„Problemfluss Ems“: enorme Baggerkosten, dpa-Bericht

Baggerschiff "Hegemann I" auf der Ems, im Vordergrund Pfeifenten, 18. Februar 2015, Foto (C): Eilert Voß

Baggerschiff „Hegemann I“ auf der Ems, im Vordergrund Pfeifenten, 18. Februar 2015, Foto (C): Eilert Voß

Die Meyer Werft in Papenburg ist ein Dauerbrenner in den Medien. Überwiegend wird jedoch sehr kritiklos über diese Werft im Binnenland berichtet, die ihre riesigen Kreuzfahrtschiffe im binnenländischen Papenburg zusammenbaut und dann durch die viel zu enge Ems an das seeschifftiefe Wasser der Nordsee schleppen lässt. Das Faszinosum sind die schwimmenden Urlaubs-Plattenbauten, die bei jeder Überführung Tausende Sehleute auf die Emsdeiche locken, ohne dass die ökologischen Schäden am und im Fluss bekannt sind. Dafür muss die Ems ständig auf die entsprechende Tiefe gebaggert werden. Zusätzlich musste ein Stauwerk an der Unterems bei Gandersum gebaut werden, um den Fluss für die Überführungen auf noch mehr Tiefe zu bringen.
Diese Maßnahmen verschlangen und verschlingen enorme Summen, bezahlt vom Steuerzahler. Weil der Unterlauf der Ems zu einem europäischen Schutzgebiet gehört, wurde die offizielle Sprachregelung „Sperrwerk für den Küstenschutz“ gewählt, um EU-Klagen abzuwehren. Die Politik -auch die Grünen- versucht krampfhaft, diesen im wahrsten Sinne des Wortes völlig unpassenden Werftstandort zu erhalten, statt den Umzug an die Küste zu fordern. Die riesigen Schiffssektionen werden ohnehin schon in Rostock auf der Neptun Werft und in Danzig zusammengeschweißt und dann über die Ostsee, die Nordsee und die Ems nach Papenburg geschleppt und hier zum fertigen Schiff zusammengesetzt. Dafür werden auf der Neptun Werft an der Ostsee Flusskreuzfahrtschiffe gebaut! weiter »

Masterplan Ems und die „Umweltverbände“: Masters of Desaster, ein Offener Brief

Bildmontage (C): De Dyklopers

Bildmontage (C): De Dyklopers

Der „Masterplan“ zur Rettung der Ems soll bis 2050 greifen. Ein Masterplan deshalb, weil eine Werft im binnenländischen Papenburg riesige Kreuzfahrtschiffe baut, die ohne die ständige (!) Emsvertiefung und ohne ein Stauwerk, beschönigend Sperrwerk genannt, gar nicht an an das seeschifftiefe Wasser überführt werden können. Dadurch wurde das Flusssystem, das von Emden bis Leer auch ein Natura-2000-Gebiet ist, nachhaltig zerstört: zu hohe Fließgeschwindigkeit, Trübungen, Sauerstoffzehrung, Schädigung der Fischfauna, Überflutung der Vogelschutzgebiete beim Ems-Stau zur Schiffsüberführung, enorme Kosten für den Steuerzahler. Der Masterplan wurde vom Bundesministerium für Verkehr, den Landkreisen, der Meyer Werft und WWF, BUND und NABU unterzeichnet. Der WWF ist eine Umweltstiftung, BUND und NABU sind klagebefugte, sog. „anerkannte“ Naturschutzverbände. Seit Jahren werkeln deren Funktionäre an einer Verbesserung der ökologischen Situation der Ems, es flossen Gelder in Millionenhöhe, von denen gesagt wird, das niemand so genau weiß, wofür sie verwendet wurden.
Mit der Meyer Werft schlossen die Umweltverbände zudem einen „Generationenvertrag“ auf dreißig Jahre, dessen vollständigen Inhalt auch nur die Vertragspartner kennen. Mit dem neuen Masterplan soll der Eindruck erweckt werden, man könne den Fluss in den nächsten 35 Jahren durch zusätzlich Polder im Binnenland und Veränderungen am Ems-Stauwerk sanieren. Die einfachste Lösung, die Werft an die Küste zu verlegen und den Fluss damit wieder in einen naturnahen Zustand zu bringen, wird von den Umweltverbänden, die vor allem Naturschutzverbände sind, nicht mehr verfolgt, auf Rechtsmittel gegen die Meyer Werft wird verzichtet. Damit sind BUND und NABU nun endgültig zu „Umweltverhinderungsverbänden“ geworden! Zum Masterplan gibt es offene Fragen, die die Initiative „Rettet die Ems“ vorgelegt hat. weiter »

