Neuer zündender „Nationalparkpartner“

Bildzitat: Ostfriesischer Kurier, Norden, 08. März 2016

Bildzitat: Ostfriesischer Kurier, Norden, 08. März 2016

Die Nationalparkverwaltungen in Wilhelmshaven und in Schleswig-Holstein denken sich immer neue PR-Aktiönchen aus, um öffentliche Aufmerksamkeit zu erlangen, kleine PR-Shows, die mit der Kernaufgabe Naturschutz gar nichts zu tun haben. So werden z.B. „Nationalparkpartner“ aus der Gastronomie, den Beherbergungsbetrieben oder der Tourismuswirtschaft geworben, die auf Antrag eine entsprechende Urkunde bekommen. Damit ist man dann Mitglied im „Nationalpark-Netzwerk“.  Als Krönung gibt es ein buntes Bild mit dem neuen „Partner“ in der Lokalzeitung, auf dem der entsprechende Betrieb erwähnt wird. Sekundiert wird von einem Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung und einem Ranger. Das hilft zwar nicht den vom Aussterben bedrohten Zwergseeschwalben oder Seeregenpfeifern an den touristisch übernutzten Stränden, aber es trägt zum positiven Image des neuen Urkundeninhabers bei. weiter »

Zündende NDR2-Silvesterparty in Norddeich: Strafanzeige

Bildzitat: Ostfriesischer Kurier, Norden/NDS, S. 3, 02. Dezember 2015

Bildzitat: Ostfriesischer Kurier, Norden/NDS, S. 3, 02. Januar 2016, Foto: Strohmann [Feuerwerk vor dem Deich direkt an der Grenze des Nationalparks]

Nein, es war nicht das Feuerwerk zum 30-jährigen Geburtstag des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer und „Weltnaturerbe“, das in der Silvesternacht der NDR2-Party am Strand von Norddeich im Landkreis Aurich mit viel Getöse den Himmel über dem Nationalpark Wattenmeer und „Weltnatuerbe“ beschallte. Es sollten eigentlich nur „Lichtspiele“ und laute Musik sein, mit denen der Radiosender NDR2 zusammen mit  der Kurverwaltung das neue Jahr begrüßen wollte. Diplom-Kaufmann und geschäftsführender Kurdirektor Korok noch am 23. Dezember 2015 in der Lokalzeitung „Ostfriesischer Kurier“: „Feuerwerkskörper selbst mitzubringen ist vor dem Hintergrund, dass dort viele Familien mit Kindern den Jahreswechsel verbringen werden, nicht verboten“. Nein verboten ist das Mitbringen nicht, aber das Abbrennen, wenn es in den Nationalpark mit seinen Rastvögeln hineinwirkt. Die Besucher („Der Deich war schwarz von Menschen“) brachten denn auch die Feuerwerkskörper in Mengen mit zur NDR2-Party und zündeten sie sogar, wer hätte das gedacht. Um Mitternacht brach der Höllenlärm los, der zusammen mit den Lichtblitzen der Raketen weit in das direkt angrenzende Großschutzgebiet hineinwirkte. Hier halten sich derzeit tausende Gänse und Watvögel – alles besonders geschützte Arten – auf, die in ihrem Schutzgebiet auf Nahrungssuche waren. Erfahrungsgemäß – das ist gut untersucht – reagieren die Vögel panisch auf plötzlich einsetzenden Lärm und ungewohnte Lichteffekte. weiter »

Doch kein Silvesterfeuerwerk in Norddeich, sondern „Lichtspiele“

Screenshot (Bildzitat), 27. Dez. 2015, www.norddeich.de

Screenshot (Bildzitat), www.norddeich.de, 27. Dez. 2015

Nun also doch kein Silvesterfeuerwerk anlässlich der NDR2-Silvesterparty in Norden-Norddeich direkt am Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und „Weltnaturerbe“: Der Kurdirektor von Norddeich fühlt sich missverstanden „Ich habe nie gesagt, dass wir ein Feuerwerk organisieren, sondern, dass wir ,etwas in die Luft schießen’, womit ich Lichtspiele meinte“, zitiert in die Lokalzeitung (s.u.). Am 27. Dezember wurde allerdings, möglicherweise fälschlich, von einem geplanten „Feuerwerk“ berichtet. Jedoch sind auch „Lichtspiele“, wenn sie über dem direkt angrenzenden Nationalpark in den Nachthimmel projiziert werden, wenig entspannend für die abertausenden Rastvögel im Watt und lösen ebenfalls Fluchtreflexe aus. Zudem zeigt das Ankündigungsplakat „Große Open-Air Silvesterparty am Strand mit NDR2“ in einer Fotomontage ein Feuerwerk im Hintergrund. Eine zunächst vorgesehene Strafanzeige des Wattenrates gegen die Veranstalter wird es nun also nicht geben können. weiter »

„Das Beste am Norden“ am Nationalpark: NDR2 will es krachen lassen

Screenshot (Bildzitat), 23. Dez. 2015

Screenshot (Bildzitat), 23. Dez. 2015

Man glaubt es kaum, dreister geht es fast nicht: Die jahrelange Diskussion über den Unsinn von Böllern und Raketen im und am Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer („Weltnaturerbe“) ist an den Tourismusmachern und dem Norddeutschen Rundfunk (Radiosender NDR 2) spurlos vorübergegangen! Die Touristiker des Nordseeheilbades Norden- Norddeich planen in Zusammenarbeit mir dem NDR „eine einzigartige Silvesterparty mit Potenzial zum Standardevent“. „Ein Zelt gibt es zwar nicht, dafür aber Außenstände, professionelle musikalische Unterhaltung und ein Feuerwerk. […] Feuerwerkskörper selbst mitzubringen ist vor dem Hintergrund, dass dort viele Familien mit Kindern den Jahrseswechsel verbringen werden, nicht verboten“, so die Ankündigung und der Kurdirektor Armin Korok in der Lokalzeitung. Der Ort des „Events“ vor dem Deich im Strandbereich von Norddeich grenzt unmittelbar an den Nationalpark. Feuerwerke über dem Nationalpark sind nach dem Nationalparkgesetz aus Artenschutzgründen verboten. Dabei ist es völlig unerheblich, ob die die Feuerwerke im oder außerhalb des Nationalparks gezündet werden. Die Vögel des Wattenmeeres reagieren panisch auf die Lichteffekte und Explosionen, die kilometerweit in das Großschutzgebiet hineinwirken. Der Nationalpark ist auch EU-Vogelschutzgebiet; das Bundesnaturschutzgesetz schreibt eine Verträglichkeitsprüfung VOR solchen Aktionen (Projekten) vor, die aber mit Sicherheit nicht vorliegt. Nach diesem Gesetz sind mutwillige Störungen von Tieren verboten und damit eine Ordnungswidrigkeit, gewerbsmäßige Störungen und Vertreibungen können als Straftat geahndet werden. weiter »