Schutzzonen für Kitesurfer: Rechtsbeugung im “Weltnaturerbe” Wattenmeer

Kitespot Upleward/LK Aurich: fliehende Pfeifenten, 03. Okt. 2009

Ein Kommentar von Manfred Knake zu den Genehmigungen von Kitesurfflächen in den Schutzzonen des Nationalparks durch die Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven:

So steht es auf der WebSeite der Nationalparkverwaltung:

Weitere Regelungen

Kitesurfer üben durch ihre Zugdrachen eine besondere Störwirkung auf Brut- und Rastvögel aus. Die Vögel nehmen die Drachen, die sich am Himmel bewegen, als Greifvögel wahr und ergreifen die Flucht. Deshalb ist das Kitesurfen – wie alle Drachensportarten – in der Ruhe- und Zwischenzone des Nationalparks grundsätzlich verboten. Erkundigen Sie sich bei den Gemeinden nach speziell zugelassenen Kitesurf-Flächen.“

Nun ist alles anders; es gibt auf einmal, gutachterlich festgestellt, keine negativen Auswirkungen durch Kiter mehr:

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Kitesurfer im Wattenmeer: Landkreis Aurich nicht mit Nationalparkverwaltung auf einem Brett! Massive Kritik an Genehmigungspraxis

Illegales Kitesurfen vor Spiekeroog, 30. Juli 2011

Der Skandal um die Genehmigung von Kitesurferflächen im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer durch die Missachtung geltenden Naturschutzrechts zieht Kreise. Nun äußert sich öffentlich sehr deutlich die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Aurich. Wann äußern sich eigentlich die “anerkannten” Naturschutzverbände, die z.T. über hauptamtliche Pressesprecher verfügen? Wann wird vom Verbandsklagerecht Gebrauch gemacht?

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Kitesurfer: Ampel nun auf Grün, aber Naturschutzrecht missachtet

Verstoß gegen das Nationalparkgesetz: Kitesurfer auf Norderney, 03. Juni 2011. Möwen lassen sich durch Kitesurfer kaum beeindrucken, aber eben nur kaum: Bei der dritten Vorbeifahrt des "Trendsportlers" verließen sie den Strand.

Nun dürfen sie, die Kitesurfer, ganz legal in den eigentlich dafür verbotenen Schutzzonen (Zwischenzonen) des Nationalparks Niedersächsisches ihren „Trendsport“ ausüben. Jahrelang wurde das illegale Surfen geduldet. Dem Nationalparkleiter Peter Südbeck sind nun wohl endgültig die Zähne ausgefallen (oder man hat sie ihm gezogen!),  2009 wollte er sie noch „zeigen“ (siehe auch “Peterchens Irrfahrt im Weltnatuererbe”):

taz-Nord, 02. Nov. 2009:  „ Die illegale Nutzung empfindlicher Gebiete sei leider Alltag, räumte Nationalpark-Leiter Peter Südbeck ein. Die Trendsportart müsse daher kanalisiert und in kontrollierte Gebiete gelenkt werden. Dazu gebe es Gespräche mit den Kommunen und der Wasserschutzpolizei. “Die Behörden müssen auch Zähne zeigen.”“

Statt  zu beißen, sprich das geltende Recht im Nationalpark auch ggf. mit Ordnungsmaßnahmen zu vollziehen, wurden jetzt wieder bestehende neue Anträge von Fremdenverkehrskommen positiv beschieden, es wurde nicht “kanalisiert”, sondern weiter ausgeweitet: Auch auf Langeoog, Norderney, Dornumersiel im Landkreis Aurich und Neuharlingersiel im Landkreis Wittmund darf jetzt im Wattenmeer gesurft werden, zu Lasten von Brut- oder Rastvögeln, für die der Nationalpark u.a. eingerichtet wurde.

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Nicht nur am Martinstag: Zugvogelbratpfannenjäger und andere Missstände im Wattenmeer, ein Leserbrief

Erst Zugvogeltage, dann Bratpfanne: Das Ende einer Gans

Der Legende nach schnatterten die Gänse aufgeregt im Gänsestall, als der heilige Sankt Martin sich in Tours dort versteckte, um sich so seinem ihm angetragenen Amt als Bischof zu entziehen. Durch den Gänselärm wurde er entdeckt, das Amt war seins. Als „Dank“ für den verräterischen Lärm wird nun in vielen katholischen Landesteilen am 11. November eine Martinsgans verspeist, in der Regel eine Hausgans. Derzeit wird aber in vielen Landesteilen auch wieder Jagd auf wildlebende ziehende Gänse aus der Arktis gemacht, die noch vor wenigen Tagen anlässlich der „3. Zugvogeltage“, veranstaltet von der Verwaltung des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer , auf vielen Veranstaltungen an der Küste bewundert werden konnten. Vieler dieser Zugvögel sind nun bereits tot, deponiert in der Tiefkühltruhe oder wurden verspeist, verendet im Schrotfeuer vieler Jäger, mehr oder weniger legal (wenn sie bei Dunkelheit und Nebel erlegt wurden, ohne sie nach jagdbaren und nicht jagdbaren Arten unterscheiden zu können), auch in Vogelschutzgebieten, von der EU-Kommission und den Ländern ausgewiesene Refugien, die keine sind.