Masterplan Ems: Brbüfüvover, eine Polemik

Eine Polemik zum Masterplan zur Rettung der Ems zwischen dem Land Niedersachsen, Landkreisen Leer und Emsland, Stadt Emden, der Meyer Werft und den Umweltverbänden WWF, BUND, NABU, von Thomas Schumacher

Abgesoffenes Ems-Deichvorland druch Überführung eines Kreuzfahrtschiffes, EU-Vogelschutzgebiet, Foto (C): Eilert Voß

Abgesoffenes Ems-Deichvorland durch Überführung eines Kreuzfahrtschiffes, EU-Vogelschutzgebiet, Foto (C): Eilert Voß

Brbüfüvover

Unverständlich wie Pegida? Das „Breite Bündnis für Volksverdummung“ (Brbüfüvover) toppt die demokratiefeindliche „Bewegung“ verklemmter „Wutbürger“ behördlicherseits. Die Allianz aus Landesregierung, Papenburger Meyer Werft, WWF, BUND, NABU und den Landkreisen Leer und Emsland haben Verträge „zur Rettung der Ems“ geschlossen, die keine Verträge sind.

Der Masterplan Ems 2050 zwischen den oben genannten Beteiligten ist ein edel gedacht, bleibt aber ein Konjunktiv und ist mit vielen „wenns“ und „danns“ gespickt. Oder er hat die Qualität des Kinderspruches: „Hättetet, hatdatdat aber nicht.“

Schon die Präambel ist gelogen: Die Ems soll gerettet werden. Um ein historisches Zitat von Ex DDR Chef Walter Ulbricht umzudeuten: Niemand hat ein Interesse, die Ems zu sanieren. weiter »

Meyer Werft: Masterplan Ems ohne Masterminds

Passt, gerade. Überführung des Kreuzfahrtschiffes "Celebrity Silhouette", 2012, Foto (C): Eilert Voß

Passt, gerade. Überführung des Kreuzfahrtschiffes „Celebrity Silhouette“, 2012, Foto (C): Eilert Voß

Mit großem Pressebrimborium und mehr Desinformation als Information wurde die vorgebliche Rettung der Ems vom Bundesministerium für Verkehr, vom Land Niedersachsen, der Meyer Werft in Papenburg, den Umweltverbänden NABU und BUND sowie der Stiftung WWF mit einem „Masterplan“ vorgestellt und verkündet. Ursache ist die Meyer Werft in Papenburg, die an einem kleinen Fluss immer größere, ja riesige Kreuzfahrtschiffe baut und diese dann zur Überführung an das seeschifftiefe Wasser durch die Ems zwängt. Dafür muss die Ems ständig auf die entsprechende Tiefe gebaggert werden. Der anfallende Schlick muss schließlich irgendwo deponiert werden. Durch die Baggerungen -vom Steuerzahler mit Millionensummen bezahlt – hat sich die Strömungsgeschwindigkeit des Flusses enorm erhöht, ständig werden von See gewaltige Schlickmengen in das Flusssystem eingetragen. Dadurch entstehen Trübungen mit Sauerstoffzehrungen, auch die Fischfauna des Flusses hat bereits erheblich gelitten. Die Deichvorländereien der Ems gehören zu einem EU-Vogelschutzgebiet, sind als Natura-2000-Schutzgebiete Brutgebiete zahlreicher Vogelarten, vom Schilfbrüter bis zum Bodenbrüter. Beim Emsstau für die Schiffsüberführung zur Brutzeit saufen die Nester ab. Die angedachten 700 Hektar Ausgleichsflächen, auch in Suchräumen weit außerhalb der Ems in den Nachbarlandkreisen, tragen nichts zur Sanierung des Flussökosystems bei, Landwirte haben schon jetzt Protest gegen eine etwaige Landnahme angekündigt. Diese Flächen sollen im Laufe von 35 Jahren (!), also bis 2050, aufgekauft werden. Bis dahin kann die Meyer Werft an diesem Standort längst Geschichte sein, alle Beteiligten werden diesen Ablauf entweder im Seniorenheim erleben oder bereits auf dem Friedhof liegen. Aber bis zu ihrer Verrentung werden sich die entrückten Verbändefunktionäre nun mit Projekten zur vorgeblichen Emssanierung finanziell über Wasser halten können. Die Erfolgskontrolle ihres Pressegeschwurbels werden die Akteure kaum noch erleben. weiter »

