Rheiderland: ehemalige Bohrinsel im Dollart soll touristisch vermarktet werden

Wohnmobil auf der ehemaligen Bohrinsel in Dyksterhusen. Deutlich zu sehen ist, wie die rastenden Nonnengänse Abstand halten oder auffliegen. Foto (C): Eilert Voß

Der Dollart ist eine Meeresbucht im niederländisch-deutschen Grenzgebiet südlich von Emden. Die Bucht ist Teil des „Weltnaturerbes“ Wattenmeer und des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer sowie eines EU-Vogelschutzgebietes. Am Ostrand des Dollarts liegt die seit Jahrzehnten stillgelegte Bohrinsel der „Wintershall“ in Dyksterhusen, die immer noch durch eine Asphaltstraße erreichbar ist. Die Nationalparkverwaltung bewirbt sie als Beobachtungsplattform für Vögel, wogegen nichts einzuwenden ist. Kommunalpolitiker der Gemeinden Weener, Bunde und Jemgum im Rheiderland wollen dieses Relikt nun im Rahmen „einer eigenständigen Urlaubsregion mit Alleinstellungsmerkmal“ noch stärker touristisch nutzen, berichtete die Rheiderland Zeitung aus Weener am 16. Februar 2017. Man denke über ein Cafe´ mit Toiletteneinrichtung, eine Badestelle und eine Surfgelegenheit nach und könne sich eine „Einbindung der Umweltverbände gut vorstellen“, so ein Ortsbürgermeister. Spätestens ab diesem Satz ist Vorsicht geboten. weiter »

Veröffentlichung: „Zum Einfluss von Kitesurfern auf Wasser- und Watvögel – eine Übersicht“

Kitespot Sahlenburg/Cuxhaven, Zwischenzone des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer, Foto (C): Eilert Voß/Wattenrat Ostfriesland

Kitespot Sahlenburg/Cuxhaven, Zwischenzone des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer, Foto (C): Eilert Voß/Wattenrat Ostfriesland

Heft 1/2016 des „Informationsdienstes Naturschutz Niedersachsen“, herausgegeben vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), erschien mit dem Titel „Zum Einfluss von Kitesurfern auf Wasser- und Watvögel – eine Übersicht“. Der Autor ist Thorsten Krüger, Mitarbeiter der Staatlichen Vogelschutzwarte im NLWKN. Das Heft enthält eine umfangreiche Literaturliste zu anthropogenen Störungen und deren Auswirkungen auf  Vögel. Dazu kommen Einzeluntersuchungen an bestimmten Küstenstandorten, auch im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, zu Störungen durch Kitesurfer von verschiedenen Autoren. Überwiegend kommen die Untersuchungen, wenn auch z.T. vorsichtig formuliert, zum Ergebnis, dass das Kitesurfen für bestimmte Arten zu erheblichen Störungen führt. weiter »

Armutszeugnis: Untere Naturschutzbehörde Landkreis Aurich: keine Handhabe gegen lautstarke Veranstaltungen am Nationalpark Wattenmeer

Laerm-macht-doof_1Lautstarke „Events“ direkt an den Grenzen des Großschutzgebietes „Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer“ zur Touristenbespaßung, das als „Weltnaturerbe“ von der Tourismusindustrie vermarktet wird, nehmen zu. Dazu gehören Höhenfeuerwerke zur Brutzeit, dröhnende Musikveranstaltungen an den Stränden oder die Silvesterpartys. Der Lärm und die Lichteffekte reichen weit in das Schutzgebiet hinein und verursachen erhebliche Störungen der Brut- oder Rastvögel. Der Wattenrat Ostfriesland macht seit Jahren auf diese Missstände aufmerksam. Die 15 „anerkannten“ Naturschutzverbände in Niedersachsen rühren sich nicht, die Nationalparkverwaltung versteckt sich hinter dem „Argument“, man könne nicht eingreifen, weil diese Veranstaltungen außerhalb der Nationalparkgrenzen stattfänden, obwohl der Lärm oder die Lichteffekte an den Grenzen nicht haltmachen. Die professionellen Touristenbespaßer frohlocken und machen weiter wie bisher, nun sogar unterstützt von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Aurich. Professionalität sieht anders aus… weiter »

Feuerwerke im Nationalpark: „wissentliche oder unwissentliche Täuschung der Öffentlichkeit“

Feuerwerk an einen Naturschutzgebiet, Symbolfoto (C) Eilert Voß

Von Manfred Knake

Den Vorwurf der „mangelnden Fachkompetenz“ im Zusammenhang mit den genehmigten Feuerwerken am Strand von Langeoog oder Bensersiel haben die Mitarbeiter des Landkreises Wittmund nicht auf sich sitzen lassen und, verständlicherweise, öffentlich zurückgewiesen.

