Wasserschutzpolizei in Norden/Norddeich wird aufgelöst: noch weniger Aufsicht im Nationalpark

Die Polizei- und damit Aufsichtspräsenz im Wattenmeer wird weiter eingeschränkt, das Wattengebiet wird zum rechtsfreien Raum entwickelt:
Laut verschiedener Pressemeldungen vom heutigen Tage soll die Station der Wasserschutzpolizei in Norden/Norddeich im LK Aurich aufgelöst werden. Damit wird die ohnehin spärliche Überwachung des Großschutzgebietes Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer mit 3.500 qkm Größe und jährlich 37 Millionen Tourismusübernachtungen zwischen Cuxhaven und Emden noch dürftiger: Wasserschutzpolizei nur noch in Emden und Wilhelmshaven und 6 Nationalparkwarte ohne Kompetenzen und Boote.

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Nationalparkgesetz am 01. März 2010 novelliert

Die Frage nach der wundersamen Vergrößerung des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer führte hier zur etwas späten Erkenntnis, dass das Nationalparkgesetz von 2001 im März 2010 wieder novelliert wurde. Anlass war die Anpassung an das Bundesrecht, in diesem Fall an das Bundesnaturschutzgesetz, Wundersames gibt es also nicht mehr zu berichten.

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Bensersiel: Höhenfeuerwerk über dem Nationalpark Wattenmeer

Feuerwerk über dem Nationalpark Wattenmeer, hier Juist, 24.07.2010

Am 01. August 2010 berichteten wir über ein Höhenfeuerwerk auf der Insel Juist, zur Belustigung der Touristen, zum Schrecken und Schaden der durchziehenden Wat- und  Wasservögel, die gerade im Wattenmeer Station machen und sich Fettreserven für ihren Weiterzug in die Überwinterungsgebiet anfressen. Nun krachte es auch nächtens in Bensersiel.

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Kitesurfing: nun auch Cuxhaven legalisiert

Kites am Deich von Campen/Upleward, LK Aurich, im Hintergrund die strengste Schutzzone (Ruhezone) im Nationalpark: Muschelschillbank Campen

Nun also auch Kitesurfer in Cuxhaven: Früher illegal und scheißegal, jetzt legal, trotz eindeutigem Verbot im Nationalparkgesetz! Die Wirklichkeit im “Weltnaturerbe” und Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer: Gefälligkeitsverwaltung für die Spaßgesellschaft. “Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser”, wusste schon Lenin. Welche “Ordnungskräfte”  sollen das denn kontrollieren? Echte Ranger gibt es nicht, die Wasserschutzpolizei kapituliert schon, weil sie nicht in die Flachwasserzonen der Kiter gelangt. Die vom Land finanziell abhängigen “anerkannten” Naturschutzverbände hüllen sich weiter in Schweigen, statt Rechtsmittel gegen die rechtswidrige Nutzung der Schutzzonen im Nationalpark einzulegen. Es entsteht sogar der Eindruck, die Flächen wurden einvernehmlich mit einigen Naturschutzverbänden festgelegt (siehe auch hier).

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Feuerwerk auf Juist: Man lässt es krachen im Nationalpark und”Weltnaturerbe”

Feuerwerk auf Juist am 24. Juli 2010

edit 07. August 2010:

“Dem Vernehmen nach” hat sich der Juister Bürgermeister Dietmar Patron dahingehend geäußert, dass es keine Feuerwerke mehr auf Juist geben werde, an einer Beschlussvorlage für den Rat werde gearbeitet. Auch aus der Juister Bevölkerung wurden Beschwerden gegen das Feuerwerk bei der Gemeinde  vorgebracht. Die Genehmigungsbehörde des Feuerwerks war die Gemeinde Juist. Das Feuerwerk “am 12. August” hat längst stattgefunden: im Jahr 2006, Korrektur und Erläuterung weiter unten.

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Nationalparks sind bekanntlich Großschutzgebiete, dort gelten Regeln zum Schutz von Tieren und Pflanzen. Bestimmte Bereiche dürfen nicht betreten, die freilebende Tierwelt darf nicht durch Lärm, Aufsuchen o.ä. Handlungen gestört werden. Der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer ist gleichzeitig auch Urlaubsgebiet mit ca. 37 Millionen Tourismusübernachtungen jährlich von Emden bis Cuxhaven, und Touristen wollen unterhalten werden. Ganz nebenbei: Der Nationalpark ist auch auch EU-Vogelschutz- und FFH-Gebiet. Ein Spektakel der besonderen Art bietet die Insel Juist an, die „Zauberinsel“, wie man sich dort werbewirksam selber nennt: Höhenfeuerwerke sollen die Massen unterhalten, die auf der Insel Urlaub machen. weiter »

