), jährlich besuchen mehr als 200.000 Gäste (Tagestouristen nicht eingerechnet) die Insel, die touristischen Übernachtungszahlen betragen mehr als 1,5 Millionen, statistisch erfasst werden aber seit 2012 nur noch Häuser ab 10 Betten, davor wurde ab 9 Betten erfasst. Laut Inselkirche Langeoog werden ca. 15.000 Gästebetten bereitgestellt, andere Zahlen liegen bei „nur“ 10.000 Betten. weiter »

Hauskatzen im Nationalpark Wattenmeer: Proteststurm gegen Tötung verwilderter Hauskatzen

Miezie will nur spielen: Hauskatze erlegt Mönchsgrasmücke im Garten in der Brutzeit. Damit ist die gesamte Brut verloren.

 Ein Sturm der besonderen Art rast derzeit über die ostfriesische Insel Borkum, ausgelöst von Hauskatzenliebhabern. Ein Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung hatte in der Presse auf das ungelöste Hauskatzenproblem auf der Insel aufmerksam gemacht und auf den Fang bzw. auf den legalen Abschuss nach dem Niedersächsischen Jagdgesetz zum Schutz von Wiesenvögeln verwiesen. weiter »

Langeoog: Partnerschaftsvertrag mit leerer Tourismus-Prosa

Fähranleger Langeoog in Bensersiel: "naturnahe und umweltfreundliche Entwicklung der Wattenmeerregion" ?

Wieder einmal sehr viele Worte, überhöhtes und sinnentleertes Tourismus-Geschwurbel und dabei nichts gesagt: Die Rede ist von der Jugendherberge auf Langeoog, deren Betreiber mit dem Nationalparkleiter Peter Südbeck einen Partnerschaftsvertrag eingegangen sind (Partnerinitiative des Nationalparks und UNESCO-Biosphärenreservates Niedersächsisches Wattenmeer). Ob dieses Stück bedrucktes Papier den Tieren und Pflanzen in diesem Massentourismusgebiet zu mehr Ruhe und Schutz verhilft, steht auf einem ganz anderen Blatt. weiter »

Bekennerschreiben aus Langeoog: Nun wird alles besser im Inselnaturschutz

Naturerlebnis auf Langeoog

In Ostfriesland dauert bekanntlich alles etwas länger, aber auch hier haben Desinformation und Propaganda als Standardform der modernen Kommunikation Einzug gehalten: Nach fast 27-jähriger Geltungsdauer des Nationalparks schafft es die Verwaltung des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer, eine „Kooperationsvereinbarung“ mit dem Rat der Gemeinde Langeoog zu unterzeichnen. weiter »

Gänsegeier auf Langeoog und Baltrum

Immaturer Gänsegeier auf Langeoog

Dieser immature Gänsegeier (Gyps fulvus) wurde Anfang August auf den Inseln Langeoog und Baltrum gesichtet. Gänsegeier leben eigentlich in den Bergen Spaniens, Frankreichs, Portugals und Griechenlands. In Deutschland soll er im Mittelalter auf der Schwäbischen Alb gebrütet haben. Adulte Gänsegeier sind standorttreu, die Jungvögel gehen auf Wanderschaft. So wird sich dieser Jungvogel […]

Bensersiel: Blechlemminge auf dem Nationalpark-Platz

Bensersiel: Blechlawinen auf ehemaliger Salzwiese, Langeoog-Parkplatz (Ausschnitt)

Kaum scheint mal für ein paar Tage die Sonne mit angenehmen Temperaturen, zieht es Mensch an die Küste. Auf den Ostfriesischen Inseln locken der Strand und das Meer. Zurück zur Natur geht es aber nicht zu Fuß, sondern überwiegend mit dem Auto, und nicht nur mit einem, sondern mit abertausenden. weiter »