Masterplan Ems: Brbüfüvover, eine Polemik

Eine Polemik zum Masterplan zur Rettung der Ems zwischen dem Land Niedersachsen, Landkreisen Leer und Emsland, Stadt Emden, der Meyer Werft und den Umweltverbänden WWF, BUND, NABU, von Thomas Schumacher

Abgesoffenes Ems-Deichvorland druch Überführung eines Kreuzfahrtschiffes, EU-Vogelschutzgebiet, Foto (C): Eilert Voß

Abgesoffenes Ems-Deichvorland durch Überführung eines Kreuzfahrtschiffes, EU-Vogelschutzgebiet, Foto (C): Eilert Voß

Brbüfüvover

Unverständlich wie Pegida? Das „Breite Bündnis für Volksverdummung“ (Brbüfüvover) toppt die demokratiefeindliche „Bewegung“ verklemmter „Wutbürger“ behördlicherseits. Die Allianz aus Landesregierung, Papenburger Meyer Werft, WWF, BUND, NABU und den Landkreisen Leer und Emsland haben Verträge „zur Rettung der Ems“ geschlossen, die keine Verträge sind.

Der Masterplan Ems 2050 zwischen den oben genannten Beteiligten ist ein edel gedacht, bleibt aber ein Konjunktiv und ist mit vielen „wenns“ und „danns“ gespickt. Oder er hat die Qualität des Kinderspruches: „Hättetet, hatdatdat aber nicht.“

Schon die Präambel ist gelogen: Die Ems soll gerettet werden. Um ein historisches Zitat von Ex DDR Chef Walter Ulbricht umzudeuten: Niemand hat ein Interesse, die Ems zu sanieren. weiter »

Windenergieerlass in Niedersachsen: die grüne Spur des Geldes

Am 21. Juli berichtete die Deutsche Presseagentur dpa ausführlich über die Absicht des niedersächsischen Umweltministers Stefan Wenzel (B90/Die Grünen), einen Erlass zur Windenergie herauszubringen. Bei näherem Hinsehen entpuppt sich diese Minister-Nummer als der Versuch, zusammen mit der Windenergiewirtschaft die Zulassung von noch mehr Windkraftanlagen unter Vernachlässigung von hemmenden Naturschutzauflagen im Lande durchzudrücken. Der Erlass soll mit einem neuen „Leitfaden“ zur Windenergie verbunden werden. Der Wattenrat berichtete darüber bereits hier: Erlass Windenergie und Naturschutz in Niedersachsen: Böcke zu Gärtnern

Eine fachliche Arbeitshilfe für die genehmigenden Landkreise gibt es aber längst, die fortlaufend fortgeschrieben wird: Niedersächsischer Landkreistag – „Arbeitshilfe Naturschutz und Windenergie – Hinweise zur Berücksichtigung des Naturschutzes und der Landschaftspflege sowie zur Durchführung der Umweltprüfung und Umweltverträglichkeitsprüfung bei Standortplanung und Zulassung von Windenergieanlagen (Stand: Oktober 2011)“, das sog. NLT-Papier. weiter »

Umweltminister Wenzel (Grüne) und die nasse Salzwiese auf Langeoog

Screenshot-Bildzitat: Anzeiger für Harlingerland, Wittmund, online, 23. April 2014, Foto: Kremer - Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (mitte) und Bürgermeister Uwe Garrels (rechts daneben) vor der Rundtour um Langeoog, ganz rechts Uilke van der Meer (BUND), dritter von links Frank Thorenz (NLWKN), verdeckt hinter Minister Wenzel Carl-Wilhelm Bodenstein-Dresler, Landesgeschäftsführer des nds. BUND. Nicht auf dem Bild: Peter Südbeck, Nationalparkleiter

Der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel (Bündnis 90/Die Grünen) bereiste die Küste und setze auch nach Langeoog über. Solche Veranstaltungen sind oft Anlass für Gespräche auf dem „kurzen“  Dienstweg,  angenehm abseits vom politischen Alltagsgeschäft und – fürs Volk- begleitet von einem größeren oder kleinen Pressetross. Man will ja gut rüberkommen. Aber das Positive vorweg: Es ist schon etwas Besonderes, wenn der Ortsbürgermeister einer Ferieninsel den Minister daran erinnert, „die personelle Ausstattung der Nationalparkranger zu verbessern“, das gab es bisher noch nicht. In der Tat: Im ganzen Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer gibt es auf 3.500 qkm Fläche nur sechs (!) hauptamtliche Dünenwärter als Nationalparkwarte, alle ohne Boote, Fahrzeuge und vor allem ohne jede Befugnisse, bei derzeit ca. 37 Millionen Tourismusübernachtungen von Cuxhaven bis Emden. Allein auf Langeoog beträgt die offizielle Übernachtungsrate mehr als 1,5 Millionen jährlich. Tatsächlich ist die Zahl aber höher: Erfasst werden nur die Beherbergungsbetriebe ab zehn Betten, dazu kommen hunderte Betten in Schwarzbauten.

Bei der Naturschutzvorzeigenummer der Salzwiesenvernässung im Osten der Insel wurde der radelnde Minister schamlos hinters Licht geführt. Mit dem grünen Umweltminister Wenzel aus dem fernen Hannover kann man es ja machen. Die Historie des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer ist ihm offensichtlich noch fremd. Dafür wiederholte er brav die häufig gebrauchten, aber abgedroschenen Sprechblasen des -verfehlten – Wattenmeervergleichs mit dem Yellowstone Nationalpark in den USA oder dem Great Barrier Reef in Australien. weiter »

Der niedersächsische Umweltminister und der Nationalpark Wattenmeer: „Wenzel, in die Ecke!“

Der nachfolgende Beitrag erschien zuerst in der Zeitschrift „Waterkant“, Ausgabe 4/2013  und bei http://filapper.de/. Der Autor ist Onno K. Gent aus Norden in Ostfriesland. Onno hat jahrelang die Wattenrat-Seiten gepflegt, bis zur Umstellung auf WordPress.

Wir danken ihm für die Überlassung des Artikels, das Bild wurde zusätzlich aus Wikipedia eingefügt.

Der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel, (C) Martina Nolte, Creative Commons by-sa-3.0 de

Wenzel, in die Ecke!

Der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer umfasst eine Fläche von rund 3500 Quadratkilometern und wird von politischer Seite gewöhnlich mit hehren Worten bedacht: “einzigartig”, “höchster Schutzstatus” und “globale Bedeutung des Ökosystems” sind häufig genannte Begriffe, die aber in der Realität vor Ort — “dank” zunehmender Industrialisierung und “dank” Massentourismus — kaum ihre Entsprechung finden. Der aktuelle niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) brachte es kürzlich in einem Interview mit dem NDR [1] auf den Punkt: “Es muss nicht an jeder Ecke jemand stehen, der den Menschen sagt, was sie tun und was sie nicht tun sollen. Die meisten Menschen, die Urlaub in der Natur machen, die wissen ganz genau, auf was man zu achten hat.” Eine derartige Aussage zeugt von so gründlicher Nichtkenntnis der alltäglichen Geschehnisse vor Ort, dass sie betroffen macht.

Dennoch gibt es Hoffnung: Die Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven ist jetzt bemüht, die Präsenz in der Fläche zu verstärken. Ende Oktober trafen sich in Norddeich die im Landkreis Aurich tätigen Landschaftswarte mit Vertretern der Nationalparkverwaltung zum gegenseitigen Informationsaustausch. weiter »