Überführung der „Quantum of the Seas“: Dieselruß über der Ems

Die 91360 PS-Maschine stößt gewaltige Mengen an Schwerölruß aus

Sie soll das größte jemals gebaute Passagierschiff sein, zusammengeschweißt ausgerechnet im Binnenland an einem schmalen Fluss in Papenburg, der Ems. Die einzelnen großen Schiffssektionen für die „Quantum of the Seas“ wurden allerdings in Rostock auf der Neptun Werft vorgefertigt und dann über die Ostsee, den Nord-Ostsee-Kanal, die Nordsee und schließlich durch die Ems nach Papenburg geschleppt und dort zum fertigen Schiff zusammengesetzt. Sonst baut die Neptun Werft Fluss-Kreuzfahrtschiffe, an der Ostsee. Dafür baut die Meyer Werft Riesenkreuzfahrtschiffe, im Binnenland. Das maritime Schilda ist machbar! weiter »

„Masterplan 2050“ für die Ems: Luftbuchungen auf die Zukunft

Der „Gelbe Fluss“: Die Ems bei Gandersum mit Ems-Stauwerk. Der starke Schlickeintrag ist die Ursache der Trübung

An der Ems bewegt sich wieder etwas, zumindest auf dem Papier: Ein „Masterplan“ soll bis 2050 (!) die Ems sanieren. Hintergrund ist die seit 2000 geltende Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Union, die Qualitätsziele für Oberflächengewässer wie Flüsse und Flusseinzugsgebiete vorgibt. Diese Ziele werden für die Ems nicht erreicht: Die Ems verschlickt, der Sauerstoffgehalt ist in bestimmten Bereichen zu niedrig, der Salzgehalt zu hoch, die ökologische Qualität ist im Unterlauf katastrophal. Ursache sind die ständigen Unterhaltungsbaggerungen und das Emsstauwerk für die großen Kreuzfahrtschiff der Meyer Werft im binnenländischen Papenburg, deren Schiffe nur mit technischen Hilfsmitteln in den Fluss zur Überführung an das seeschifftiefe Wasser der Nordsee passen. Die Politik hat es versäumt, die Wasserrahmenrichtlinie an der Ems umzusetzen, die EU droht nun mit Strafzahlungen. Nur diese Strafandrohungen haben Bewegung in den politischen Apparat gebracht, als erstes Ergebnis wurde eine am 16. Juni 2014 unterzeichnete „Absichtserklärung“ auf den Weg gebracht. weiter »

Wirtschaftsminister Olaf Lies und das Pippi-Langstrumpf-Prinzip

„Natur und Landschaft sind unser wichtigstes Gut, es darf nicht verbraucht und verdorben werden." Windpark Utgast mit Maisacker, Holtgast/Samtgemeinde Esens/LK Wittmund

