 Wird leicht übersehen: Sandregenpfeifer am Leyhörn/LK Aurich
Wie der Leiter des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer aus einem Artenschutzprojekt im Nationalpark gleichzeitig eine Tourismusnummer macht und einen Bürgermeister, der alles andere ist, zum Artenschützer befördert:
Sandregenpfeifer sind hochgradig bestandsbedrohte Vögel. In Mitteleuropa brüten sie an Sand- oder Kiesstränden der Nord- und Ostsee, von denen in Deutschland kaum noch welche ungestört sind. Sandregenpfeifer sind Opfer des Tourismus, nicht des „Klimas“, wie uns Wikipedia weismachen will. weiter »
 Fähranleger Langeoog in Bensersiel: "naturnahe und umweltfreundliche Entwicklung der Wattenmeerregion" ?
Wieder einmal sehr viele Worte, überhöhtes und sinnentleertes Tourismus-Geschwurbel und dabei nichts gesagt: Die Rede ist von der Jugendherberge auf Langeoog, deren Betreiber mit dem Nationalparkleiter Peter Südbeck einen Partnerschaftsvertrag eingegangen sind (Partnerinitiative des Nationalparks und UNESCO-Biosphärenreservates Niedersächsisches Wattenmeer). Ob dieses Stück bedrucktes Papier den Tieren und Pflanzen in diesem Massentourismusgebiet zu mehr Ruhe und Schutz verhilft, steht auf einem ganz anderen Blatt. weiter »
 Naturerlebnis auf Langeoog
In Ostfriesland dauert bekanntlich alles etwas länger, aber auch hier haben Desinformation und Propaganda als Standardform der modernen Kommunikation Einzug gehalten: Nach fast 27-jähriger Geltungsdauer des Nationalparks schafft es die Verwaltung des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer, eine “Kooperationsvereinbarung” mit dem Rat der Gemeinde Langeoog zu unterzeichnen. weiter »
 Spaß im Schutzgebiet: Mit Quads, Motorrad und zu Fuß durch Strandbrüterbereiche, Foto (C): S.Bieler
Das obige Bild zeigt eine enorme Störung am “Rysumer Nacken” bei Emden, in einem Brutgebiet des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer für u.a. hochgradig bestandsbedrohte See- und Sandregenpfeifer, von denen es in Niedersachsen nur noch wenige Exemplare gibt. Gemeint sind nicht nur die Quad- und Motorradbengel, die am Strand herumknattern, sondern auch die Spaziergänger, denen nicht annähernd bewusst ist, auf welchen Abwegen sie wandeln. Die hier brütenden Vogelarten nutzen als Bodenbrüter u.a. Sandstrände, die unter die Füße und Räder des Massentourismus an der Küste geraten sind. Gelegezerstörungen oder Dauerstress der Brutvögel mit unzureichenden Fütterungsintervallen der Jungvögel führen dann zum Brutverlust, im Schutzgebiet! weiter »
 Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, strengste Schutzzone (Ruhezone), Campen/Upleward, 22. Mai 2012: Rastvögel werden durch Kitesurfer gestört
Seit Jahren weist der Wattenrat Ostfriesland auf die befremdliche Genehmigungspraxis der Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven bei der Ausweisung von Flächen für Kitesurfer in der eigentlich dafür verbotenen Zwischenzone des Nationalparks hin. Eine besonders umstrittene Fläche wurde im Watt vor Upleward im LK Aurich ausgewiesen, sogar gegen den öffentlich Protest und die naturschutzfachlichen Begründungen des Landkreises Aurich als Untere Naturschutzbehörde. weiter »
 Kitespots im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Rot: genehmigt, schwarz: nicht genehmigt und/oder im Internet beworben. Es fehlen die Kitespots Wesermarsch und Cuxhaven
Am Donnerstag, 19. April 2012, trafen sich regionale Naturschutzgruppen und die Mitglieder der Partei Bündnis 90/Die Grünen zu einer gemeinsamen Pressekonferenz in Norden/Ostfriesland, um ihre Standpunkte gegen die verfehlte Genehmigungspraxis der Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven für immer mehr Kitespots im Großschutzgebiet deutlich zu machen. Eingeladen hatten der Arbeitskreis Umweltschutz Norden (AKU), die Biologische Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems (BSH), der NABU-Ostfriesland, der Wattenrat Ostfriesland und die Bündnisgrünen der Stadt Norden. Der BSH-Mitarbeiter konnte den Termin nicht wahrnehmen. Als Pressevertreter nahmen die Ostfriesen Zeitung, der Ostfriesische Kurier, der die Berichterstattung für benachbarte Tageszeitungen übernahm und last but not least die Deutsche Presseagentur den Termin war.