Kitesurferflächen in Wremen und Dorum (LK Cuxhaven) rechtswidrig genehmigt

Die Online-Ausgabe der Nordwest Zeitung in Oldenburg meldet am 30. Juli 2010, dass die Nationalparkverwaltung zwei Kitesurferzonen in Wremen und Dorum im Landkreis Cuxhaven genehmigt hat, die Erlaubnis ist zunächst bis März 2012 befristet. Laut Berichterstattung erfolgte die Genehmigung nach „Abstimmung mit den Naturschutzverbänden“. Nun will die Nationalparkverwaltung auch die Reaktionen von Tieren auf die Kitesurfer untersuchen lassen.

Kitesurfer vertreiben Vögel von Sandbank: Upleward/LK Aurich

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Spiekeroog: Anlegerruine als Naturschutzmaßnahme kostengünstig entsorgt

Der nachfolgende Beitrag gehört eigentlich in den Herbst 2009. Das damalige Geschehen ging aber irgendwie im täglichen Nachrichtengetöse aus dem schlickigen Wattensumpf an den Wattenratmitarbeitern vorbei und wurde erst jetzt wiederentdeckt. Deshalb kommt der Beitrag verspätet, aber er kommt. Es geht um Offshore-Windenergie, die Anbindung der Wind“parks“ auf See mit Kabeltrassen durch den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und den Abriss eines abgängigen Anlegers auf der Insel Spiekeroog, und „natürlich“ um den Naturschutz im Wattenmeer, oder was man dafür hält.

Der abgerissene Anleger auf Spiekeroog

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Sandregenpfeifer: NABU und Nationalparkverwaltung: “Erfolgsmeldung” von der Gelegefront

Der NABU feiert zusammen mit der Nationalparkverwaltung den Bruterfolg des hochgradig gefährdeten Sandregenpfeifers auf der Muschelschillbank bei Campen/Upleward in der Krummhörn, LK Aurich. Diese “Erfolgsmeldung” verschleiert aber in  Wirklichkeit das jährliche Desaster für diese Watvogelart nicht nur an dieser Stelle. Sandregenpfeifer, genau wie Seeregenpfeifer und Zwergseeschwalben,  finden kaum noch ungestörte Brutplätze am Watt. Der Brutbestand des Sandregenpfeifers ist innerhalb weniger Jahre auf weniger als 100 Brutpaare in Niedersachsen abgesunken, aber nicht wegen Hochwasser an den Brutplätzen oder Fressfeinden, damit lebt die Art seit ihrer Entstehung.

Von den Stränden vertrieben: Sandregenpfeifer

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Kitesurfen: auch Dornumersiel stellt Antrag

Dornumersiel: Illegales Kitesurfen vor dem Sommerdeich im Watt des Nationalparks, 2009

Es sieht nach einem Flächenbrand im „Weltnaturerbe“ Wattenmeer aus, der sich rasant ausbreitet. Eine Kommune nach der anderen beantragt eine Fläche in Schutzzonen des Nationalparks, nur weil „sich die Trendsportart Kitesurfen steigender Beliebtheit erfreut“.

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Erst “Weltnaturerbe”-Etikett weckt Interesse der Touristiker am Wattenmeer

Man glaubt es kaum: 24 Jahre nach der Einrichtung des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer im Jahr 1986 lassen sich Tourismusmacher über die Inhalte eines „Weltnaturbes“ weiterbilden; der Nationalpark dagegen wurde anfangs heftigst bekämpft, Juist wollte damals gar aus dem Nationalpark austreten! Nun gibt es seit 2009 das neue Etikett „UNESCO-Weltnaturerbe“, das zwar keine neuen Naturschutzinhalte bringt, dafür aber noch mehr vermarktbaren Massentourismus verspricht; ca. 37 Millionen Touristen-Übernachtungen jährlich werden inzwischen zwischen Cuxhaven und Emden gezählt. Die Naturschutzinhalte in diesem Nationalpark-Verschnitt sind längst unter die Räder der Tourimusindustrie geraten. Die Nationalparkverwaltung, eigentlich zuständig für den Schutz der Tiere und Pflanzen vor dem Massenansturm der Touristen, ist nun wohl hauptsächlich  zuständig für das touristischen „Leistungsangebot“. Offensichtlich sind die 24 Jahre Nationalpark Wattenmeer bisher spurlos an den Touristikern und der heimischen Bevölkerung vorbeigegangen!

Link:  Tourismus: Das Wattenmeer als Beute

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