 Nicht hören, nicht sehen, nicht sprechen: Wahrnehmungsstörungen der Naturschutzorganisationen?
Eigentlich müssten um die Offshore-Baustellen der Wind“parks“ in der Nordsee Greenpeace-Schlauchboote kreisen und sich Aktivisten an die Fundamente ketten. Denn eigentlich und angeblich „kämpft“ Greenpeace seit Jahren spendenwirksam für den Erhalt des stark bedrohten Kleinen Tümmlers oder Schweinswals, aber nur, wenn es um die Bedrohung durch die Fischerei geht. Die „Energiewende“ mit der Industrialisierung der Nordsee mit gigantischen Windkraftwerken führt offenbar zu Wahrnehmungsstörungen nicht nur bei Greenpeace, sondern auch bei den Naturschutzorganisationen wie WWF, BUND oder NABU, um nur einige zu nennen:
In der vergangenen Woche tagten in Brighton/UK die Teilnehmer von ASCOBANS, des Abkommens zum Schutz von Kleinwalen (Engagement on the Conservation of Small Cetaceans of the Baltic, North East Atlantic, Irish and North Sea). Die deutschen Umweltverbände und Greenpeace empörten sich über das Ergebnis der Tagung in einer gemeinsamen Presseerklärung vom 22. Okt. 2012.
weiter »
 Kutter mit offenen Aalhamen auf der Ems, 08. Okt. 2012. Im Hintergrund der Windpark "Wybelsumer Polder"
Der kleinste Wal der Welt, der Schweinswal oder Kleine Tümmler, lebt gefährlich. In der Ostsee sind es hauptsächlich Stellnetze, die ihm zum Verhängnis werden. In der Nordsee wurden im Sommer 2012 auffällig viele tote Schweinswale an der Westküste Schleswig-Holsteins angeschwemmt. Zeitgleich wurden in der Nordsee Fundamente für Windkraftwerke gerammt, mit Dauerschallpegeln von z.T. mehr als 190 Dezibel. Lärm dieser Größenordnung führt zu Nervenschäden und Orientierungsschwierigkeiten bei Schweinswalen, die bis zum Tod führen. Die Häufung der Totfunde dieses Sommers fand kaum eine Resonanz in der Presse, der Einzelfund eines einzelnen toten Schweinswals am Ufer der Ems bei Emden schon. Über den wurde im Juni ausführlich mit Bild bundesweit berichtet. Dieser Schweinswal wies deutliche Schnittverletzungen durch Netze auf. Es liegt also nahe, dass er in einem Netz umkam, und nur dieser einzelne tote Wal, nicht die gehäuften Totfund des Sommers, führt zu einer einer Kleinen Anfrage der Bündnisgrünen im Niedersächsischen Landtag. Hier der Wortlaut mit der Antwort der bemerkenswert falschen Antwort der Landesregierung: weiter »
 Toter Schweinswal an der Ems, 28. Juni 2012
“Industrie und Naturschutz” suchten jetzt “Schallschutzlösungen“ für Kleine Tümmler (Schweinswale) beim Bau von Windkraft-Offshorefeldern („Parks“ sind es ja wohl nicht). Die Fachtagung “Offshore-Windparks: Industrie und Naturschutz suchen Schallschutzlösungen für Schweinswale” befasste sich jetzt mit diesem Thema in Berlin, obwohl bereits monatelang in der Nordsee Fundamente für Windkraftanlagen mit zeitweise über 190 Dezibel Schallexpositionspegel in den Meeresboden gerammt wurden. Bleibt zu hoffen, dass man die Lösungen auch findet. Der nun für verträglich gehaltene Grenzwert von 160 Dezibel beim Rammen ist immer noch extrem laut und für Meeressäuger gesundheitsgefährdend, lauter als der Mündungsknall eines Infanteriegewehrs 1m vom Ohr entfernt, und das als Dauerbeschallung für viele Wochen weittragend unter Wasser! Ein Grenzwert also, der sich ausschließlich an den derzeit technischen Möglichkeiten der Offshore-Industrie und nicht am Schutz der Meeressäuger orientiert. Noch immer ist unklar, woran die vielen Schweinswale in der Nordsee in diesem Sommer verendet sind, aufklärende Untersuchungen sind offensichtlich gar nicht beabsichtigt!
weiter »
 Toter Schweinswal an der Ems, Juni 2012
Am 15. September 2012 griff der Wattenrat Ostfriesland eine Meldung des Nationalparkamtes in Tönning/S-H auf, wonach „ungewöhnlich“ viele tote Schweinswale im Sommer 2012 an der Nordseeküste Schleswig-Holsteins angetrieben wurden; von einem NABU-Mitarbeiter in Schleswig-Holstein wurde die Totfunde bestätigt. Die Herkunft der Wale und die Ursache des Sterbens sind nach wie vor nicht bekannt. Wer nun meinte, dass die überregionale Presse dieses mysteriöse Sterben der Kleinwale näher beleuchten werde, wurde enttäuscht. Auch von Greenpeace, wo man sich spendenheischend in der Öffentlichkeit als Schweinswalschützer geriert, kamen bis jetzt keine Stellungnahmen. Die Naturschutzverbände blieben ebenfalls stumm. Auf den Webseiten der Wattenmeernationalparks ist bis heute nichts zu diesem beunruhigenden Phänomen zu lesen. Während der einzelne Schweinswaltotfund an der Ems vom Juni 2012 noch durch die Gazetten der Republik lief, hörte man nun, nach den deutlich gehäuften Totfunden, nichts mehr, nur dröhnendes Schweigen. weiter »
 Toter Schweinswal, angespült am 28. Juni 2012 bei Jarßum, Ems/Niedersachsen
In diesem Sommer wurden bemerkenswert viele tote Schweinswale in Schleswig-Holstein angetrieben. Wie viele waren es in Niedersachsen, den Niederlanden oder in Dänemark? Ein Sprecher des Nationalparkamtes in Töning wird in der Tagespresse so zitiert: „«Wir gehen davon aus, dass die Schweinswale nicht vor Schleswig-Holsteins Küste gestorben sind, sondern nur angetrieben wurden» Sie kamen vermutlich mit der Meeresströmung heran, die von den Niederlanden vorbei an Niedersachsen und Schleswig-Holstein nach Dänemark läuft.” weiter »
Seit Jahren eiert der NABU um eine deutliche Position zu Windkraftwerken und Naturschutz herum. Warum, kann man am Ende des Beitrages nachlesen. Der NABU “unterstützt den naturverträglichen Ausbau der Windkraft auf See”, aber nur wenn Lärmwerte eingehalten werden. Ist dem NABU, ex Deutscher Bund für Vogelschutz (!), eigentlich schon mal zu Ohren gekommen, dass Wind”parks” auf See auch eine erhebliche Gefährdung der Zugvögel sind? Zudem werden dort in der Nähe der Hauptschifffahrtslinien künstliche Riffe ins Meer gebaut!
weiter »
 Schweinswal
Spiegel-online berichtetam 02. Juni 2010 unter dem Titel
Baulärm hat Schweinswale vertrieben
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,698372,00.html
über die Lärmauswirkungen auf das empfindliche Gehör der Schweinswale
weiter »
|
Archiv Ältere Beiträge von 2002 bis 2009 finden Sie ganz oben auf der Leiste im Archiv.
|