Ansiedlungsprojekt: neue Chancen für die Europäische Auster

Europäische Auster - Foto: H. Zell, Wikipedia, CC BY - SA 3.0

Europäische Auster – Foto: H. Zell, Wikipedia, CC BY – SA 3.0

Seit ca. 80 Jahren gilt sie als weitgehend ausgestorben in der Nordsee: die Europäische Auster (Ostrea edulis). Die enorme Nachfrage nach dieser Delikatesse und die gewerbliche Fischerei machte ihr schließlich in den 1930-Jahren den Garaus. Vermutet wird auch ein Parasitenbefall, der zusätzlich zum Rückgang führte. Kleinere Restvorkommen gibt es noch auf den Britischen Inseln, in der Bretagne und im Norden Dänemarks.

Das soll sich nun ändern: Das Bundesamt für Naturschutz und das Alfred-Wegener-Institut / Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) starteten bereits im April 2016 das Projekt zur Wiederansiedlung dieser Muschelart. weiter »

Miesmuschelfischer beklagen Ertragseinbußen

Betonnte Miesmuschelkultur bei Hooksiel, Juli 2015, Foto (C): Manfred Knake

Betonnte Miesmuschelkultur bei Hooksiel, Juli 2015, Foto (C): Manfred Knake

Die Miesmuschelfischer luden ein zum „Muschelfest“ in Hooksiel und beklagten die Fangrückgänge (Pressemitteilung siehe unten). Die Fischereiwirtschaft ist eine starke Lobbygruppe im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und „Weltnaturerbe“. In Ostfriesland haben sich 24 Fischer mit 32 Schiffen zusammengefunden und sich zur Erzeugergemeinschaft Küstenfischer Nordsee GmbH zusammengeschlossen. Zur Erhaltung dieses Lebensraumes tragen sie jedoch nichts bei, sie holen nur heraus, von der EU subventioniert: Krabben oder Miesmuscheln. Plattfische werden überwiegend außerhalb des Wattenmeeres gefangen, das Watt ist jedoch die Kinderstube dieser Fischarten. Enorm ist auch die hohe Beifangrate, also die „unerwünschten“ Arten, die mit ins Netz gehen und hinterher tot oder verletzt wieder über Bord gehen.  Die aus Naturschutzgründen und als wissenschaftliche Referenzflächen notwendigen fischereifreien Zonen wurden im Nationalpark Wattenmeer und „Weltnaturerbe“ zusammen mit der Politik bisher verhindert; auch die Grünen, Mit-Regierungspartei in Niedersachsen, unterstützen das nicht. weiter »

Miesmuscheln im Wattenmeer bedroht

Muschelkutter ankert an Miesmuschelbank

Im „Weltnaturerbe“ Wattenmeer ist nichts in Ordnung, neueste Hiobsbotschaft, aber eigentlich ein Dauerbrenner: Den Beständen der Miesmuscheln geht es schlecht. Noch immer dürfen eine handvoll Fischereibetriebe in den Wattenmeer-Nationalparks großflächig natürlich gewachsene Wildmuschelbänke mit schwerem Gerät abräumen, auch in den strengsten Schutzzonen. In Schleswig-Holstein wollen sie  ihre Fanggenehmigungen verlängern lassen, zum Schaden des Weltnaturerbes Wattenmeer. Dazu kommt die Konkurrenz durch die Pazifische Auster, die ebenfalls durch Fischereibetriebe aus den Niederlanden und Schleswig-Holstein schon vor Jahrzehnten künstlich in das Wattenmeer zur Profitsteigerung ausgebracht wurden,  sich hier dramatisch vermehrten und vermutlich die Bestände der heimischen Miesmuscheln verdrängen. Fischereitechnisch erschwert die Pazifische Auster die Entnahme von Miesmuscheln von den Muschelbänken.

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