Wasserversorgung auf den Inseln: “Klima”, “Meeresspiegelanstieg” oder Massentourismus?

 

Massentourismus auf den Inseln, Fähre nach Juist

Die nachfolgende Pressemitteilung der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) suggeriert im zeitgeistigen alarmistischen Ton, der „Klimawandel“ und der „Meeresspiegelanstieg“ gefährdeten die Trinkwasserversorgung der Nordseeinseln im Allgemeinen und Langeoog im Speziellen. Fakt ist aber, dass die Wasserversorgung zumindest auf den Urlaubsinseln, die noch nicht an eine Wasserleitung vom Festland angeschlossen sind, durch die touristischen Belastung gefährdet ist. Am Beispiel Langeoogs wurde bereits 1980 (!) im Sondergutachten des Rates von Sachverständigen für Umweltfragen „Umweltprobleme der Nordsee“ von der zu hohen Wasserentnahme aus der Dünen-Süßwasserlinse durch den Tourismus gewarnt (S.333): weiter »

Wattenmeer, drei Jahre “UNESCO Weltnaturerbe”: Tourismusmarketing statt Naturschutz

Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, Norderney

Auch drei Jahre nach der Ausweisung der Wattenmeer-Nationalparke als Weltnaturerbe ist keine Verbesserung der Naturschutzsituation in diesem Großschutzgebiet zu erkennen. Im Gegenteil: Allein im Nationalpark Niedersächsisches Watttenmeer liegt die jährliche Tourismusübernachtung von Cuxhaven bis Emden bei ca. 40 Millionen. Das Weltnaturerbe ist bisher nur ein Etikett geblieben, mit dem der Nationalpark Wattenmeer offensiv touristisch vermarktet wird. weiter »

Kitesurfen Dornumersiel: Freistil im Weltnaturerbe Wattenmeer: “touristische Bedeutung und Wertschöpfung”

Tourismus GmbH Dornum/LK Aurich: Beantragte Fläche für Kitesurfer in der Zwischenzone des Nationalparks

Nägel mit Köpfen und völlig unberührt von der geltenden Rechtslage schaffte die „Tourismus GmbH“ in Dornum im Landkreis Aurich mit ihrem Geschäftsführer Rolf Kopper schon mal Fakten für die Zielgruppe der Kitesurfer im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Auf der WebSeite des Fremdenverkehrsortes Dornum wird das Kitesurfen im Watt vor dem Badestrand seit langer Zeit beworben. [#edit 10. Dez. 2011: Die WebSeite wurde inziwschen abgeändert, der Beitrag wurde entfernt.]

Quelle: Sreenshot Dornum, November 2011, inzwischen von der WebSeite entfernt

Surfen

Freizeitsportler lieben die Herausforderung und kommen auf der Nordsee voll und ganz auf Ihre Kosten. Auch vor den Stränden in Dornumersiel und Neßmersiel ist surfen möglich. Vom Strand aus geht es dann direkt in die Fluten. Die Nordseewellen lassen das Surferherz höher schlagen und sind für viele Windsportarten ideal. So tummeln sich in Dornumersiel und Neßmersiel nicht nur Windsurfer, sondern auch Kitesurfer oder auch an Land die Kitelandboarder.

Den Antrag auf eine Kiterfläche stellte die Kommune bei der Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven bereits 2009, entschieden wurde bis heute noch nichts. Seit Jahren wird in Dornumersiel illegal im Wattenmeer in den dafür verbotenen Zwischen- und Ruhezonen gesurft. Auf Anfrage des Wattenrates bestätigte der Geschäftsführer der Tourismus GmbH, dass es derzeit lediglich einen “Dialog um die Kitesurf-Situation” mit der Nationalparkverwaltung gäbe. Und als diese Dreistigkeit in der Presse publik gemacht wurde (unter schonendster Berichterstattung für die Gemeinde Dornum!), wurde auch die Nationalparkverwaltung wieder aktiv. Dabei wurden von der Tourismus GmbH längst inzwischen weitere Fakten geschaffen:

weiter »

25 Jahre Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer: Bausteine für ein Qualitätsmanagement

Kein Grund zum Feiern: 25 Jahre Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer

Am 10. Februar 2011 veröffentlichten wir diesen Beitrag:

Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer: Qualität soll “unabhängig” überprüft werden, frisches MakeUp nach 25 Jahren

Anlass ist eine bundesweite Initiative zur Überprüfung der Managementqualität in Großschutzgebieten. Die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer nimmt daran freiwillig teil.  Dazu hatte ein Fachkomitee aus Vertretern von Land und Bund, von Universitäten und Naturschutzverbänden, aus Nationalparks sowie vom Dachverband der Nationalen Naturlandschaften (Europarc) den Nationalpark bereist. Wir hatten Zweifel daran geäußert, ob hier wirklich „unabhängig“ geprüft wird, zumal die Akteure z.T. direkt Abhängig von politischen Entscheidungsträgern wie dem Bundesumweltminister sind. Und von dort bekam der Naturschutz selten Gutes, sieht man von bedrucktem Papier ab.

weiter »

Wind”park” Nordergründe im Wattenmeer: Gericht weist Klage ab

Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg in seiner Weisheit hat mal wieder beim Naturschutz am Problem vorbei geurteilt:

Heute berichten viele Tageszeitungen über die Abweisung der Klage der Insel Wangerooge gegen den Wind“park” Nordergründe im Wattenmeer, 15 km von der Insel und nur 560 Meter vom Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, Biosphärenreservat, EU-Vogelschutzgebiet und UNESCO-Weltnaturerbe entfernt. Eine Berufung gegen das Urteil sei nicht möglich. Im Wattenmeer sollen 18 über 180 m hohe Anlagen entstehen. Die Deutsche Energieagentur DENA berichtet von 25 Anlagen. Die Zugvögel des Wattenmeeres kennen keine vom Menschen gezogenen Grenzen eines Nationalparks. Kollisionen, gerade bei unsichtigem Wetter, sind also abzusehen.

Standort des Wind"parks" Nordergründe im Wattenmeer

weiter »