Zur Nachahmung empfohlen: Feuerwerksverbot auf Spiekeroog

Feuerwerk über dem Nationalpark Wattenmeer und "Weltnaturerbe", hier Insel Juist, 2010

Es bewegt sich was im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und „Weltnaturerbe“. Nach 29 Jahren des Bestehens des Nationalparks und nach 5 Jahren „Weltnaturerbe“ soll auf der Insel Spiekeroog mit einer Lärmschutzverordnung das Böllern zu Silvester verboten werden. Das Nationalparkgesetz und das Bundesnaturschutzgesetz untersagen zwar ebenfalls die Störungen und Beunruhigungen von wildlebenden Tieren, und die Nationalparkverwaltung weist in jedem Jahr mit mit hilf- und wirkungslosen Appellen auf das Feuerwerksverbot hin, aber nun ist das auch endlich in der Kommunalpolitik angekommen. Auf anderen Inseln und den Küstenbadeorten am Festland werden sogar im Sommer zur Touristenbespaßungen Höhenfeuerwerke am Nationalpark gezündet, die weit in das Großschutzgebiet hineinwirken, auch diese Feuerwerke müssten abgestellt werden. Der nachstehende Bericht der Lokalzeitung enthält eine unrichtige Meldung: Es mag ja sein, dass den „Natur- und Umweltschutzverbänden“ die Feuerwerke „ein Dorn im Auge“ sind, die großen Verbände wie BUND oder NABU oder alle weiteren 13 „anerkannten“ Verbände in Niedersachsen haben sich aber bisher nicht öffentlich zu den Feuerwerken im Nationalpark geäußert. Es ist der Wattenrat Ostfriesland, der seit Jahren – auch mit im Sande verlaufenden Strafanzeigen- auf diesen Missstand hingewiesen hat. Wattenrat wirkt! weiter »

„5. Weltnaturerbeforum“: Tourismus statt Naturschutz im Nationalpark Wattenmeer

Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer: Naturschutz am Boden

Seit einigen Jahren gibt es ein „Weltnaturerbeforum“. Das klingt nach Natur und Verantwortung, hat aber mehr mit touristischer Schaumschlägerei als mit inhaltlichem Naturschutz zu tun. Zum 5. Treffen kamen „60 Akteure“ am 21. November 2014 in Neuharlingersiel zusammen. Da ging es um „Natur als Hauptreisegrund“, „Reisen und schützen“ oder um „Weltnaturerbe als Identitätsfaktor“, also ums Geschäft mit der Natur. Finanziert wurde diese Veranstaltung, dessen Programm besser zu einer Tourismusagentur passen würde, vom INTERREG IVB Projekt PROWAD. Projektpartner sind u.a. das trilaterale  staatliche Common Waddensea Secretariat (DK, D, NL) in Wilhelmshaven, das Niederländische Wirtschaftsministerium, das dänische Umweltministerium, die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer, das Nationalparkamt Schleswig-Holstein und der World Wide Fund for Nature (WWF), es zahlt die Europäische Kommission. weiter »

Pünktlich zum Ferienende: nun auch tote Seehunde in Niedersachsen

Archivbild 2002: Seehundkadaver bei Bensersiel/LK Wittmund/NDS

Pünktlich zum Ferienende werden nun auch an der niedersächsischen Küste tote Seehunde gefunden und gemeldet. Die Nachrichtenagentur dpa/lni berichtetet gestern von einem toten Seehund auf Wangerooge, der nicht der erste gewesen sein soll und von 40 toten Seehunden auf Norderney. Und wie viele waren es auf den anderen ostfriesischen Urlaubsinseln? Dem Wattenrat liegt eine Totfundmeldung von Langeoog am 30. Oktober 2014 vor, die bisher nicht erwähnt wurde. Insgesamt, so das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz (LAVES), sollen von Schleswig-Holstein bis nach Niedersachsen inzwischen „über 800“ tote Tiere gezählt worden sein. Immerhin, die Seehunde in Niedersachsen waren so rücksichtsvoll, sich erst am Ende der Schulferien finden zu lassen.  weiter »

Langeoog: Weltnaturerbe nur Schall und Rauch

Man feiert sich derzeit einen Wolf in Ostfriesland. Die Lokalzeitungen berichten täglich ausführlich und großbebildert über jede Dorf- und Vereinsfeier. Auch die Urlaubsinsel Langeoog macht keine Ausnahme: „Herzlich Willkommen im Weltnaturerbe auf Langeoog“ heißt es auf der WebSeite der Online-Zeitung „Langeoog News“ , die über eine „rauschende Strandparty„, genau wie  Lokalzeitung „Anzeiger für Harlingerland“, auf der Insel berichteten.

Aber das vielzitierte „Weltnaturerbe“ Wattenmeer ist nur für die Tourismuswerbung gut und nicht selten Schall und Rauch für die Natur, wenn es um die Bespaßung der Urlauber geht; auch auf Langeoog wurde dafür jetzt wieder ein Höhenfeuerwerk – zum dritten Mal in diesem Jahr-  abgebrannt. „Am Ende eine tolle Party mit einem farbenprächtigen Höhenfeuerwerk“ ließ man es von der Sandbank vor dem Strand im Großschutzgebiet „Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer“ am 30. August krachen, am Strand dröhnten die Boxen. „Gemeinsam mit Antenne Niedersachsen hatten die Kurverwaltung und das Team der Strandhalle wieder keine Kosten und Mühen gescheut, um mit großem Einsatz alle Zutaten für eine rauschende Strandparty für Klein und Groß zusammen zu tragen“, schreiben die Zeitungen. weiter »