Im nachfolgenden Beitrag der Lokalzeitung „Anzeiger für Harlingerland“ wirft mir der Landkreis Wittmund als Untere […]

Langeoog: Aktuelles von der Naturschutzfront – Brutvogelvertreibungen und Eiersammler

Schutzdünen auf Langeoog, April 2015, Foto (C): Manfred Knake

Schutzdünen auf Langeoog, April 2015, Foto (C): Manfred Knake

Langeoog ist bekanntlich eine Ferieninsel im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und „UNESCO-Weltnaturerbe“, heftig gegen die touristische Konkurrenz beworben. Die Übernachtungszahlen liegen jährlich bei ca. 1,5 Millionen. Von April bis in den frühen Winter flutet täglich zusätzlich ein Heer von Tagestouristen die Insel, begleitet von Hunden und Lenkdrachen. Das ist Massentourismus. Umso bemerkenswerter und erfreulicher ist es, dass auch die weniger werbewirksamen Details zum tatsächlichen Zustand des Naturschutzes auf der Insel in der Online-Zeitung „Langeoog News“ bekannt wurden. weiter »

Gänseklatscher an der Ems

Gänseklatscher an der Ems vertreiben Nonnengänse

Im wahrsten Sinne des Wortes „eine Klatsche“ haben diese Spaziergänger an der Ems bei Jarssum/Emden: Hier rasten zeitweilig tausende Gänse auf engem Raum im Emswatt. Diese Nonnengänse wurden von zwei Spaziergängern durch Händeklatschen vertrieben. weiter »

Seehunde und Tourismus: Wie das Jungtier zum Heuler wird

Ungestörte Seehundbank, Foto (C): Voß

Peter Lienau leitet die Seehundaufzuchtstation in Norden-Norddeich, betrieben von der niedersächsischen Landesjägerschaft. Die Station ist ein Touristenmagnet, der Seehund ist der Sympathieträger für das Wattenmeer. Aber der wildlebende Seehund leidet auch gerade unter denen, die ihn so nett rundköpfig und kulleräugig finden, und das sind die Touristen, die zu abertausenden das Weltnaturerbe und den Nationalpark Wattenmeer bevölkern und sich dabei häufig nicht an die Regeln halten.

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NSG „Petkumer Deichvorland“: Betretungsverbot wird ständig ignoriert

Fußgänger im Naturschutzgebiet: Die "mündigen" Bürger? Verbote werden ignoriert

Das Naturschutzgebiet „Petkumer Deichvorland“ war schon häufig Gegenstand der Betrachtung auf den Seiten des Wattenrates. In diesem schmalen Vorlandbereich der Ems, Teil eines europäischen Vogelschutzgebiets, rasten zahlreiche Wasser- und Watvögel bei Hochwasser oder suchen hier Nahrung, wenn sie in Ruhe gelassen werden. Viele Arten reagieren sehr empfindlich auf die Annäherung und haben Fluchtdistanzen bis zu 500 Metern. Aus diesem Grunde darf der östliche Teil des Naturschutzgebiets bis zum Ems-Stauwerk auch nicht begangen werden.

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Feuerwerk auf Juist: Man lässt es krachen im Nationalpark und“Weltnaturerbe“

Feuerwerk auf Juist am 24. Juli 2010

edit 07. August 2010:

„Dem Vernehmen nach“ hat sich der Juister Bürgermeister Dietmar Patron dahingehend geäußert, dass es keine Feuerwerke mehr auf Juist geben werde, an einer Beschlussvorlage für den Rat werde gearbeitet. Auch aus der Juister Bevölkerung wurden Beschwerden gegen das Feuerwerk bei der Gemeinde  vorgebracht. Die Genehmigungsbehörde des Feuerwerks war die Gemeinde Juist.

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Nationalparks sind bekanntlich Großschutzgebiete, dort gelten Regeln zum Schutz von Tieren und Pflanzen. Bestimmte Bereiche dürfen nicht betreten, die freilebende Tierwelt darf nicht durch Lärm, Aufsuchen o.ä. Handlungen gestört werden. Der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer ist gleichzeitig auch Urlaubsgebiet mit ca. 37 Millionen Tourismusübernachtungen jährlich von Emden bis Cuxhaven, und Touristen wollen unterhalten werden. Ganz nebenbei: Der Nationalpark ist auch auch EU-Vogelschutz- und FFH-Gebiet. Ein Spektakel der besonderen Art bietet die Insel Juist an, die „Zauberinsel“, wie man sich dort werbewirksam selber nennt: Höhenfeuerwerke sollen die Massen unterhalten, die auf der Insel Urlaub machen. weiter »