Ems-Stauwerk: noch mehr Geld mit „Schlickbremse“ versenken

Ems: der „gelbe Fluss“ mit dem Stauwerk – menschengemachte Schlickfracht in der Ems, Luftbild: Voss/Wattenrat

Der Fluch der bösen Tat: Das 2002 in Betrieb genommene Ems-„Sperrwerk“ kostete ca. 223 Millionen Euro und wurde eigentlich für die Papenburger Meyer Werft gebaut, um die Ems für die Überführung der riesigen Kreuzfahrtschiffe an die Nordsee aufzustauen. Werftchef Meyer hatte sich beharrlich geweigert, mit dem Werftstandort an das seeschifftiefe Wasser der Nordsee umzuziehen, obwohl es vorher schon Überlegung gegeben hatte, an die Ostküste der USA oder nach Rügen zu verlegen. Um das Projekt EU-kompatibel zu machen, wurde das Stauwerk in ein „Sperrwerk“ als Küstenschutzbauwerk umdeklariert. Zusätzlich muss die Ems ständig kostenintensiv mit Baggerschiffen auf Tiefe gehalten werden. Durch die erhöhte Strömung gelangen erhebliche Schlickmassen aus der Nordsee in den Fluss, der Fluss verschlickt, Sauerstoff wird aufgezehrt und es muss noch mehr gebaggert werden, ein enorm teurer Teufelskreis, bezahlt vom Steuerzahler, nicht von der Meyer Werft. Die Zauberlehrlinge des Projekts wollen nun noch mehr Geld in das Stauwerk versenken, bis zu 40 Millionen Euro soll eine nachträgliche Schwelle im Stauwerk kosten, um den Schlick zu bremsen. Der Erfolg ist fraglich. In den Medien wird überwiegend vom schönen Schein der Meyer-Kreuzfahrtwelt berichtet; von der damit zusammenhängenden Zerstörung der Ems hört oder sieht man dagegen wenig. Die taz berichtete ausführlich über das neue Projekt. Wir danken dem Verfasser Thomas Schumacher für die Überlassung des Textes. weiter »

Ems: Brunnenvergifter am Werk!

Der braune Fluss: Baggerschiff am Ems-Stauwerk

Es ist soweit, das Emswasser taugt noch nicht mal mehr zum Tränken des Viehs! Nun sollten eigentlich die verantwortlichen Politiker, Wirtschaftsmacher der Industrie- und Handelskammer an der Ems und Schönschreiber aus ihrem Wachstumswahn aufwachen und erkennen, dass es so mit der Ems nicht weitergehen kann, aber sie werden es nicht. Alle haben bei dieser „Entwicklung“ mitgemacht, nicht nur die Politik und die Macher, auch Behörden, Landwirte und Fischer, die Spitzen von BUND, NABU und WWF, und dafür kassiert. Nun versalzt der Fluss,ein Tränken des Viehs wird bald nicht mehr möglich sein. Und da der Fluss auch mit dem Grundwasser verbunden ist, wird es absehbar auch die menschliche Versorgung beeinträchtigen. Über die Ursache wird in den Lokalzeitungen verschämt geschwiegen. Die Ems ist zu einem Industriekanal verkommen, ständig muss sie so auf Tiefe gehalten werden, dass auch die riesigen Schiffe der Meyer Werft vom binnenländischen Papenburg bis an die Nordsee überführt werden können. weiter »

Kreuzfahrtweg: Werbung für die Meyer Werft, Wut und Zerstörung

Abgeknicktes Kreuzfahrtschiff am "Kreuzfahrtweg", Coldam/Leer

Er hat zwar nichts mit den mittelalterlichen Kreuzfahrern zu tun, die mit religiösem Sendungsbewusstsein ins Morgenland einfielen, aber mit einem Marketing-Kreuzzug für die emsverhunzende Meyer Werft in Papenburg schon. Die Rede ist vom Kreuzfahrtweg an der Ems. Der Kreuzfahrtweg ist eins von zwei Projekten, die die „Region östlich der Ems“ umsetzen wollen. Zu dieser Region hatten sich 2008 Papenburg, Westoverledingen, Leer, Moormerland und Emden zusammengeschlossen, um Fördergeld für Projekte im ländlichen Raum zu bekommen. Der Weg wird auf einer Strecke von 42 Seemeilen ausgeschildert und folgt den bereits bekannten Rad-Wanderrouten zwischen Papenburg und Emden. Ziel ist es, Einheimische und Touristen die Überführung der Meyer-Schiffe auch dann nahe zubringen, wenn diese gerade mal nicht durch die viel zu enge die Ems runtergequält werden. Am vergangenen Sonntag wurde der Weg eröffnet. Den Kreuzfahrtweg säumen Stelen und stählerne Schiffssilhouetten der Schiffe, die bisher auf der Meyer Werft gebaut wurden; detailliert sind die jeweiligen Schiffsdaten auf den Stahlsilhouetten angebracht, nur ein Wert fehlt: der Tiefgang, der schamhaft verschwiegen wird. So wird mit öffentlichen Mitteln Werbung für die fehlplatzierte Werft, die eigentlich mit ihren riesigen Musikdampfern an die Küste gehört, gemacht.

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Ems: Zauberlehrlinge mit Schlickfalle gescheitert, Umweltverbände maulen wegen Geld für Studie

Schilda könnte an der Ems liegen:

Im binnenländischen Papenburg werden auf der Meyer Werft riesige Kreuzfahrtschiff gebaut, die jedesmal aufwändig an das seeschifffahrttiefe Wasser der Nordsee gelotst werden müssen. Dafür wurde für fast 300 Millionen ein Stauwerk bei Gandersum gebaut, das im offiziellen Sprachgebrauch  „Sperrwerk“ genannt wird, angeblich um die Fluten der Nordsee zu bremsen. Das Küstenschutzetikett  stellte die EU-Kommission ruhig, die sonst beim Bau des Sperrwerks in einem EU-Vogelschutzgebiet eingegriffen hätte. Trotz des Stauwerks muss die Ems immer noch ständig ausgebaggert werden, damit die Meyer-Schiffe durch den Fluss passen, auch das bezahlt der Steuerzahler.

Ems-Stauwerk

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