Weltnaturerbe Wattenmeer: Flächen erweitert, Etikettennaturschutz

Willkommen im Weltnaturerbe: Norderney

Das UNESCO-„Weltnaturerbe Wattenmeer“ in Deutschland wird erweitert. Die Entscheidung fiel am 23. Juni 2014 durch das Welterbe-Komitee im Wüstenstaat Katar. Das Weltnaturerbe wird auch an die Grenzen des Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer mit den Wasserflächen vor den Ostfriesischen Inseln angepasst. Der Nationalpark wurde 2010 von 2800 Quadratkilometern auf ca. 3500 Quadratkilometer erweitert, es handelt sich aber überwiegend um große Wasserflächen vor den Ostfriesischen Inseln. weiter »

Wirtschaftsminister Olaf Lies und das Pippi-Langstrumpf-Prinzip

„Natur und Landschaft sind unser wichtigstes Gut, es darf nicht verbraucht und verdorben werden." Windpark Utgast mit Maisacker, Holtgast/Samtgemeinde Esens/LK Wittmund

von Manfred Knake

Der niedersächsische Karrierepolitiker und Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD, eingetreten erst 2002!) verbreitete an der Küste vor dem „Wirtschaftsförderkreis Harlingerland“ in Wittmund Jubelpropaganda über den vorgeblich „rasanten Weg nach oben“ im Nordwesten, als „Tor zur Welt“ (ist das nicht schon Hamburg?). Dieses Tor könnte sich aber schon in wenigen Jahren als Falltür entpuppen. Lies meinte die boomende Windenergie, hochsubventioniert mit jährlich 20 Milliarden Euro aus der Zwangsabgabe des Erneuerbare Energiengesetzes (EEG) von allen Stromkunden, nur für die Konten weniger Betreiber, genannt „Energiewende“. Mit „Schiffbau“ meinte er sicherlich die Meyer Werft, die am Binnenlandstandort Papenburg nur überlebensfähig ist, weil Bund und Land Millionenbeträge für die ständige Emsvertiefung bereitstellen oder ein Stauwerk bauen ließen und damit das Flusssystem „nachhaltig“ zerstört haben. Zudem will Lies einen „Standortsicherungsvertrag auf 20 Jahre“ mit Meyer abschließen, also pure Planwirtschaft. weiter »

Langeoog: Petition zur Legalisierung von Schwarzbauten

Fähranleger Bensersiel - auf nach Langeoog: einer geht noch rein, noch mehr Umsatz mit "schwarzen" Betten

In mehr als 660 Fällen sollen in den letzten Jahren auf der Urlaubsinsel Langeoog illegale Um- oder Anbauten entstanden sein – zu Vermietungszwecken, für noch mehr Inseltouristen. Dabei wurden auch Brandschutzvorschriften umgangen. Der Landkreis Wittmund ermittelt derzeit mit zusätzlich eingestellten Mitarbeitern gegen die Schwarzbauten. Langeoog hat eine registrierte Wohnbevölkerung von ca. 1731 Einwohnern (Statistisches Bundesamt, 31. Dez. 2011, andere Angaben gehen von über 2000 Einwohnern aus), jährlich besuchen mehr als 200.000 Gäste (Tagestouristen nicht eingerechnet) die Insel, die touristischen Übernachtungszahlen betragen mehr als 1,5 Millionen, statistisch erfasst werden aber seit 2012 nur noch Häuser ab 10 Betten, davor wurde ab 9 Betten erfasst. Laut Inselkirche Langeoog werden ca. 15.000 Gästebetten bereitgestellt, andere Zahlen liegen bei „nur“ 10.000 Betten. weiter »

Landtagswahlkampf in Niedersachsen: McAllister (CDU) will UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer erweitern

Spaßtourismus im "Weltnaturerbe" Wattenmeer - Norderney, Sommer 2012

Die nachfolgende Meldung aus der Niedersächsischen Staatskanzlei zur Erweiterung des „Weltnaturerbes“ Wattenmeer kommt rechtzeitig in der Endphase des Landtagswahlkampfes als vorgeblicher Naturschutz-Bonbon der sonst überaus naturschutzträgen Landesregierung. Es ist ein reiner Wahlkampf- und Propagandacoup von Ministerpräsident David McAllister. Inhaltlich ändert sich damit nichts im Großschutzgebiet „Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer“, der zur Gänze Teil des „Weltnaturerbes“ ist. weiter »

Bekennerschreiben aus Langeoog: Nun wird alles besser im Inselnaturschutz

Naturerlebnis auf Langeoog

In Ostfriesland dauert bekanntlich alles etwas länger, aber auch hier haben Desinformation und Propaganda als Standardform der modernen Kommunikation Einzug gehalten: Nach fast 27-jähriger Geltungsdauer des Nationalparks schafft es die Verwaltung des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer, eine „Kooperationsvereinbarung“ mit dem Rat der Gemeinde Langeoog zu unterzeichnen. weiter »

Schöpfung oder Wertschöpfung? Artenschutz im „Weltnaturerbe“ Wattenmeer, oder „Das Ende vom Lied“

Strand ohne Strandbrüter: Borkum

Bisher war es ja eigentlich nur der Wattenrat Ostfriesland, der punktgenau die Missstände in diesem „Nationalpark“ Wattenmeer und „Weltnaturerbe“ aufspießte und das UNESCO-Welt(w)erbe-Etikett als bloßes Marketinginstrument der Fremdenverkehrsindustrie bezeichnete. Umso mehr freut es uns, dass nun die renommierte Zeitschrift „Nationalpark“ einen Beitrag veröffentlichte, der genau diese Diskrepanz zwischen hehrem Anspruch und der traurigen Wirklichkeit beleuchtet. weiter »