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 "Abenteuer Weltnaturerbe": für wen?
Es nannte sich „Kooperationsgespräch“ und es ging wieder einmal nur ums Geld und die weitere Vermarktung des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer. In Cuxhaven wurde ein „Zuwendungsvertrag“ zwischen der Nationalparkverwaltung und der Stadt Cuxhaven geschlossen, es fließt Geld in das dortige Nationalparkhaus: Über fünf Jahre wird ein jährlicher Zuschuss von 145.000 Euro zugesichert. „Hierdurch können wir auch in Zukunft verstärkt und weiter verbessert über das Wattenmeer als Weltnaturerbegebiet und Nationalpark informieren und viele Menschen begeistern. Cuxhaven wird dadurch im großen Welterbegebiet eine zentrale Stellung einnehmen“, wird der Oberbürgermeister Dr. Getsch in der Pressemitteilung der Nationalparkverwaltung (s.u.) zitiert.
Cuxhaven ist, platt gesagt, pleite. Die Stadt hat ein “strukturelles” Haushaltsdezift von mehr als 30 Millionen Euro; ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor ist der Fremdenverkehr, die Vermarktung des “Weltnaturerbes” als Instrument der Sanierung der Stadtfinanzen liegt also nahe. Die Verbesserung der Naturschutzsituation in diesem Großschutzgebiet kann damit kaum gemeint sein.
Gemeint mit der „zentralen Stellung“ im „Weltnaturerbe“ sind auch die Ausweisung von Flächen für Kitesurfer in eigentlich dafür verbotenen Zonen des Nationalparks mit Hilfe von rechtlich fragwürdigen „Befreiungen“ und ein Schild an der Autobahn, das für das „Weltnaturerbe“ werben soll.
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 Beispiel Niederlande: Überwachungsschiff "Harder", ausschließlich für den Naturschutz- Einsatz im niederländischen Wattenmeer unterwegs, eins von drei Schiffen.
Gibt es nun eine engere Zusammenarbeit der Nationalparkverwaltung mit der Wasserschutzpolizei? Im Prinzip ja! Nur, es kam wieder einmal nur heiße Luft aus der Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven! Die Nordwest Zeitung aus Oldenburg meldete:
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 Kitespot Upleward/LK Aurich: fliehende Pfeifenten, 03. Okt. 2009
Ein Kommentar von Manfred Knake zu den Genehmigungen von Kitesurfflächen in den Schutzzonen des Nationalparks durch die Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven:
So steht es auf der WebSeite der Nationalparkverwaltung:
„Weitere Regelungen
Kitesurfer üben durch ihre Zugdrachen eine besondere Störwirkung auf Brut- und Rastvögel aus. Die Vögel nehmen die Drachen, die sich am Himmel bewegen, als Greifvögel wahr und ergreifen die Flucht. Deshalb ist das Kitesurfen – wie alle Drachensportarten – in der Ruhe- und Zwischenzone des Nationalparks grundsätzlich verboten. Erkundigen Sie sich bei den Gemeinden nach speziell zugelassenen Kitesurf-Flächen.“
Nun ist alles anders; es gibt auf einmal, gutachterlich festgestellt, keine negativen Auswirkungen durch Kiter mehr:
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 Illegales Kitesurfen vor Spiekeroog, 30. Juli 2011
Der Skandal um die Genehmigung von Kitesurferflächen im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer durch die Missachtung geltenden Naturschutzrechts zieht Kreise. Nun äußert sich öffentlich sehr deutlich die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Aurich. Wann äußern sich eigentlich die “anerkannten” Naturschutzverbände, die z.T. über hauptamtliche Pressesprecher verfügen? Wann wird vom Verbandsklagerecht Gebrauch gemacht?
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