 Spaßtourismus im "Weltnaturerbe" Wattenmeer - Norderney, Sommer 2012
Die nachfolgende Meldung aus der Niedersächsischen Staatskanzlei zur Erweiterung des “Weltnaturerbes” Wattenmeer kommt rechtzeitig in der Endphase des Landtagswahlkampfes als vorgeblicher Naturschutz-Bonbon der sonst überaus naturschutzträgen Landesregierung. Es ist ein reiner Wahlkampf- und Propagandacoup von Ministerpräsident David McAllister. Inhaltlich ändert sich damit nichts im Großschutzgebiet “Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer”, der zur Gänze Teil des “Weltnaturerbes” ist. weiter »
 Naturerlebnis auf Langeoog
In Ostfriesland dauert bekanntlich alles etwas länger, aber auch hier haben Desinformation und Propaganda als Standardform der modernen Kommunikation Einzug gehalten: Nach fast 27-jähriger Geltungsdauer des Nationalparks schafft es die Verwaltung des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer, eine “Kooperationsvereinbarung” mit dem Rat der Gemeinde Langeoog zu unterzeichnen. weiter »
 Strand ohne Strandbrüter: Borkum
Bisher war es ja eigentlich nur der Wattenrat Ostfriesland, der punktgenau die Missstände in diesem „Nationalpark“ Wattenmeer und „Weltnaturerbe“ aufspießte und das UNESCO-Welt(w)erbe-Etikett als bloßes Marketinginstrument der Fremdenverkehrsindustrie bezeichnete. Umso mehr freut es uns, dass nun die renommierte Zeitschrift „Nationalpark“ einen Beitrag veröffentlichte, der genau diese Diskrepanz zwischen hehrem Anspruch und der traurigen Wirklichkeit beleuchtet. weiter »
 Massentourismus auf den Inseln, Fähre nach Juist
Die nachfolgende Pressemitteilung der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) suggeriert im zeitgeistigen alarmistischen Ton, der „Klimawandel“ und der „Meeresspiegelanstieg“ gefährdeten die Trinkwasserversorgung der Nordseeinseln im Allgemeinen und Langeoog im Speziellen. Fakt ist aber, dass die Wasserversorgung zumindest auf den Urlaubsinseln, die noch nicht an eine Wasserleitung vom Festland angeschlossen sind, durch die touristischen Belastung gefährdet ist. Am Beispiel Langeoogs wurde bereits 1980 (!) im Sondergutachten des Rates von Sachverständigen für Umweltfragen „Umweltprobleme der Nordsee“ von der zu hohen Wasserentnahme aus der Dünen-Süßwasserlinse durch den Tourismus gewarnt (S.333): weiter »
 Haushund jagt hinter Austernfischern her: Ruhezone im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, "Betreten verboten", Campen/LK Aurich, (Foto: privat)
Vor einigen Tagen wurde am Ostende von Wangerooge ein weiblicher Seehund an seinem Liegeplatz von einem freilaufenden Haushund totgebissen, Herrchen sah zu und verdrückte sich nach dieser Tat, samt Hund. Hunde im Großschutzgebiet „Nationalpark Wattenmeer“ und „Weltnaturerbe“ entwickeln sich zu einer Pest, auch deshalb, weil Hundehalter die Regeln im Nationalpark größtenteils einfach ignorieren. Anleinpflicht oder Betretensverbote gelten für diese Spezies einfach nicht, und ohne Überwachung durch fehlende Ranger wird sich daran auch nichts ändern. Thomas Schumacher, freier Journalist aus Leer, hat diese Missstände schon einmal auf der Wattenrat-Seite glossiert: Vierbeiniger Insel-Massentourismus, Hundehalters Kack- und Beißstrände als verschwiegenes Phänomen. Heute hat er nachgelegt.
