Krabbenfischer: WWF gegen MSC-Zertifizierung, FDP Sprachrohr der Krabbenfischer

Greetsieler Krabbenkutter, die Möwen warten auf den Beifang, Foto (C): Eilert Voß

Die Pressemitteilung des WWF im „europaticker“ ganz unten


Das Marine Stewardship Council ist ein vorgebliches „Gütesiegel“ einer privaten Organisation, die ein Umweltsiegel für Fisch aus „nachhaltiger“ Fischerei entwickelt hat. Gegründet wurde der MSC 1997 vom Unilever-Konzern, zu dem bis 2006 unter anderem die Marke „Iglo“ gehörte, zusammen mit der Umwelt- und Naturschutzorganisation World Wide Fund For Nature (WWF). Der MSC wurde bereits zwei Jahre später, 1999, von Unilever und dem WWF unabhängig.

Die Krabbenfischerei greift durch den enormen Beifang, der tot oder verletzt wieder über Bord geht (für ca. 1kg gefischte Krabben bis zu 9kg Beifang: Jungfische, Krebse, Seesterne), erheblich in das Artenspektrum im Watt („Weltnaturerbe) ein, der Wattboden wird mit dem Fanggeschirr der Kutter, den Baumkurren, planiert. Die angelandeten Krabben sind oft sehr klein. Krabben werden zum Pulen mit LKW nach Nordafrika transportiert und mit der nicht unbedenklichen Benzoesäure konserviert. Mehr dazu im Fernsehfilm Vorsicht Krabben!

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Miesmuschelfischer beklagen Ertragseinbußen

Betonnte Miesmuschelkultur bei Hooksiel, Juli 2015, Foto (C): Manfred Knake

Betonnte Miesmuschelkultur bei Hooksiel, Juli 2015, Foto (C): Manfred Knake

Die Miesmuschelfischer luden ein zum „Muschelfest“ in Hooksiel und beklagten die Fangrückgänge (Pressemitteilung siehe unten). Die Fischereiwirtschaft ist eine starke Lobbygruppe im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und „Weltnaturerbe“. In Ostfriesland haben sich 24 Fischer mit 32 Schiffen zusammengefunden und sich zur Erzeugergemeinschaft Küstenfischer Nordsee GmbH zusammengeschlossen. Zur Erhaltung dieses Lebensraumes tragen sie jedoch nichts bei, sie holen nur heraus, von der EU subventioniert: Krabben oder Miesmuscheln. Plattfische werden überwiegend außerhalb des Wattenmeeres gefangen, das Watt ist jedoch die Kinderstube dieser Fischarten. Enorm ist auch die hohe Beifangrate, also die „unerwünschten“ Arten, die mit ins Netz gehen und hinterher tot oder verletzt wieder über Bord gehen.  Die aus Naturschutzgründen und als wissenschaftliche Referenzflächen notwendigen fischereifreien Zonen wurden im Nationalpark Wattenmeer und „Weltnaturerbe“ zusammen mit der Politik bisher verhindert; auch die Grünen, Mit-Regierungspartei in Niedersachsen, unterstützen das nicht. weiter »