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“Weltnaturerbe” Wattenmeer: Niedersächsischer Landtag beschließt weitere Tourismusförderung

Weltnaturerbe Wattenmeeer: Vermarktung im "Strandportal" Bensersiel/LK Wittmund

Eigentlich ist der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer ein Großschutzgebiet für Tiere und Pflanzen, er unterliegt dem Schutzregime der FFH- und EU-Vogelschutzrichtlinie und ist als “Feuchtgebiet internationaler Bedeutung” von der Ramsar-Konvention geschützt. In Wirklichkeit ist der Nationalpark nur ein Werbeetikett für den Massentourismus, zusätzlich aufgepeppt mit dem Label  ”UNESCO- Weltnaturerbe”, das den Touristen “Abenteuer” verspricht. Am 12. Oktober 2011 beschloss die schwarz-gelbe Regierungsmehrheit im Niedersächsischen Landtag die weitere Förderung des Tourismus am Wattenmeer, zusätzliche Naturschutzmaßnahmen, wie von der SPD und den Bündnisgrünen gefordert, lehnte die CDU/FDP-Koalition ab. Bereits  2010 hatte der Wattenrat auf diesen Etikettenschwindel mit “Naturtourismus” öffentlich aufmerksam gemacht

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Geocaching: Schnitzeljagd auch in Schutzgebieten, von der Nationalparkverwaltung beworben

Geocaching: für Pflanzen und Tiere nicht ungefährlich

Geocaching ist eine neue Freizeitbeschäftigung mit rasch steigender Anhängerzahl. Geocaching ist so etwas wie eine elektronische Schnitzeljagd im Grünen mittels GPS, oder modernes Ostereiersuchen zu jeder Zeit an jedem Ort, zur jeder Jahreszeit, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Das Wort Geocaching setzt sich aus dem griechischen Wort „geo“ (Erde) und dem englischem Wort „cache“ (Versteck) zusammen. Für diesen neuen Freizeitspaß werden zu dem Versteck gehörende geographische Informationen auf einer WebSeite  (z. B. international www.geocaching.com oder in Deutschland www.opencaching.de ) veröffentlicht. Mit Hilfe dieser Informationen und eines GPS-Empfängers und des Computers können diese Caches gefunden werden. In Deutschland sind bereits mehr als 150.000 solcher Caches eingerichtet. Im Jahr 2009 machten sich rund 25.000 Menschen auf die Suche nach diesen Caches.

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Zugvogeltage: Gänseverscheuchen mit dem Reisebus “Vogelkieker”

Vogelkieker-Bus in Kehdingen, Naturerlebnis mit Vogelverscheuchen

Bitte das Edit 31.10.2010 ganz unten beachten: Die Zugvogeltage wurden auch auf die streng geschütze Vogelinsel Memmert bei Juist ausgedehnt, initiiert vom BUND!

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„Zurück zur Natur wollen alle, nur nicht zu Fuß“ war ein Spruch aus den Achtzigern, um den Zwiespalt zwischen Naturschutzansprüchen und gehfaul-satten Bildungsbürgern zu glossieren. Heute ist das Realsatire, und ein Geschäftsmodell. Der Verein zur Förderung von Naturerlebnissen e.V. in Stade  vermietet einen Reisebus, ein Schiff und einen kleinen Dieselzug, um das Volk näher an die Natur zu bringen, und um diese auch zu stören. Sponsoren sind u.a eine Windkraftbetreiberfirma (Deinste  Wind), ein Rotary Club und der Landkreis Stade. Niedersachsens berühmt-berüchtigter Umweltminister Sander lobt denn auch diese Art der Naturerschließung als „Erfolgsgeschichte für das Naturerleben in Niedersachsen“. Der Reisebus heißt „Vogelkieker“, ist mit bunten Vögeln bedruckt und fährt Gruppen dicht an Zugvögel heran, manchmal auch zu dicht, dass diese vertrieben werden. Nun soll der Bus auch gegen Bares anlässlich der “Zugvogeltage” im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer eingesetzt werden.

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Wasserschutzpolizei in Norden/Norddeich wird aufgelöst: noch weniger Aufsicht im Nationalpark

Die Polizei- und damit Aufsichtspräsenz im Wattenmeer wird weiter eingeschränkt, das Wattengebiet wird zum rechtsfreien Raum entwickelt:
Laut verschiedener Pressemeldungen vom heutigen Tage soll die Station der Wasserschutzpolizei in Norden/Norddeich im LK Aurich aufgelöst werden. Damit wird die ohnehin spärliche Überwachung des Großschutzgebietes Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer mit 3.500 qkm Größe und jährlich 37 Millionen Tourismusübernachtungen zwischen Cuxhaven und Emden noch dürftiger: Wasserschutzpolizei nur noch in Emden und Wilhelmshaven und 6 Nationalparkwarte ohne Kompetenzen und Boote.

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Nationalparkgesetz am 01. März 2010 novelliert

Die Frage nach der wundersamen Vergrößerung des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer führte hier zur etwas späten Erkenntnis, dass das Nationalparkgesetz von 2001 im März 2010 wieder novelliert wurde. Anlass war die Anpassung an das Bundesrecht, in diesem Fall an das Bundesnaturschutzgesetz, Wundersames gibt es also nicht mehr zu berichten.

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Bensersiel: Höhenfeuerwerk über dem Nationalpark Wattenmeer

Feuerwerk über dem Nationalpark Wattenmeer, hier Juist, 24.07.2010

Am 01. August 2010 berichteten wir über ein Höhenfeuerwerk auf der Insel Juist, zur Belustigung der Touristen, zum Schrecken und Schaden der durchziehenden Wat- und  Wasservögel, die gerade im Wattenmeer Station machen und sich Fettreserven für ihren Weiterzug in die Überwinterungsgebiet anfressen. Nun krachte es auch nächtens in Bensersiel.

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