 Norddeich/LK Aurich: Ordnung muss sein: Hunde links, Drachen rechts
Hunde links, Drachen rechts. So sieht´s im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und „Weltnaturerbe“ in Norddeich im Landkreis Aurich aus, Erholung muss ja schließlich auch sein. weiter »
 Austernfischer (l.) und Sandregenpfeifer im Brutgebiet (r.) an der Leybucht
Sand- und Seeregenpfeifer waren ehemals häufig anzutreffende Brutvögel an der Wattenküste. Das ist vorbei, inzwischen sind sie in Deutschland akut vom Aussterben bedroht, obwohl es ausreichend geeignete Brutareale z.B. im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und „Weltnaturerbe“ gibt. Diese beide Regenpfeiferarten brüten auf vegetationslosen Flächen und Stränden. Dort kann es zu Gelegeverlusten durch Hochwasser und Prädatoren kommen, aber gerade dort brummt auch der Massentourismus und lässt auch bei sonst guten Brutbedingungen durch vielfältige Störungen durch ahnungslose Touristenlegionen mit oder ohne Hund oder Lenkdrachen kaum Bruterfolge dieser unscheinbaren Arten zu. weiter »
 Screeenshot: Quelle: Ostfriesen Zeitung, online, 05. Mai 2012
In der finanziell klammen Gemeinde Dornum/LK Aurich hat man Großes vor. Teile des vorgelagerten Küstenbadeortes Dornumersiel sollen unter Glas verschwinden, mit ihm ein Hafen, so jedenfalls ein Konzept der Hamburger Agenturen GBP Projekt und Profund Consult, das am 03. Mai im Reethaus in Dornumersiel vorgestellt wurde. Lockere 35 Millionen soll die Disneyland-Treibhausnummer kosten, von denen Dornum 5 Millionen an Fördergeldern einwerben will; 30 Millionen sollen von Investoren kommen, die noch niemand kennt. Vielleicht darf es gleich ein neuer Name für Dornumersiel sein: Kängurusiel , weil man wieder einmal große Sprünge machen will, ohne etwas im Beutel zu haben! weiter »
 Otto Leege, 1862-1951
Otto Leege ist in Ostfriesland, zumindest im Naturschutz, kein Unbekannter. Er wurde vor 150 Jahren am 21. Februar 1862 in Uelsen, Grafschaft Bentheim, geboren. In Aurich wurde er zum Lehrer ausgebildet, 1882 übernahm er eine Stelle als Lehrer auf der Insel Juist.
Die Anfänge
Leege war ein hervorragender Kenner der Inselfauna und -flora. Mit seinem ersten Buch, das 1905 erschien, machte er sich einen Namen als überregional bekannter Ornithologe „Die Vögel der Ostfriesischen Inseln nebst vergleichender Übersicht der im südlichen Nordseegebiet vorkommenden Arten“. Bereits 1906 und 1907 erschienen zwei Nachträge in der „Ornithologischen Monatsschrift“. Leege korrespondierte in den Folgejahren mit vielen damals bekannten Naturforschern, u.a. mit Hermann Löns. Auf der Nachbarinsel Memmert, damals noch eine kleine Sandbank, studierte er die Pflanzenentwicklung und dokumentierte die Brutvogelarten. Mit der örtlichen Juister Bevölkerung legte er sich häufig an. Memmert war ein bevorzugtes Ausflugsziel der Insulaner, nicht nur von Juist. Man plünderte dort die Gelege der Küstenvögel, schoss als Belustigung für die Badegäste auf alles was Flügel hatte und richtete Massaker unter den Brutvögeln an. Es kamen kaum noch Jungvögel hoch. Fischer aus Ditzum, die von April bis Juni in der Memmert Balje auf Fang gingen, plünderten regelmäßig die Kolonie der Seeschwalben auf Memmert. Leege prangerte diese Rücksichtslosigkeiten an, er begann sich vehement für den Schutz der kleinen Insel einzusetzen. Unterstützt wurde er dabei von namhaften Ornithologen vom Festland.
Naturschutz auch auf Juist
Auch auf Juist, im Westteil der Insel, der „Bill“, beantragte Leege erfolgreich die Schaffung einer geschützten Vogelkolonie, die sogar ab 1899 durch einen Vogelwärter in einer Hütte während der Brutzeit bewacht werden sollte. Allerdings setzen sich die Juister in der Folgezeit immer heftiger für die Aufhebung des Schutzes an der Bill ein, weil sie fürchteten, die touristische Entwicklung werde behindert.
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 Von 5 - XXL-PS: PS-Wahn auch im Großschutzgebiet Wattenmeer und"Weltnaturerbe"
Die sog. „Liberalen“ waren für den Naturschutz oft abträglich: In Niedersachsen ging bis zum Januar 2012 Hans-Heinrich Sander (FDP) als Umweltminister um und hat hier tiefe Spuren hinterlassen. Nutzung, Nutzung über alles, z.B. Kitesurfer in Schutzzonen des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer waren u.a. die sichtbaren Auswüchse seiner „Umweltpolitik“.
Und es wird weiter gelockert, dass es schmerzt. Jetzt hat die Bundesregierung noch einen draufgesetzt: Aktuell wurde vom Bundestag die Führerscheinpflicht für Sportbootfahrer gelockert.
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