 Unser Dorf muss schöner werden: Wind"park" Utgast/Holtgast im LK Wittmund/Nds.
Die Windkraft boomt, in ganz Deutschland. Ein Fallbeispiel aus der ostfriesischen Provinz zeigt, warum das so ist. Eine Philippika gegen die Gier und den kommunalen Windwahn
Von Manfred Knake
Seit 2009 können Kommunen stärker von Gewerbesteuereinnahmen für Windkraftstandorte in den Gemeinden profitieren, die Gewerbesteuern fließen nun nicht mehr in den Geschäftsort der Betreiberfirma, sondern nach einem Verteilerschlüssel in den Landkreis, die Samtgemeinde und Mitgliedsgemeinde, dort wo die Anlagen errichtet werden. Das ist ein Grund für den Boom der neuen Anlagen nach flugs erstellten neuen „Potenzialkarten“, erstellt durch beauftragte Planungsbüros und bezahlt mit Steuergeldern. Den ggf. betroffenen Bürgerinnen und Bürgern sind diese Karten mit möglichen neuen Windenergiestandorten in der Regel gar nicht bekannt, den Windkraftbetreibern schon. Der wahre Grund für noch mehr Riesenrotoren ist also nicht „das Klima“, „Fukushima“, die „Energiewende“ oder sonstige vorgeschobene Nebeltopfargumente, sondern immer das Geld, die Rendite- oder Steuererwartung. In der Samtgemeinde Esens im Landkreis Wittmund in Niedersachsen („Eine idyllische Stadt, alte Kirchen und Mühlen, weite Landschaft, gesunde Luft und natürlich auch die Nordsee mit Ebbe und Flut prägen das Gesicht der Stadt Esens“) gab es schon mal in den Neunzigern einen Beschluss, nach dem umstrittenen Wind“park“ Utgast/Holtgast auf weitere Standort im Samtgemeindegebiet zu verzichten. Die frohe Erwartung der zusätzlichen Gewerbesteuereinnahmen, wenn sie denn endlich nach den Verlustabschreibung fließen, hat alle früheren Bedenken bei den kommunalen „Volksvertretern“ der Mitgliedsgemeinden zerstreut. weiter »
 Wendehals, Foto (C): Rosl Rößner, www.birdpictures.de
Morgen, am 17. Sept. 2012, beginnt der 31. Deutsche Naturschutztag (DNT) in Erfurt. Das Leitthema heißt “Neue Energien – neue Herausforderungen, Naturschutz in Zeiten der Energiewende”. Einer der Veranstalter ist der „Deutsche Naturschutzring“ (DNR), der sich als „Dachverband der im Natur-, Tier- und Umweltschutz tätigen Verbände in Deutschland“ bezeichnet. Die „großen“ Naturschutzverbände wie BUND oder NABU haben sich in der Vergangenheit wenig kritisch zum Zubau der Republik mit Windkraftanlagen, derzeit ca. 23.000, befasst. Im Gegenteil: NABU und BUND sind auch Ökostrom-Vermittler und verdienen daran. weiter »
 Windkraftanlagen an Limikolenrastplätzen
Die Windenergie und der Vogelschutz vertragen sich nicht, vor allem bei bestimmten Arten, die durch Scheucheffekte weiträumig vertrieben werden oder durch Anflug oder mit zerfetzten inneren Organen durch das Barotrauma zu Tode kommen. Umso mehr sind fachliche Beurteilungen von Abstandsregelungen zu Vogellebensräumen wichtig, auch vor Gericht. Die Länder-Arbeitsgemeinschaft der (staatlichen) Vogelschutzwarten hat dazu bereits 2007 als Empfehlung Abstandsregelungen für bestimmte Arten und Flächen festgelegt, die bemerkenswerter Weise nun wieder geändert wurden, zum Nachteil von vielen Greifvogelarten im Allgemeinen und Milanen, Weihen, Schwarzstörchen (Windenergie im Wald!) und Uhus im Speziellen. Die Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen (EGE) hat sich dieser Merkwürdigkeiten angenommen. Mit freundlicher Genehmigung der Eulenfreunde übernehmen wird deren Beitrag hier ungekürzt. Nur die Bilder sind von Eilert Voß/Wattenrat. weiter »
 Nonnengänse vor einer Windkraftanlage im EU-Vogelschutzgebiet "Wybelsumer Polder" bei Emden
Gestern bekam die Windenergielobby eine neues Geschenk vom Bundesumweltministerium: Bundesweit wurde ein dpa-Bericht veröffentlicht, der sich auf eine 1 Million Euro teure Studie des BMU bezieht, nachdem „Windräder keine Vogelschredder“ sein sollen.
Die BMU-Statistik sagt aus, es gäbe „in den vergangenen Jahren“ 146 Rotmilane, 163 Mäusebussarde, 25 Wintergoldhähnchen, 87 Tauben und 30 Stockenten, die tot unter deutschen Windrädern gefunden wurden. Ein flächendeckendes Phänomen sei das nicht, der „Mythos vom Massensterben“ sei damit widerlegt. In Deutschland stürben die meisten Vögel eher, weil sie gegen Gebäude oder Autos flögen oder von Katzen gefressen würden.
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Die Online-Ausgabe der Nordwest Zeitung in Oldenburg meldet am 30. Juli 2010, dass die Nationalparkverwaltung zwei Kitesurferzonen in Wremen und Dorum im Landkreis Cuxhaven genehmigt hat, die Erlaubnis ist zunächst bis März 2012 befristet. Laut Berichterstattung erfolgte die Genehmigung nach „Abstimmung mit den Naturschutzverbänden“. Nun will die Nationalparkverwaltung auch die Reaktionen von Tieren auf die Kitesurfer untersuchen lassen.
 Kitesurfer vertreiben Vögel von Sandbank: Upleward/LK Aurich
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Tourismus und Vogelschutzgebiete vertragen sich in der Regel schlecht. Schon ein einziger Mensch kann bei Annäherung zu erheblicher Unruhe in Brutgebieten sorgen; geschieht dies öfter, werden Bruten auch verlassen. Auf der niederländischen Insel Ameland kann man erleben, dass es auch anders geht. Hier waren Profis am Werk, um eine Lachmöwen- und Brandseeschwalbenkolonie wirkungsvoll vor Mensch und Fuchs zu schützen und die ungestörte Brut dieser Arten zu gewährleisten.
 Die niederländische Insel Ameland im Wattenmeer
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Auch Langeoog beantragt Kitesurfer-Zone im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer
 Kitesurfer im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer
Nach Wremen, Horumersiel, Baltrum, Norderney, Norddeich und Krummhörn beantragte nun auch der Bürgermeister der Insel Langeoog eine 130 Hektar große Fläche in der zweitstrengsten Schutzzone, der Zwischenzone, im Nordwesten der Insel für die Ausübung der Funsportart Kitesurfen. Der Kitesurfbetrieb soll nach dem Willen der Inselgemeinde ganzjährig stattfinden. Begründet wird der Antrag (Inselgemeinde Langeoog, 26.02.2010, Az II/371) an die Nationalparkverwaltung u.a. damit:
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