von Manfred Knake

Der niedersächsische Karrierepolitiker und Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD, eingetreten erst 2002!) verbreitete an der Küste vor dem „Wirtschaftsförderkreis Harlingerland“ in Wittmund Jubelpropaganda über den vorgeblich „rasanten Weg nach oben“ im Nordwesten, als „Tor zur Welt“ (ist das nicht schon Hamburg?). Dieses Tor könnte sich aber schon in wenigen Jahren als Falltür entpuppen. Lies meinte die boomende Windenergie, hochsubventioniert mit jährlich 20 Milliarden Euro aus der Zwangsabgabe des Erneuerbare Energiengesetzes (EEG) von allen Stromkunden, nur für die Konten weniger Betreiber, genannt „Energiewende“. Mit „Schiffbau“ meinte er sicherlich die Meyer Werft, die am Binnenlandstandort Papenburg nur überlebensfähig ist, weil Bund und Land Millionenbeträge für die ständige Emsvertiefung bereitstellen oder ein Stauwerk bauen ließen und damit das Flusssystem „nachhaltig“ zerstört haben. Zudem will Lies einen „Standortsicherungsvertrag auf 20 Jahre“ mit Meyer abschließen, also pure Planwirtschaft. weiter »

Meyer Werft: Veränderungen und ein „Standortsicherungsvertrag“ mit dem Land Niedersachsen

Im Morgengrauen: Schleppverband mit Schiffsektion von der Rostsocker "Neptun Werft" auf dem Weg zur Meyer Werft im binnenländischen Papenburg, im Hintergrund Ditzum an der Ems

Bei der Meyer Werft in Papenburg liegen Veränderungen in der Luft, welche genau, ist unklar. Will sie neue Standorte im Ausland, wie schon einmal an der Ostküste der USA geplant, aber nicht verwirklicht? Oder geht es nur um Kooperationen mit anderen Werften? Fakt ist, dass die Meyer Werft abhängig ist von ganzen wenigen Auftraggebern, die Kreuzfahrtschiffe in Auftrag geben. Wenn die einen wirtschaftlichen Husten bekommen sollten, bekäme Meyer mindestens eine Lungenentzündung. Anlässlich einer Betriebsversammlung Anfang Januar 2014 schloss Werftchef Meyer einen Kooperation mit anderen Werften nicht mehr aus. Das Bemerkenswerte: Neben Vertretern der Kommunen nahmen auch Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) und die Bundestagsabgeordnete Evers-Meyer (SPD an der Betriebsversammlung teil. weiter »

Prekäre Beschäftigungsverhältnisse auf der Meyer Werft: „Herr Meyer wusste natürlich von nichts“

Es ist nicht alles Gold, was glänzt: Luxus, auch mit fragwürdigen Beschäftigungsverhältnissen gebaut

Riesige Kreuzfahrtschiffe, spektakuläre Überführungen, Luxusleben an Bord: Das ist die eine Seite der Meyer Werft im binnenländischen Papenburg. Die andere Seite ist eine zerstörte Ems, die vor allem für die Schiffe der Meyer Werft ständig auf über 8m Tiefe gehalten werden und bei der Überführungen der Luxusdampfer an die Nordsee mit einem Stauwerk aufgestaut werden muss, damit die Schiffe überhaupt in den Fluss passen. Dazu kommen die prekären Arbeitsverhältnisse von Arbeitern überwiegend aus Osteuropa, die für niedrigste Löhne von Subunternehmern auf der Werft beschäftigt und in engen Unterkünften „gehalten“ wurden, Manchester-Kapitalismus an der Ems pur im 21. Jahrhundert! weiter »

Noch´n Dampfer: Meyer-Kreuzfahrtschiff „Norwegian Getaway“ wird überführt

Meyer an die Küste: "Norwegian Getaway" in Papenburg, 13. Nov. 2013

Bilderserie von der Überführung auf der Ems ganz unten

Die Bilder gleichen sich, nur die Namen an den Schiffen ändern sich: Noch´n Dampfer, der von Papenburg durch die schmale Ems an die Küste gequält wird: Heute soll das neue Meyer-Kreuzfahrtschiff „Norwegian Getaway“ an das seeschifftiefe Wasser der Nordsee überführt werden, same procedure as (almost) every year. In Papenburg wurde eine stiller Protest sichtbar, ebenso am Ufer der Ems: „Emsinfarkt“ war dort in großen Lettern auf dem Emsdeich zu lesen. weiter »